Outfits der Woche: Von Weihnachtsplänen, Geigen-Feigen, der großen Kinderfrage & vollen Terminkalendern

02.12.2020 Mode, Outfit

In unserer Serie „Unsere Woche in Outfits“ präsentieren wir euch nicht nur ein paar Looks, in denen wir die Woche bestritten haben, sondern erzählen euch auch, was uns in den vergangenen Tagen so durch den Kopf ging.

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Nike

Kurz vor dem Wochenende war ich ziemlich sicher, die Welt würde bald untergehen, aber dann bekam ich doch wieder nur meine Tage, was mich zwar zusammenzucken, aber auch durchatmen ließ, vor Erleichterung. Denn egal wie viele Perioden ich hinter mich bringe, bisher konnte ich mich kein einziges Mal wirklich wappnen oder zumindest rechtzeitig daran denken, nein, jedes Mal bin ich aufs Neue überrascht und werde vollkommen überrumpelt von der Wucht meiner Wut und der Masse an Gefühlen und nie, nie, nie bin ich schlau genug, im Angesicht meiner Launen zu wissen: Alles nur der Uterus. Ich finde das alles übrigens schon seit meinem 14. Lebensjahr ungerecht, da hilft mir auch die Dankbarkeits- und Privilegien-Keule nich weiter,

ich will das nämlich eigentlich nicht (mehr) und auch nicht bluten bis zur Menopause, nur interessiert das niemanden, „eine gesunde Gebärmutter bleibt nämlich drin“, sagt meine Frauenärztin. Nun denn. Lio freut’s, der hofft nämlich hin und wieder auf ein Geschwisterchen, genau wie meine Oma, der ich neulich zum dreiundfünzigsten Mal erklären musste, dass ich für eine solche Entscheidung sowieso noch viele, viele Jahre Zeit habe und außerdem nur „nein“, aber  niemals „nie“ sagen würde, weil ich nämlich selber weiß, wie sprunghaft ich bin. Heute denke ich zum Beispiel, meine wilden, freien Tage seien in besagtem Fall endgültig gezählt und dass ich viel zu tolle Sachen vorhabe, um nochmal am laufenden Band Windeln zu wechseln, aber nächste Woche, da schicke ich meinem Freund bestimmt schon wieder irgendeinen Link zum Thema Hypno Birthing, klar. Ein bisschen mehr Geradlinigkeit täte mir gut, denke ich, so insgesamt. Nur habe ich nach 32 Jahren noch immer keinen blassen Schimmer, wie das überhaupt funktionieren soll. Also lasse ich’s. Und wundere mich und wundere mich und wundere mich. 

Blazer & Hose: Brøgger x & other stories, Boots: Aeyde

Sweatshirt: Closed, Hose: Gimaguas, Boots: Otto D’Ame

Longsleeve: Baum und Pferdgarten, Kleid: Baum und Pferdgarten, Jeans: Closed, Boots: Aeyde, Kette: Malaikaraiss

Jacke: & other stories, Schal: Ganni, Tasche: Manjerica, Lios Handschuhe: Bobo Choses, Boots: Filippa K.

Fabienne

Meine Woche war so messy wie meine Bilder. Ich versuche die letzten Projekte abzuschließen und meinem ersten Jahr in der Selbstständigkeit nur noch die guten Sachen abzugewinnen. Geschenke-Wahnsinn bleibt mir diesen Dezember zum Glück erspart, meine Familie und ich schenken uns dieses Jahr Spenden. Das hat nicht nur altruistische, sondern auch ganz eigennützige Gründe. Ich habe gemerkt, dass die Weihnachtszeit mich und meine Liebsten nicht nur immer wieder in finanziellen, sondern vor allem in organisatorischen Stress versetzt. Das richtige Geschenk in der richtigen Preisklasse zu finden und dabei nicht unnötig viel Zeit online oder in der Kaufhausschlange zu verbringen, bevor man all die Güter auch noch in die andere Hälfte des Bundeslandes schifft − dieses Jahr ohne uns. Stattdessen habe ich mir noch einige Sachen für meine Wohnung zugelegt, Oma sucht einen guten Zweck, dem wir unser Weihnachtsgeld zukommen lassen, raus und schwups können wir uns am Weihnachtsabend auf das gute Essen, zwei, drei Runden Stadt-Land-Fluss und einen Spaziergang durch den Wald konzentrieren.

 
 
 
 
 
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Was erlaubt ist: selbstgemachtes. Hier möchte ich natürlich mithalten können. Da jede*r meiner Verwandten schon eine gedrehte Kerze besitzt und die Kekse ganz sicher nicht bis zum 24. halten, brauche hier noch ein bisschen Inspiration. Any Tipps?

Blush und Lidschatten: Kess Berlin

Mantel: Arket (ähnlich hier), Schuhe: Nike Air Force, Hose: Armed Angels 

Hose: Secondhand via Vinted
Sweatshirt: H&M Trend via Vinted
Ungeschliffene Brille mit spiegelnden Gläsern: Flohmarkt

Julia 

Vergangenes Wochenende kaufte ich drei Zimmerpflanzen, nachdem ich in den letzten Monaten auf mich eingeredet hatte, es wäre nun endlich an der Zeit, mich einer solchen Verpflichtung anzunehmen. Die Geigen-Feige ist laut Internet und Info-Schildchen nicht bloß sehr schön, sondern auch noch pflegeleicht, was mich gleich doppelt begeisterte und letztlich dazu führte, dass ich den Adventskranz zwar links liegen ließ, stattdessen aber vollbepackt mit viel Grün nach Hause ging. Ansonsten begann ich die zweite Staffel von „Patriot“, hörte Musik von The Smiths und The Ramones und schaute Videos über „Pulled Pork“ aus Bananenschalen.

Trenchcoat: Pushbutton (alt), Hose: Helmut Lang (älter), Schuhe: Eytys (älter), Pullunder: Christina Seewald (Sample Sale), Hemd: Pixiemarket (alt)

Earcuff: Jorinde Barke x HundHund

Sarah

Ich kann es immer noch nicht glauben, aber ich bin wirklich und wahrhaftig umgezogen. Zwar bin ich noch meilenweit entfernt davon, in der neuen Wohnung und im alten Kiez anzukommen, aber dafür habe ich ja auch noch eine halbe Ewigkeit Zeit. Glücklich bin ich, auch wenn noch längst nicht alles geschafft ist und drei von fünf Zimmer eher einer Baustelle als Wohnräumen gleichen. Ich bin selig und hektisch zugleich, hüpfe zwischen den Räumen, will mich dort einem Projekt widmen und verliere mich auch schon im nächsten. Die vergangenen Wochen waren unfassbar anstrengend und kräftezehrend, umso glücklicher bin ich, dass eine Baustelle, nämlich die alte Wohnung, längst leer gefegt und übergeben wurde. Haken gesetzt, puh! Jetzt steht nur noch eines an: Auspacken, ankommen und die Gemütlichkeit einziehen lassen. Dafür aber braucht es eh nicht viel mehr als uns vier.

Was in der vergangenen Woche außerdem passiert ist? Meine Hände sind wohl an allen erdenklichen Stellen aufgerissen, dafür habe ich es vollbracht, meine Fingernägel abzulackieren. Ich habe mich irrsinnig für den riesigen Umzugs-LKW geschämt, hätte meine Mama am liebsten gar nicht mehr gehen lassen, wäre bei all den unbeschrifteten Kisten in der neuen Wohnung fast wahnsinnig geworden und habe im Aufräumwahn eine halb volle Flasche Bier in einen vertrockneten Balkonblumenkübel gekippt, um einen Bauarbeiter auf dem Gehweg versehentlich damit zu überschütten. Ich habe mich zigfach entschuldigt und mich wieder geschämt, viel zu viel Essen bestellt, weil noch keine Küche da ist und einen Müllturm aus Pizzakartons und allem anderen Anfallenden gebaut. Ich habe neue IKEA Schubladen in einen alten Pax geschraubt und fünfmal beim Herunterfallen zugeschaut, bis ich alles wieder abmontiert habe und einen anderen Schrank für mein Vorhaben auserkor. Ich habe zu viel geflucht und kam ständig zu spät zur KiTa, habe rote Weihnachtssterne für die Nachbar*innen besorgt, weil eine Entschuldigung bei all dem Lärm und Dreck, den wir in unserer neuen Bleibe fabriziert haben, längst nicht mehr ausgereicht hätte und ich habe zwei Tage nach dem ersten Advent in all der Eile einen ultrakitschigen Adventskranz aus orangefarbenem (!) Moos gekauft und ihn mit rosafarbenen Kerzen verziert. Ich glaube, da ist noch Luft nach oben.

Hut: Geschenk von Nike via ASOS
Rollkragen: Woolford
Pullunder: Baum + Pferdgarten
Jeans: & Other Stories
Socken: Esprit

Kleid: Edited the Label, Strumpfhose: Kunert

Shirt: Lacoste, Hose: Closed (alt)

Ourania

Noch eine Überraschung dieses Jahr! Damit hatte ich wahrlich nicht mehr gerechnet. Ich habe mich auf eine gemütliche Vorweihnachtszeit eingestellt, in der ich meine Wochenenden mit Plätzchenbacken und Postkartenschreiben verbringe. Um dann früher als sonst über Weihnachten zu meinen Eltern fahre und mich dort meinem Couch-Potato-Dasein zu widmen. Doch auf einmal hagelt es Shootinganfragen und ich verbringe meine Wochenenden im Büro, schlage mir Nächte um die Ohren und weiß gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Es kribbelt in meinen Fingerspitzen vor Freude über die Arbeit, aber auch vor Müdigkeit. Die selbstgemachten Plätzchen sind dem Stollenkonfekt vom Bäcker gewichen. Auch ok. Zucker in jeglicher Form ist momentan mein Freund und hält mich wach. Outfitfragen stelle ich mir gerade nicht so häufig. Ehrlich gesagt ist es, seitdem ich meine neue Deckenlampe angebracht habe, im Schlafzimmer ziemlich dunkel. Und da ich so meistens im Dunkeln an den Schrank muss, greife ich blindlings rein. Oder bediene mich an dem stets wachsenden Kleiderhaufen auf dem Sessel in der Ecke. Da liegen meistens Leggings und Jogginghosen. Das ist wohl meine Art der Workwear 2020.

Mantel: Vintag, Schal: Acne, Tasche: William Fan x Bikini Berlin  Schuhe: Aeyde

Nageldesign by @nailinger

Pullover: Urban Outfitters (alt) ähnlich hier, Hose: Mango (alt) ähnlich hier, Schuhe: Converse

Pullover: Flohmarkt, Hose: Levi’s 501 von Neuzwei, Ohrringe: Related by Objects, Schuhe: (alt) ähnlich hier

Shop: 

4 Kommentare

  1. Lisa

    Liebe Fabienne, Spenden schenken ist eine tolle Idee – das werde ich meiner Familie für das nächste Jahr auch vorschlagen! Bei uns wird auch immer viel selbstgemachtes verschenkt und da ich basteltechnisch gänzlich unbegabt bin, halte ich mich seit Jahren an kulinarische Freuden: Dieses Jahr gibt es selbstgemachte Currypaste, Brühpaste (also Ersatz für Gemüsebrühpulver, es ist nur dann kein Pulver sondern eine Paste) und ich habe Quittenlikör angesetzt und bin sehr gespannt, was daraus geworden ist. Gerade die Currypaste ist super zum verschenken, da sie sehr ergiebig ist (man braucht wenig pro Gericht) und man wahrnsinnig viel verschiedenes damit kochen kann – vielleicht ist das ja was für dich?

    Antworten
  2. Cate

    Hallo Fabienne, du könntest auch selbstgemachte Notizbücher verschenken, das ist je nach Technik einfach bis relativ aufwändig, macht aber viel Spaß und kommt regelmäßig super an! Anleitungen und Videos dazu gibts wie Sand am Meer 🙂

    Antworten

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