Erste Bilder und Gedanken zur H&M x Simone Rocha Kollektion

15.01.2021 Mode

Es ist offiziell: Am 11. März launcht die Simone Rocha x H&M Kollektion und wir werfen einen ersten Blick auf das, worüber die Branche derzeit munkeln dürfte.

Man kann über die kränkelnde Modebranche wirklich einiges sagen, über Simone Rocha aber im Grunde wirklich nur gutes. Seit ihrem Debüt auf der London Fashion Week im Jahr 2010 entführt sie uns mit jeder Saison in eine neue Welt aus stoffgewordenen Träumen. Ihre Entwürfe sind üppig, akribisch, aufwändig und zart. Auffallend und mitunter majestätisch. Aber immer auch: Aufgeladen mit Gefühl. Manchmal reicht es schon, Simone Rochas Entwürfe aus der Ferne zu betrachten, um inspiriert zu werden. Zu ihren Markenzeichen gehören vermeintlich feminine Elemente wie Blumenmuster und Perlen, die sich auch auf ihren mittlerweile regelmäßig ausverkauften Haar-Accessoires wiederfinden. Ja, genau. Wegen Rocha tragen wir seit ein paar Jahren all die Spangen im Haar.

Für die 1986 in Dublin geborene Mode-Designerin Simone Rocha sind ihre Arbeit und ihre Kollektionen eine Hommage an das, was ihr am Herzen liegt: Geschichte und Tradition. Details und Verarbeitung. Familie und Gemeinschaft. Die vielfältigen Facetten des Frauseins. Von Anfang an dabei, sind die Referenzen ihres eigenen Erbes: Irland und Hongkong. 

Bei der Kreation der Kollektion für H&M verbrachte Simone Rocha viel Zeit damit, ihre Marke zu reflektieren und ihr Marken-Archiv zu sichten, ihre vergangenen Kollektionen durchzusehen. Sie arbeitete Lieblingsstücke in überraschende neue Designs um, die in die heutige Zeit passen.

„Vielleicht würden sie eine Version eines Modells kaufen können, das sie beim ersten Mal verpasst haben oder ein Modell, das sie sich immer gewünscht, aber nicht bekommen haben. Durch H&M können sie neue, zeitlose, besondere Modelle bekommen, die sie mit Modellen aus vorigen Kollektionen mischen können. Ich hoffe wirklich, dass für jeden etwas dabei ist — für jede Frau, jeden Mann, für die ganze Familie,“ sagt Simone Rocha.

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Die Familie ist für Simone Rocha das Wichtigste überhaupt, genauso wie ihre Freunde und Mitarbeiter*innen. Aus diesem Grund wird die Simone Rocha x H&M Story von jenen ins Leben gerufen, die zu ihrem engsten Umfeld gehören und sie inspirieren. Um nur ein paar zu nennen: Stylist, Mitarbeiter und enger Freund Robbie Spencer, Model und Freundin Tess McMillan, die Geschwister Adwoa und Kesewa Aboah, Aktivistin respektive Künstlerin, sowie Schauspielerin Daisy Edgar-Jones.

– Daisy Edgar-Jones –

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Das sage ich zur Kollektion:

Wenn eine solche Kollektion gut gemacht ist, dann finde ich sie erst einmal: gut. Ob ich mich persönlich über die Stücke freue, ist zunächst ja nichtig. Denn Designermode ist, wie viele andere Kunstformen auch, nicht unbedingt bekannt für ihren inklusiven Charakter, auf vielen verschiedenen Ebenen. Sie ist zum Beispiel elitär und für die Massen unerreichbar. Dass durch die Designerkollaborationen von Fast Fashion Brands die Demokratisierung der Mode auf die Spitze getrieben wird, ist ja bloß ein Symptom, das ich also nicht per se verteufeln würde. Auch, wenn dabei womöglich die Träume der einen zerplatzen, weil etwa das Niveau der Qualität nicht zu halten ist. Für andere erfüllen sich durch einen solchen Zusammenschluss vielleicht kleine Träume. Und ich meine, das sollten wir immer berücksichtigen. 

War ich selbst in den vergangenen Jahren doch offen gelangweilt von H&Ms Designer*innenwahl, kann ich nun behaupten, dass sich das schwedische Unternehmen mit Rocha eine meiner liebsten geschnappt hat. Es kann also sehr, sehr gut sein, dass ich schwach werde. Dass ich beim Betrachten der Bilder zwangsläufig an die umstrittene Netflix-Serie Bridgerton denken muss, wird außerdem kein Zufall sein. Ein mega Coup übrigens – auf Krisen, das zeigt die Geschichte, folgt ja bekanntlich gern eine modische Ära des Prunks.

Das sagt Julia:

Simone Rocha kreiert mit ihrer Mode wunderschöne Traumwelten, die für mich immer eine Art Realitätsflucht darstellen — die Zusammenarbeit mit H&M macht das Ganze nun sehr real und verliert so ein wenig des Zaubers, was mich ehrlicherweise ein bisschen traurig macht. Denn ihre Mode löst bereits beim bloßen Anblick (zumindest in meinem Fall) Emotionen aus, ein Besitz ihrer Designs ist hierfür eigentlich gar nicht notwendig. Trotzdem bin ich mir sicher, dass ihre Kollektion, wie immer, wundervoll sein wird und kann natürlich auch verstehen, dass sie die Chance nutzt, um ihre Reichweite (auch aus wirtschaftlichen Gründen) zu steigern. 

Das sagt Sarah:

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann der Funke bei H&M-Designerkollaborationen einfach nicht mehr auf mich überspringen wollte, gehörte ich doch vor ein paar Jahren noch wirklich zu den Menschen, die allein das „Announcement“ oder die bloße Mutmaßungen über kommende Designer*innen so irre spannend fand. Es war wirklich so, dass die Frage „Wer könnte es diesmal sein?“ jedes Jahr aufs Neue für riesigen Gesprächsstoff innerhalb der Bubble sorgte – bloß war damit irgendwann Schluss. Wahrscheinlich empfand ich die vergangenen Zusammenarbeiten einfach so belanglos oder für mich nicht relevant genug, vielleicht ist es aber auch wie mit allem: Wenn etwas zu redundant wird, setzt Langeweile ein. Dass die Wahl in diesem Jahr auf Simone Rocha fiel, lässt das einst große Spektakel für mich zwar nicht wieder so wie früher aufleben, trotzdem freue ich mich über die große Aufmerksamkeit, die die irische Designerin damit erlangen wird, schließlich sind ihre Kreationen wahrlich unfassbar schön und verdienen so viel Aufmerksamkeit wie nur möglich. Bleibt zu hoffen, 

dass die Qualität der üppigen Stoffe und Verzierungen ihrer Design-Klassiker und Accessoires in der H&M-Interpretation nicht zu sehr einbußen und an Besonderheit verlieren. Ihr merkt es schon: Ich bin nach all den Jahren recht emotionslos in Bezug auf die einst so gefeierten Kollaborationen, lasse mich aber gern eines Besseren belehren und schiele diesmal wieder mit einem Auge auf die einzelnen Kreationen, statt sie gleich von vornherein abzuwinken.

Die Simone Rocha x H&M Collection umfasst Damenmode sowie Herren- und Kindermode. Es ist das erste Mal, das sie eine Kollektion für die ganze Familie kreiert hat: Zarte Tüllkleider, Schottenmuster, perlenbesetzte Hemden, Zopfstrick, Outerwear wie Trenchcoats und Accessoires wie glitzernder Schmuck und perlenverzierte Schuhe. 

Was denkt ihr über die H&M Design Kollaboration mit Simone Rocha?

5 Kommentare

  1. Kathrin

    Ich war auch gelangweilt von den letzten Kollaborationen und bin dann meist enttäuscht von der Qualität die immer sehr billig ist . Ich hoffe das das diesmal und gerade in der heutigen Zeit anders ist

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  2. Naldi

    Ich habe für mich in all den Jahren nur die Kollaboration von Isabel Marant als spannend empfunden und auch viele Teile gekauft (inklusive das lange Anstehen can you believe it) Danach nie wieder was. Das bleibt auch erstmal so.

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  3. regin

    Ich versuche mehr und mehr H&M zu boykottieren. Da H&M mit COS, Monki und &Otherstories für Fastfashion steht. Sie befeuern den Markt gemeinsam mit Inditex und langsam ist es Zeit umzudenken. Es fällt mir schwer mein Kaufverhalten zu verändern, aber irgendwie kann ich das einfach nicht mehr verantworten.

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  4. Rike

    Seit Jahren komme ich ausgesprochen gut ohne die gesamte H&M Familie aus. Das wird auch diese Kollektion nicht ändern. Ich schließe mich meiner Vorrednerin an, der Preis den Natur&Mensch für erschwingliche Modeträume zahlen, ist mir persönlich einfach zu hoch.

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  5. Judith

    Ich kann mir schwer vorstellen wie Rocha langfristig von der Reichweite durch H&M profitieren soll, denn sie richtet sich ja an einen ganz anderen Markt. H&M ist Fast Fashion und das ist der komplette Gegensatz von Rocha. Am Ende schneidet sich die Designerin doch ins eigene Fleisch damit. Ich sehe eigentlich nur, dass die Fast Fashion Machinerie weiter angetrieben wird );

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