Schöne (neue) Bücher: Dolly Aldertons „Gespenster“, Essays von Joan Didion und ein Werk über das Erwachsenwerden

28.01.2021 Buch

Der April ist für gewöhnlich der allerbeste Buchmonat, jedenfalls wenn es um die Veröffentlichungs-Wurst geht, aber hierzu beizeiten mehr. Denn der Februar wird ja schon groß und der Januar ist es längst! Dank Melodie Michelberges „Body Politics“ zum Beispiel oder dem Werk, nach dem sämtliche Dolly Alderton-Fans nun schon seit Monaten gieren dürften: Gespenster. Jaha. Natürlich, „Ghosts“ hätte man in der Originalfassung längst verschlingen können, aber machen wir uns nichts vor, manchmal verhält es sich auf dem heimischen Sofa mit der Literatur es doch genau so wie mit komplexen Serien oder guten Filmen: Wenn das eigene Hirn nicht mitspielt, bringt all die vornehmen Vorsätze und Untertitel einen auch nich weiter. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht, sage ich mir da nicht selten. Gerade in Zeiten wie diesen. Dolly All-I-know-about-love Alderton ist jedenfalls eine der Besten, das sage ich euch. Wer’s anhand der Inhaltsangabe(n) nicht glauben mag, der oder die könnte immer noch auf die öffentliche Schwärmerei von Lisa Taddeo („Three Women“) oder Candice Carty-Williams („Queenie„) vertrauen und sich endlich einen Ruck geben.

Ehrlich gesagt lese ich seit zwei, drei Wochen ziemlich langsam (weshalb ich froh bin, dass „Gespenster“ erst am 2. Februar erscheint) und auch so gut wie nichts – außer Nachrichten, bzw. die Zeitung (was mittlerweile gefühlt nur noch ballaballerer macht). Das liegt daran, dass ich abends entweder arbeite oder früh schnarche, je nachdem, ihr kennt das ja (Lockdown, olé). Umso mehr freue ich mich aber auf die wenigen Momente, die nur mir und den Büchern gehören. Auf diese kurzen halben Stunden, in denen der Kopf vorübergehend ganz woanders sein darf. Weshalb ich euch an dieser Stelle erneut die aktuelle Ausgabe des Almost Magazines ans Herz legen will – ein Sammelsurium an geschriebenen Perlen, die sich hervorragend zum schnellen Abschalten zwischendurch eignen (Klolektüre auch, im besten aller Sinne). Noch so eine Wohltat: Gabriela Wieners „Sexographies“.

Welche Bücher sonst noch auf mich warten, seht ihr hier:

1. Almost Mag – The Secret Issue

„The third issue of our magazine hosts personal essays, poems, short stories, illustrations, fotos and secret types of art by international contributors. Their secret feelings and thoughts, taboos and confessions are safe with us – and you. Each text is written in either English or German (no secret languages), without translation.“

Die aktuelle Ausgabe könnt ihr hier bestellen

 
 
 
 
 
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2. Dolly Alderton – Gespenster

„Die erfolgreiche Kochbuchautorin Nina George trägt ihren zweiten Vornamen, weil ein Hit von Wham! an ihrem Geburtstag vor zweiunddreißig Jahren auf Platz eins der Charts stand. Das beeindruckt Max, den sie von einer Dating-App kennt, und er erobert blitzschnell auf fast gefährlich-romantische Weise Ninas Herz. Doch von einem auf den anderen Tag verschwindet nicht nur Max’ Profil in der App, sondern auch der echte Max, so schnell wie er Nina an der Nachtbushaltestelle das ewige Glück versprochen hat, wieder aus ihrem Leben. Gleichzeitig plant Ninas Ex-Freund seine Hochzeit und ihre Kindergartenfreundin erwartet ihr zweites Baby. Und dann erkankt ihr geliebter Vater an Demenz. Als Nina alles zu entgleiten droht, wünscht sich nichts mehr als das London ihrer Jugend- und Kindertage weiter mit ihren Liebsten teilen zu können. Doch die Dinge sind nicht mehr, wie sie einmal waren.“

„Gespenster“ erscheint am 2. Februar. 

3. Mary Adkins – Das Privileg, übersetzt von Marie Rahn

„Auf dem Campus einer Südstaaten-Universität kreuzen sich die Lebenswege dreier Frauen. Die schüchterne Annie stammt aus einer Kleinstadt und blüht an der renommierten Carter University auf. Bea studiert Jura und hat als Tochter einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters früh gelernt, dass Recht nicht unbedingt Gerechtigkeit bedeutet. Stayja arbeitet als Kellnerin im Campus-Café. Seit ihre Mutter erkrankt ist, reicht das Geld kaum, um die Miete zu bezahlen.
Ihre Schicksale verbinden sich auf unerwartete Weise durch die Begegnung mit dem wohlhabenden Studenten Tyler Brand. Tyler, der bei Stayja täglich so charmant seinen Kaffee kauft; der Annie auf einer Party sexuell genötigt haben soll; und von Bea juristisch beraten wird…

Ein kraftvolles Buch über Mut und #MeToo und drei junge Frauen in einer Welt, die nicht für sie gemacht ist.“

4. Melodie Michelberger – Body Politics

„Frauen sollen dem Schönheitsideal entsprechen, aber nicht zu individuell sein. Wer dem Ideal nicht entspricht, soll sich wenigstens selbst lieben. Der Druck auf Frauen ist so hoch wie nie, und wie seit Jahrhunderten bestimmt der männliche Blick, welche Frauenkörper attraktiv sind. Haben wir verlernt, unsere Körper zu akzeptieren und dankbar für das zu sein, was sie täglich leisten?

Melodie Michelberger fragt, wem es nützt, dass sich Millionen Frauen nicht hübsch genug fühlen. Sie weiß, wie Feminismus uns hilft, gegen das traditionelle Schönheitsideal zu rebellieren – denn es ist Zeit für ein diverses Bild von Schönheit und die Akzeptanz verschiedener Körperformen.“

Melodie, ich bin so stolz auf dich. Danke für deine Arbeit, für deine Stärke, deine Schwäche, dafür, dass du laut bleibst. Danke für dich. Ich kann es kaum erwarten, Body Politics endlich in den Händen zu halten. Happy Launch! 

5. Emma Jane Unsworth –Adults

Jenny McLaine:
• can’t afford her mortgage since her ex moved out
• is about to get dumped by her best friend
• spends all day online-stalking women with picture-perfect lives

And now her mother has appeared on her doorstep, unbidden, to save the day…

Is Jenny ready to grow up and rescue herself this time?

„This magnificent book is published this week. I read Adults by @emjaneunsworth in two addictive gulps. It was my favourite novel of last year – gut-wrenchingly confronting, hysterically funny, poetry as well as a polemic on modern anxieties and the gnarliness of womanhood and existential ennui. I cannot exaggerate how much I adored it. Buy it buy it buy it. (And just to warn you, it will make you delete Instagram for a while but then you’ll be back soon enough like you always fuckin are).“ – Dolly Alderton

 

 
 
 
 
 
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6. Joan Didion – Let me tell you what I mean

„Here, Didion touches on topics ranging from newspapers („the problem is not so much whether one trusts the news as to whether one finds it“), to the fantasy of San Simeon, to not getting into Stanford. In „Why I Write,“ Didion ponders the act of writing: „I write entirely to find out what I’m thinking, what I’m looking at, what I see and what it means.“ From her admiration for Hemingway’s sentences to her acknowledgment that Martha Stewart’s story is one „that has historically encouraged women in this country, even as it has threatened men,“ these essays are acutely and brilliantly observed. Each piece is classic Didion: incisive, bemused, and stunningly prescient.“

7. Oyinkan Braithwaite – Das Baby ist meins,
übersetzt von Yasemin Dinçer 

„Unerbittlicher als ihre Schwester verteidigt eine Frau wohl nur eins: ihr Baby.

Nach ihrem preisgekrönten Bestseller »Meine Schwester, die Serienmörderin« legt Oyinkan Braithwaite ihren zweiten Roman vor. »Das Baby ist meins« ist eine augenzwinkernde Ansage an das Patriarchat, ein spannender Einblick in die nigerianische Gesellschaft – und vor allem eine rasante Geschichte um zwei Frauen, die wie Löwinnen um das Baby in ihrer Mitte kämpfen. Natürlich ohne Rücksicht auf Verluste oder gar auf den Mann, der versucht herauszufinden, wem er glauben soll. Und der selbst alles andere als ein Unschuldslamm ist.“

Unerbittlicher als ihre Schwester verteidigt eine Frau wohl nur eins: ihr Baby.

Nach ihrem preisgekrönten Bestseller »Meine Schwester, die Serienmörderin« legt Oyinkan Braithwaite ihren zweiten Roman vor. »Das Baby ist meins« ist eine augenzwinkernde Ansage an das Patriarchat, ein spannender Einblick in die nigerianische Gesellschaft – und vor allem eine rasante Geschichte um zwei Frauen, die wie Löwinnen um das Baby in ihrer Mitte kämpfen. Natürlich ohne Rücksicht auf Verluste oder gar auf den Mann, der versucht herauszufinden, wem er glauben soll. Und der selbst alles andere als ein Unschuldslamm ist.

7. Gabriela Wiener – Sexographies

„In fierce and sumptuous first-person accounts, renowned Peruvian journalist Gabriela Wiener records infiltrating the most dangerous Peruvian prison, participating in sexual exchanges in swingers clubs, traveling the dark paths of the Bois de Boulogne in Paris in the company of transvestites and prostitutes, undergoing a complicated process of egg donation, and participating in a ritual of ayahuasca ingestion in the Amazon jungle―all while taking us on inward journeys that explore immigration, maternity, fear of death, ugliness, and threesomes. Fortunately, our eagle-eyed voyeur emerges from her narrative forays unscathed and ready to take on the kinks, obsessions, and messiness of our lives. Sexographies is an eye-opening, kamikaze journey across the contours of the human body and mind.“

 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von NIKE VAN DINTHER | JANE WAYNE (@nikejane)

Schöne (neue) Bücher: Dolly Aldertons „Gespenster“, Essays von Joan Didion und ein Werk über das Erwachsenwerden

  1. Nik

    Merci für die vielen spannenden Tipps. „Gespenster“ und „Das Privileg“ sind direkt auf die Leseliste gewandert. Ihr habt mir in den letzten Jahren mehr als einen guten Lesemoment beschert. Dafür ein dickes Danke!

    Antworten

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