Dürfen wir vorstellen? TENCEL™: Von innovativen Fasern, nachhaltiger Kleidung & verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen

01.10.2021 Nachhaltigkeit

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Wann habt ihr das letzte Mal eigentlich einen ganz genauen Blick auf die kleinen Schildchen in eurer Kleidung geworfen? Habt fernab der Größenangabe und der Waschempfehlung auf die wichtigen Details der Textilzusammensetzung geschaut? Ich weiß, dass bereits viele von euch ganz besonders großen Wert auf die Materialien ihrer Kleidung werfen und ganz sicher schon einen ziemlich guten Überblick haben, aber Hand aufs Herz: Könnt ihr mit all den Angaben sofort etwas anfangen und seid ihr nicht auch schon über Begriffe gestoßen, die euch auf Anhieb partout nichts sagen wollten?

Wir wollen heute ein klein wenig Licht ins Dunkle geben und gleich zwei Materialien in den Vordergrund stellen, die ihr euch ab sofort merken sollt, nein müsst! TENCEL™ Modal und TENCEL™ Lyocell – zwei innovative Fasern aus dem Hause Lenzing, die sich nicht nur fantastisch auf der Haut anfühlen, sondern auch rundum nachhaltig sind. Und zwar richtig nachhaltig! Und das Beste? Ihr findet sie immer häufiger in Kleidungsstücken von ganz schön vielen Marken – ihr müsst nur genau darauf achten! Warum wir euch heute mehr von diesen nachhaltigen Fasern erzählen wollen? Weil es uns eine Herzensangelegenheit ist, euren Blick dafür zu schärfen, was in eurer Kleidung steckt und weil es Materialien gibt, die es in Bezug auf unseren ökologischen Fußabdruck besser machen können. Und genau die brauchen ganz viel mehr Aufmerksamkeit. Unsere Aufmerksamkeit!

Was aber ist TENCEL™ eigentlich?

TENCEL™ ist der Markenname der Firma Lenzing AG, ein Unternehmen mit Sitz in Österreich, das sich zur Aufgabe gemacht hat, industriell hergestellte Fasern aus komplett nachhaltig gewachsenen Holz zu gewinnen – und das wurde längst von vertrauenswürdigen Holzsiegeln zertifiziert. Aufgrund umweltfreundlichen Herstellung gelten TENCEL™ Fasern übrigens als besonders nachhaltig. Das dafür gebrauchte Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder von Plantagen und konkurriert daher nicht mit dem Nahrungsmittelanbau. Vielleicht seid ihr selbst schon über TENCEL™ Modal and TENCEL™ Lyocell gestolpert und konntet bisher wenig mit dieser Angabe anfangen? Dann wollen wir euch gerne aufklären!

Daraus bestehen die TENCEL™ Fasern: Aus klein gehacktem Holz (Hackschnitzeln), die zu Zellstoff verarbeitet werden und aus der anschließend die Stapelfasern gewonnen werden, die anschließend zu Kleidung und anderen Textilien verarbeitet werden kann.

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TENCEL™ Lyocell

TENCEL™ Lyocell werden aus nachhaltig gewachsenen Holz in einem geschlossenen Herstellungsprozess, bei dem das Lösungsmittel zurückgewonnen und wiederverwendet wird mit geringen ökologischen Auswirkungen gewonnen. En Detail: Um den Zellstoff aus dem Holz zu gewinnen, wird ein organisches Lösungsmittel namens N-Methylmorpholin-N-oxid (NMMO) verwendet, das den Zellstoff ohne notwendige chemische Modifikation direkt löst. Daher ist der Lyocellprozess deutlich einfacher als der Viscoseprozess. Mit dem von Lenzing entwickelten Verfahren wird das Lösungsmittel in einem geschlossenen Kreislauf zu mehr als 99 Prozent zurückgewonnen und dem Produktionsprozess immer wieder zugeführt. Lenzing hat zudem über die Jahre den TENCEL™ Lyocell-Produktionsprozess immer weiterentwickelt und den Energieverbrauch durch kontinuierliche Optimierung stetig reduziert.

Eigenschaften: TENCEL™ Lyocell steht für Festigkeit, effizientes Feuchtigkeitsmanagement und sehr guter Hautfreundlichkeit. Sie dienen hervorragend für Denims, Schuhe und sämtliche Interior-Bereiche. Stoffe aus TENCEL™ Lyocell sind atmungsaktiv und sollen nach eigenen Angaben den Schweiß besser regulieren können als Baumwolle. Eine nicht ganz unwesentliche Eigenschaft, die auch Matratzen-Hersteller längst für sich nutzen, da Matratzen mit TENCEL™Fasern nachweislich weniger zu Schimmel- und Milbenbefall führen. Kurzum: Eine wunderbare Alternative für Allergiker*innen!

TENCEL™ Modalfasern

TENCEL™ Modalfasern werden dagegen vorwiegend in Österreich aus natürlich wachsendem Buchenholz durch einen ökologisch verantwortlichen integrierten Zellstoff-zu-Faser Prozess gewonnen. Letzterer ist energieautark und verwertet Nebenprodukte aus Bestandteilen des Holzes.

Eigenschaft: Diese Faser zeichnet sich vor allem durch ihre weiche Qualität aus und gilt als außerordentlich gemütlich und fein. Kein Wunder also, dass diese Fasern vor allem in der Lingerie, im Sport- und im Homebereich zum Einsatz kommen. 

Was beide Zellulose-Fasern außerdem gemeinsam haben? Sie sind biologisch komplett abbaubar und kompostierbar.

Die TENCEL™ Fasern sind also ziemlich flexibel und lassen sich zu unterschiedlichen Stoffarten verarbeiten, wie etwa glatte Stoffe, die sich wie Seide anfühlen, feste Jeansstoffe oder weiche Gewebe mit weicher Oberfläche. TENCEL™ Fasern müssen zu mindestens 30 Prozent in den Kleidungsstücken enthalten sein, die mit dem Aufdruck TENCEL™ werben. Nach unserem kleinen Check mussten wir jedoch feststellen, dass in den meisten Kleidungsstücken, die mit den TENCEL™ Fasern werben, oft mindestens 60 Prozent dieser nachhaltigen Fasern enthalten, wenn sie nicht sogar komplett aus ihnen bestehen.

Gut zu wissen: Im Vergleich zum Baumwollanbau spart die Produktion von TENCEL™ Fasern sparen rund ein Drittel des Wassers ein. Und aufgrund seines von Natur aus schnellen Wachstums bedarf Eukalyptus, das für die Produktion der TENCEL™ Lyocell-Fasern verwendet wird, keiner künstlichen Bewässerung und auch keiner Pestizide. 

Dadurch fällt bei der Produktion von TENCEL™ Fasern nur 1/10 bis 1/20 des Wasserverbrauchs an wie beispielsweise bei Baumwolle. Und das klingt ganz schön gut, oder?

Ich jedenfalls bin schwer begeistert von dem weichen Material auf der Haut und kann euch nur empfehlen, in die Suchleisten eurer liebsten Shops den Begriff „TENCEL“ einmal einzugeben und genau nachzusehen, welche Produkte euch angezeigt werden. Ein genauer Blick lohnt sich jedenfalls sehr, ein Alternativen-Check sowieso. Denn noch mal zur Erinnerung: Kunstfasern wie Polyester oder Elastan bestehen aus Erdöl, einem nicht nachwachsenden Rohstoff, dessen Gewinnung eine enorme Belastung für die Natur ist. Außerdem geben diese Kunstfasern bei jedem Waschgang Mikroplastik ins Wasser und verschmutzen einmal mehr die Umwelt.

Lenzing ist aber längst nicht nur für seine TENCEL™ Modal und seine TENCEL™ Lyocell Fasern bekannt, sondern hat sich längst für Technologien wie REFIBRA™ und weitere, nachhaltige Lösungen zur Ressourcenschonung und zum Umweltschutz ins Zeug geworfen. Aber dazu ganz bald mehr!

– In freundlicher Zusammenarbeit mit TENCEL™ –

3 Kommentare

  1. Jana

    Ihr Lieben, ich hab letzte Woche noch mit einem Freund über neue und „bessere“ Materialien gesprochen und wir landeten in einer ziemlichen Sackgasse. Umso witziger, dass ihr das Thema heute aufgreift. So wichtig. Danke für den Anstoß und gerne noch viel mehr davon!

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  2. Rike

    „Sie sind biologisch komplett abbaubar und kompostierbar.“ In dem Zusammenhang finde ich es noch wichtig zu ergänzen, dass das nur der Fall ist solange es sich um eine Monofaser handelt.

    Und was ich selbst erst kürzlich gelernt habe, ist, dass kompostierbar eben nicht bedeutet, dass die Textilie einfach verrotet. Das hatte ich mir selbst so schön vorgestellt. Bestenfalls auf dem eigenen Kompost. Darüber hatte ich aber zum Beispiel die Farbstoffe völlig vergessen. Und damit bleiben in den meisten Fällen leider doch umweltgefährdende Rückstände zurück. Nichtsdestotrotz bleibt in meinen Augen die Naturfaser (oder eben Zellulose-Kunstfaser) die eindeutig bessere Wahl.

    Vielleicht greift ihr die Thematik der Problematik von Mischfasern – insbesondere wenn es sich um eine Mischung mit Kunstfasern a la Elasthan&Co handelt – auch noch mal ausführlicher auf? Viele Labels, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahne schreiben, verwenden trotzdem häufig ebensolche Mischfasern, die eine Kreislaufwirtschaft und damit eine Wiederverwendung der Rohstoffe mindestens schwierig, wenn nicht aktuell (noch) unmöglich machen. Das ist ein weiteres Problem, dass sich neben Mikroplastik und Raubbau einreiht.

    <3

    Antworten
    1. Sarah Jane Artikelautor

      Da hast du vollkommen Recht, liebe Rike. Ich weiß, was du meinst. Es geht tatsächlich um die Faser selbst und nicht um Kleidungsstücke, die nur einen Bruchteil aus TENCEL Faser bestehen. Und ja, das ist auf jeden Fall ein guter Punkt, den ich sehr gerne noch mal genauer angehen werde. Ich danke dir sehr für dein Feedback.
      Liebe Grüße, Sarah

      Antworten

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