Muschi Kreuzberg: Fatwalk 2011 bei Kalle und Babsi

28.02.2011 Allgemein, Mode

„Während sich im Rest von Berlin Menschen glücklich kaufen oder Kinder kriegen, geht es in Kreuzberg um das bloße Übergeben. Deshalb hat Muschi eine Tasche entworfen, die wirklich zum kotzen ist: Schlechte Qualität, völlig ideenlos…“ Ja, so schaut’s aus. Zumindest laut dem Brand Muschi Kreuzberg.

„Ich komm aus Muschi, du Kreuzberg“, „Du hast Angst vor’m Hermannplatz“ oder „Kotti D’Azur“ zieren Jute-Beutel, Shirts oder Rucksäcke des Labels. Muschi Kreuzberg will bewusst anders sein, mit Klischees jonglieren und besonders abgerockt daher kommen. Dafür tun sie so ziemlich alles, worüber wir wirklich jedes Mal herzhaft lachen müssen: Konsequent scheiße, durchgehend rotzig und ein bisschen widerlich aber definitiv immer sympathisch und authentisch.
Deshalb lieben wir den Laden, die Klamotten und seine Models. Und letztere haben es faustdick hinter den Ohren: Keine Topmodels, schon gar keine Menschen von Nebenan und auch nicht Leute wie du und ich, sondern bewusst runtergerockt, mit Bierplautze, wenig Haaren, noch weniger Zähnen, aber mit sichtlich Spaß bei der Sache – und darum herzen wir sie.

11. Februar 2011. 20.30 Uhr. Zeit für den Fatwalk, oder auch: Modenschau von Muschi Kreuzberg in der Heide 11 bei Kalle und Babsi. Es ist eine kleine, recht düstere Kneipe auf der Hasenheide. Kuckucksuhren, die nicht mehr ticken verbildlichen den gewissen Stillstand an diesem Ort. Gutbürgerlich nannte man sowas früher, ranzig und altbacken irgendwann später, und heute ist es der Schauplatz für Präsentation der neuesten Kollektion der Muschis von Kreuzberg. Eine liebe Frau höheren Alters versorgt uns gleich mit Bier aus’m Platsikbecher und ein Tablett gefüllt mit Korn-Pinneken wird uns unter die Nase gehalten. Berliner Urgesteine treffen auf Hipster und welche, die welche sein wollen. Musik an, Muschi-Präsentation los!

Und da performen sie, die vier, die sich in ihrer Haut so sauwohl fühlen, selbstbewusst zu Reel 2 Real  „I Like To Move It“ rumspringen oder taktlos und versucht verrucht zu Joe Cocker’s  „You can leave your Head on“ über den Persa-Teppich schreiten. Sie flirten mit uns, verteilen Tulpen und posen. Wir wissen nicht, ob uns nach lautem Lachen, beschämten Hand vor den Mund halten oder Heulen ist. Entscheiden uns nach dem Fatwalk aber für ersteres. Muschi Kreuzberg, du bist so scheiße lustig. Wir lieben dich irgendwie.

Zum Muschi-Shop dann bitte hier entlang!

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