London Fashion Week: Acne Spring/ Summer 2012 – Sterne, Plastik und Motorradrennen in Marrakesch

19.09.2011 Allgemein, Mode

Seit seiner Gründung 1996 hat sich das schwedische Brand Acne kontinuierlich nach vorn manövriert, bis zur Spitze, bis auf das Treppchen mit der goldenen Eins. Von Jahr zu Jahr wurden die Stücke von Jonny Johansson und seinem Designteam beliebter, teurer und vor allem gehypter – heute strotzen Tumblr-Seiten und Blogs nur so vor stolzen Bildern dieser unverkennbaren rosa Einkaufstüten des hochgradig ansteckenden Lieblings-Labels. Es ist wie ein Virus: Anfangs versucht man noch, sich zu wehren und plötzlich steckt man selbst mittendrin – und erwischt sich beim entzückten Seufzen ob neuer Outfits, die aber doch eigentlich gar nicht so außergewöhnlich sind. Oder doch?

Genau das ist es: Alles ist besonders, und irgendwie auch nichts. Die Schnitte, die Farben, das Gefühl. Jedes Teil trägt diese ominöse Handschrift, ist unsichtbar gebrandmarkt. Der rote Faden zieht sich beinahe unbemerkt durch jede Kollektion, ganz leise, ganz subtil. Erst später wird klar: Das ist Acne, sonst nichts.

Johansson ist einer dieser Designer, dessen Talent man beinahe verkennen könnte, würde man nicht genauer hinsehen und -hören. Als ich die vor einiger Zeit von Dolce&Gabbana wiederbelebte Sternenprints und Laser-Cur-Outs nun also auch in der Frühjahrskollektion des liebsten Blogger-Schweden entdeckte, war ich grundsätzlich erst einmal so geschockt, dass ich einige Minuten lang fassungslos auf den Bildschrim starrte. Dann sah ich das funklende Plastik in Hosen- und Rockform und konnte mich erneut nicht für ein Wagnis wie dieses begeistern. Dann die gesamte Kollektion. Bauchfrei bleibt, Leder, viel Leder. Am besten in Motorsport-Optik, als Racing-Jacken. Hosenröcke, oder zumindest Hosen, deren Beine sehr vor Volumen flattern, dafür aber bis in die Hüfte gezogen werden. Kantige, körperferne Silhouetten, steife Materialien, dazu fließende Stoffe. Man findet langsam einen Weg in die Kollektion hinein, beginnt zu verstehen, hakt im Kopf ausgemachte Trends ab und beginnt Entwürfe in Gedanken untereinander zu vermischen. Und irgendwann macht es Klick. Das also ist Johanssons ganz eigene Interpretation vom bunten Marrakesch mit all seinen Gewürztönen und inspirierenden Facetten:

„(…) As the designer explained after the show, he went to Morocco bored in advance of all the fashion clichés the place had birthed, and left with the unhappy feeling that he, too, had been influenced. That ambivalence made him work extra-hard, apparently, to reconsider the city, and interpret its colors and attitude in a way that felt relevant and urbane.“ (via style.com)

Die harte Arbeit hat sich gelohnt, wie wir finden – auch, wenn es nicht gleich ein Ganzkörper-Acne-Outift sein muss.

Alle Bilder via style.com

 

 

2 Kommentare

  1. Ulrike

    och…ich weiß nicht. ich halte diesen ganzen acne-hype für ein bisschen übertrieben. es gibt soviel besseres, ideenreicheres und innovativeres als das…sorry

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