GIRLCRUSH-INTERVIEW //
Musikerin Balbina „über das Grübeln“

12.03.2015 Musik, Menschen, box2

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Hallo Balbina, hallo Wunder, hallo Welt! Heute haben wir es (mal wieder) mit einem ganz besonderen Girlcrush zu tun. Oft begegnen uns Dinge im Leben, die wir durchaus seltsam finden. Warum? Weil sie eben nicht dem entsprechenden, was wir täglich sehen, fühlen und hören. Genau so etwas brauchen wir im Alltagsgrau und genau dafür brauchen womöglich auch Balbina.

Balbina schafft, was ich sonst sooft vermisse – sie ist mein neues Hörbuch, meine neue Version der Drei ???, sie ist irgendwie anders, zeitgemäß und so wundervoll, dass ich mich beim Reinhören in das neue Album „Balbina über das Grübeln“ dabei ertappt habe, dass ich immer noch wie festgenagelt in meinem Auto sitze, die Einkäufe auf dem Beifahrersitz selig wartend. Und eigentlich wollte ich auch gar nicht mehr aufstehen. Sondern einfach nur noch zuhören. Ganz bedingungslos. Ganz wunderbar.

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Es gab also mehr als nur einen einzigen Grund, Balbina endlich persönlich auf eine Limo zu treffen, um sie ganz offen und ehrlich zu fragen, was da überhaupt alles in ihrem Kopf vorgeht. Wie sie es schafft, diese wunderbaren Momente, die da draußen in der Welt darauf warten eingefangen zu werden, zu Papier zu bringen und dann in Musik zu verwandeln, die wirklich neu klingt.

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Ich war mehr als verblüfft, entzückt und auch jetzt, 6 Stunden später, genauer gesagt um 22:35h, bekomme ich noch immer Gänsehaut, wenn an das inspirierende Gespräch mit Balbina denke. Dafür sorgt natürlich auch ihre Mail, die sie mir gerade eben noch geschickt hat, um mir noch einmal zu erklären, wie das so mit dem Grübeln ist. 

Eine kleine Bitte, damit ihr überhaupt versteht, über was ich hier so vor mich hin schreibe, hört euch einen der Songs von Balbina an. Vielleicht gleich diesen hier: 

Versteht ihr mich jetzt? bestimmt.

Eine Frau, die ganz klar sagt „Ich muss was gegen das Nichtstun tun, denn das Nichtstun tut mir gar nicht gut!“, die ihre Wege geht, ihre Visionen lebt und das nicht erst seit gestern. Schon als Kind hat sie jede freie Minute genutzt oder eben genau die, in denen sie alleine Zuhause in einem Berliner Plattenbau war, um zu singen, zu üben und ihrem Ziel etwas näher zu kommen. Dass das nicht immer einfach war und vor allem immer noch nicht einfach ist, erfahren wir jetzt Stück für Stück.

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Liebe Balbina,
was hat dich in den letzten Wochen in deiner ganz eigenen Welt beschäftigt und zwar so richtig heftig? 

Ich habe tatsächlich geträumt, was nach dem Ableben passiert. Es hat sich real angefühlt und ich bin am nächsten Tag glücklich aufgewacht. Darüber, dass es ein wunderschönes Leben nach dem Leben gibt. Ich habe die Lösung geträumt und sie hat sich so gut angefühlt, dass ich davon bis heute geflasht bin. Es war ein so positives Erlebnis. Einfach eine schöne Vorstellung! Auch, wenn das jetzt um Gotteswillen nicht heißen soll, dass jetzt alle bitte, von der Brücke zu springen. Nein, nein. Aber ich habe weniger Furcht vor dem, was irgendwann kommen mag.

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Lust uns deine Träume und Visionen zu verraten? 

Meine Musik und alles das, was sie begleitet, mache ich seit eh und je. Auch wenn die Geld- und Überlebensquelle bis jetzt immer woanders lag, wäre mein Wunsch einfach, dass es so bleibt. Dass ich immer Musik machen kann, dass ich immer in der Lage bin, sie kreativ umzusetzen mit Menschen, die ich toll und inspirierend finde. Ungeachtet dessen, was der Geldbeutel sagt.

Wenn ich mein Leben betrachte, dann bin ich eigentlich sehr zu frieden damit. Ich arbeite nicht auf ein großes Ziel hin, bei mir ist es eher so, dass ich für neu aufpoppende Ideen arbeite. Immer kleine Baustellen habe und mit jeder, die fertig wird, wachse ich ein Stück.

Welche visuellen Projekte meinst du denn – wir sind nämlich neugierig und bewundern ständig die feine Zwirne, die du trägst –  sind wir da vielleicht auf der richtigen Fährte?  

Mein Hauptfokus sind meine Musikideen und die Art und Weise, wie ich sie visuell präsentiere. Deswegen ist meine Kleidung über die Jahre für mich auch immer wichtiger geworden. So kam es, dass Susann Bosslau inzwischen alle meine Textilien direkt für meine visuellen Projekte designed. Diese Formen und Farben sind ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit geworden. Und ich bin wahnsinnig froh, dass ich so eine außerordentlich begabte Person wie Susann habe, die Teil des Projektes ist und es so ungemein bereichert. Wir sind mittlerweile Freunde geworden und haben gemeinsam wiederum ganz neue Ideen außerhalb dessen gesponnen, wofür wir eigentlich begannen, miteinander zu arbeiten. Und zwar entwickeln wir aus den Stoffen, die uns lieb geworden sind, neue Produkte. Zusammen mit unserer Freundin Coco, haben wir nun eine kleine Gemeinschaft gegründet: „das ü„. Gerade näht Susann fleißig Neopren Briefumschläge, die man als Taschen tragen kann.

Die Designs, die dabei entwickelt werden, werden Hand in Hand auf Balbinas Videokonzepte abgestimmt. Ganz wichtiger Bestandteil dieser Kreationen ist Neopren – Ein Material, mit dem man, wie sie sagt, Dinge nähen kann, die besonders ausschauen. 
Es ergeben sich steife Formen, die die inhaltlichen Aspekte von Balbinas Kunst, ihre Worte, Gefühle und teils schroffe Art perfekt untermalen. „Das ü“ wiederum ist ein kleiner Ableger dieser Idee, der sich autark und im Team von drei Mädels entwickelt. „Das Leben überrascht einen plötzlich mit so einer Entwicklung, völlig ungeplant. Das ist das Schöne daran.“   

Balbina_ThisisJaneWayne_Girlcrush-13Die Janes durften schon jetzt ein bisschen „Das ü“ schnuppern – merci, liebe Balbina – für die wunderbaren Taschen!  

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Bevor wir weiter quatschen, zeig uns doch schnell, was Musik für dich bedeutet? 

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Wie hat sich der Moment angefühlt, in dem du gemerkt hast, dass das, was du mit deiner Musik jetzt machst, absolut das Richtige ist? 

Ich habe es mir gar nicht bewusst überlegt oder gesagt „Musik ist jetzt das Richtige“. Ich bin einfach nicht drum herum gekommen, es genau so zu machen. Ungeachtet der Arbeit zum Überleben oder der Schule, halbherzig begonnenen Studiengängen – der Fokus lag schon immer auf der Textdichtung. In allererster Linie. Ich habe mich nie bewusst dafür entschieden – die Entscheidung wurde einfach getroffen. 

Wie war aber der Moment, in dem du realisiert hast, dass du jetzt wirklich nicht mehr ständig zur Arbeit gehen musst und alles andere nicht mehr nur halbherzig nebenher realisieren kannst? Bestimmt bombastisch.

Dadurch, dass ich immer schon geschrieben habe, gab es im Grunde nie diese endgültige Entscheidung, das Eine zu tun und das Andere nicht. Aber es gab einen Moment, der wichtig für mich war: Nach der Veröffentlichung meines ersten Albums, welches zwar überwiegend untergegangen ist, haben mich vereinzelt sehr positive Reaktionen erreicht. Vor allem mein Live-Video zu „sigmund jetzt holen sie mich“, hat den ein oder anderen dazu veranlasst, mir zu schreiben. Das war das erste Mal, dass ich dachte „Oh, vielleicht kann ich da wirklich etwas auslösen, das andere berührt“.

Als kleine Info zwischendurch, das Album hieß „Bina“ und war ein buntes Potpourri verschiendenster musikalischer Stile und eine Zusammenfassung vieler Jahre ihrer Songschreiberei.

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Kannst du also inzwischen von deiner Arbeit als Musikerin leben? 

Und da legt Balbina direkt los: Bis vor kurzen habe ich noch in diesen angesprochenen „textilen Sektor“ gearbeitet. Der Grund, warum ich dies gerade nicht mache, sind all die Projekte, die ich für das Albumrelease verwirkliche. Es ist heute – und da will ich an dieser Stelle auch mal ehrlich sein – ein Trugschluss zu denken, dass man mit einen Major-Plattendeal erstmal für Jahre ausgesorgt hätte. Ich habe aber toller Weise endlich Mittel, um wunderschöne Videos und Artworks zu verwirklichen. Das ist auch nicht ein riesieger Haufen Geld, sondern Geld, das man sich gut einteilen muss. Was aber auch super ok ist. Meinen Job sofort zu kündigen, hat es mir aber erst einmal nicht ermöglicht. 

Was hilft dir, immer weiter an deinem Traum zu arbeiten, selbst wenn die Dinge manchmal gar nicht so einfach sind? Deine Mama musste als alleinerziehendes Elternteil trotzdem immer viel arbeiten –  war sie vielleicht ein Vorbild? 

Meine Mutter war immer ein Vorbild für mich, auch wenn ich meine kreativen Interessen selten mit ihr geteilt habe. Aber sie ist ein Vorbild, weil sie mir gezeigt hat, dass man aus eigener Kraft und mit Fleiß weiter kommt. Sie hat mir selten das Gefühl gegeben, dass es uns an etwas gefehlt hat. Ich weiß, dass meine alleinerziehende Mutter es nicht immer leicht hatte, ich hab von ihren Sorgen aber wenig mitbekommen. Denn obwohl die Mittel knapp waren, hat sie mich immer wieder zum lächeln gebracht. Dafür bin ich ihr dankbar. Dafür bewundere ich sie. So ist sie eher ein Vorbild für mich, was die Einstellung zum Leben an betrifft. 

Wenn man sich deine Biografie durchliest, war nicht immer alles Friedefreudeeierkuchen. Welchen Rat hat dir deine Mama für´s Leben mit in die Tasche gepackt, um gewappnet zu sein?

Dass man höflich sein sollte! Dass Höflichkeit wichtig ist und man den Menschen mit Respekt begegnen sollte.

Was braucht man, um ein waschechter Girlboss zu sein – und bist du überhaupt einer?

Man sollte sich darüber klar werden, was mann kann. Wenn man das dann weiß, sollte man hart daran arbeiten. 
Man sollte sich nicht immer mit dem erstbesten Ergebnis, das man erreicht, zufrieden geben, sondern es hinterfragen. Das hat sich durch mein ganzes Leben gezogen und ich bin, wenn es um mein Texten geht, auch niemand, der sofort die erste Inspiration notiert und denkt, dass sie genial sei. 
Ich schleife an meinen Texte und setze mich hin, streiche Passagen, überarbeite, schmeiße Dinge weg, hole Sachen wieder rein. Ich finde es ist wirklich wichtig, an den Dingen zu arbeiten. Es ist zwar von Vorteil ein Talent zu haben, aber der nächste Schritt ist, diszipliniert zu sein und sich selbst zu hinterfragen. Ich glaube, das ist der einzige Weg, hoch gesteckte Ziele zu erreichen. 

Verrätst du uns deine drei stärksten
Charaktereigenschaften?

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Kreativ

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Diszipliniert

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Liebend

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Was Balbina immer braucht, um so zu sein, wie sie ist: Raum für Ideen. 

Was erwartet uns auf deinem Album und woher nimmst du die Kraft, so viele tolle Dinge zu produzieren? Gehen Dir denn nie die Ideen aus in deiner Traumwelt?

Ich glaube, ich habe es geschafft- für mich- meine chaotische Phantasie zu strukturierter Dichtung zusammenzufassen. Aus einen Wirrwarr an Skizzen, stelle ich Themen dar, die mich zum Nachdenken zwingen. Ich male musikalisch kleine Bilder und hoffe, dass sie einigen gefallen. Wenn nicht, dann bin ich auch fine damit. Geschmäcker sind ja nunmal verschieden.

Und Dein Album? 

Auf meinen Album erwarten den Zuhörer Lieder, die vom Nachdenken handeln. „Über das Grübeln“ eben. Von allem, was mir so begegnet und mich beschäftigt. Das Älterwerden, Selbstzweifel, Unentschlossenheit, einfach die gedankliche Aufarbeitung des Lebens. Aus meiner Perspektive. Und das alles in einer Art Gedichtform mit passenden Soundtracks dazu, die ich mit dem Nico Rebscher komponiert habe, der ein toller Arrangeur ist. Man muss sich schon einen Augenblick Zeit nehmen zum Zuhören, ich habe teilweise viel zu erzählen. 

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Letzten Sonntag war internationaler Weltfrauentag und es wurde ganz schön viel gepostet. Was hätte aber wirklich passieren müssen, um diesem Tag auch inhaltlich mehr an Bedeutung zu geben? 

Es ist schwer, das für mich zu beantworten, weil ich natürlich sofort an Chancengleichheit denke. Und dieses Thema kurz zusammenfassend abzuhandeln, ohne in Stereotype zu verfallen, ist wahnsinnig schwer. Chancenungleichheiten zwischen dem männlichen und weiblichen Geschlecht zu definieren. 
Aber – dies ist meine salopp formulierte und sehr subjektive Empfindung: Das tägliche Leben, wie es mir begegnet, als Künstlerin, als Geschäftsfrau, als Arbeitnehmerin, zwingt mich als Frau, mich zehnmal mehr beweisen zu müssen. Mein Wort gilt dann, wenn ich es schaffe, den Beweis anzutreten.
Es ist wirklich schwer, das innerhalb von ein paar Sätzen zu definieren, aber so begegnet es mir häufig. Nicht immer, aber eben oft. Ich würde mir wünschen, dass Ernsthaftigkeit nicht vom Geschlecht abhängt.

Verarbeitest du ausschließlich selbst Erlebtes in deinen Texten?

Ich spreche grundsätzlich Dinge an, die mich interessieren. Ich schreibe Lieder teils ein bisschen chiffriert mit vielen Metaphern. Es ist dann natürlich nicht sofort so, dass man weiß „aha, so schaut ihr Leben also aus!“ Da spielen Stilmittel Streiche. Worte, die man vielleicht ein bisschen anders benutzt werden als sonst. Aber ich schreibe eben von meiner persönlichen Sicht auf Dinge. Über das, was ich beobachte, was mich interessiert und wovon ich denke, Ahnung zu habe.

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Du gehst bald auf Tour! In Berlin schaust du schon am 13.5.2015 (an deinem Geburtstag) vorbei. Alleine bist du dabei aber nicht. Wie ist es mit einer Größe wie Herbert Grönemeyer um die Häuser oder eher Tourhallen zu ziehen? Ist es hilfreich oder eher beängstigend? 

Ich sehe das definitiv als Chance und irgendwie als Aufgabe fürs Leben, bei welcher ich viel lernen kann. Das sind natürlich Situationen, mit denen Menschen im Alltag nicht wirklich konfrontiert sind. Man geht nicht mal eben vor 16.000 Menschen, um einen Aufsatz vorzulesen oder wenn du deine Excel Tabelle im Büro fertig gemacht hast, stellen sich deine Kollegen auch nicht vor dich und fangen an zu klatschen.
Das ist eine sehr besondere Situation, in die ich mich da begeben darf. Man darf nicht vergessen: die Leute kommen wegen Herrn Grönemeyer und ich darf für ihn die Show eröffnen. Ich habe wahnsinnigen Respekt davor, gehe es aber positiv an, denn ich freue mich darauf. Ich weiß ganz sicher, dass das eine schöne Reise wird. 

Da wären wir schon wieder bei den Vorbildern: Gibt es eine Person, die du für etwas bewunderst, was du am liebsten gleich selbst geleistet, erfunden oder geschrieben hättest?

Es gibt Charaktere, die mich beeinflussen, obwohl ich sie persönlich gar nicht kenne. Schriftsteller, wie zum Beispiel Ernest Hemingway, Hermann Hesse, Erich Kästner aber auch Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt, Nina Hagen. Das sind Leute, die haben bei mir etwas ausgelöst und mich berührt.

Deine Welt ist ein wenig verrückt, genau das, was man im Alltagsgrau oft vermisst, aber wo kommt die Inspiration genau her?

Das ist bei mir nicht so eine einfach Frage, denn ich warte eigentlich nicht auf die Inspiration, ich hab sie eher die ganze Zeit um mich herum. Ich werde wahrscheinlich auch irgendetwas aus diesem Gespräch herausnehmen, mir etwas notieren. Mir werden zum Beispiel die Falten an deiner Hose hängen bleiben oder das Limonadenglas hier, wenn die Eiswürfel geschmolzen sind, dann ist es eben wieder voll.  Das sind alles Analogien, die fallen mir auf, die schreibe ich mir auf und da brauche ich nicht wirklich einen Ort. 
Ich kann aber drei Aktivitäten nennen, die mir helfen, mich wohl zu fühlen. Denn wenn man sein sein nicht wirklich pflegt und hegt, dann kann man natürlich nichts wertvolles machen. 
Mir hilft dabei: 
…das Joggen – ich laufe unglaublich gerne, am liebsten aus Sylt – hätte ich viel Geld, würde ich da wohnen! 
…das Lesen – ich lese wahnsinnig gerne Romane. 
…das Essen – gutes Essen, am liebsten Nudeln. 
All das führt zu einem Grundglücksgefühl und zu mehr Energie.

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Weiter geht´s: Wie können wir gleich heute damit beginnen, unsere Träume zu verwirklich, auch wenn dies heiße, unsere festen Jobs zu kündigen?  Welchen Träumen sollte man nachgehen und wo sollte man vorsichtig sein? Hast du ein paar Wegweiser für uns, die auch in der Realität außerhalb von Traumwelten funktionieren, liebe Balbina?

Das ist ganz einfach: Wenn man sich verwirklichen möchte, sollte man es langsam und strukturiert angehen. So habe ich es für mich gemacht und so hat es für mich funktioniert. Man sucht sich einen Job, mit dem man Geld verdient, den Unterhalt sichert, der einen aber nicht zu sehr einnimmt. Den man von morgens bis abends macht, der dann aber vorbei ist und man nichts mit nach Hause nimmt. 
Dann nutzt man die Restzeit einfach für all das, was man vorhat. Für seine Träume. Da kommt das Freizeit eindeutig zu kurz. Dies ist aber der Preis dafür, sich kreativ zu verwirklichen. Im Optimum verlagert sich dann irgendwann der Fokus schleichend von dem „Geldjob“ auf deine „Selbstverwirklichung“, weil du es schaffst, daraus immer mehr Mittel zu schöpfen. Da braucht man Ausdauer, aber ich denke, das ist der beste Weg. 
Ich würde nie jemanden raten, seinen Job zu kündigen – „gehe irgendwo hin und es wird sich alles ergeben“. Falsch. Kündige nicht deinen Job, aber mache keinen Job, der dich zu sehr von der Seele her einnimmt, mache einen, der dir leicht fällt, vor allem vom Kopf her.

Zurück zur Musik: Verrate uns deine Lieblingssong mit Ohrwurmpotenzial und deinen absoluter All-Time-Favourite?

…wenn du glücklich bist: Kurt Elling – Close your Eyes: 

…wenn du melancholisch bist: Chet Baker – einmal alles!

…wenn du neue Power brauchst und Motivation: M.I.A. – Galang:

Deine liebsten fünf liebsten Instagram-Bilder und deine kleinen Anekdoten dazu:

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über viele briefumschläge aus neopren: coco- susann- balbina machen für 200 gäste der zigerli fashon week show kleine neopren täschchen für meine „nichtstun“ ep.

 

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über hexhex: susann- bentje- balbina kaufen holz im baumarkt für mein videoprojekt zu „langsam langsamer“

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über fotos vom fotosmachen: ein schnappschuss vom artworkshooting für meine live ep- ich trage ein papierensemble designed von susann bosslau.

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über krümelmonster beim nichtstun: 
muss man noch mehr sagen? 🙂 NYC! 

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über balb.inas.nacht: mein auftritt bei ina mit der schönsten band.

Zu guter Letzt – Dein Tweet, der raus an die Welt geht, um sie ein bisschen besser zu machen: 

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„Es gibt nichts Gutes, außer man tu es!“ Erich Kästner

 Und vor lauter Fragerei während des Interviews – kann ich noch irgendetwas für dich tun? 

Allen sagen, dass Susann Bosslau der Big Upcoming Desinger ist. Bitte!

Machen wir, liebe Balbina! Du bist allerdings auch ganz schön Big und Upcoming <3

Mehr lesen könnt ihr auf Balbinas hauseigenem Blog. Live könnt ihr Balbina auf der Tour mit Herbert Grönemeyer sehen, am 13.5.2015 übrigens in Berlin! 
Das Album „Balbina über das Grübeln“ wird 24.4.2015 veröffentlicht. Die Single daraus „Kuckkuck“ dagegen könnt ihr euch schon jetzt anhören. 

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…und was sagt ihr? Girlcrush? Girlcrush

Titelfoto: Nico Wöhrle

4 Kommentare

  1. Ymra

    omg. ich liebe sie! was für ein schönes und cooles interview! mehr mehr mehr! girlcruuuuuuush!!!!!

    Antworten
  2. Heather

    So gut und wichtig, wenn Menschen in der Öffentlichkeit, v.a. Künstler_innen, offen über das Thema Geld und Überleben sprechen!!! Ich danke Balbina dafür.

    Antworten
  3. Pingback: Über den Kuckuck | This is what makes them girls

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