BEAUTY // Chemisches Peeling
– Gruselshow oder Wunderwaffe?

13.03.2015 Beauty, box2

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 „Ist das Gefährlich? Das hört sich echt gruselig an“

Sarah Janes Sorgeton kommt nicht gerade überraschend, als ich ihr von meinem Chemischen Peeling Experiment-Wünschen erzähle. Auch sie wird die Bilder von Sex and the City Samanthas entstelltem Gesicht im Kopf haben. „Das ist wie mechanisches Peeling nur halt mit Säure“ versuche ich sie nicht gerade geschickt zu beruhigen. Aber erstmal der Reihe nach: Chemisches Peeling – Was ist das überhaupt?

Peeling, das kennen wir ja nun. Mal mit Körnchen, mal mit Salz – ein altbewährter Beauty-Hut. Durch die Struktur der Partikelchen werden durch die Bewegung Hautschüppchen und Unreinheiten weggerubbelt. Wir hatten da auch schon ein paar Selbstmachideen. Das chemische Peeling dagegen arbeitet mit ätzenden (ohgott) oder reizenden (schon beim Lesen aua) Stoffen, die obere oder auch tiefere liegende Hautschichten ablösen sollen, um zum Beispiel Aknenarben zu beseitigen oder eben der Verbesserung und Glättung der Hautstruktur dienen. 

Es gibt jedoch verschiedene Formen des Peelings. Im Angebot hätten wir da beispielsweise das Fruchtsäurepeeling, Trichloressigsäure oder Phenol. Das Fruchtsäurepeeling gehört mittlerweile schon zu den Verbreiteten hierzulande, es gilt als eine der milderen Formen des chemischen Peelings, hierbei geht es primär darum, die oberste Hautschicht abzutragen um feine Falten, Pigmentstörungen oder leichte Akne zu beseitigen.

Ebenso das Trichloressigsäure-Peeling, welches intensiver wirkt als das Fruchtsäure-Peeling. Mit Phenol hingegen wird hier in Deutschland nicht sonderlich viel gearbeitet – weil dir die Lösung mit bis zu 45% mal locker easy das hübsche Gesicht entstellen kann. Jap, richtig gehört – kein Ponyhof! Weiterlesen!

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Säure? Im Gesicht? Geht’s eigentlich noch?

Ich muss es leider zugeben: die Versuchung ist groß – sehr groß sogar und es hört sich nach einem Wagnis an, welches allerdings gerade Beautyferkel wie ich eingehen sollten. Ein Leben am Limit. Alles für die Schönheit – und für euch natürlich.

Dem entgegen stehen in fetten Lettern die Nebenwirkungen und Nachteile, die ich im Zuge meiner Recherchen aufgelistet fand: Gereizte Haut, Rötungen, Schwellungen und im schlimmsten Falle sogar Narbenbildung – und das alles im Gesicht? Noch dazu ist Sonne nach den meist mehrmaligen Behandlungen Gift für die Haut und die muss obendrein danach behandelt werden wie ein aus dem Nest gefallenes, frisch geschlüpftes Vogelbaby. Ganz zu schweigen von der Öffentlichkeit, der man nach einer Phenol Behandlung dann erstmal für zwei Wochen Tschüssi sagen müsste – aufgrund der Frankenstein Visage. „Tausche soziales Leben gegen ewige Jugend“ – klingt wie ein Pakt mit dem Teufel. Ach, ich vergaß außerdem den meist hohen Preis von 50-100€ pro Sitzung zu erwähnen. Also mal ehrlich – da flieg‘ ich lieber in die Sonne und erhole mich auf der Hängematte. Wir sprechen hier also von einem echt harten Eingriff, der einer OP gleichkommt. Dann lassen wir das doch besser – oder?

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Na gut – die Neugier siegt wie immer und ich besorge mir eine ultra, ultra Light Home-Kur-Variante von Sensilis.  

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Die Light Variante Age Lab von Sensilis im Home-Test // 

Das ist drin:

  • Drei verschieden starke Säure Ampullen von 6% bis 10% 

Inhaltsstoffe

WOCHE 1. 5% Hydroxycarbonsäuren + 6% EPB3 KOMPLEX


WOCHE 2. 7,5% Hydroxycarbonsäuren + 8% EPB3 KOMPLEX


WOCHE 3. 10% Hydroxycarbonsäuren + 10% EPB3 KOMPLEX

  • Drei Viskose Masken die mit den Lösungen getränkt werden
  • Ein beruhigendes Serum für danach 

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So geht’s:

Ein Mal die Woche für drei Wochen lang die Stoffmaske mit der Lösung bekippen und für 15 Minuten im Gesicht einwirken lassen. Der Effekt ist ein leichtes Bitzeln auf der Haut, es kribbelt ohne dabei unangenehm zu sein. Danach ist die Haut bei der ersten Lösung noch nicht rot, bei der zweiten schon ein bisschen und nach der dritten Lösungsmaske hatte mein Gesicht noch mindestens zwei Stunden danach eine knallrote Gesichtsfarbe – ungefähr wie nach einem Fortgeschrittenen Spinning-Kurs. Erst am Tag darauf ist deutlich eine leichte Abschuppung oder Abpeelung der Haut erkennbar. Allerdings ganz zart und nicht störend. Das hätte außer mir kein Mensch mitbekommen. Nach der Maske sowie jeden Morgen und Abend habe ich zusätzlich das entstressende, reichhaltige Serum auftragen. Das klebte mir allerdings viel zu sehr und hinterließ einen Film, sodass ich es auf den Abend beschränkte.

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Fazit:

Ich werde weiterhin einen großen Bogen um die Profi-Variante in irgendwelchen Schönheitskliniken machen aus dem einfachen Grund weil ich an meinem Gesicht hänge. Die Age Lab Sensilis Peeling Solution dagegen schlug zumindest bei mir ein wie ein kleiner Frühlings-Frischmacher-Knaller – die Haut ist direkt nach der Behandlung zwar ein bisschen krebsig, hat allerdings auch diesen „Frisch vom Sport“ Anstrich, den ich ganz gern mag. Die Abschuppung passiert gleichmäßig und sehr sanft. Die Haut wirkt danach frisch und rein wie nach einem Körnchen Peeling. Alles im grünen Bereich also. 

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15 Kommentare

  1. Ari

    Also sowas unter der Rubrik „beauty“ zu finden…
    Bisschen Kritik: Auf den Bildern sieht man ja nichts. Also kein Effekt, wirklich nichts. hast du die alle mit deinem iPhone gemacht? Ich hätte mich schon gefreut, wenn du ein (höherauflösendes) Foto von deinem Gesicht davor und danach gemacht hättest…. Außerdem beschreibst du alles, was man wahrscheinlich auch auf der Flasche nachlesen kann. Wie war die Handhabung denn wirklich? Hat es getropft, war es leicht zu handhaben, hat gestunken, etc? Du gibst irgendwie nichts an selbstproduzierten Informationen über das Produkt, was ich sehr sehr schade finde. Deine „Beauty“-Kolumne, so habe ich das zumindest damals bei der Umstellung verstanden, hat nämlich wirklich wenig Niveau, wenn man sie mit den Fashion-Teilen der anderen Janes vergleicht…

    Antworten
    1. Scalamari Jane Artikelautor

      Hi liebe Ari,

      danke für deinen Kommentar, Feedback ist immer super.
      Zu deinen Fragen: Jap, ich nehme ehrlich gesagt fast alle meine Bilder mit dem Iphone 6 auf – das hat bisher eigentlich immer ganz gut funktioniert. Ich verspreche dir, du hättest aber auch bei einer Spiegelreflex Kamera mit einem plakativem Vorher Nachher Foto keinen umhauenden Unterschied gesehen ganz einfach weil es optisch nicht den Booom Effekt gab – oft sind es ja genau die Nuancen die man eher nur bei sich selbst spürt und weniger auf den ersten Blick sieht wie auch in diesem Fall – das Gefühl, die reine Haut habe ich versucht zu beschreiben.
      Zu dem Duft, der ist nicht ekelig oder beißend etwa – die Lösungen und das Serum riechen sogar richtig frisch angenehm. Die Anwendung ist simpel und intuitiv, damit wollte ich keinen langweilen und getropft hat nichts, allerdings sollte man mit der Maske keinen Handstand machen 😉 Ich wollte einen Überblick über das Thema „Chemisches Peeling“ geben und eine sanftere Variante vorstellen – dazu hätte man aber auf jeden Fall noch ganze Bücher füllen können, da hast du Recht.

      Eine klassische Beauty Bloggerin werde ich wohl nie, das überlasse ich lieber anderen.

      Ich hoffe ich konnte ein paar deiner Fragen beantworten und werde mich bemühen beim nächsten Mal eine extra Portion Niveau einzubringen denn wir alle wissen, das ist keine Hautcreme 😉

      <3

      Antworten
  2. Claudia

    Ich finde die Kritik etwas harsch. Sowohl als Leserin als auch Beauty-Interessierte fühle ich mich nicht so schlecht informiert. Sicher hätte man den Selbsttest noch differenzierter gestalten können. Aber ich fühle mich tatsächlich unangenehm berührt wegen dieser offenen Kritik. So unter Kolleginnen.

    Antworten
  3. Lea

    Also mir hat dein Artikel vollkommen ausgereicht und musste als alltime SATC-Fan wirklich schmunzeln..die Folge war grandios.
    Eine minifrage habe ich allerdings, du sprichst es am Ende schon kurz an, bringt also demnach nicht viel mehr als ein normales Körnerpeeling oder?
    Was sich bei mir super bewährt hat, ist das Enzympeeling. Vllt kannst du da mal drüber berichten oder rumtesten…ich find das macht Viel viel mehr her als ein normales Körnerpeeling. Ich hab aber auch die sensibelste Haut EVER – nach deinem Selbsttest wäre ich Samantha bestimmt zum verwechseln ähnlich…jaja!

    Antworten
  4. Anvic

    Ich weiß gar nicht, was alle gegen die Kritik von Ari haben … Sie formuliert das, was sie stört. Zurecht, wie ich finde. Mir fehlt auch ein wenig der Sinn hinter diesem Test. Weil a) die Bilder nicht gut sind (zeigen sehr wenig und die beste Quali ist es nun nicht) b) die einzelnen Produktparameter etwas lapidar runtergebetet wurden und die Selbsteinschätzung ein wenig fehlt c) vor allem der Anfangstext sooo abschreckt, dass dann der Versuch (wenn auch mit einem Light Produkt) danach etwas sehr überraschend holprig kommt. Für mich macht es wenig Sinn über ein Produkt zu berichten, nach dessem Test der Leser nicht viel schlauer als vorher ist. Eine Vorteil / Nachteil Liste hätte ich mir gewünscht, optisch auch etwas besser dargestellt. Der Leser will ja schließlich schnell und übersichtlich erfahren, was jetzt Sache ist. Das halt, was Ari schon meinte. Nur weil keine Herzchen und Blümchen zu spüren sind, war das doch nicht böse/unkonstruktiv. Recht neutral bis schlechte Kritik. Die hört sich halt nicht nett an. Nur so kann man doch wachsen und gerade wenn man keinen Beauty Blog hat, ein bisschen was dazu lernen. Und ebenso Kollegen (wobei sie halt nur im gleichen Business arbeiten und sich kennen (?) sind jetzt keine Schreibtischgegnübers) dürfen das. Das wird doch eine junge Seele überleben können und Scalamari macht auf mich so nen smoothen Eindruck, als ob sie das verkraftet und sich von der Kritik was abschneidet.

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  5. Mimi

    Von Gertraud Gruber gibt es eine Vitamin Maske- das ist ein Enzympeeling und der absolute Wahnsinn! auf die trockene gereinigte Haut auftragen und dann mit bissl Wasser anfeuchten und verteilen…
    jeder denkt Gertraud Gruber ist ne Oma- Marke, aber das Zeusch ist super….2mal die Woche für 3 Minuten druff und danach haste ne Super Haut

    und im Übrigen: Kritik schön und gut….aber man kann sich auch im Ton vergreifen….

    Liebe Grüsse
    Mimi

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  6. Heather

    Denken jetzt alle, das ist Ari von Primer&Laquer? So’n Quark. Kann doch jeder den Namen Ari benutzen.

    Antworten
    1. Nike Jane

      Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich bei der Kommentatorin „Ari“ nicht um unsere Freundin Ari von „Primer&Laquer“ – dennoch freuen wir uns natürlich immer über Feedback, solange sie menschlich verpackt ist (:

      Antworten
  7. ALMA.

    Gar nicht schlecht informiert, aber immer noch großen Respekt vor chemischem Kram fürs Gesicht habend, bleibe ich bei meiner Seesand-Mandelkleie von AOK. Peelt wie sie soll, tut nicht weh und man kann sowieso nichts falsch machen.

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  8. Marie

    Ich empfehle Ole Henriksen: Lemon Strip Flash Peel (empfiehlt die Vogue übrigens auch). Ist wie Jelly, so oft anwendbar, wie man will, tut nicht weh, bitzelt nur lustig auf der Haut. Geht ein bisschen ins Geld (ca 60€), aber Poren habe ich seither auch keine mehr.

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  9. Pia

    Liebe Jane, Dein Beitrag ist schon drei Jahre alt, aber noch gut über einfaches Googeln zum chemischen Peeling zu finden. Die Sensilis Produkte kenne ich nicht. Der pH Wert und konkrete INCI-Angaben sind mir unbekannt. Allerdings ist Dein Gesicht nach der Anwendung (auf dem Foto) sehr gerötet. War das nach jeder Verwendung des Peels so? Welche Arten von Peeling verwendest Du denn derzeit?
    ich bin ein Fan vom chemischen Peeling, insbesondere Milchsäure, dabei aber sehr vorsichtig, weil damit auch Einiges schnell schief gehen kann…
    Liebe Grüße
    Pia

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