Weekend Reads // Mit #Unteilbar, dem Sprechen über Vergewaltigungen, Kristina Hänel & einer Nobelpreisträgerin, die nicht schweigen will

Eine kleine feine Leseleiste zum Wochenende, die gerne im Kommentarfeld ergänzt werden darf. Damit uns weder Lehrreiches und Amüsantes, noch Wichtiges entgeht:

MERKEN:

#unteilbar Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung Demonstration: 13. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Berlin

Für ein Europa der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit!
Für ein solidarisches und soziales Miteinander statt Ausgrenzung und Rassismus!
Für das Recht auf Schutz und Asyl – Gegen die Abschottung Europas!
Für eine freie und vielfältige Gesellschaft!
Solidarität kennt keine Grenzen!

 

Schwangerschaftsabbrüche: Kristina Hänel darf nicht informieren – wir schon

Wir hatten an dieser Stelle bereits über den Fall Kristina Hänel berichtet. Nun steht das Gerichtsurteil fest und die ZEIT reagiert sehr richtig darauf: Mit Aufklärung. Danke. Hier entlang! Bundesjustizministerin Barley dringt derweil darauf, dass das Werbeverbot für Abtreibungen neu geregelt wird. Alle Infos hier.

Sprechen über Vergewaltigungen – so  funktioniert Framing

„Welche Begriffe wir in der #MeToo-Debatte nutzen, bestimmt, wie viel Empathie wir den Opfern von Übergriffen entgegenbringen. Höchste Zeit, über unsere Sprache zu reden. (…)  Ist ein Frame über Sprache aktiviert, prägt er unser Denken und Handeln. In Experimenten gelingt das besonders eindrücklich mit gehässiger Sprache: Spielt man Probanden über Kopfhörer die Wörter „schwul“ oder „Schwuchtel“ vor – nur für den Bruchteil einer Sekunde, so kurz, dass sie es unbewusst abspeichern, aber nicht bewusst verarbeiten -, dann wirkt sich das auf die Einstellungen aus: Probanden, die „schwul“ gehört haben, sprechen sich danach stärker für den Schutz von Homosexuellen vor Diskriminierung aus als jene Probanden, die „Schwuchtel“ gehört haben. In ihren Köpfen wurde ein anderer Frame aktiviert.“ Hier entlang.

Fabian Hart über das Outing, das jeder Mann nötig hat – egal welcher Sexualität

Einer der Top-Kommentare zur ersten Kolumne? „Klar, dass du dich als schwuler Mann mit dem Thema Männlichkeit auseinandersetzt. Hetero-Männer müssen das halt nicht. Genau das ist das Problem. Heterosexuelle Männer, vor allem weiße, leben mit dem Selbstverständnis, die Norm zu sein. Der Richtwert für Männlichkeit. Straight Privilege. Sie erben das Vorrecht des Patriarchats, werden zum Bestimmer, Anführer und Chef trainiert. Sie sollen mutig sein, stark, rational, ein ganzer Kerl eben. Diese Eigenschaften sind Teil einer konservativen Geschlechterkultur, die nicht die Biologie festlegt. Wir legen fest, was es bedeutet, Mann und Frau zu sein.“ Weiterlesen.

Ein kleines Tränchen in Ehren

„Ich hatte mal einen Produktions-Job – bevor ich selbst Mutter war. Und die Stylistin auf eben diesem Job hat irgendwann gegen Ende bitterlich geweint, weil sie ihr Kind nicht mehr zu sehen bekommen würde an dem Tag. Wir hatten heillos überzogen. Ich fand ihre Reaktion damals total unmöglich. Dachte: das kann sie nicht bringen, wer soll sie ernst nehmen? Sie war den ganzen Tag über irre professionell gewesen und dennoch ist mir das sehr negativ in Erinnerung geblieben. Damals hatte ich ja auch noch keine Ahnung, wie schnell ich heulen würde.“  Hier weiterlesen.

Kanye West besucht Donald Trump – der doppelte Egotrip

„Selbst Donald Trump verschlägt es die Sprache, und das will was heißen. Der US-Präsident hockt mit eisernem Grinsen hinter seinem Schreibtisch im Oval Office, die Arme fest verschränkt. Ab und zu grunzt er ein zustimmendes „Yeah“ oder schielt zu den Reportern und zu seinen Beratern, die hilflos herumstehen. Trump lässt sein Gegenüber reden. Und reden. Und reden. Sein Gegenüber ist Kanye West, der Hip-Hop-Mogul und Ehemann des Realitystars Kim Kardashian (die selbst schon bei Trump zu Besuch war). West war früher mal für sein Rap-Genie bekannt. Heute ist er das eher für seine wirre Selbstinszenierung. Er ist ins Weiße Haus gekommen, um dem einzigen Mann zu huldigen, der sich selbst noch besser inszeniert als er.“ Hier weiterlesen.

Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad lässt sich nicht zum Schweigen bringen

Rund 5.000 Frauen und Kinder wurden im Krieg der IS-Terroristen entführt und verkauft, vergewaltigt und gequält. Nadia Murad Basee Taha war eine von ihnen. Sie ist heute 25 Jahre alt. Und sie spricht über das, was ihr seit dem Tag im August 2014 passiert ist. Weiterlesen.

Schamhaare sind besser als ihr Ruf

Die ersten Haare meines Venushügels sprossen, als ich dreizehn wurde. Sie waren mein ganzer Stolz. Schließlich waren sie, zusammen mit meiner Periode, der Beweis dafür, dass ich kein Kind mehr war – sondern immer mehr zur Frau wurde. Und wenn man’s mir erlaubt hätte, dann hätte ich mich allein schon deswegen auf ein Siegertreppchen gestellt und mich mit Champagner übergossen.  Doch die Menschen um mich herum wollten nicht so recht mitfeiern. Da war zum Beispiel eine Freundin, die das Schamhaar, das an der Seite meiner Bikini-Hose rauslugte, mit hochgezogenen Augenbrauen anguckte. „Da musst du aber mal mit der Pinzette ran“, fand sie. Sie wollte mich damit nicht ärgern. Es war eher ein wohlwollender Hinweis, genau so, wie man jemanden auf die Petersilie zwischen seinen Zähnen hinweist: Gehört da halt nicht hin.“ Weiterlesen.

Das große Fallen

Einflussreiche Männer stürzen wie Dominosteine, was nützt es? Wir brauchen von Macht befreite Sexualität. (…) Heute scheint es, als seien die Enthüllungen über Harvey Weinstein und der Aufruf der Schauspielerin Alyssa Milano, per Twitter über sexuelle Gewalt zu berichten, solch ein Kippmoment gewesen. Hinter #MeToo gibt es kein Zurück, alles ist anders geworden, und ein Jahr und unzählige Debatten später mag man sich die Frage stellen, wie solche „Tipping Points“ entstehen, welche Rolle Enthüllung und Doppelmoral dabei spielen und ob #MeToo nicht doch in quasi jakobinisch ausartendem Eifer übers Ziel hinausschießt, wie manche fürchten. Hier entlang!

Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei: Zerschlagt das Patriarchat!

„Wir leben in einer Welt, deren Gradmesser das Anspruchsdenken von Männern ist. Und damit ist es eine Welt, in die alle anderen sich möglichst lautlos einfügen müssen und meist leise um ihre Rechte und um ihre schiere Daseinsberechtigung kämpfen. Alles andere ist ein enormes Risiko. Aktuellstes Beispiel ist der Fall Kavanaugh: Ein Mann, der von mehreren Frauen beschuldigt wird, ihnen sexualisierte Gewalt angetan zu haben, wird trotzdem Oberster US-Richter auf Lebenszeit. Christine Blasey Ford, die öffentlich gegen ihn aussagte, musste dagegen gerade eine Gofundme-Kampagne starten, um die Kosten für mehrere Umzüge und ihre Sicherheit zu sorgen, die durch ihre öffentliche Aussage in Gefahr geraten ist.“ Weiterlesen.

2 Kommentare

  1. Hirndiva

    Was ist bitteschön in den Papst gefahren…? Der Leibhaftige..?..
    Schockiert und “ ungläubig “ saß ich vor der Glotze und mußte mit anhören wie Franziskus, einfach mal so, anlassfrei, bei einer X-beliebigen Audienz auf dem Petersplatz die verbale Knute rausholte…und so mal mir nichts dir nichts Abtreibung mit Auftragsmord gleichsetzte.
    Sind ihm die mafiösen Struckturen in Italien zu Kopfe gestiegen…oder zuviel Messwein..,
    welch ein Ruck zurück und nach rechts…
    Bei anderer Gelegenheit haben wir hier schon gut und heftig über die Rolle der Frau in der katholischen
    Kirche im Allgemeinen und dem Spießrutenlaufen von Theologinnen im Speziellen diskutiert.
    Ich habe jetzt erstmal die Schnauze voll und grad gar keinen Bock auf Diskurs.
    Sollen sie doch vermodern unter ihren Talaren und den letzten Schäfchen hinterher glotzen, die ihnen aus ihren Prachtbauten entfliehen., oder im Knast ihre Sünden die sie an Schutzbefohlenen begangen haben büßen.
    Ich verbleibe kopfschüttelnd und wütend zurück….

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