Mid-Week Reads // Warum weiße Männer alles außer Diskriminierung haben können, Frauen im homofeindlichen Tansania Frauen heiraten dürfen & sich die digitale Welt auf unsere Psyche auswirkt

Eine kleine feine Leseleiste zum nahenden Bergfest, die gerne im Kommentarfeld ergänzt werden darf. Damit uns weder Lehrreiches und Amüsantes, noch Wichtiges entgeht:

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100 Jahre Frauenwahlrecht – Kampf muss sein

„Frauen dürfen in Deutschland wählen und politische Ämter bekleiden. Das ist schön, das ist gut, das ist längst selbstverständlich. Doch der Kampf für Gleichberechtigung ist noch lange nicht vorbei. (…) Frauen verdienen im Schnitt weniger Geld als Männer, Frauen bekleiden weniger öffentliche Ämter als Männer, Frauen bekommen im Schnitt weniger Rente, Frauen sind seltener in Führungspositionen, noch immer wird im Schnitt jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner ermordet. Frauen sind in Deutschland immer noch strukturell benachteiligt. Der 100. Jahrestag des Frauenwahlrechts ist ein guter Tag, sich daran zu erinnern, dass der Kampf weitergeht und so schnell nicht vorbei sein wird – auch wenn schon viel erreicht wurde.“ Weiterlesen. Und auch dieser Artikel zeigt auf, dass noch ganz schön viel schief läuft.

Außerdem ein Film-Tipp zum Thema:

„Die Hälfte der Welt gehört uns“, Arte, Dienstag (heute), 20 Uhr 15; die ARD zeigt eine 90-minütige Version am 26. November

 

Kein Mensch ist unpolitisch

„Grundlegende Menschenrechte gibt’s bei uns – zumindest noch – quasi gratis zur Geburtsurkunde dazu. Wir leben in einem der politisch stabilsten und freiheitlichsten Ländern der Welt. Cool, oder? Das bedeutet aber nicht, dass man uns diese Rechte und Privilegien, die wir genießen, nicht auch wieder wegnehmen kann – Belege finden sich in jedem Zehnte-Klasse-Geschichtsbuch. Und es heißt auch nicht, dass wir uns nicht dessen bewusst sein sollten, wie absolut rein gar nicht selbstverständlich das ist – und dass es unsere Aufgabe allein ist, dafür zu sorgen, dass wir unsere Rechte auch behalten.“ Weiter geht’s bei Amazed.

 

Weiße und Männer können alles haben, aber das nicht

„Es gibt dieses Phänomen in abgewandelter Form auch bei Männern, die sich Sexismus ausgesetzt sehen. Die Frauenquote, Frauenbeauftragte, Frauenparkplätze: Alles davon wird regelmäßig als Sexismus gegen Männerausgelegt. Und es gibt beide Phänomene in Kombination, wenn etwa darauf hingewiesen wird, dass zum siebenmillionsten Mal in der Weltgeschichte ein Aufsichtsrat, ein Podium, ein Ministerium nur mit weißen Männern besetzt wurde. „Weiße Männer“, darf man die so nennen oder ist das nicht eigentlich auch schon… Diskriminierung?

Ist es nicht. Männer und Weiße können ungefähr alles auf der Welt haben, aber Diskriminierung können sie nicht haben. Es gibt keinen Rassismus gegen Weiße und keinen Sexismus gegen Männer.“ Hier weiterlesen.

 

#unten – Sag mir, wo du herkommst

„Es war eine Befreiung. Als vor einem Jahr in den sozialen Medien unter #MeToo eine Diskussion um Sexismus und sexualisierte Gewalt begann, da erhielten die Betroffenen eine Stimme. Das Echo ging über die Online-Kanäle hinaus und ist seitdem nicht verstummt. Im Juli dieses Jahres folgte unter #MeTwo eine Kampagne zu nationaler Identität und persönlichen Erfahrungen mit Rassismus – ein zweiter gesellschaftspolitischer Hashtag mit großer medialer Resonanz, der zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte führte.

Doch warum gibt es eigentlich keinen ähnlich lauten Aufschrei der Betroffenen mit benachteiligter sozialer Herkunft? Wieso existiert keine größere gesellschaftliche Sensibilität dafür, wie stark das Elternhaus darüber entscheidet, ob ein Mensch in der Gesellschaft seinen Platz finden kann? Weshalb klagen noch immer kein einflussreicher Hashtag und keine mediale Debatte die Klassengesellschaft an?“ Hier weiterlesen

 

Die Liebe im Wandel

„Du glaubst, die Liebe sei zeitlos? Naja, jein. Die Empfindung, die wir als „Liebe“ bezeichnen, ist tatsächlich eine universelle menschliche Erfahrung. Sie ist ein Urtrieb. Aber: Wie mit diesem Urtrieb umgegangen wird, wie er gesehen und gedeutet wird, das unterscheidet sich nach Epoche, Moralverständnis, Kultur und Umfeld. Die romantische Liebe ist mit Utopien verbunden und die verändern sich ständig – ganz besonders jetzt.“ Weiterlesen.

 

Warum Frauen im homofeindlichen Tansania Frauen heiraten dürfen

Im Stamm der Kuria hat die „Frauenehe“ Tradition und bedeutet für viele Schutz vor Gewalt und Einsamkeit. Das ist aber nur eine Seite der Geschichte.

„Jeden Sommer verbringen Frischverheiratete ihre Flitterwochen an malerischen Orten wie dem Serengeti-Nationalpark in Tansania. Dort stoßen sie beim blutroten Sonnenuntergang an und schlafen in Zelten, während draußen Elefanten und Giraffen vorbeiziehen. Ein märchenhafter Beginn für eine Ehe.

Unweit dieser Märchenszenen erleben tansanische Frauen eine völlig andere Form von Ehe. Die 54-jährige Robi Matiko und die 26-jährige Busina Samir sind seit zwei Jahren verheiratet, schlafen aber in getrennten Betten und tragen keine Ringe. Die Frauen leben im Norden Tansanias, unweit der Grenze zu Kenia. Jeden Tag stehen sie im Morgengrauen auf und bestellen zusammen die Felder. Abends kochen sie und baden ihre vier Kinder. Busina erwartet ihr fünftes und schuftet trotz ihres großen Bauchs täglich auf dem Feld.“ Weiterlesen.

 

Wie es ist, wenn man mit ohnehin schon großen Brüsten in der Schwangerschaft noch größere BHs benötigt.

„(…) Mit 14 fand ich das desaströs und träumte von dem Tag, an dem ich meinen Busen würde verkleinern lassen. Einerseits, weil ich insbesondere damals von cis Männern ohne Ende sexualisiert und exotisiert wurde – eine ekelhafte Kombination. Andererseits, weil ich in meinen jungen Teenagerjahren unbeschwert süße Triangel- und Bandeaubikinis tragen wollte, wie die Mädchen in der „Sugar“. Damals, bei einer BH-Größe von 65G, keine Option. Und so stehe ich an diesem Samstagmittag in der Umkleidekabine eines engen Geschäfts, das bis unter die Decke mit Büstenhaltern in allen erdenklichen Größen, Farben und für die unterschiedlichsten Anlässe vollgestopft ist.“ Weiterlesen.

Warum es normal sein sollte

Antifaschismus – Heute vor 80 Jahren eskalierte mit den Novemberpogromen der faschistische Terror. Wieso gilt kein Jahrhundert später Widerstand als heikel, radikal und unzeitgemäß?

„(…) Wenn diese Gewalt jemals wirklich überwunden war, dann lässt dieses Jahr spätestens keine Zweifel daran, dass sie wieder da ist. Erst im August überfielen Vermummte ein jüdisches Restaurant in Chemnitz – einer von etlichen antisemitischen Vorfällen, die 2018 bekannt wurden. 80 Jahre nach den Pogromen müsste es gerade jetzt eine Selbstverständlichkeit sein, sich zum Antifaschismus zu bekennen. Stattdessen wird das Bekenntnis gemieden und selbst im linken Spektrum oft nur kleinlaut gebeichtet. Wer sich heute Antifaschist nennt, läuft Gefahr, sich politisch zu delegitimieren. Zu schwach die Erinnerung an gebrandschatzte Synagogen, zu stark die Erinnerung an gebrandschatzte Autos.“ Hier geht es zum Artikel. 

 

Lassen wir die Sprache menschlich sein

Ein Text zum Nachdenken, dem wir dennoch nicht zustimmen müssen:

„Bald reden die Rät*innen für deutsche Rechtschreibung wieder darüber, wie jedes Geschlecht gerecht in der Sprache abgebildet werden kann. Kritiker_innen monieren gern, dass die diversen Varianten und Zeichen das Deutsche verhunzten. Dabei ist etwas anderes viel gravierender: Der permanente Fokus aufs Geschlecht verformt unser Verständnis des Menschen.“ Hier entlang.

 

Was das digitale Leben mit unserer Psyche macht

Die digitale Welt verschmilzt heute immer mehr mit der analogen. Aber was bedeutet das eigentlich für uns? Welche Auswirkungen hat das auf unser Denken, unsere Beziehungen, unser Verhalten? Antworten darauf hat der Psychotherapeut und Medienwissenschaftler Bert te Wildt, der schon seit fast zwei Jahrzehnten die Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und menschlicher Psyche erforscht. Vogue haben mit ihm darüber gesprochen, was Internetsucht wirklich bedeutet, wie wir verantwortungsvoll mit Social Media umgehen können und wieso uns alles Digitale überhaupt so einfach in seinen Bann zieht. Hier entlang.

 

Was wäre, wenn … die Menschheit nicht mehr existierte?

„(…) Es ist nicht wirklich eine Frage, ob die Menschheit irgendwann ausstirbt, sondern eher eine Frage, wann“, sagt Luc Bussiere, Biologe und Umweltwissenschaftler an der schottischen Universität Stirling. „99,9 Prozent aller Arten, die bislang auf der Erde gelebt haben, gab es irgendwann nicht mehr. Und es ist extrem unwahrscheinlich, dass der Mensch eine Ausnahme darstellt, auch wenn wir das gerne glauben wollen, weil wir uns für etwas Besonderes halten. Viele mögliche Folgen hängen davon ab, was – wenn es einmal so weit sein wird – der Grund für das Verschwinden der Menschheit ist. Dennoch lassen sich einige Aussagen treffen, wie die Erde sich ohne unsere Zivilisation entwickeln wird. „An dem Tag, an dem die Menschheit verschwindet, beginnt die Natur augenblicklich mit dem Hausputz“, schreibt der Wissenschaftsautor Alan Weisman in seinem Buch „Die Welt ohne uns“. „Sie putzt unsere Häuser vom Antlitz der Erde. Alle werden sie verschwinden.“ Weisman hat mit Dutzenden von Experten gesprochen und zahlreiche Orte bereist, an denen der Mensch war und sich wieder zurückgezogen hat. Gewöhnliche Holzhäuser halten seinen Recherchen zufolge „50, bestenfalls 100 Jahre“.“ Weiterlesen.

 

Angela Merkel – Feministin wider Willen

„Angela Merkel ist eigentlich nicht um Antworten verlegen. Sie regiert dieses Land seit 13 Jahren, ständig muss sie ihre Meinung kundtun. Aber im letzten Jahr, da wusste Merkel bei einer Podiumsdiskussion plötzlich nicht, was sie sagen sollte. Sie spitzte die Lippen, wiegte den Kopf – und schwieg. Die Frage lautete: „Frau Kanzlerin, sind Sie eine Feministin?“ Die Szene, im Video dokumentiert, zeigt eine Kanzlerin, die sich windet. Als Merkel schließlich sprach, gab sie eine Antwort, die typischer nicht hätte sein können. Das Publikum könne ja darüber abstimmen, ob sie eine Feministin sei. „Ich möchte mich nicht mit den Federn schmücken.“ Ja, was denn nun?“ Weiterlesen.

 

Zurück an den Rand

„Christina Dalcher hat eine Vorahnung. In einer nahen Zukunft werden die USA von einem christlich-konservativen Regime regiert. Frauen dürfen nicht mehr als einhundert Worte am Tag sprechen. Schwule, Lesben, Transgender und alle anderen queeren Menschen werden in Arbeitslagern untergebracht. Dort zwingt man sie, heterosexuell zu leben. Minutiös beschreibt US-Autorin Dalcher auch das Desinteresse, mit dem der Rest der Gesellschaft diese Entwicklungen verfolgt. Da „lümmelt“ der Familienvater „auf seinem gewohnten Sessel herum, eine Hand in einer Schüssel Popcorn, die andere beim Texten auf dem Handy“, während im Fernsehen weitere Einschränkungen der Rechte seiner Frau verhandelt werden. Der Roman Vox ist Teil einer Welle feministischer Dystopien, die im vergangenen Jahr auf dem Buch- und Filmmarkt erfolgreich waren. Aber kurz vor den Zwischenwahlen scheint er plötzlich mehr als nur Fiktion.“ Weiterlesen bei Der Freitag.

 

Warum Victoria’s Secret keine Plus-Size-Models zeigt

„Wenn die Kostüme wieder extravagant, die erste Reihe mit Stars und Sternchen bestückt und Models wieder besonders schlank sind, dann ist „Victoria’s Secret“-Show-Zeit. Seit Gründung der Unterwäsche-Marke in den Siebzigern sind die Shows (Paraden trifft es beinahe besser), bei welchen regelmäßig stolz die neuen Kollektionen präsentiert werden, zu international beachteten Happenings avanciert. In den letzten Jahren interessiert das aber nicht nur die Boulevardpresse, sondern ruft mitunter auch Kritiker auf den Plan. Und stoßen im Jahr 2018 in Zeiten von #MeToo und Body-Positivity-Bewegungen endlich auf mehr Resonanz.“ Weiterlesen.

 

El Salvador – Vergewaltigungsopfer wegen versuchter Abtreibung angeklagt

„Es ist eines der restriktivsten Gesetze zu Schwangerschaftsabbrüchen weltweit: Im mittelamerikanischen El Salvador sind Abtreibungen unter allen Umständen verboten – selbst dann, wenn eine werdende Mutter vergewaltigt wurde oder bei der Geburt selbst sterben könnte. Zuwiderhandlungen können als Mord eingestuft und mit bis zu 50 Jahren Haft bestraft werden. Nun beginnt in dem mittelamerikanischen Land ein Prozess gegen eine Frau, der besonders große Empörung hervorruft: Der jungen Salvadorianerin Imelda Cortez droht eine 20-jährige Freiheitsstrafe, weil sie versucht haben soll, eine Schwangerschaft abzubrechen. Wie der „Guardian“ berichtet, steht sie nun wegen versuchten Mordes vor Gericht.“ Weiterlesen.

 

 

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