Paris Fashion Week // Tag 1: Das Schönste von Dior, Jacquemus, Margiela & Lanvin

27.02.2019 Mode

Und schon ist der Modemonat auch schon bei seinem großen Highlight angelangt: In Paris! Noch bis zum 5. März finden hier nach New York, London und Mailand die wichtigsten Schauen der Saison statt – und wir machen doch glatt heute mal den Anfang mit den besten vier des ersten Tages: Christian Dior, Jacquemus, Maison Margiela und Lanvin und verraten euch natürlich, was wir uns am besten schon heute merken sollten:

OH, DIOR //

Maria Grazia Chiuri widmet sich in der kommenden Saison den Teddy Girls, dem weiblichen Gegenstück der deutlich bekannteren Teddy Boys, und kredenzt dieser Subkultur aus dem Jahr 1950 eine ganze Kollektion und verknüpft das Ganze mit der Historie Diors aus ebenjenem Jahrzehnt: Prinzessin Margaret trug auf dem Portrait anlässlich ihres 21. Geburtstags ein Dior-Kleid, statt eine Robe des Hofschneiders, und verlieh dem Ganzen solch wunderbare Attitüde, dass Chiuri gar nicht anders konnte, als diese beiden, vermeintliche Gegensätze für den Winter zusammenfließen zu lassen. 

Auch die ikonische Dior-Lederjacke, die Yves Saint Laurent für das Haus fertigte und als Hommage an die 50er verstanden werden darf, wurden für den Winter 2019 neu aufgelegt. Und natürlich darf auch eine Wiederauflage des Miss Dior Dress aus dem Jahr 1949 hier nicht fehlen. Eines aber dürfte euch beim Anblick der Kollektion natürlich nicht entgangen sein: Bucket Hats aka Fischerhüte sind bei Dior das wichtigste Accessoire der Saison. Ha! Das wissen wir natürlich nicht erst seit gestern und machen einfach schon sofort mit. Ihr auch?

Aber keine Sorge, auch für diese Kollektion wollte Maria Grazia Chiuri wieder klare Stellung beziehen, sich dem Thema Feminismus widmen und die Werbetrommel für ebenjenes Thema rühren, denn auch in der kommenden Saison zieren weiße Shirts den Titel eines feministischen Werks: Sisterhood is Powerful von der Autorin und Aktivistin der zweiten Feminismus-Welle Robin Morgan. Seit Chiuri für Dior arbeitet, ist Feminismus ein klarer Teil von Dior – und der frische Wind scheint dem Label ganz schön gut zu tun.

Was wir uns außerdem ganz unbedingt merken müssen:

  • Stepp is back!
  • Outdoor-inpsirierte Jacken
  • Pullunder
  • Strick trifft transparenz
  • Lackleder it is
  • und natürlich: Breite Taillengürtel!

Rotes Karo, bitte!

Miss Dior würde es lieben:

Grünes Karo, auch!

Jacquemus‘ Auge für Details

Bei einer Sache können wir uns immer sicher sein: Simon Porte Jacquemus wird sich den Accessoires widmen – und somit auch den wirklich spannenden Dingen, die wir uns bei ihm überhaupt noch irgendwie leisten können: Übergroße Ohrringe, waschechte Daisy-Duck-Pumps oder Handtaschen, die endlich mal wieder mehr Raum bieten, als eine kleine Zigaretten-Schachtel. Besonderes Gimmick der Show: Manche Models trugen kleine aus Plexiglas-bestehende Bilder von ihm und seiner verstorbenen Mama, die von ihm immer mal wieder als Referenz zu seinen Kreationen hinzugezogen wird.

Was sofort auffällt? Jacquemus mag es für den Winter monochrome und ließ die Models entweder in satten Farben über den Runway schreiten oder in cremefarbenen Komplettlooks. Und was fiel besonders auf? Die schürzen-ähnlichen Kleider, die nicht besser zur Show-Location gepasst hätten. Der „Place Jacquemus“ fand diesmal nämlich etwas außerhalb in kühlen Lagerräumen statt. 

Margela: Wo sind nur die Tabi Boots?

Mooooment mal, feiern die ikonischen Tabi-Boots von Martin Margiela, designt 1988, nicht aktuell ihr riesengroßes Revival? Eigentlich schon, bloß schien diese Tatsache Designer John Galliono nicht so recht zu interessieren: Für den Winter 2019 ist nämlich weit und breit nichts von ihnen zu sehen. Aber genug mit der Nostalgie, denn auch Gallianos Mary Janes haben definitiv Aufmerksamkeit verdient. 

So richtig will der Funke diesmal jedoch nicht überspringen: die dekonstruierten Kreationen wirken wie zigfach gesehen, der psychedelische Print ist leider gar nicht nach meinem Geschmack und auch sonst fehlt mir das Besondere bei dieser Kollektion. Eine Sache aber muss noch besonders hervorgehoben werden: Die Modelwahl und die Verteilung der Looks unter Männern* und Frauen* wirkt exzellent!

Lanvin is back on track!

Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich Lanvin unter Alber Elbaz nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, schlitterten seine Kreationen doch schlicht und ergreifend an meinem Geschmack vorbei – oder boten mir zu wenig Gelegenheit, Details für euch herauszuarbeiten, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken, auch wen Alber Elbaz ganz sicher einen fantastischen Job machte – und, nunja, seit seinem Weggang im Jahr 2015 Chaos herrscht. Designer*innen kamen und nach einer kurzen, internen Team-Überbrückung zeichnet sich jetzt Bruno Sialelli für die Kreationen verantwortlich: Et voilà: Seine Debüt-Linie Herbst/Winter Kollektion 2019, die nun alles Alte abschüttelt und einen Neuanfang wählt, der funktioniert.

Die tonangebende Farbpalette: Taubenblau und warmes Braun. Dazwischen: Wunderbare Muster und verrückte Kombinationen. Und auch hier: Der Schlapphut. Hach!

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