So riecht mein Sommer // Ouranias olfaktorische Favoriten

12.08.2019 Beauty

Habt ihr schon mal etwas von dem „Proust-Effekt“ gehört? Er beschreibt vereinfacht gesagt, wie unsere Erinnerungen mit Düften und Gerüchen verknüpft sind und wie wir gedanklich in nur einer Millisekunde an eine längst vergangene Situation, Person oder an einen Ort zurückversetzt werden. Benannt ist diese Theorie nach dem französischen Autor Marcel Proust und wird genauer in seinem Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ erläutert. Das Buch erzählt von einem Mann, der Gebäck in seinen Tee tunkt und sich unverhofft in einer Erinnerungen aus seiner Kindheit, an einen bestimmten Ort, wiederfindet, die tief in seinem Unterbewusstsein vergraben waren.

Evolutionär betrachtet ist unser Geruchssinn dabei wahrscheinlich einer unserer ältesten Sinne. Doch wie genau er mit unserer Gedächtniszentrale verknüpft ist, ist den Wissenschaftler*innen bis heute nicht ganz klar. Manche behaupten, dass im Gegensatz zu unseren anderen Sinnen, also dem Sehen, Hören und Fühlen, eben dort, wo die Informationen in der Großhirnhälfte unseres Gehirns verarbeitet werden müssen, Düfte eine Standleitung zu unserem limbischen System haben. Ganz genau der Ort, wo Emotionen und Triebe gelenkt werden. Das hört sich unberechenbar an – und das ist es wahrscheinlich auch, schließlich entscheiden wir kaum bewusst, ob wir einen Geruch oder Duft gerne mögen – oder nicht. Entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht. Und auch Personen können davon betroffen sein, denn schließlich stoßen wir die ganze Zeit Duftmoleküle ab, um einander zu finden – oder zu meiden. Auch bei Parfums oder Bodysprays verbinden sich die enthaltenden Moleküle mit unserer Haut und so riecht jedes Parfum bei jedem Menschen ein klein wenig anders. Jede*r von uns hat da ein ganz eigenes Empfinden und doch gibt es so etwas wie Dufttrends, die eng mit Duftinnovationen verbunden sind. Außerdem entscheiden Gemüt und Wetter nicht selten darüber, was uns am liebsten in der Nase beliebt: Zum Beispiel mag ich, wie die meisten von uns, auch im Sommer gerne leichte, fruchtige Düfte und im Winter, wenn die Luft ganz kalt ist und die Wohnung zum wohlig warmen Ort wird, gerne auch schwerere Kaliber.

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Ich habe euch hier eine kleine Liste meiner aktuellen olfaktorischen Favoriten zusammengestellt und so viel verrate ich schon mal: Es duftet nach weißen Orangenblüten, süßer Vanille, knackiger Birne, hellem Holz und nussigem Kokos. Mein liebster Geruch aber, der nicht in einen Flakon passt. ist der von reifen Pfirsichen am Meer. Die Luft ist salzig und von wärme erfüllt und das verbindet sich mit dem Duft von einem angebissenen Pfirsich, süß und klebrig. Hmmm! Da fliegt meine Erinnerung sofort an unzählige heißen Sommerferientage in Griechenland zurück. Und weil genau die niemals verblassen dürfen, sorge ich dieser Tage auch dafür, neue Erinnerungen zu formen: Direkt vor Ort und dort, wo meine Wurzeln liegen. Hach!

Für euch zog ich vorab mit Sarah Jane aber noch in den Rosengarten Berlin, um die Crème de la Crème der duftenden Begleiter für euch festzuhalten. Bittesehr:

Nachdem ich meine Haare gewaschen und getrocknet habe, gebe ich gerne einige Pumpstöße von dem Shine Spray von Mermaid (über niche-beauty.com) auf meine Längen. Sofort fühle ich mich wie im Hochsommer, denn das Spray riecht nach Orangenblüte und Kokosnuss.

Es verleiht den Haaren einen schönen Glanz und pflegt sie gleichzeitig mit ätherischen Ölen. Leider macht es ziemlich süchtig und tatsächlich verwende ich es mittlerweile fast jeden Tag. Eine Freundin von mir machte mir erst neulich ein Kompliment und kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus, so gut würden meine Haare riechen. Und das habe ich tatsächlich zum ersten Mal so richtig bewusst gehört.

Die Kokoscreme von RMS (über greenglam.de) riecht – Überraschung – nach Kokos! Und genau bei diesem Duft scheiden sich ja meist die Geister: Zu künstlich, viel zu süßer Kokosgeruch kann eindeutig schiefgehen und erinnert mich an meine Teenie-Jahre, als Kokosduft unmittelbar mit Vanilledeo verbunden wurde. Ich sag‘ mal so: Man hat uns aus drei Metern Entfernung riechen können.

Aber zurück zu dem guten, natürlichen Kokosgeruch von RMS, denn was in diesem Tiegel steckt, ist reines, biologisches Kokosöl. Und das ist ein wahres Multitalent, schließlich kann man es zum Abschminken, für die Haare, als Mundspülung am Morgen und noch für so viel mehr verwenden. Ausprobieren empfohlen!

 

Ich habe gerade meinen zweiten Flakon von Ambrette 9 von Le Labo angebrochen und muss eines vorweg nehmen: Für mich ist das der non-plus-ultra Duft für den Sommer!

Ein Versuch, ihn euch zu beschreiben: Er riecht unschuldig, leicht und nach Moschus. Ist holzig, weich und duftet gleichzeitig nach Zitrusfrüchten. Dabei hat er eine unaufdringliche Art, und trotzdem kommt man nicht an ihm vorbei. Ich habe ihn bisher ehrlicherweise nur nur an einer einzigen, anderen Person gerochen und muss gestehen, dass ich mich vom Fleck weg von ihr angezogen fühlte. Wie durchschaubar mein Gehirn doch funktioniert, haha! Ambrette ist übrigens eine seltene Getreideart, die von Natur aus einen moschusartigen Duft enthält.

Wenn ich morgens nicht gut aus dem Bett komme, ist das Rind Concentrate Body Balsam wie ein Weckruf für all meine Sinne. Es sagt mir, dass ich in den Tag starten kann, dass alles ok ist und spricht mir Mut zu. Rosa Grapefruit, Orangen- und Zitronenschale gehören zu den Hauptinhaltsstoffen, dementsprechend riecht er sehr frisch und fröhlich. Die enthaltenden Öle kühlen gereizte Haut und Öle aus Nüssen versorgen die Körperhaut parallel mit Feuchtigkeit. Für alle Freund*innen der Badezimmer-Ästhetik ist die Tube in ihrem ocker-rot ein schöner Farbklecks und sorgt zusätzlich hier für gute Laune.

Zurück zu der Erinnerung meines 14jährigen Ichs: Zwar riecht das Lippenpeeling „Lip Scrubtious“ von MAC nicht annährend so süß und künstlich wie mein Vanille-Drogerieduft von damals, dennoch zaubert es mir jedes Mal ein Lächeln auf die Lippen, weil ich genau an diese vergangenen Tage zurückgeworfen werfe, wann immer ich es benutze. Das Lächeln ist ganz praktisch, denn dadurch kann ich meine Lippen besser peelen.

Es eignet sich perfekt, wenn ihr vorhabt Lippenstift zu tragen, denn alte Hautschüppchen werden abgetragen und das Ergebnis ist samtweich. Dadurch lässt sich schließlich der Lippenstift besser auftragen und zieht nicht in trockene Falten auf den Lippen ein. Mein Lächeln wird immer breiter: Wieder ein Flashback-Moment, wenn ich daran denke, wie aufregend es damals war, sich mit seinen Freundinnen zu schminken, um auf eine Party zu gehen. Um dann genau um Punkt 22 Uhr den Bus nach Hause zu nehmen, im Wissen darum, dass man eigentlich schon viel zu spät war und es garantiert Ärger daheim gab…

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