5 Dinge, die ich für eine gesündere Psyche geändert habe

23.01.2020 Gesellschaft, box3

Die eigene Psyche scheint manchmal gänzlich unberechenbar zu sein, mit all ihren Gefühlen und Gedanken, die zuweilen überhandnehmen und ganz plötzlich aus den Händen gleiten. Umso wichtiger ist es, gut auf sie aufzupassen, in sich hineinzuhorchen und jene Dinge zu ändern, die das eigene Empfinden bloß verschlechtern, statt für eine bessere, eine positivere Gefühlswelt zu sorgen. In den vergangenen Wochen, Monaten, Jahren habe ich genau das getan und mich − wenn auch mit reichlich Überwindung − mit mir selbst auseinandergesetzt, um so Störfaktoren ausfindig zu machen und schleunigst an diesen zu arbeiten.

 
 
 
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1. Offen und ehrlich über Gefühle sprechen

Über die eigenen Gefühle zu sprechen kostet Überwindung. Noch dazu muss man sich auch noch genauestens mit ihnen auseinandersetzen, um überhaupt zu identifizieren, was da gerade vor sich geht. Und trotzdem habe ich Ende letzten Jahres damit begonnen, offen auszusprechen, was ich fühle, auch, wenn es mir noch so absurd oder peinlich erschien. Mit dieser Offenheit konnte ich aber zumindest verhindern, dass sich Gedanken und Gefühle stapeln und vermehren, bis ich das Gefühl habe, vor lauter lauter auf der Stelle explodieren zu müssen. Das Schöne an der Überwindung ist ja, dass sich Ängste so viel schneller nehmen lassen und auch unsinnige Streitereien und Konflikte wesentlich seltener auftreten.

2. Den Vergleich mit anderen stoppen

Natürlich ist es wahnsinnig leicht, Menschen etwa auf Instagram zu folgen und dabei dem Gedanken zu verfallen, welch wunderbare Leben sie führen und wie furchtbar traurig und blöd es ist, dass man selbst nicht alle zwei Wochen auf irgendeiner Sonnenseite flaniert. Und dann sehen sie auch noch so viel schöner aus, während das eigene Antlitz natürlich stets bescheiden abschneidet und das auch nur, wenn man einen guten Tag hat. All das sind— besonders für unsichere Menschen — tolle Muster, denen man leicht verfallen kann. Damit mir das weniger häufig (im besten Fall natürlich gar nicht mehr) passieren kann, habe ich mich vor etwa 1,5 Jahren von einer Reihe an Accounts verabschiedet und sie durch inspirierende Varianten ersetzt. Weil das alleine aber natürlich nicht die Lösung ist (immerhin liegt das Problem meist ja doch tiefer verborgen), haue ich mir selbst jedes Mal auf die Finger, wenn ich mich dabei ertappe, dass ich mal wieder unnötige Vergleiche ziehe und versuche, die schlechten Gedanken loszulassen. 

3. Toxische Freundschaften beenden

Früher glaubte ich, meine Freundschaften seien das Beste, das mir passiert ist, ohne Ausnahme oder Zwischenfälle. Natürlich gab es Streitereien und auch mal Funkstille, aber dass ich tatsächlich einmal in eine toxische Freundschaft schlittern könnte, hätte ich damals nie geglaubt. Auf schöne Momente folgten Anschuldigungen, Zweifel, reihenweise Absagen mit fragwürdigen Ausreden und das Gefühl, ständig hinterfragt zu werden. Eine Menge Zeit und eine ganze Reihe an Vorfällen brauchte es aber dennoch, bis ich eines Tages verstand, dass sich jenes verkommene Verhältnis niemals ändern würde, egal wie häufig ich mit Chancen und klärenden Gesprächen um mich werfen würde. So eine Trennung von einer jahrelangen Freundschaft ist schmerzhaft und doch war es einer der wichtigsten Schritte, die ich für eine gesündere Psyche gemacht habe, denn selbst viele gemeinsame Jahre sollten kein Grund sein, an einer Person festzuhalten, die mehr Kummer bringt, als schöne Zeiten.

4. Am Ende des Tages einen positiven Gedanken fassen

In der Vergangenheit habe ich häufig davon gelesen, man solle am Ende des Tages drei Dinge aufzählen, für die man dankbar ist. Weil ich in solchen Vorhaben leider zu inkonsistent bin, versuche ich lieber, vor dem Einschlafen einen positiven Gedanken zu fassen oder an ein schönes Erlebnis zu denken, um negatives Gedankenwirrwarr aus meinem Kopf fernzuhalten. Denn hat das einmal angefangen, endet alles in einem Strudel, der selbst bis zum nächsten Morgen nicht aufhören will. Wenn ich partout keinen positiven Gedanken fassen kann, höre ich übrigens Hörbücher, bis ich irgendwann einschlafe.

 
 
 
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5. Keinen Alkohol trinken, wenn die Grundstimmung schlecht ist

Dem Aufruf, ein Gläschen Wein würde mich schon aufmuntern, folge ich nicht mehr, seit besagtes Gläschen in einer Flasche endete und mich in einen furchtbaren Abend voller Panikattacken und weniger munteren Gedanken jagte. Mittlerweile kenne ich mich gut genug und weiß, dass Alkohol meine anfängliche Melancholie rasend schnell in depressive Gedankenkreise befördern kann und winke an solchen Tagen lieber ab, statt zu glauben, dass ich tatsächlich glücklich lachend durch den Raum tanzen könnte, auch wenn es natürlich noch immer Momente gibt, in denen ich glaube, ich könne meine Gefühle in ein, zwei Gläsern ersaufen.

Welche Dinge habt ihr füre eine gesündere Psyche begonnen, geändert, oder gar aufgegeben?

8 Kommentare

  1. Lotti

    Danke für deine schönen Texte und deine Offenheit. Es tut so gut, dass dieses Thema nun auch vermehrt im medialen Raum Platz finden <3!

    Antworten
  2. Maja

    Liebe Julia,
    Danke für den schönen Artikel. Ich bin auch gerade dabei mein Instagram auszusortieren… mich würde interessieren durch welche inspirierenden Varianten du die gelöschten Accounts ersetzt hast. Vielleicht wäre das nochmal ein Thema für einen ganzen Blog?

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    1. Julia Carevic Artikelautor

      Danke dir, liebe Maja! Ich habe es in jedem Fall auf dem Schirm, fürs Erste kann ich aber sagen, dass es Accounts sind, die mich auf ganz unterschiedliche Weise inspirieren / mir Freude bringen. Darunter sind zum Beispiel @emilia__antonina (Buchtipps), die Künstlerin @fayeweiwei, der Account @unoduetrecultura, der Stylist @dogi_ und die Instagrammerin @alizeegamberini – vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei 🙂

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  3. Ava

    Danke für deinen Artikel ☺️

    Wenn bei mir ein negativer Gedanke /ein negatives Gefühl hochkommt, dann rufe ich mir in Erinnerung, dass ich selbst entscheide, wie ich mich fühlen möchte oder über eine Sache denke.
    Das hilft mir, aus zB einer vermeintlichen Opferrolle herauszukommen und Eigenverantwortung zu übernehmen.
    LG Ava

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  4. Jasmin

    Ich finde Punkt 3 so so wichtig! Dabei geht es nicht nur um toxische Freundschaften, sondern um toxische Beziehungen generell. Es ist manchmal unendlich schwer sich davon zu trennen, aber man wird schnell merken wie gut es einem danach geht. Wieviel Ballast man dadurch abwirft.
    Liebe Grüße
    Jasmin

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  5. Isabel

    Das „6 Minuten-Tagebuch“ kann ich jedem ans Herz legen. Es hilft dabei, die Gedanken weg vom Negativen und hin zu positiven Aspekten des eigenen Lebens zu lenken und braucht wirklich nur 6 Minuten am Tag: drei morgen, drei abends. Siehe Amazon.

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