Internet Finds // Die Serie „I’m not ok with this“, ein Talk über „Blackfishing“ & richtig gute Bücher

06.03.2020 Leben, Gesellschaft, box1

In Zodiac Signs we trust:

Über Sternzeichen lässt sich streiten, keine Frage. Bei diesem Account hier gerate ich allerdings regelmäßig ins Schwitzen, weil „Aries“ gepaart mit meinem Aszendenten „Leo“ nicht selten voll ins Schwarze trifft, und frage mich: Ist da vielleicht doch was dran?

 
 
 
 
 
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Ist es radikal, wütend zu sein?

Für Frauen schon. Wut wird als unkonstruktiv gebrandmarkt, um weiblichen Forderungen die Wucht zu nehmen. Schluss damit, fordert Teresa Bücker in ihrer aktuellen Kolumne deshalb ganz richtig.

„Wenn meine kleine Tochter wütend wird, versuche ich, ihr das Gefühl zu spiegeln. »Du bist wütend. Warum bist du wütend?«, frage ich sie. Und sage: »Es ist gut, manchmal wütend zu sein.« Natürlich erleben Kleinkinder ihre Wutausbrüche anders als später, wenn sie ihre Gefühle besser reflektieren können, doch mir ist wichtig, dass sie möglichst viele davon benennen und herauslassen kann. Sie soll lernen, dass Wut ein legitimer Teil von ihr ist, dass sie sie zeigen darf, ohne dass ich sie weniger liebe. Dass ich ihre Wut wahrnehme und wissen möchte, was dahintersteckt.

Gefühle sind geschlechtsneutral – in der Theorie. Doch in den meisten Kulturen folgen der Ausdruck und die Bewertung von Gefühlen bestimmten Normen, wie dem Geschlecht oder der ethnischen Herkunft. Dass Mädchen und Jungen, Frauen und Männer auf ihre Gefühle unterschiedliche Reaktionen bekommen und daher diese auch anders zeigen, ist gut erforscht und relativ bekannt.“ 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Teresa Bücker (@fraeulein_tessa) am

Der Text ist zuerst im SZ Magazin erschienen und kann ab sofort auch online nachgelesen werden.

Serien-Tipp:
I Am Not Okay With This
Von Pubertät und Paranormalem

Wenn sich die Macher*innen der beiden großartigen Serien „Stranger Things“ und „The End Of The F**** World“ erneut zusammen finden, um uns mit einem abermals grandiosen Werk durch die Tristesse des endenden Winters zu tragen, dann kann ich das erstmal nur begrüßen. Nach den ersten Folgen „I Am Not Okay With This“ weiß ich außerdem: Enttäuschungen muss niemand fürchten. Zwar ist die Kost relativ leicht und eine Folgen je nur maximal 20 Minuten kurz, aber beides ändert nichts an der Genialität dieser jungen Schauspieltalente, die wir bei dem Versuch beobachten, irgendwie erwachsen zu werden ohne den Verstand zu verlieren. Pubertät und Paranormales kommt da auf uns zu, zusammengefasst in wunderbaren Bildern und einem Tagebuch, das als Erzählstimme der Protaginistin die Geschichte trägt. Auf mehr habe ich derzeit gar nicht gewartet. „I Am Not Okay“ ist großartig, wenn ihr mich fragt:


Drei richtig gute Bücher:

Ich kann mich derzeit kaum mehr retten vor lauter Lesestoff, den womöglich niemand von uns missen sollte. Sprache und Sein von Kübra Gümüsay ist für mich längst das beste Buch des Jahres, nun aber stehen zwei weitere Werke auf meiner To-Read-Liste:

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Hanser Berlin Verlag (@hanserberlin) am

Delphine Horvilleur beleuchtet in ihrem Essay „Überlegungen zur Frage des Antisemitismus“ den Zusammenhang von Antisemitismus, Faschismus und Misogynie und stellt sich der Frage einer jüdischen Identitätspolitik – auch außerhalb Israels. 

„Wo liegen die Ursprünge antisemitischen Denkens? Was heißt es, jüdisch zu sein, ohne den definierenden Blick des Antisemiten? Und wie hängen Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit zusammen? Delphine Horvilleur ist eine von drei Rabbinerinnen Frankreichs und eine der einflussreichsten Stimmen des liberalen Judentums in Europa. In ihrem Essay beleuchtet sie die fatalen Parallelen von Antisemitismus, Faschismus und Misogynie. Dabei spannt sie den Bogen von religiösen Texten bis hin zur politischen Gegenwart. Ihr Buch eröffnet uns eine neue Perspektive auf eine alte Frage, die sich in unserer Gegenwart erneut mit großer Dringlichkeit stellt.“

Ein wahrer Fall – Maggie Nelson hingegen schreibt über den brutalen Mord an ihrer Tante und den Umgang mit Mord und Trauer in unserer sensationslüsternden Gesellschaft.

„Im Frühjahr 1969 sucht Jane Mixer eine Mitfahrgelegenheit, ihre ersten Semesterferien will sie zu Hause in Muskegon, Michigan, verbringen. Dort angekommen ist sie nie: Sie wird brutal ermordet, ihre Leiche am nächsten Tag ein paar Meilen vom Campus entfernt gefunden, mit zwei Kugeln im Kopf und einem Nylonstrumpf um den Hals. Jahrzehntelang gilt der Fall als ungelöst, bis er 2004 erneut aufgenommen wird – durch einen positiven DNA-Abgleich wird ein neuer Verdächtiger identifiziert und vor Gericht gestellt. Mit großer gedanklicher Klarheit nähert sich Maggie Nelson dem mysteriösen Tod ihrer Tante Jane und dem Prozess, der ihn nach 35 Jahren wieder aufrollt – und versucht dabei, das Wesen von Trauer, Gerechtigkeit und Empathie zu ergründen.“

Karakaya Talk: 
Blackfishing: Bist du Schwarz oder tust du nur so? 

Unbedingt ansehen: Unsere fabelhafte Fabienne am Tisch des legendären Karakaya Talks:

„Ist es okay, sich “andere” Kulturen anzueignen, weil man sie interessant findet und sich von ihnen inspirieren lassen möchte? Oder gehört mehr dazu, wie das Auseinandersetzen mit gesellschaftlichen Strukturen, kulturellem Erbe und dem Alltag der Menschen, die eine Gesellschaft und Kultur formen? Sind Schwarze Menschen trendy und dürfen sich nicht-Schwarze Menschen so kleiden, schminken, operieren und gebärden, dass sie als Schwarz wahrgenommen werden? Dürfen alle alles? Wo hört kulturelle Wertschätzung auf und wo beginnt kulturelle Aneignung?“

Kleiner Reminder:

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Toyah Diebel (@toyahgurl) am

Und große Bewunderung:

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von New York Magazine (@nymag) am

Spenden an die „Seebrücke“

Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Migration ist und war schon immer Teil unserer Gesellschaft! Statt dass die Grenzen dicht gemacht werden, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen.

Die SEEBRÜCKE ist eine internationale Bewegung, getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und erwarten von der deutschen und europäischen Politik sofort sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder noch auf der Flucht sind – kurz: Weg von Abschiebung und Abschottung und hin zu Bewegungsfreiheit für alle Menschen.

Hier entlang geht es zur Petition „Schutzsuchende in Griechenland und an der Grenze: Sofort aufnehmen und Leben retten!„. Hier könnt ihr selbst aktiv werden. Und hier könnt ihr spenden.

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von SEEBRÜCKE (@seebrueckeoffiziell) am

„Seit fast einer Woche werden die Menschenrechte in Griechenland für Schutzsuchende ausgesetzt, gelten sie nicht für alle, gelten sie für keinen. Wir sind wütend und werden niemals still sein, wenn Menschen an der Grenze ermordet werden. In nur wenigen Tagen gab es fast 50 Demonstrationen, weitere sind geplant. Wir sehen eine unmenschliche Eskalation, getragen durch SPD, CDU und die EU-Kommission. Werdet aktiv, startet Aktionen, lasst das Unrecht nicht unbeantwortet. Es gibt mehr als 140 Städte sichere Häfen, sie alle stehen für eine Gesellschaft, die diese rassistische Abschottung nicht mittragen will. Jetzt müssen wir uns dem gemeinsam entgegenstellen, auf der Straße, in den Rathäusern, in den Landtagen und in unseren Nachbarschaften. Für eine humane Aufnahme und gegen die rassistische Abschottung!“

Das TIME „#WomenOfTheYearProject“

Kann sich das hier vielleicht auch mal ein deutsches Magazin abschauen?

„For 72 years, TIME named a Man of the Year. With a few exceptions, it was almost always a man, usually a President or a Prime Minister or perhaps a titan of industry. Throughout history, these are the kinds of men who have wielded influence over the world.

In 1999, Man of the Year gave way to Person of the Year. While the name rightly changed, too often the choice was the same. With this 100 Women of the Year project, we’re spotlighting influential women who were often overshadowed. This includes women who occupied positions from which the men were often chosen, like world leaders Golda Meir and Corazon Aquino, but far more who found their influence through activism or culture. As former TIME editor-in-chief Nancy Gibbs writes, this project is an exercise in looking at the ways in which women held power due to systemic inequality. “Women,” Gibbs writes, “were wielding soft power long before the concept was defined.”

To recognize these women, we have created 89 new TIME covers, many of which were designed by prominent artists. We left intact the 11 covers for women who had been named Person of the Year. The 100 choices in this project are the result of a months-long process that began with more than 600 nominations submitted by TIME staff; experts in the field; our creative partner, filmmaker Alma Har’el; and a committee of notable women from various backgrounds.

This process prompted just as many questions as answers: “What does it mean to be a woman?” “How has society failed to acknowledge the contributions of women?” One answer came from feminist organizer Gloria Steinem, whom we picked for 1970, and whom we asked to revisit a piece she wrote that year in TIME called “What It Would Be Like If Women Win”—a rare opportunity to reflect on 50 years of change.“

 
 
 
 
 
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Denkanstoß:

 
 
 
 
 
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Habt ein schönes Wochenende, ihr Tollen.

 
 
 
 
 
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