Kassensturz: 4 Arbeitstage, ein Bauwagen & 1.600 Euro netto in Hamburg

So gut, dass angeregt durch smarte Leser*innen und Redaktionsmeetings der Kassensturz ins Leben gerufen wurde. Ein Format, in dem die This Is Jane Wayne Community über Geld, Routinen, Ausgaben und Einahmen plaudern darf – und soll. Keinesfalls ein neu erfundenes Rad, dafür aber ganz offen und ehrlich erzählt, damit auch ihr etwas von der viel besungenen und dringend notwendigen Transparenz in Sachen „über Geld reden“ habt. Jedes Mal eine andere, neue Lebensrealität. Und dieses Mal eben die von Yvonne.

Habt ihr vielleicht sogar selber Interesse und Zeit wie Energie, eine Woche mit uns zu porträtieren? Vielleicht auch Tipps und Anregungen für unser Format? Lasst uns gerne einen Kommentar da.

Yvonne ist 34 und Visual Merchandiserin

Hi, ich bin Yvonne! Ich lebe allein in einer wundervollen, kleinen Wohnung in Hamburg und bin 34 Jahre alt. Ich habe schon in verschiedenen Städten gelebt – zuletzt ein paar Jahre in Berlin. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing gemacht. Dass ich seitdem in diesem Beruf arbeite, kann ich manchmal selbst kaum glauben. Mir war meine Unabhängigkeit nach dem Abi super wichtig und irgendwie bin ich dann bei der Ausbildung zur Visual Merchandiserin gelandet.

In meinem Job geht es im Grunde um Waren- & Produktpräsentationen, Schaufenstergestaltung und alles drumherum. Vor Corona habe ich zudem Neueröffnungen in anderen Ländern betreut und Trainings gegeben. Das fehlt zur Zeit leider komplett. Auch wenn es fast 15 Jahre sind, liebe ich meinen Beruf noch immer sehr und wundere mich oft, dass meine Kreativität bis dato nicht ausgeschöpft ist. Aktuell arbeite ich nur wenig, weil der Mode-Einzelhandel in Hamburg seit Monaten geschlossen ist und ich deshalb schon länger in Kurzarbeit stecke.

Seit fast drei Jahren arbeite ich bewusst nur noch vier Tage die Woche. Ob es daher kommt, dass ich seit fast 15 Jahren Menschen irgendwie zum Konsum verführe, weiß ich nicht. Allerdings habe ich mich vor ein paar Jahren mehr und mehr gefragt, was mir eigentlich wichtig ist und was mich glücklich macht. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es Geld und Habseligkeiten nicht sind. Es geht eher darum, Zeit zu haben, frei zu sein, um Familie und Freunde, weniger Besitz und bewussteres Leben. Der Klassiker. Im Einzelhandel kann man übrigens nicht reich werden –zumindest bin ich in all den Jahren nicht dahinter gekommen, wie. Also dachte ich mir: ein paar Euro mehr oder weniger machen den Kohl am Ende auch nicht fett.

Seitdem bekomme ich also weniger Gehalt und muss nur noch vier Tage arbeiten. Ich bin bis heute sehr glücklich mit der Entscheidung und obwohl es immer mal Situationen gibt, in denen das Gefühl von „ein bisschen mehr Geld wäre schon schön“  hochkommt, bin ich insgesamt super zufrieden. Vinted und Ebay-Kleinanzeigen sind sowieso längst treue Begleiter und wenn ich mir mal etwas nagelneu kaufen möchte, finde ich das schon fast aufregend. Zuletzt ergatterte ich eine neue Bratpfanne und endlich einen Rucksack. Life changing. Bis auf einen uralten Bausparvertrag habe ich jedoch keine Sparanlagen und lande eigentlich fast jeden Monat auch immer bei Plusminusnull. Das möchte ich in Zukunft ändern. Ein bisschen was zurücklegen würde ich nämlich schon gern.

Mein Geld geht für Lebensmittel, Wein und Kaffeetrinken an der frischen Luft drauf. Ich bestelle nicht gern Essen und schmiere mir Stullen für die Mittagspause oder koche vor – das spielt mir finanziell natürlich in die Karten. Alles Geld, was über bleibt, fließt zur Zeit übrigens in meinen Bauwagen. Der steht außerhalb von Hamburg und ich baue ihn Stück für Stück aus. Dort leben möchte ich nicht, aber ich liebe die Mischung aus Stadtleben und Ruhe im Wald. Für größere Anschaffungen oder Reisen habe ich es eigentlich schon immer gut hinbekommen, Geld beiseite zu legen und anzusparen. Ich habe meine Ausgaben schon während meiner Ausbildung aufgeschrieben. Einfach, um überhaupt mit meinem Geld auszukommen. Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen und habe früh gelernt, mit Geld umzugehen. Einen genauen Überblick über meine Finanzen zu haben, ist mir also sehr wichtig und irgendwie macht es mir auch Spaß, mit meinem Geld zu haushalten. Ich weiß immer, wie es auf meinem Konto aussieht und ich bin eher sehr selten im Dispo.

Gehalt 1.600 € netto (inkl. Fahrtkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel)

Miete inkl. Nebenkosten, GEZ und Internet  710 €

Versicherung  15 €

Bausparen  25 €

monatliche Spenden 10 €

Handy und Spotify  20 €

_____________________________________________

Monatliche Fixkosten:    780 €

MITTWOCH

 

Meine Woche startet am Mittwoch und beginnt mit einem freien Tag. Davon habe ich seit einem Jahr ziemlich viele. Das hat einige Vorteile, aber mittlerweile freue ich mich über jeden Tag, an dem etwas passiert – so wie heute: meine Schwester bringt mir morgens ihre beiden Kinder zum Aufpassen vorbei. Die beiden sind neun Monate und vier Jahre alt und wohnen praktisch nebenan. Die drei sind meine feste Corona Begleitung. Es ist eine Win-Win Situation für uns alle: Meine Schwester hat ein paar Stunden Auszeit, ich Action. Die Sonne scheint, also geht’s den ganzen Tag raus auf den Spielplatz.

Weil ich die beiden gut kenne, bin ich bestens mit Snacks ausgestattet und kaufe am Nachmittag nur ein Rosinenbrötchen beim Bäcker. Am Nachmittag werden die Kinder wieder von den Eltern eingesammelt und für mich gibt es ein schnelles Käsebrot mit Oliven. Mein Kühlschrank gibt nicht mehr viel her, aber ich habe keine Lust einkaufen zu gehen. Bei einem Glas Weißwein halte ich lieber einen Plausch mit einer Nachbarin am Gartenzaun. Ab morgen soll das Wetter nämlich schlechter werden.

Rosinenbrötchen für Frieda: 0,90€

 

DONNERSTAG

Heut startet mein Tag um 8:00 Uhr auf der Arbeit. Es werden nur ein paar Stunden sein, aber ich freue mich, etwas rauszukommen und die neue Sommerkollektion zu sehen. Ich wohne nicht weit entfernt von meinem Arbeitsort und kann mit dem Fahrrad fahren. Nach der Arbeit gibt es einen Kaffee auf die Hand und einen Spaziergang mit einer Kollegin, die Freundin zugleich ist. Auf dem Rückweg fahre ich einen kleinen Umweg und sammle noch eine große Plane ein. Die habe ich bei Kleinanzeigen gefunden und sie soll meinen Bauwagen vor dem angesagten Regen schützen. Zum Glück passt sie in meinen Rucksack.

Die Plane ist brandneu und war ein Schnäppchen. Die Freunde ist also groß. Für das Abenbrot halte ich noch bei einem kleinen Gemüsestand an, um etwas Frisches zu haben. Den richtigen Einkauf schiebe ich um einen weiteren Tag, denn auch heute fehlt mir irgendwie die Lust nochmal unter Menschen zu sein. Ich mache mir ein 1A Resteessen plus Gemüse und habe einen Facetime-Call mit einer Freundin. Wir essen praktisch zusammen Abendbrot.

Kaffee: 3,70€

Plane: 10,00€

Gemüse: 10,00€

FREITAG

Durch die ganze freie Zeit habe ich mittlerweile eine Morgenroutine, die gerne auch mal ein paar Stunden dauern kann. Nach dem ersten Kaffee im Bett, kommt eine ausgiebige Yoga-Einheit. Anschließend frühstücke ich ganz in Ruhe und mache mich fertig für den Tag. Mit der gesammelten Energie geht es dann zum Einkaufen. Einen wirklichen Plan habe ich nie. Allerdings bin ich routiniert bei dem, was ich mir so koche und kaufe oft dieselben Dinge. So gut es geht, achte ich auf saisonales, unverpacktes Bio-Zeug und nicht wirklich auf’s Geld. Gutes Essen kostet eben etwas mehr und das gebe ich auch gern aus. Es ist Anfang des Monats, da kommen dann auch gern nochmal ein paar Extras (aka guter Wein, Schokolade) dazu. Weil ich morgen für eine Freundin zum Geburtstag koche, muss ich ordentlich schleppen. Zum Glück ist der Supermarkt nur ein paar Minuten Fußweg entfernt.

 
 
 
 
 
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Am Nachmittag bin ich mit einer Freundin zum Spaziergang verabredet. Wir drehen eine große Runde. Auf dem Rückweg sammle ich noch ein Geschenk für den morgigen Geburtstag ein und eine Kleinigkeit für meine Mama zum Muttertag. In Hamburg ist nur Pick & Collect möglich. Das finde ich ganz schön, weil man sich ganz bewusst aussuchen kann, wen man mit seinem Kauf unterstützen mag. Am Abend mache ich nochmal einen kleine Radtour durch halb Hamburg. Ich habe ein Buch bei Kleinanzeigen gefunden, das morgen als Geburtstagsgeschenk dienen soll. Meine Freundin und ich haben mal zusammen einen Heilkräuter-Spaziergang gemacht, und da fand ich ein Buch zum Nachschlagen ganz passend. Den Abend verbringe ich wieder auf der Couch. Es regnet, und das kommt mir zum Serienabend sehr gelegen.

Lebensmitteleinkauf: 47,20€

Tee & Geschenk zum Muttertag: 24,80€

Buch von Kleinanzeigen: 5,00€

Wofür hast du zuletzt Geld verschwendet?

Ich habe eine Schwäche für Second Hand Kleidung. Besonders Jacken, Zeug aus den 2000ern und Funktionskleidung haben es mir angetan. Don’t ask. Zuletzt habe ich mir diese beiden Teile gekauft. Ich weiß, dass ich sie nicht super oft tragen werde, aber sie machen mich glücklich. Eindeutig Verschwendung. Ich habe zudem immer frische Blumen Zuhause und bestelle regelmäßig Wein. Wobei Verschwendung da irgendwie auch das Falsche Wort ist.

SAMSTAG

Heute tausche ich Yoga gegen eine Runde Laufen an der Elbe aus. Nach einem großen Frühstück, fange ich an für das Geburtstagsessen zu kochen. Es gibt die beste vegane Bolognese á la Yvonne und einen Schokokuchen. Ich war nie eine begeisterte Köchin, aber seitdem ich Corona-bedingt so viel Zeit zu Hause verbringe, finde ich kochen irgendwie richtig gut. Außerdem bekommt man die Zeit rum und weil ich Essen liebe, freue ich mich über die entfachte Leidenschaft. Nebenbei höre ich einen Podcast nach dem anderen. Weil heute Feiertag ist und ich die Schokolade für die Kuchenglasur gestern Abend aus Versehen aufgegessen habe, muss ich nochmal kurz zum Kiosk. Nachdem der Kuchen verziert ist, habe ich noch einen Schnelltesttermin. Ich habe ihn extra in einem anderen Stadtteil gemacht, damit ich einen Grund für einen Spaziergang habe. Der Abend mit dem Geburtstagskind ist super schön und wird zu einer Übernachtungsparty mit viel Wein, Bolo und Kuchen. Wir hören Musik und quatschen die halbe Nacht.

Schokolade: 1,50€

 

SONNTAG

Ein wenig verkatert verbringe ich noch den halben Tag  bei meiner Freundin auf der Couch. Wir frühstücken spät und bleiben den ganzen Vormittag im Schlafanzug. Es gibt viel Kaffee gegen den kleinen Kater. Meine Freundin wohnt direkt am Wald und wir gehen am Nachmittag eine Runde raus. Spazierengehen spielt, wie bei so vielen, seit der Pandemie eine große Rolle in meinem Leben. Nachdem wir den restlichen Kuchen aufgefuttert haben, mache ich mich auf den Heimweg. Der Tag endet unspektakulär auf dem Sofa. Ich telefoniere noch mit meinem Papa und einer Freundin und gebe mich dann einer neuen NDR Nordstory hin. Zum Abendbrot finde ich noch eine Packung vegane Nuggets im Kühlschrank. Nicht besonders ausgewogen, aber für meine Verhältnisse habe ich in dieser Woche schon mehr als genug gekocht.

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MONTAG

Meine neue Woche startet um 7:00 Uhr mit Kaffee im Bett. Ich bin irgendwie motiviert meine Wohnung aufzuräumen, mache mir Musik an und wusle erstmal zwei Stunden rum. Um 10:00 Uhr sitze ich mit einem Sellerie-Beeren-Shake vor meinem Laptop. Der Shake zum Ausgleich für die Nuggets am Vorabend und der Laptop, weil ich ein Arbeits-Meeting habe. Nach dem Mittag geht es nach draußen. Ich muss zur Schneiderei. Der Reißverschluss meiner Lieblingsjeans ist kaputt – und das muss schnellstmöglich behoben werden.

Nähen macht mir leider so gar keinen Spaß, da ist eine Schneiderei des Vertrauens essentiell. Das Gefühl, reparierte oder angepasste Klamotten abzuholen, liebe ich. Anschließend drehe ich eine große Runde durch meinen Lieblingspark. Weil ich Bock auf Nudeln hab, mache ich auf dem Heimweg einen Halt im Biomarkt und kaufe ein paar Kleinigkeiten. Der Spaziergang hat mich so in Schwung gebracht, dass ich nach dem Abendbrot noch mit meinen Steuern anfange. Keine Ahnung.

Schneiderei: 14,00€

Biomarkt: 12,60€

DIENSTAG

Heut arbeite ich den ganzen Tag. Weil ich um 8:00 Uhr anfange, bleibt nicht viel Zeit für eine ausgedehnte Morgenroutine. Macht nicht’s! Schnell einen Kaffee plus Müsli rein und ab auf’s Rad. Für die Mittagspause hab ich Reste-Nudeln von gestern dabei. Ich koche meist extra so viel, dass ich für den nächsten Tag noch ein Mittagessen hab. Also gibt’s nochmal Nudeln. Danach hole ich mir noch was Süßes aus der Snackbox. Eine gemeine Kiste, in die man Kleingeld schmeißt und sich dann was zum Naschen nehmen kann. Die acht Stunden Arbeit vergehen wie im Flug und ich merke, wie ich meinen Job und das Arbeiten vermisse. Nach Feierabend passiert noch etwas Spannendes: Ich kaufe mir ein neues Fahrrad.

Ich bin Typ Zweitrad und hatte neben meinem Rennrad immer noch ein Altes: Für Regen und Partynächte. Leider hat es nun das zeitliche gesegnet und ich habe über Kleinanzeigen ein Neues gefunden. Die erste Fahrt nach Hause verläuft, trotz Regen und Sturm, einwandfrei und ich bin super happy mit meinem neuen Schätzchen. Ich packe noch ein Päckchen für meine Mama zum Muttertag und mache es mir auf meinem Sofa gemütlich.

Snackbox: 2,00€

Fahrrad: 45,00€

Gesamt: 173,10€

Die Woche ist rum und irgendwie hat es mir Spaß gemacht, meine Ausgaben aufzuschreiben. Insgesamt war es eine eher durchschnittliche Woche. Das Fahrrad und die Geschenke waren zwar Extra-Ausgaben, aber die kommen schon regelmäßig vor. Ganz gleich, ob es Geschenke für mich oder andere sind oder die hoffentlich baldigen Besuche der Außengastronomie. Einsparen könnte ich locker bei den Lebensmitteln, aber das möchte ich gar nicht. Übers Sparen oder die Altersvorsorge werde ich mir in Zukunft allerdings mal Gedanken machen. Vielleicht.

Worauf hast du zuletzt lange gespart?

Auf meinen Bauwagen. Ich habe ihn im Frühjahr 2020 gekauft und auch wenn es ein absolut fairer Preis war, war es für mich eine kleine Investition. Aber dafür habe ich jetzt ein Eigenheim.

Ich habe mit dem Transport so um die 700€ ausgegeben. Den Wagen habe ich bei Kleinanzeigen gefunden und musste gar nicht lange suchen. Er stand nur ein paar Dörfer von unserem Waldstück entfernt und der Besitzer war super nett. Eigentlich sucht man wohl eher lang nach solchen Bauwägen in der Größe – also gehe ich mal davon aus, dass der Wagen für mich bestimmt war. Schicksal oder so. Das Grundstück gehört meiner Schwester und meinem Schwager. Es liegt circa 20 Minuten Autofahrt oder Bahnfahrt von Hamburg entfernt und es ist seit etwa zwei Jahren in ihrem Besitz. Es steht eine kleine Hütte drauf, die von meiner Schwester und meinem Schwager renoviert wird.

Meine Mama hat mich Anfang 2020 gefragt, warum ich nicht mein eigene kleines Projekt habe, wie zum Beispiel ein Bauwagen. Ich fand die Idee toll. Ich hab es vorher schon geliebt, Zeit dort zu verbringen und zu werkeln und zu gärtnern. Im Mai haben wir den Wagen schließlich geholt und seitdem steht er dort. Dadurch, dass ich den Ausbau so gut es geht mit Kleinanzeigen-Material umbaue, dauert alles natürlich lange. Aber das ist auch vollkommen okay. Ich habe meine Leidenschaft für’s Gärtnern entdeckt und die ganzen letzten Wochen nur Blumen gepflanzt und umgegraben. Jetzt, da das Wetter langsam besser wurde, haben wir auch schon die ein oder andere Nacht im Wald übernachtet. Es gibt nichts schöneres, als dort aufzuwachen.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich viel Zeit mit meiner Nichte und meinem Neffen verbringe und unser Wald fühlt sich irgendwie ein bisschen wie alternatives Leben an. So kann man hier und da auch mal reflektieren, wie wir in Zukunft leben wollen. Vielleicht sogar mit mehreren Generationen unter einem Dach oder einfach ganz anders als heute oder wie auch immer. Aber das ist alles noch recht abstrakt und solange nutze ich Bauwagen und Wald zum Ausgleich.

Weil der Kauf recht spontan war, habe ich praktisch die Hälfte der Summe vorher gespart, dann gekauft und dann nochmal ein paar Monate ein wenig auf mein Geld geachtet und somit den Rest wieder ausgeglichen. Das hat gut geklappt. Als nächstes muss ich ein wenig mehr Geld ausgeben, um das Holz für die Innenkonstruktion zu kaufen. Das bekommt man nicht so wirklich gebraucht. Größere Fenster hab ich schon hier (Kleinanzeigen) und auch die Dämmung (von irgendwelchen Baustellen übergeblieben) liegt bereit. Aber wie gesagt, es gibt keinen Zeitplan und erstmal sind mir meine angebauten Kartoffeln wichtiger. Wenn ich das hier so aufschreibe und darüber nachdenke, komme ich mir manchmal vor, als würde ich ein Doppelleben führen: Mein Job, der viel mit Reisen, Konsum und Mode zu tun hat und dann das komplette Gegenteil: drei Tage im Wald mit Wasser aus dem Bach und ohne Spiegel. Ich glaube fast, dass das alternative Leben bei mir irgendwann die Überhand gewinnen wird.

11 Kommentare

  1. Suzie

    Einfach nur schön. 🙂 Liest sich wie Pipi, die erwachsen geworden ist – aber halt nicht so richtig. Immer noch Pipi.
    Schöne Gedanken und der Versuch, bestmöglich alles miteinander zu verbinden.
    Ist nicht ganz mein Leben, macht aber Spaß zu lesen. Viel Glück weiterhin…

    Antworten
  2. L.

    Am Thema Kassensturz vorbei und nur auf den Bauwagen etc bezogen: ich habe gerade den YouTube Kanal von Isabel Paige durchgesuchtet, vielleicht auch etwas für dich, liebe Yvonne!? Alles Gute dir : )

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  3. miriam

    sehr schön zu lesen. entspricht auch sehr stark meinem leben. liebe grüße. waldleben und stadtleben zu kombinieren ist eine super sache!!

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  4. Leni

    Mal wieder ein wirklich schöner Beitrag in dieser Rubrik – sympathisch, interessant zu lesen und nahbar. Yvonne, du beschreibst deinen Konflikt zwischen der Konsumwelt und dem Naturdasein sehr treffend, ich kann das gut nachvollziehen!
    Zudem denke ich, dass du mit den vielen kleinen Aktionen in deinem Alltag (Second Hand Shopping, bewusste Käufe, reduzieren auf das Wesentliche) einen schönen Beitrag leistest und ich konnte mir den ein oder anderen Input von dir mitnehmen. Als Hamburgerin würde mich interessieren, welche unabhängigen kleinen Läden/Boutiques oder Cafés du so empfehlen kannst – ich habe den Playground Kaffee auf einem Bild erkannt, den kenne ich und finde die Rösterei super 😉 Freue mich über Inspiration! Danke in jedem Fall für die Einblicke in deine Kasse & alles Gute dir!

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    1. Yvonne

      Hello. Danke für dein Feedback. Da freue ich mich sehr drüber!

      Tatsächlich bin ich in sowas gar nicht gut. Ich höre am liebsten auf Tipps von Freund:innen oder Fremden und gehe dann immer wieder hin – typisches Gewohnheitstier.

      Wenn ich die Tage etwas Ruhe hab, schreib ich gern ein paar Lieblingsläden (aka Essen und Trinken) auf.

      Liebst.

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  5. Anya

    Wow, Dankeschön für diesen interessanten & inspirierenden Kassensturz! So ein Bauwagen mit Grundstück oder ein Schrebergarten, davon träume ich auch als Ausgleich zum lauten, tobenden Citylife 😉

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  6. Melanie

    Ein wirklich toller Kassensturz: Sehr sympathisch geschrieben und das Lesen hat mir mehrfach ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert. Habe auch gerade festgestellt, dass ich ums Eck vom pinken Fahrrad wohne 😉 vllt. läuft man sich also mal über den Weg liebe Yvonne.

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