Nachgefragt:
DJ Susanna Kim über die besten Bücher, ihre liebsten Beauty-Produkte & einen Doku-Tipp in Podcastform

29.10.2021 Mode, Interview

In unserer „Nachgefragt“-Interviewreihe widmen wir uns Personen, die wir besonders spannend und inspirierend finden. Dieses Mal hat sich die DJ und Künstlerin Susanna Kim, auch bekannt als iamkimkong, unseren Fragen gestellt.

Zugegeben, Susanna steht schon länger auf meiner Liste jener Personen, die ich euch im Rahmen der Nachgefragt-Reihe vorstellen wollte, jetzt also ist es endlich so weit: Zwischen jeder Menge Projekten hat uns die DJ aus Berlin die besten Bücher, ihre liebsten Beauty-Produkte und einen Doku-Tipp in Podcastform verraten. Wer Susannas Klängen außerdem auch mal außerhalb von Clubs lauschen möchte, die*der kann das auf Spotify und Soundcloud tun.

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Susanna Kim (@iamkimkong)

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Susanna Kim (@iamkimkong)

Du arbeitest als DJ — hast du das Gefühl, dass es in einer solch männerdominierten Branche als Frau schwieriger ist, erfolgreich zu sein?

Für mich war die Einstiegshürde sehr hoch, es gab einfach nicht so viele Role Models und ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass ich als Frau auch auflegen kann. Erfolgreiche weibliche DJs gibt es aber natürlich eine ganze Menge, was mich freut! Nichtsdestotrotz gibt es – wie leider in vielen Bereichen – mehr Hürden für Frauen als für Männer. Ich habe bspw. erst gestern einen Artikel über Alterdiskriminierung bei weiblichen DJs gelesen

Wann bist du mit deiner Arbeit so richtig zufrieden?

Oh, das kommt ganz darauf an, welches Ziel ich verfolge – aber ich gehöre leider zu den Leuten, die sehr kritisch mit sich selbst sind.

Was würdest du deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben?

Mach dir nicht so viele Gedanken, es geht sich schon gut aus.

Wie gehst du mit Rückschlägen um?

Mh, das kommt drauf an. Grundsätzlich: innehalten, verarbeiten, loslassen und weitermachen. Im besten Fall habe ich auch was vom Rückschlag gelernt.

Welche Bücher konntest du nicht mehr aus der Hand legen?

1. „Aufzeichnungen eines Serienmörders“ von Kim Young-Ha

Eines der letzten Bücher, das ich gelesen habe, ist „Aufzeichnungen eines Serienmörders“ von Kim Young-Ha. Ich freue mich, immer mehr koreanische Literatur zu entdecken. Dieses Buch war ein Spontankauf – dabei hat mich die skurrile Story überzeugt: Ein Serienmörder, bei dem Demenz festgestellt wird, plant seinen letzten Mord, um seine Tochter zu schützen. Schön geschrieben und außerdem koreanisch-komisch. Was ich nicht wusste: Kim Young-Ha ist in Korea ein gefeierter Schriftsteller und dieser Roman war sehr erfolgreich – zu Recht, wie ich finde.

2. „GRM. Brainfuck“ von Sibylle Berg.

Zugegeben, es gab Momente, da war ich nicht gut genug aufgestellt, um weiterzulesen. Erschreckend realer, dystopischer Roman über das Leben von vier Jugendlichen in England. Mir gefällt der erfrischend geschriebene Kontrast zum pastell-farbenen Alles-wird-gut-Narrativ und endlich habe ich ein Buch von Sibylle Berg gelesen. Das war schon lange fällig und als ich dann während des Lockdowns die Interview-Folgen bei Hotel Matze gehört hatte, war es umso dringender, mit ihren Werken zu beginnen.

3. „Crying in H Mart“ von Michelle Zauner

Mein Studio-Kollege und Freund Bensh hat mir „Crying in H Mart“ von Michelle Zauner vor einigen Wochen mit den Worten überreicht, er denke, ich solle das lesen. Und Recht hatte er – es geht viel um Identitätssuche und Familienstory einer US-Amerikanerin mit koreanischen Wurzeln und bei all dem spielt das Essen eine große Rolle. Das hat Folgendes in mir ausgelöst: erstens: Neid auf diesen koreanischen Supermarkt, von dem sie erzählt. Zweitens: Ja, viele der beschriebenen Momente fühle ich. Insbesondere diese Verbundenheit zu koreanischem Essen als einem so wichtigen Teil meiner Identität.

Wovon lässt du dich inspirieren?

Meistens helfen mir ein paar Tage Nichtstun, um wieder neue Ideen zu entwickeln.

Und was motiviert dich jeden Morgen, aufzustehen?

Ich arbeite zurzeit an einigen spannenden Projekten – sowohl musikalisch als auch mit meiner Asiancy Su Su. Mit ihr betreue ich u.a. KitschKrieg und Trettmann in den Bereichen Kollaborationen und Partnerships. Erst letzte Woche wurde die KitschKrieg x Lomography Special Edition Simple Use Reloadable Filmkamera nach monatelanger Vorbereitung released. Musikalisch stand bei mir gerade außerdem mein nächster Release vor der Tür: Es ist ein Remix eines Whitney Houston Songs – den gibt es jetzt bei Soundcloud zu hören.

Wie fängt für dich ein guter Morgen an?

Wenn die Sonne scheint und ich ausgeschlafen bin.

 

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Ein Beitrag geteilt von Susanna Kim (@iamkimkong)

Wie verbringst du einen freien Tag am liebsten?

Am liebsten lasse ich mich treiben und mache nur, wonach mir ist. Besonders luxuriös ist es, wenn ich bei strahlendem Sonnenschein einfach im Bett liegen bleibe, statt vor die Tür zu gehen. Und etwas Leckeres essen gehört natürlich auch dazu.

Und wann bist du so richtig entspannt?

Meistens samstags – das ist der Tag, an dem ich es mir am ehesten erlaube, mich treiben zu lassen. 

Auf welche Beauty-Produkte möchtest du nicht mehr verzichten?

Die Seren von Ten Twelve Skincare sind mega. Kennengelernt habe ich die Brand und die Produkte über die Agentur KIM KOM, die im vergangenen Jahr die PR übernommen hat. Die Gründerin und die Geschichte hinter ihren Produkten haben mich gleich so überzeugt, dass ich direkt ins Projekt eingestiegen bin und bei der PR unterstütze. Ich benutze das Vivid H2O täglich und hatte im Winter 2020/2021 zum ersten Mal keine gestresste Winterhaut.

Ich versuche regelmäßig kleine Spa-Rituale durchzuführen und habe dafür das Gesichtsdampfbad von Dr. Hauschka für mich entdeckt. Es hat einen sehr angenehmen Duft und ist echt eine Wohltat und eine Mini-Auszeit – wenn man mit einem Handtuch über dem Kopf über der heißen Schüssel hängt, geht sowieso nichts anderes. Nein, auch nicht eben mal kurz die Nachricht auf dem Handy beantworten.

Credit: Christoph Kümmecke

Von meiner Friseurin Patze habe ich Produkte von Davines empfohlen bekommen, als sie vor einigen Jahren meinen Wunsch nach Beachy Waves mit Hilfe einer Dauerwelle erfüllt hat. Und seitdem benutze ich genau diesen Moisturizer immer dann, wenn meine Haarenden durstig aussehen und ich natürlich schon längst aus der Tür raus sein wollte.

Was bedeutet für dich Schönheit?

Mhhh, ja schwierig. Schönheit ist zu subjektiv und abhängig von Situationen, um etwas Allgemeingültiges zu formulieren.

Was liegt/steht auf deinem Nachttisch?

Bücher, Nagelöl und ein Lichtwecker, der bei mir überhaupt nicht funktioniert.

Was tust du, wenn du dich absolut nicht motivieren kannst?

Wenn’s geht, lass ich das, was ich da machen muss, auch einfach bleiben. Wenn’s nicht anders geht, dann hilft mir manchmal eine Runde an der frischen Luft oder aufräumen – das ist dann so, als würde man im Gehirn kurz Klarschiff machen.

Zeigst du uns deine Interior-Schätze? 

Credit: Christoph Kümmecke

1.

Während des ersten Lockdowns war der Balkon fällig: Endlich haben wir den Boden neu verlegt, die Mauer weiß gestrichen und diese bunten Balkonmöbel bestellt. Für die gute Laune haben wir uns bewusst für diesen Farbton und mal nicht für eine neutrale Farbe entschieden. Und wenn die Sonne scheint und ich auf dem Balkon einen Kaffee in der Sonne trinke, dann fühlt es sich an wie im Eiscafé.

2.

Nachhaltiges Möbelshopping bedeutet auch, dass es 590 Jahre dauert, bis wir uns für etwas entscheiden. Hinzu kommt, dass in unserem Wohnzimmer nicht sonderlich viel Platz ist. Der Thonet-Tisch passt aber wunderbar da rein und dient auch mal als Laptop-Schreibtisch im gemütlichen Home-Office-Stil, weil die Höhe perfekt übers Sofa passt.

Credit Christoph Kümmecke

3.

Ein wunderbarer Neuzugang ist der Vintage-Waschbetonkübel von Kinc.Studio. Eine Fassade aus Waschbeton oder einfach große Flächen aus Waschbeton mag ich nicht so gern, aber bei kleineren Objekten finde ich ihn super.

Credit Christoph Kümmecke

Was steht zurzeit auf deiner Wunschliste?

Brandneu: schöne Ofenhandschuhe. Hahaha!

Was tust du für deinen Körper?

Sport, gute Ernährung und ausreichend Schlaf – wenn’s gut läuft. Das läuft phasenweise gut und phasenweise halt gar nicht, aber in diesem Fall ist der Weg wohl das Ziel.

Auf welches Rezept greifst du immer wieder zurück, wenn du zu Hause bist?

Neu im Repertoire: „Brothy Beans“ − supereinfach und ein gutes Low-Carb-Meal-Prep-Gericht.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Was hat dir in letzter Zeit richtig gute Laune bereitet?

Die Aussicht auf eine Reise im November. Yay!

Lieblings-Snack?

Nüsse!

Dein liebste Restaurant / Café?

Unter der Woche trinke ich gerne mal im Distrikt Coffee einen Cappuccino. Lieblingsrestaurants gibt es zu viele – im Sommer war ich häufiger im 3 Minutes Sur Mer. Ich bin großer Tartar-Fan.

Tobias Lienig

Welche drei Kleidungsstücke möchtest du nicht mehr missen?

1. Nike Air Max Furyosa.

Die habe ich zufällig entdeckt, als ich neulich in Florenz Urlaub gemacht habe und hab mich sehr darüber gefreut, dass ich sie gleich dort kaufen konnte. Ein Einkaufserlebnis in echt: im Laden anprobieren und bezahlen.

Credit Christoph Kümmecke

Credit SteffiKim

2. Der schwarze Hosenanzug von Malaika Raiss:

Ein Lieblingsteil! Die Anzüge von Malaika sitzen einfach spitze. Und in Schwarz ist er natürlich ein Klassiker, der lange währt!

Credit NeyTran

Credit NeyTran

3. Mein Mantel von Filippa K

Gleich vorweg: Den habe ich im Rahmen einer Kampagne bekommen, worüber ich mich sehr freue, denn ich liebe ihn sehr! Tendenziell ist er mir zu groß, aber ich mag ihn so oversized – auch für die kommenden dicken Pullis.

Credit SteffiKim

In welchem Outfit fühlst du dich am wohlsten?

Das ist tagesformabhängig. Aber was klar ist: bitte keine Skinny Jeans.

Welches sind deine liebsten Modemarken?

Ich bin gar nicht so auf bestimmte Marken festgelegt. Wenn es geht, dann kaufe ich lieber bei kleineren Designern als bei den üblichen großen Brands. Ich mag aber alles in allem sehr gerne gradlinige, schlichte Mode.

Wie verbringst du deinen Samstagabend am liebsten?

Ich hätte mal wieder große Lust auf Kino! Am nächsten freien Samstagabend gerne ins Kino mit viel Popcorn.

Welches Lied läuft bei dir auf Repeat?

Ich habe seit Tagen einen Ohrwurm von „Differences“, geremixed von Ticklish – der kommt in meinem nächsten Mix vor. Und „Keiner von den Quarterbacks“ von Schmyt höre ich gerade suuuuper oft.

Die beste Doku?

Ich schaue und höre gerne Dokus. Die letzte Doku-Podcast-Reihe war „Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?“. Sehr spannend aufbereitet und informativ.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

Inhalt laden

Mit welchem Schmuck behängst du dich am liebsten?

Von links nach rechts: Eine schlichte Goldkette, die meine Freundin Sara aus dem Iran mitgebracht hat. Die Uhr habe ich von meiner Mutter geerbt und ist Teil eines Sets. Leider trage ich sie bzw. das Set viel zu selten, aber beim Durchschauen meines kleinen Schmuckbestandes für euren Artikel habe ich mir die Uhr noch mal in Erinnerung gerufen. Rechts auf dem Bild sind Lieblingskette und -armband, ein Set von Malaika Raiss, das ich wirklich häufig trage.

Credit Christoph Kümmecke

Wovor hast du Angst?

Mich beunruhigen einige politische und gesellschaftliche Entwicklungen: der Klimawandel, die Kluft zwischen Arm und Reich, die Tendenzen nach rechts in Europa.

Wann warst du zuletzt traurig?

Ich hab neulich eine Doku über einen 23-jährigen Youtuber gesehen, der während seiner Krebserkrankung auch noch seine ebenfalls junge Schwester bei einem Unfall verloren hat. Leider ist er im Sommer dieses Jahres verstorben.

Und wann warst du zuletzt so richtig glücklich?

Vorhin, als ich mir Zeit für mich genommen habe. Ich war erst beim Sport und anschließend in der Sauna.

Zu welchen Accessoires greifst du immer wieder? 

Ich bin manchmal zu praktisch veranlagt, als dass ich viele unnötige Accessoires habe oder verwende. Was ich aber logischerweise immer bei mir habe, ist ein Portemonnaie und ich mag immer noch dieses von Comme des Garçons, das ich vor Jahren von meiner Schwester geschenkt bekommen habe.

Credit Christoph Kümmecke

Tja, und dann bin ich eigentlich kein Taschentyp, weil ich am liebsten nichts an mir habe bzw. wenn, dann viel zu schwere Dinge mit mir rumtragen muss, die ich zwar mit wenig Stil, aber dafür ohne Rückenschäden im praktischen Rucksack transportiere. Im Verhältnis trage ich diese kleine Tasche von William Fan also wirklich oft. Ein Taschenwunder und nicht nervig! 🙂

Credit Christoph Kümmecke

Was würdest du immer wieder tun und was hättest du lieber anders gemacht?

Och, es gibt ja für alle Entscheidungen auch immer Gründe in der jeweiligen Situation. Und am Ende kann man sowieso nichts daran ändern, deshalb ist es auch ein wenig müßig, darüber nachzudenken.

Und was hilft dir beim Einschlafen?

Journalen, Meditation und lesen.

Was würdest du tun, wenn du Königin von Deutschland wärst?

Die Monarchie abschaffen.

Vielen Dank, liebe Susanna!

Credit: Gary Emekwa

3 Kommentare

  1. Nik

    Super sympathisches Interview. Und danke für den Buchtipp von Kim Young-Ha – klingt wirklich spannend und landet auf der Leseliste.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mehr von

Related