Lesetipp: Retro-Mode – Ich shoppe mir ein Ich zusammen

30.08.2011 Allgemein, Mode

Was bedeutet Retro-Mode eigentlich und ist der Hipster mittlerweile längst wieder out? Woher kommen unsere Vintage Vorlieben überhaupt und warum sagt man eigentlich nicht mehr Second Hand? Eine ganze Mode-Industrie baut auf dem Trend auf: Urban Outfitters, American Apparel und Co. In ihren Geschäften hängt Real Retro nebst neu produzierten Stücken, die auf Vintage getrimmt wurden – alles, um möglichst abgeranzt, individuell zusammengestellt und vor allem abgegrenzt von der Masse auszuschauen. Spiegel Online hat sich einmal genauer mit diesem Trend beschäftigt, die Strategien der Unternehmen herausgearbeitet und ist der Sache geschichtlich auf den Grund gegangen.

Die Redakteurin Katrin Kruse lässt dabei nichts aus, nicht den Hipster, nicht die Marken und auch nicht die zukünftige Entwicklung, denn „tatsächlich, langsam kommt die Individualität aus der Mode. Mittlerweile heißt es: So sehr vom Eigenen besessen ist nur ein Selbst, das sich schon abhanden gekommen ist. Oder nicht mehr kräftig an sich glauben kann.“ Vielleicht hat sie recht und die „Idee des Selbstausdrucks, die als Stil ja nie in Mode sein wollte, weil hier jeder einzelne nur sich selbst verpflichtet war – genau sie ist aus der Mode gekommen. It is so over, sagt der Jargon.“ Aber was meint ihr – ist’s schon vorbei mit der zusammengesuchten Indivudalität oder bleibt er uns noch erhalten, der Vintage-Flohmarkt-Hype?

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4 Kommentare

  1. Miri

    Ich wünschte, es wäre vorbei. Ich kann dieses ganz ich-bin-so-individuell-Gehabe nicht mehr sehen. es langweilt doch, oder? allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass es in Zukunft vorbei ist… warum auch? der wunsch nach Individualität bleibt ja bei den meisten, oder nicht? Verfahrene Situation..

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  2. Ines

    ich habe mir den artikel jetzt zweimal durchgelesen und frage mich, was genau die autorin nun kritisiert:
    dass unser wunsch nach individualität uns dazu verleitet, vintage-kleidung zu kaufen (b echt oder nachgemacht) und dass dies aber gerade dann nicht mehr individuell ist, da es jeder zweite tut?! ist es das?
    dann frage ich mich wirklich, was daran das problem ist. natürlich ist auch retro mittlerweile zum trend geworden und bestimmte stücke zeugen schon lange nicht mehr von induvidualität, sondern nur noch von modekonformismus. aber menschen, die jedem trend nachlaufen gibt es in allen bereichen der mode, nicht nur im vintage-sektor. ich glaube viel mehr, dass die autorin stört, dass sie nun mit ihrer riresen-retro-brille und ihrer handtasche von omi nicht mehr ganz so individuell rüberkommt, wie das einmal der fall war. aber wenn das wirklich ihr stil sein sollte, dann wird sie ihn auch beibehalten, während die anderen hipster-kids sich in zwei jahren wieder etwas anderem zugewandt haben. dann ist sie wieder die einzige mit omi-schick.
    und vllt sollte man sich mal überlegen, ob das aufgerege über andere „wannabe-hipsters ohne individualität und selbstbewusstsein“ nicht auch ganz schön viel über das eigene selbstbewusstsein aussagt…

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  3. Sarah Artikelautor

    Ich denke, es ist deine erste Vermutung, sozusagen ein Dämpfer an alljene gerichtet, die sich mit dem Prädikat „individuell“, wegen iher Vintage-Stücke schmücken. Ich weiß nicht, ob die Autorin aus ihrem eigenen Nähkästchen spricht, glaube aber nicht – denn Schreiberlinge schöpfchen ja nun nicht immer aus ihrem persönlichen Leben. Retro ist eine Trendwelle und die Industrie produziert fein dafür, darüber schreibt sie ja vor allem. Aber nichtsdestotrotz hast du recht, die Intention bleibt fern und eine Quintessenz gewinnt man auch nicht unmittelbar. Dennoch gebe ich ihr auch in vielen Punkten recht – zur Reflektion hat’s also allemal wieder beigetragen, oder nicht?

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  4. Ines

    da hast du recht, sarah. manchmal fragt man sich schon, ob eineige menschen auch second-hand tragen würde, wenn es eben nicht gerade im trend wäre. und vllt sollte man das auch mal bei sich selbst reflektieren.
    aber der artikel bietet für mich nichts neues. es ist reine meinungsmache, die begriffe „retro“ und „vintage“ werden wahllos in einen topf geworfen und die autorin kann sich selbst wohl aus dem zirkel der vintage-hipster nicht ausschließen, betrachtet man mal ihr bild von 2009 (katrin kruse):
    http://blogs.taz.de/lottmann/2009/07/05/grosse_sause_bei_ruehmanns/#
    alles in allem finde ich den artikel einfach zu subjektiv und oberflächlich.
    meiner freude an alten schätzchen wird er außerdem auch keinen abbruch tun. 😉

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