Trend: Überall Augen im Herbst 2013 – Do oder Don’t?

06.03.2013 Allgemein, Mode, Trend

Kenzo hat uns seit dieses fulminanten Comebacks regelrecht zur Verzweiflung getrieben. Erst machte das Design-Duo bestehend aus Humberto Leon und Carol Lim (obendrein Opening Ceremony Masterminds) uns ganz wuschig ob all ihrer Genialität. Unsere Konsum-verseuchten Herzen verzehrten sich nach clever eingesetzten Signature-Sweatern samt ikonischem Tierkopf-Print. Das Resultat: Eine Tiger-tragende Armee formierte sich vor den Zelten der Fashion Weeks und metzelte durch die Blogosphäre. Inzwischen kapituliert die eigene Fanbase vor der unausweichlichen Uniformität, manch einer meidet den ehemaligen Lieblingspullover gar gänzlich, andere greifen am Ende zwar zu, fürchten aber den bitteren Beigeschmack: „Du Modeopfer steht ihnen beim Kenzo-Tragen nämlich auf der Stirn geschrieben.

Kenzo reagiert prompt und präsentiert uns eine Alternative: Wie wär’s mit… Augen?

Augen, aha. Wieder clever, denn der „Kenzo“-Schriftzug wird überflüssig. Mode-findige wissen im kommenden Herbst so oder so, dass es sich hierbei um das Hype-Brand handelt. Markenwahn ohne die Marke zu zeigen, quasi. Geheucheltes Understatement, nennen es andere. Und trotzdem: Der Print trifft den Nerv der Zeit.

LCMDF – GANDHI (OFFICIAL VIDEO) from LCMDF on Vimeo.

Die finnischen „Original Hipster“ hinter „LCMDF“ wussten es schon relativ früh: MENTAL HEALTH ist das nächste große Ding. Sie sangen vor ein Paar Jahren schon über Ghandi, klebten sich Bindis auf die Stirn, machten Yoga. In ihren neusten Tracks suchen sie nach der Erleuchtung, die aktuelle EP-Trilogie selbst heißt Mental Health.

Auch die Mode der vergangenen Saisons sprach versteckt eine spirituelle Sprache. Acne zum Beispiel schaute nach Mumbai und ließen sich von der indischen Kultur inspirieren, Chanel übertrieb es sogar ein wenig. Und schon während der 90er Jahre existierten durch all den Rave und vielleicht auch das Ecstasy Parallelen zwischen dem Look der Spirituellen und der modisch Extrovertierten. Wir müssen an dieser Stelle wohl nicht erwähnen, dass die 90er gerade wieder den Ton angeben. Das Auge als neues It-Symbol wurde also sicher nicht ganz unbedacht gewählt.

A lle Bilder via Instagram.

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13 Kommentare

  1. Ewi Palaska via Facebook

    die augen seh ich überall seit ewigkeiten, klar es werden immer mehr, aber ich glaub der wird nicht so gehypt wie ein dreieck.

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  2. david

    Oooohoo in einem lezteren artikelm oder inerview wurde darüber geredet, das man sich mit manchen sachen zuerst anfreunden muss. Freunmich schon wenn genau ihr im herbst mit someinem pulli rumgeht . Die Prints gefallen mir persöndlich nicht so ganz aber zum glück lässt sich ja sowas ganz einfach auf seine eigene art machen 😉
    Ich werde wohl eher auf den Jungel oder den Dollar fileicht noch fische oder federn setzen in diesem Herbst.

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  3. Leni

    Was ist denn an einem Pulli peinlich, Maike? Und dass Kenzo damit immerhin versucht, den Nerv der Zeit zu treffen ist offensichtlich.

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  4. maike

    und was daran peinlich ist: es ist ein auge auf einem baumwoll sweater.
    und ich mag ja mode, aber irgendwann sagt mir mein köpfchen auch mein: das ist idiotisch.
    idioisch: der tiger von kenzo, oder auch der „heart“ pulli von acne – weil man dafür ein haufen geld (im verhältnis zu dem was man bekommt) hinblättert nur um sich dadurch irgendwie zugehörig zu emfinden.
    und wenn ich schon das bild mit den beiden trullas mit den sonnenbrillen da oben wird mir schon leicht anders.
    bisschen mehr kritik hier bitte. man kann auch mal vorne raus sagen: ne, ist scheisse.

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  5. gehirn jogger

    Wieso ist man schon bei der Herbstmode? ich bin froh das man herbst und Winter endlich hinter sich hat! ist ja grausam! Und die Augen mode gefällt mir auch absolut nicht. Sind wir jetzt illuminaten ?

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  6. Maggie

    Das ist doch nichts Neues, seit einigen Jahren schon zeigt sich auch in der Mode dieses New Psychedelic-Ding (Äquivalent in der Musik: sämtlicher Shoegaze und Psychedelic Rock nach 2000). Seien es Space-Prints, mystische Tiermotive oder jetzt eben Augen.

    Also ich mags ja. Man sollte seine Epoche lieben, sagt Karl Lagerfeld.

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