GIRLCRUSH-INTERVIEW // Laura Carbone
– „Ich liebe es, Frau zu sein.“

16.06.2014 Feminismus, Musik, New Talent

Titel_LauraCarbone

Cruuush – Laura Carbone ist genau diese wunderbare Art Sängerin, die ich diesen Sommer brauche: Eine Rötzgöre mit Gefühl, ein Riot Girl eben, samt melancholischer Songs im Gepäck, die voller Power in unsere Musikherzen stürmen.

Die schöne Laura hat als Solo-Artistin nicht bloß ihre erste eigene EP im März veröffentlicht – sie hat auch bis hin zum Artwork selbst daran gefeilt. Eine DIY-Platte sozusagen, die ab sofort zu jedem Girl-Sommersoundtrack gehört. Grund genug, euch dieses Allround-Talent mal genauer vorzustellen. Gesagt getan: Unser Girlcrush des Tages <3 

Laura Carbone – Stigmatized

 Liebe Laura, was trägst du heute und warum?

Outfit

Ich war jetzt für einige Tage in Berlin und zwinge mich immer, mit minimalem Gepäck zu reisen. Daher hab’ ich nur eine Hand voll Lieblingsteile eingepackt, die sich sehr schnell und gut miteinander kombinieren lassen.
Ich trage eine vintage Sonnenbrille von Benetton, die ich über Shemonster Vintage gekauft habe. Dazu ein Vintage Chanel Shirt, welches ich vor zwei Wochen in Paris gefunden habe. Da ich in Röckchen lebe, trage ich meinen aktuellen Lieblingsrock: den Wildleder Circle Skirt von American Apparel. Die Schuhe, sowie Gürtel sind auch vintage und waren Glücksfunde für ein paar Euro. Die Tasche ist Moschino vintage und war eine riesige Weihnachtsüberraschung von meiner Familie. Ohne meine Lederjacke verlasse ich meist nicht das Haus, daher ist die natürlich auch mit von der Partie. 

Sag’s uns in Bildern:
Was zeichnet Dich und deinen Charakter aus? 

Wanderlust

„Wanderlust“

Clouds

„Head in the clouds“

On Point

„On Point“ 

Welche Rolle spielt für dich „Girl Power“ und was bedeutet das für deine Musik?

Als die Spice Girls vor einer Dekade durch die Welt tourten, habe ich das erste Mal bewusst das Wort „Girl Power“ wahrgenommen. Ich finde, dass man Mädchen und Frauen gerne daran erinnern soll wie stark und krass eigentlich unser Geschlecht ist. Ich liebe es, Frau zu sein.
Meine Musik ist deutlich von den „Riot Girls“ der 90er inspiriert, wie z. B. Bikini Kill. Sie spielten beispielsweise in England eine Show nur für Frauen – Männer mussten draußen bleiben. Ganz schön radikal, aber ich liebe es, wenn Frau sich traut, genau das zu sein: stark und radikal.

Und was sagst du, als unser Power Girl, zum Thema Feminismus?

Zwar leben wir in 2014 und trotzdem müssen Themen wie dieses immer noch angesprochen werden. Feminismus bedeutet für mich Gleichberechtigung, für seine Rechte einstehen und sich nicht einschüchtern lassen. Vor allem aber auch das Bewusstsein darüber, dass wir im Endeffekt alle gleich sind und wir uns deswegen nicht über den Anderen stellen brauchen.

Wir sind natürlich schon gespannt auf neue Songs von Dir, wir haben bei Facebook gesehen, dass du fleißig im Studio bist – beschreib’ deine Musik oder neuen Songs doch mal ohne Worte! 

MeineMusik

Willkommen im Entweder-Oder-Land: 

Entweder Boots oder Sneaker? BOOTS!
…Kleid oder Hose? Kleid
…laut oder leise? laut
…Boys oder Girls? Kann ich mich nicht entscheiden
…Open Air oder Spaziergang? Open Air
…schwarz/weiß oder bunt? Hartes Schwarz/Weiß
…Vanille- oder Schokoeis? Lieber was mit Frucht!
…Harmonie oder Aufstand? Ich bin sehr harmoniebedürftig,
neige aber zu Aufständen, wenn meine Harmonie gefährdet wird.
…Just Kids oder fast erwachsen? Fast erwachsen.
…Berlin oder Paris? Berlin. Wegen der Freunde dort und weil es weniger stressig ist gutes vegetarisches Essen zu finden.

Wenn dein Leben ein Spielfilm oder eine Serie wäre, dann wäre das Genre?

College-High-School-Soap und auf dem Abschlussball spiel’ ich dann mit meiner Band in der Turnhalle, während das Nerd-Mädchen die Ballkönigin wird und die Mean-Girls auf Bananenschalen ausrutschen.
Das ganze natürlich in sehr hartem schwarz/weiß und etwas „giallo“-mäßig.

Dein aktueller Lieblingssong auf Dauerschleife und dein All-Time-Favourite?

Momentan: Best Coast – This Lonely Morning

All-Time-Favourite: The Cure – Pictures Of You

Wo finden wir dich bei 30 Grad und Sonne in Berlin? Und wo bei 15Grad und Regen?

Ich bin, was Berlin-Tipps angeht, kein Insider, aber bei 30°C habe ich letzten Sommer eine unfassbar tolle Radtour mit meinen Freunden gemacht: Übers Tempelhofer Feld zum Spreepark mit 1, 2, 3, 4 Raststationen für ’ne Apfelschorle.

Bei 15°C und Regen bin ich am Liebsten in einem gemütlichen Café, hier kann ich das Valentin in der Sanderstraße in Neukölln empfehlen. Hier gibt’s neben selbstgemachten Zimtschnecken unfassbar tolle Smörrebröd-Variationen und ein mega-leckeres Porridge.
Ich wollte allerdings schon immer Mal in das Liquidrom  – das wäre auch ne gute Idee bei miesem Wetter.

Dein absolutes Must-have für den Mode-Mädchen-Frühling?

90ies-Blumenkleidchen.

Und der Sommer wird…

… arbeitsintensiv! Ich bin gerade dabei, meine Albumveröffentlichung (Frühjahr 2015) selbst zu planen und stelle gerade ein Team zusammen, welches mich hierbei unterstützen kann. Da meine Songs fast alle fertig und aufgenommen sind, steht jetzt die Arbeit am Artwork an. Zudem werden wir einige Shows spielen, wie z. B. am 20. Juni in Berlin im Schokoladen.
Insgesamt hoffe ich auf einen heißen, sehr inspirierenden und motivierenden Sommer!

Die liebsten fünf Instagram Bilder von Laura Carbone und ihre dazugehörigen Geschichten:  

insta_1

Das war in Paris vor zwei Wochen, heißer Tee, kalte Luft und ein klein wenig Hangover.

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Im Dezember habe ich ein paar Freunde eingepackt und wir fuhren nach Norditalien an den Comer See, um mein Video zu „Stigmatized“ zu drehen. Wir hatten 15°C und stolperten von einer Traumlocation in die nächste. Die Tage waren fast schon surreal, so schön war die Landschaft, das Wetter und die Vibes – Rückblickend war der Dreh ein Märchen in einem Märchen.

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Ich verbringe viel Zeit im Studio, um meine Songs zu komponieren, aufzunehmen und Visionen zu entwickeln. Vor einigen Wochen sind zwei Katzen zu uns ins Studio gezogen und meine Freude war riesig.

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Das ist ein Schlafzimmer im Haus meiner Großeltern auf Sizilien, in dem ich letztes Jahr meinen Sommer verbrachte. Im Haus verteilt stehen überall Ikonen, Madonnen, Kreuze und christliche Symbole. Früher, als meine Nonna noch lebte, lief den ganzen Tag über „Radio Maria“. Vielleicht kommt daher meine Faszination für diese Dinge.

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Nichts ist erholender als ein langer Ausritt durch die Wälder, an einem frühen Samstagmorgen. Ganz schön mädchenmäßig, diese Pferdeliebe, aber sobald man von diesen Wesen umgeben ist, sind viele Sorgen und Gedanken wie verflogen.

Hast du eine Frage an uns oder willst etwas loswerden?

Liebe Janes, ich finde es unfassbar toll, dass ihr euch das GIRL POWER Ding auf die Fahne schreibt und ein positives, gesundes Frauenbild vermittelt. Die Gesellschaft schraubt die Standards für die Frau, aber auch für den Mann immer mehr in die Höhe – Stereotypen werden verlangt und Spezielles immer mehr verdrängt.
Es ist schön, dass ein Magazin, wie ihr es führt, diesem Paroli bietet und zeigt, dass es auch anders geht. Girl Power – dankeschön!

Merci Laura – danke auch für deine tollen Worte! <3

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