CFW //
Ganni AW 17
Rose Red Details & die #LOVESOCIETY

02.02.2017 Mode

ganni lovesociety aw 17

(…)Die Welt fühlte sich – und tut es immer noch – wie ein dunkler Ort an. Die Kollektion trägt den Titel Love Society und ist meine Form eines Beitrags zur Lage. Ich halte an dem Ideal einer liebenden, achtsamen Gesellschaft fest. Eine, die den Dialog sucht, uns auffordert zusammenzustehen und aufeinander acht zu geben. Mit Liebe gibt es immer Hoffnung.“ – Ditte Reffstrup, Cretative Director. 

Klimawandel, Konflikte, Kriege, Neuwahlen – das Jahr 2016 war vor allem ein politisches, eines, dann an niemandem von uns spurlos vorüber gezogen ist. Wir gehen wieder auf die Straße, werden laut, diskutieren, suchen nach Erklärungen und Lösungen. Im Kleinen aber vor allem nach Gesprächen. Um besser begreifen zu können. Und zu verarbeiten, was kaum mehr zu erklären ist. Auch in Ditte Reffstrups Team dominierten Konversationen über die Zukunft unserer Welt viele der Gespräche, die sich während der Arbeitszeit mitunter auf das beziehen mussten, was am gestrigen Abend im Rahmen der Copenhagen Fashion Week präsentiert werden würde. Das Ergebnis ebenjener Gespräche war gestern schließlich auf dem Laufsteg zu sehen – als #LOVESOCIETY. Das Thema der Liebe durchzieht die gesamte Ganni Kollektion. In Form von plakativen Herzen und Stickereien, ja, aber auch durch die Stimmung, die mit jedem einzelnen Kleid transportiert wird. Denn es ist vor allem eine wohlige Wärme, die uns von Dänemarks Hauptstadt aus entgegen weht. Und Looks, die so nahbar und tragbar sind, dass man als Betrachtender nicht lange braucht, um zu verstehen, dass grenzenloser Optimismus jetzt angebrachter ist denn je.

#ganni #copenhagenfashionweek #copenahgen #danishfashion

Ein von Jen (@jenniferclairestewart) gepostetes Foto am

Was ich an Gannis Sinn für Mode am meisten schätze, ist die direkte Übertragbarkeit ins Jetzt, die sofort übersetzbare Inspiration und jede ausbleibende Frustration, die sich vor allem dann breit macht, wenn wir das Gefühl haben, das Gesehene habe nicht im Geringsten etwas mit uns zu tun. Hat es aber. Die Herbst/Winter Kollektion 2017 ist mehr als eine Antwort auf die amerikanische Politik. Stattdessen ist sie vollgepackt mit Popkultur. Von Kleidern mit hohem Kragen, die an „Meine kleine Farm“ erinnern, bis zu Hot-Dog- und Lollipop-Motiven. Wir können demnächst also ganz real Teil der Love Society sein, sogar jetzt schon. Mehr noch durch Haltung, als durch Kleidung. Obwohl ebenjene demnächst auch gern in unsere Kleiderschränke wandern dürfte:

gannni_aw_17_009Die Stimmung der Kollektion hat ihre Wurzeln im Hier und Jetzt und reflektiert mit einem Farbschema aus erdigen Braun- und Grünt.nen, Flieder, Navy, Schwarz und sattem Orange eine sachliche Haltung für die kommende Saison.“ gannni_aw_17_017gannni_aw_17_014gannni_aw_17_001gannni_aw_17_005

Love society with @ganni 👉🏼💞 #ganni#LoveSociety#AW17#lightbox#lovebaby#unite#ThatsAll

Ein von Hedvig Sagfjord Opshaug (@hedvigso) gepostetes Foto am

Die gesamte Kollektion:

Zum Onlineshop geht es hier entlang.

3 Kommentare

  1. pi

    dafür, dass ganni mit liebe und achtsamkeit und gegenseitig aufeinander aufpassen unsere gesellschaft retten will,
    ist ihre CSR-strategie aber erschreckend unkonkret:
    http://www.ganni.com/csr/csr.html
    ich finde nix weiteres zu nachhaltigkeit, fairen produktionsbedingungen etc als dieses nette schoengerede.
    sorry, aber das klingt schon wieder uebel nach schickem, ethischen anstrich und wenig dahinter,
    greenwashing
    CSR washing
    love-washing

    lollis und herzen auf der kleidung machen die welt nicht besser, und das sieht auch wenig nach klassikern aus, die man jahrelang traegt, ist schon sehr trendspezifisch. bitte klaert mich auf, wenn ich da total falsch liege!

    ich mag ganni, greife aber weiterhin nur second hand teile zu,
    weil ich die gesellschaft sehr gern WIRKLICH ein wenig achtsamer und bewusster haette.

    Antworten
    1. Nike Jane Artikelautor

      Liebe Pi, wenn wir hier über Mode als reines Konsumgut reden, dann stimme ich dir voll und ganz zu. Für mich ist die Mode aber zudem auch ein Teilfeld der Kunst und Designer somit Künstler, die immer wieder Chance haben, gesellschaftliche Entwicklungen und unterschiedlichste Inspiration in ihren Kollektionen zu verarbeiten. Das ist hier geschehen und das finde ich großartig und überhaupt nicht irrelevant. Sonst würde man ja der gesamten Kunst, also auch den Gemälden, der Musik, dem Tanz jede Daseinsberechtigung absprechen. Wenn es nur darum ginge, ganz „faktisch“ etwas zu verändern.

      Antworten
      1. pi

        liebe nike,

        aus meinem artikel und frueheren kommentaren duerfte hervorgehen, dass ich mode durchaus auch als kulturgut und bereich der kunst verstehe.

        aber mal ganz davon abgesehen, dass ich diese kollektion bei aller wohlmeinenden sympathie fuer die marke echt nur als l ’art pour l’art (wenn nicht sogar: kitsch) und nicht als zweckbestimmte, politisch und gesellschaftlich engagierte kunst ernst nehmen kann (die eine riesige rolle in der evolution der menschheit spielt und aber sowas von dinge faktisch veraendert!), ist high street mode immer AUCH ein konsumgut, dass durch die art, wie es heutzutage produziert und konsumiert wird, einen sehr hohen beitrag zu gesellschaftlichen missstaenden leistet.

        und da ist es schon ein bisschen denkwuerdig, wenn die kuenstlerische intention als so weltverbesserisch dargestellt wird, ausser schoenen worten aber nichts dahinter stehen zu scheint, findest du nicht?
        wenn liebe und achtsamkeit der kuenstlerseele wirklich so wichtig waeren, wie sich hier huebsch auf die fahnen geschrieben wird, dann koennte man ja vielleicht auch auf einen klitzekleinen teil der riesigen marge verzichten, um die welt ganz in echt ein wenig besser zu machen.

        mir haengt dieses oberflaechliche weltverbessertum zur ankurbelung des konsumes ohne wirklichen inhalt und konsequenzen wirklich zum hals raus, und ich fuehle mich von vielen marken als konsument grade echt ein wenig veraeppelt.

        Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr von

Related