Kunstinstallation: Disco-Automat | Kreuzberg

15.02.2011 Allgemein, Kunst

Vergangene Woche habe ich noch mit ein paar lieben Menschen darüber gerätselt, weshalb Kunst, die heute von den wichtigsten der Wichtigen als „ernstzunehmend und relevant“ betitelt wird, so unheimlich oft verstörend und düster daher kommt. Ist Spaß haben denn verboten? Nö. Das beweist uns derzeit eine Berliner Installation, die den Namen „tamamümemu“ trägt.

Ta(nzen) ma(cht) mü(de) Me(nschen) mu(nter). Die Erklärung des Projekt-Titels scheint logisch zu sein, ebenso wie der hervorzurufende Effekt: Tanzbedingte Heiterkeit. Denn die aktuelle Ausstellung in der Sox Gallery auf der Oranienstraße besteht aus nichts als einem waschechten Disko-Automaten. Die unspektakuläre Schriftzug „Insert Coin” prangt in großen Lettern auf der Installation; folgt man dieser Aufforderung, strippt sprichwörtlich die Luzy – sofern man sich denn seinem Unterbewusstsein hingibt, den Kopf ausschaltet und sich von hellem Glanz, einer rotierenden Diskokugel und der kurz darauf erklingenden Musik leiten lässt.

Foto © Nike van Dinther

„Der Impuls zu tanzen ist eine von vielen rätselhaften menschlichen Eigenheiten. Anders als die meisten Dinge, die wir mit unserem Körper tun — atmen, schlafen, essen, aufs Klo gehen — tanzen wir, obwohl wir es nicht müssen, einfach nur deshalb, weil es uns Spaß macht. Wissenschaftlern zufolge stimuliert die Kombination von Musik und Bewegung das Belohnungszentrum in unserem Gehirn.“

Spaß ist in der Kunstszene also doch kein Fremdwort. Der Sinn steht sicher nicht nur uns nach einer  Spontan-Tanzeinlage als Anti-Alltags-Trott-Therapie. Was uns „tamamümemu“ wohl lehren soll? Ich sage: Loslassen. Einfach öfter loslassen.

via sugarhigh

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