Jane des Tages: Nico aka Christa Päffgen (Velvet Underground)

20.10.2011 Allgemein, Musik, Menschen

Nachdem unsere letzten Janes des Tages immer der Jetztzeit entsprungen waren, ist es vielleicht an der Zeit, endlich noch mal einen Schritt in die Vergangenheit zu wagen. Wer fasziniert uns noch heute, Jahre nachdem Medien Lobeshymnen schrieben, wer hat die Nachwelt bloß ein kleines Stück beeinflusst? Nico, zum Beispiel, ist so eine Madame.

Christa Päffgen (16. Oktober 1938 in Köln), wie Nico mit bürgerlichem Namen heißt, war Model, turtelete mit Lou Reed, glänzte als Frontfrau von Velvet Underground und posierte gern mit Andy Warhol an ihrer Seite. Mit 16 wurde sie Model, zu wirklicher Bekanntheit verhalf ihr jedoch erst eine Rolle in Fellinis Film „La Dolce Vita„. Bei einer Schauspielkarriere sollte es aber nicht bleiben, was nicht zuletzt auf ihre baldige Bekanntschaft mit verschiedensten Musikern und Produzenten wie Bob Dylan, Brian Jones von den Rolling Stones oder Jimmy Page von Led Zeppelin zurückzuführen ist.

Es war das Jahr 1965, in welchem sie ihre erste Single I’m Not Sayin aufnahm, weiß die normalerweise unerhörte Quelle Wikipedia. Dort, in New York, lerne sie schließlich auch Andy Warhol kennen, der sie einerseits in seinem Film „The Chelsea Girl“ spielen ließ, andererseits mit der Band The Velvet Underground bekannt machte, wessen Musik sie mit ihrer markanten, tiefen Stimme für immer prägend sollte. Lou Reed, der damals selbst Mitglied in der von Warhol produzierten Band war, lerne sie schnell lieben, entliebte sich nach kurzer Zeit aber auch wieder. Das Debütalbum „The Velet Underground and Nico“ zählt heute zu den wichtigsten Werken überhaupt, The Observer katapultierte es auf Platz Eins der Alben, die die Musik maßgeblich veränderten.

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67 sollte Nicos erstes Soloalbum folgen, „auf dem sie Songs von Bob Dylan, Tim Hardin, Lou Reed, Jackson Browne und John Cale intonierte.“ Mit Jim Morrissons Unterstützung wendeten sich ihre Songs immer mehr vom Mainstream ab, sie wurden experimenteller und eigensinniger. „Es ist ein Kunstprodukt. Man kann Selbstmord nicht verpacken“, erklärte Nico-Förderer John Cale das kommerzielle Scheitern des darauffolgenden Ablums The Marble Index. Weitere Alben, auf denen sich Gäste wie Brian Eno, dem Erfinder des Ambients, oder Phil von Roxy Music einschlichen.

Es war ihr unterkühltes Image, das schroffe, düstere und andersartige ihrer Alben, was sich in die Köpfe ihrere Bewunderer brannte. Christa Päffgen aka Nico gilt als Vordenkerin des Dark Wave und Gothic, sie beeinflusste Größen wie Ian Curtis und wird von Noise, Ambient und Punk Musikern als Inspirationsquelle genannt. 1988 verstarb sie nach einer jahrzehntelangen Heroinabghängigkeit schließlich an einem Aneurysma. Vergessen sollten wir die hübsche, talentierte Madame allerdings nicht. Denn vielleicht wäre die Musik ohne sie heute nicht das, was sie nunmal ist. So facettenreich wie die Welt an sich.

 

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=6ouuc5tqs2E&feature=related[/youtube]

Nico, Andy, Velvet Underground via.

Nico & Lou reed via.

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Bilder oben via BBC, Infos & Zitate Wikipedia & Biografie.

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