GIRLCRUSH-INTERVIEW // Nora und Susann von „Edition F“ – „Die Zeiten von Gezicke sind vorbei“

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„EDITION F ist das digitale Zuhause für Frauen, die mehr wollen – im Job und im Leben.“ Was, wie, wo – ein digitales Zuhause für Frauen?! Endlich! Et voilà: Die neue Plattform für euch Girls und Frauen, vor allem aber für die, die auf der „unendlichen Reise durch das Netz“ bislang nach „meinungsstarken Geschichten aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft oder Kultur“ gesucht haben und einfach nicht fündig wurden. Die Gründerinnen von EDITION F, Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert, waren enttäuscht von dem, was sie in der Netzwelt fanden: „…zu oft sind wir Stereotypen und zu selten der weiblichen Perspektive begegnet. Noch öfter war alles einfach pink.“

Schluss damit, denn die Zwei gründetet 2013 ihre eigene Plattform, auf der sich Frauen einbringen, mitreden und diese besondere Idee einer gemeinsamen Community mittragen sollen. Auf EDITION F kommen Business und Lifestyle-Themen auf eine ganz besondere Art zusammen – und logo: wir haben uns die zwei Supergirls hinter Edition ganz fix zum Plaudern geschnappt: 

Susann und Nora kennen sich nun schon seit sechs Jahre und arbeitetet zuletzt sogar gemeinsam. Nora als Redaktionsleiterin bei Gründerszene, Susann baute bei dem Dachverlag Vertical Media die Kommunikation auf.

Ihr Entschluss fiel fast spontan: An einem Sommernachmittag auf einer Bank auf der Torstrasse. Gestartet haben die beiden, wie so viele Gründer, im Home Office. Mehr zur Idee dahinter könnt ihr hier noch einmal genauer nachlesen.
Gruenderbank

Jeden Tag saßen sie gemeinsam an unseren Esstischen – entweder bei Susann oder bei Nora.
Office

Seit Mai sind die beiden nun in der Beta und freuen sich über jede Nutzerin und jeden Nutzer, der dabei sein will und EDITION F mit Kommentaren, Artikeln oder seinen Gedanken bereichert. Anmelden zu ihrer Beta kann sich jeder unter www.editionf.com. Ab August wird es dann zusätzlich eine Jobbörse und einen kuratierten Marktplatz für Business-Mode und Produkte bei ihnen geben. 

Aber natürlich gibt es noch viel, viel mehr über die beiden zu erfahren!

Liebe Nora, liebe Susann, was hat euch heute Morgen schon inspiriert? Ein Artikel, eine Person, ein Erlebnis?

 Nora: Jeder Tag ist anders, wenn man gründet. Das ist ohnehin schon Inspiration pur. Wer mich zuletzt konkret inspiriert hat? Die Modedesignerin Tory Burch. Sie hat in nur zehn Jahren ein globales Unternehmen aufgebaut und unterstützt nun selbst Gründerinnen erfolgreich zu werden.

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Bild: Tory Burch
 

Susann: Heute morgen habe ich mit meiner Freundin Katharina gesprochen. Sie lebt in Israel, ist Autorin und gerade Mama geworden. Ein emotionales Auf und Ab: Glück. Stress. Glück. Sie veröffentlicht bald ihr neues Buch, sitzt schon wieder an neuen Ideen und ist einfach ganz bei sich. Meine beste Freundin in Berlin – hochschwanger – plant gerade die Eröffnung ihrer Zahnarztpraxis und fährt dauernd zur Baustelle, plant und organisiert. Das hat mir mal wieder gezeigt, wie viele tolle Frauen um mich herum sind, die mit so viel Leidenschaft und Mut ihr Leben leben und sich nicht beirren lassen, im Großen und im Kleinen. Ich glaube im Gründungsalltag immer mal wieder die Augen aufzumachen, kurz mal inne zu halten und zu spüren, was um mich herum passiert, ist meistens die größte Inspiration. 

Was zeichnet euch und euren Charakter aus? 

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„Was es braucht um zu gründen: Passion, große Visionen und den Mut, diese umzusetzen.“

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„Sehr starkes Zitat von Sheryl Sandberg. Sehr wahr: Wenn man sich überlegt, was das Schlimmste wäre, was passieren kann. Ist es meistens gar nicht mehr so schlimm.“

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„Das Team ist die Macht.“

 Welche Rolle spielt für euch Girlpower und was bedeutet das für eure Arbeit?

 Susann: Für mich liegt die größte Kraft wohl in der Unterstützung. Auch wenn das fast etwas idealistisch klingt: Die Zeiten von Ellenbogen oder Gezicke sind vorbei. Frauen fördern sich gegenseitig und sehen, dass man eher gemeinsam weiter kommt, als allein. Seit dem Entschluss zu gründen, haben wir extrem viel Zuspruch bekommen. Von ganz vielen tollen Frauen. Und natürlich auch von Männern. Größte Freude ist dabei natürlich gerade auch das Feedback von Menschen, die man gar nicht persönlich kennt. Zum Beispiel auf Twitter.

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 Nora: Mich inspirieren immer wieder starke Persönlichkeiten. Männer wie Frauen. Aber Frauen sind noch zu selten sichtbar. Es gibt so unglaublich viele fantastische Frauen und wir wollen sie alle zeigen. Mit ihren Gedanken, Erfolgen und Ängsten. Zu unserem letzten Gesellschafteressen brachte eine unserer Investorinnen Susann und mir zwei Flaschen Champagner mit. Der Grund: Beide Marken waren groß und erfolgreich geworden durch Frauen. Im Fall von Veuve Clicquot war mir das bis dato gar nicht klar. 1772 gründete Philippe Clicquot einen Weinhandel unter der Marke Clicquot. 1805 starb Francois Clicquot, der Sohn des Unternehmensgründers. Erst seine 27-jährige Witwe Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin machte den Champagner weltbekannt.

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 Was sagt ihr, als unsere Power Girls, zum Thema Feminismus?

Nora: Ich bin Feministin. Allerdings nicht im ursprünglichen Sinne. Entscheidend ist doch, dass Männer und Frauen die Chance haben, zu machen, was sie wollen und zu sein, wie sie sind. Um Anerkennung zu finden, muss Frau beim Aufstieg in die Chefetage, ohne die weibliche Intuition nicht hinter sich zu lassen. Und Unternehmen müssen verstehen, dass Familie kein Geschlechterthema ist. Starke Frauen brauchen wir und es gibt unglaublich viele, die noch nicht da sind, wo sie sein könnten und wollen. Wir brauchen eine radikal-offene Diskussion um den Wandel nachhaltig anzustoßen.

 Susann: Feminismus gleich Alice Schwarzer. So ist zumindest die Mainstream-Wahrnehmung. Schade. Denn auch wenn sie viel erreicht hat: Mein Bild einer modernen Gesellschaft sieht in vielen Punkten anders aus. Feminismus ist keine Zwei-Lager-Frage – Männer gegen Frauen. Ich finde viele Männer toll. Und Frauen natürlich auch. Die allseits bekannte Augenhöhe ist gefragt. Mehr Können, als Müssen. Und mit Unterschieden leben. Viele Fragen rund um das Thema Gleichberechtigung stellen sich ja auch eher im Privaten und gar nicht unbedingt immer im politischen und wirtschaftlichen Kontext. Aber um schneller an den Punkt zu kommen, wo Gleichberechtigung eine echte Chance hat, müssen die Themen wie “gleiche Bezahlung” angegegangen werden. Dann ist auch das 50/50-Model bei der Elternzeit viel öfter denkbar.
Dazu auch unsere Initiative hier.

 Wie immer sind wir natürlich neugierig. Wie wird es bei euch weitergehen? Was sind eure Ziele und Wünsche mit und für EDITION F.

 Nora: Wir wollen eine zentrale Anlaufstelle für Frauen werden, die sich beruflich verwirklichen wollen. Mit ihnen wachsen, von ihnen lernen. Und das nicht nur in Deutschland, sondern international. Im August ist nun zunächst der Public Launch geplant. Die nächsten Schritte sind der Ausbau der Community, von User-Generated-Content und die Kuration von Produkten, die das Business-Leben schöner machen. Die findet man dann ab August in unserem Marktplatz.

 Susann: Außerdem wird es ab August eine Jobbörse geben, wo Nutzer Unternehmen kennenlernen können – anders als bisher. Frauen wollen oft noch viel mehr verstehen, ob ein Unternehmen oder ein Job zu ihnen passt. Deshalb sind die Profile bei EDITION F inhaltlich – Mit Texten, Fotos, Videos und Social Media-Integration.

Willkommen im Entweder-Oder-Land:
Entweder…
…Online oder Offline?
Online. Weil wir an integriertes Denken glauben. Wir wollen uns direkt online mit unserem Lieblingsautor vernetzen, einen Artikel kommentieren und die Tasche kaufen, von der wir gerade gelesen haben.

 …zufällig oder geplant? 
Mal so mal so. Als Unternehmen müssen wir unsere Ziele genau abstecken und auch eine Roadmap haben, an der wir und unsere Mitarbeiter entlang laufen. Zentral ist unsere Vision, die erste Anlaufstelle zu werden, für Frauen die sich beruflich verwirklichen wollen. Eines Tages, wollen wir global sein. Alles was uns zufällig begegnet auf unserem Weg, nehmen wir gern mit. Als Unternehmer muss man flexibel bleiben.

 … zu zweit oder alleine?
Gemeinsam. Wir sind nicht nur Geschäftspartner. Aus einer langjährigen Freundschaft ist mittlerweile fast so etwas wie ein Familiengefühl geworden. Trotzdem ist es wichtig zu verstehen, dass jeder seinen Verantwortungsbereich hat und dort auch unabhängig agieren kann.

 …lesen oder schreiben?
Wir lesen unglaublich gern Artikel. Aber am Ende ist das Schreiben noch schöner. Deshalb freuen wir uns auch, wenn unsere Nutzer selbst Lust haben Artikel bei uns zu veröffentlichen. Wir glauben, von der Erfahrungen anderer, lernen wir sehr viel.

 …laut oder leise?
Bei uns ist es meistens laut.

…Harmonie oder Aufstand?
Harmonie ist wunderschön. Aber nur im Aufstand lassen sich Dinge wirklich bewegen. Wir glauben stark daran, dass jeder zu seiner Meinung stehen sollte. Dazu gab es bei uns letztens auch einen Artikel von Constanze Buchheim, der Gründerin der Personalagentur iPotentials.  

Es geht Richtung Feierabend:
Entweder Green Smoothie oder Pommes Schranke?
Tagsüber kommen wir oft gar nicht zum Essen. Da gibt es dann Obst bis zum geht nicht mehr. Da gehen Abends schon mal Pommes.

…Aperol Spritz oder Bierchen?
Moscow Mule.

 …Sneaker oder High Heels?
Was dazwischen. Aber keine Sneaker-High-Heels. Das finden wir leider schlimm. 

Wenn euer Leben ein Buch, ein Magazin oder ein Film wäre, dann hieße es?

„Busy Women“

Eure aktuellen Lieblingssongs in Dauerschleife und All-Time-Favourites? 

Susann: ‘Seven Days’ von Mighty Oaks

‘Goddess’ von Banks

Und weil wir Mittwochs immer die neuen Features pushen, unser Team Song – ‘Push it’ von Salt ‘N Peppa. 

Nora: Beyoncés neues Album, alles von Cat Power.

 Wo finden wir euch bei 30 Grad und Sonne in Berlin? Und wo treffen wir euch bei 15 Grad und Regen?

Bei 30 Grad und Sonne. Wenn möglich, an einem See, am besten auf einem Boot. Bei 15 Grad und Regen meistens im Büro.

 Bei uns geht’s natürlich viel um Mode – und ihr kommt auch nicht drum herum: Was sind eure absoluten Summer Essentials?

 Susann: Espadrilles von Lika Mimika. Die gehen immer. Vom Büro direkt ins Nachtleben.

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 Nora: Meine Sonnenbrille von Dior. Die ist zwar nicht aus der aktuellen Kollektion. Aber ich liebe sie unglaublich. 

MustHaveSommerNora

Was auch immer geht sind Maxikleider. Mit einem Blazer dazu ist es super fürs Büro oder Termine. Ohne für den entspannten Feierabend. Das hier von ASOS mag ich zum Beispiel. 

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 Und der Sommer wird…

 Grandios. EDITION F geht public. Und wir sind auf Wolke 7.

Die liebsten fünf Instagram Bilder der Gründerinnen von Edition F und die dazugehörigen Geschichten:  

Inst1

Unser schönster Zufluchtsort in den letzten drei Monaten, um kurz mal durchzuatmen: Die Dachteresse der Telekom in der Winterfeldtstrasse. Da war unser erstes richtiges Büro.

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Angela Merkel ist ne tolle Frau. Und ein Digital Native der ersten Stunde.

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Keeping business in perspective. Eine Frau, die man sich merken sollte. Lesen könnt ihr über sie bei EDITION F.

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What would you do if you weren’t afraid?

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Victoria Beckham. Längst keine Spielerfrau mehr. Stil. Erfolg. Und Humor.

 Habt ihr eine Frage an uns oder wollt noch etwas loswerden? 

Finden wir gut, was ihr da macht. <3

So viel Business- und Woman Power hatten wir schon lange nicht mehr! Danke für den wunderbaren Einblick in die Welt von Edition F.
Merci, merci

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