Jane knows Wayne #15 – Über eigene #MeToo Momente, persönliche Ängste & eine Schamanin

24.10.2017 box3, Feminismus, Podcast

In der heutigen Ausgabe von „Jane knows Wayne“ teilen wir unsere ganz persönliche #MeToo Geschichte, wir sprechen über Ängste, vor der Zukunft, in Beziehungen und im Dunkeln, darüber, wie man es schafft, sie zu überwinden und über einen Besuch bei einer Schamanin als Alternative zur Therapie:

 

18 Kommentare

  1. Juuuuuuuuuu

    Hallo ihr lieben, danke für eine weitere spannende Folge eures Podcasts. Eurem Aufruf folgend („was sind eure Ängste?“) frage ich mich: Nike, du gibst so viel Preis, was objektiv als „Makel“ durchgeht – dabei kenne ich die von dir geschilderte Unentspanntheit (oder wie Sarah es nannte – Suche nach Drama) selbst aus früheren Beziehungen und auch von einigen Freunden. Ich finde es prima, wie ehrlich du zu deiner Gefühlswelt Stellung nimmst. Gleichzeitig ist genau das meistens meine größte Angst. So oft frage ich mich, ob ich jetzt „over the top war“, wenn ich zum Beispiel einen meiner Meinung nach überambitionierten Kommentar von mir gegeben habe. Ständig hinterfrage ich spontane Reaktionen von mir, ob sie wirklich dem Rahmen entsprechend waren…
    Das ist tatsächlich bescheuert, aber ich habe wirklich Angst davor, aus dem Rahmen zu fallen. Dabei weiß ich gleichzeitig, dass das manchmal notwendig und auch einfach menschlich ist. Und für mich weiß ich: ich bin auf einem guten Weg meine Angst zu besiegen 😉 Danke für Deine Inspiration!

    Antworten
  2. Tamar

    Liebe Nike und Sarah, ich finde es gut wie ehrlich ihr von euren Gedanken und Erlebnissen redet.
    Auch ich habe einmal eine ähnliche Erfahrung gemacht wie du Nike. Ein Bekannter bei dem ich übernachtet habe hat mich angefasst, nach ein paar mal darum Bitten hat er aufgehört. Als ich geschlafen habe, hat er es wieder versucht und ich habe so wie du so getan als ob ich schlafe, bis er aufgehört hat. Ich bin sogar noch die ganze Nacht dageblieben, weil ich keine Kraft hatte zu gehen.
    Es hat so lange gedauert bis ich darüber überhaupt mit Freunden reden konnte und ich finde es toll wie ihr Mut dazu macht, nicht so lange zu warten wie ich.
    Ihr wünscht euch und so auch ich, viel schlagfertiger zu sein. Ich glaube das ist ein Weg, das passiert nicht von heute auf morgen, dass passiert wenn man immer wieder darüber redet und Bewusstsein dafür schafft was verkehrt läuft, weil man erst dann die Möglichkeit hat zu kontern. Ich finde das tut ihr schon wunderbar!
    Zu dem Thema Angst, wollte ich noch sagen, dass mir der Glaube an Jesus Christus bei allen meinen Ängste hilft. Da gibt es nicht nur ein ich, das alles schaffen muss und Lösungen finden Angst zu überwinden . . . sondern noch jemanden Anderen, der immer da ist, hilft und vor allem liebt. Ich kenne Angst und Schmerz nur zu gut (habe auch so ein Dramagen), aber weiß am Ende das ich es nie alleine tragen muss. Das heißt nicht das die Angst sofort weg ist, wenn ich eine Runde mit Gott darüber gequatscht habe (was aber auch schon oft sehr erleichternd sein kann), sondern das mich seine Hilfe, Kraft und Liebe dadurch begleitet und Angst am Ende verblassen lässt. Ihm kann ich auch all die Menschen die mir so unendlich am Herzen liegen immer wieder anvertrauen. Vielleicht ist es für manchen ja hilfreich, als alternative zur Schamanin, sich mal mit dem Christlichen Glauben zu beschäftigen.
    Liebe Grüße

    Antworten
  3. helen

    #metoo Ich hatte mehrfach solche Vorkommnisse, in denen ich es nicht geschafft habe, mich abzugrenzen. Einmal wollte ich einfach nur schlafen, war gut alkoholisiert und habe mich, weil der Mann mich mit seinem Auto mitgenommen und ich zuvor mit ihm sogar geflirtet hatte, mich dazu verpflichtet gefühlt, ihm etwas zurückzugeben bzw. es zuzulassen. Noch zwei weitere Male habe ich Sex „über mich ergehen lassen“, weil ich dachte, ich bin es der Person schuldig. Es ist erschreckend, wie oft ich schon in solchen Situationen war. Nicht immer kam es zum Sex, manchmal wurde ich „nur“ an Stellen berührt, an denen die Hände des Mannes nichts verloren hatten. Warum ich sauer sei, fragte mal ein Mann am nächsten Morgen, nachdem er nachts nicht davon abgelassen hatte, meine Brüste zu streicheln. Ich glaube, ich hatte nicht den Mut, den Grund zu nennen, dennoch erriet er ihn und warf mir entgegen: „Ja sorry, aber du hast einfach so krass weiche Haut – da konnte ich nicht widerstehen“. W T F ?!
    Immer habe ich mich nach diesen Ereignissen abartig gefühlt, war von mir selbst enttäuscht, dass ich nicht den Mut hatte, klare Grenzen zu setzen. Dabei ist es mein Körper und wenn ich nicht will, dann will ich nicht. Und sich wegen irgendeinem Bullshit verpflichtet zu fühlen, ist kompletter Schwachsinn. Leider liegen bei mir zwischen Theorie und Praxis ein paar Welten.

    Antworten
  4. Carolin

    Ihr seid immer ne Wucht, aber dieses Mal ist es ein besonders toller Podcast geworden. Auch ein Riesendanke für eure Offenheit. Ich empfinde euch und den Podcast wirklich als eine riesige Bereicherung in meinem stressigen Alltag <3
    Ich habe vor allem Angst, dass meinen Lieben etwas passiert. Das ist die größte Angst und übersteigt alles. Ansonsten habe ich mich mehrmals beim zustimmenden Nicken erwischt, besonders beim Auswanderungspunkt. Überlege auch schon dauernd, am liebsten meinen Freund, Bruder und die Eltern einzupacken und dann einfach auszuwandern – nur wohin?? Kanada kommt man nicht rein und in Neuseeland gibt's Erdbeben und das ist wirklich verdammt weit weg, auch nicht so super. Und kann das wirklich die Lösung sein? Denn wenn man sich auf der Welt mal umschaut, geht es uns hier in Deutschland doch noch wirklich gut.

    Antworten
  5. Marie

    Ihr lieben, seit wann kann man eure Podcasts denn nicht mehr herunterladen….ich höre euch doch so gerne beim laufen, sodass ich manchmal laut auflachen kann und vor mich hin schmunzelnd durchs Hamburger Schitwetter renne.
    Bis Folge 12 ging es noch.

    Liebste Grüße
    Marie

    Antworten
  6. M.

    ohne euch irgendwas vorwerfen /-schreiben zu wollen: Könnt ihr auch ohne den pling sound eingehender Nachrichten im Hintergrund? Für mich ist der podcast so tiefenentspannung und das pling reißt mich aus diesem schönen inneren Dialog (mit euch ) und aus der Illusion diese 30 min mit euch allein zu haben immer raus ( in real life Unterhaltungen mag/ mache ich das auch nicht ) .

    Antworten
  7. LaLo

    Herzlichster Podcast!

    #Metoo: Als kleines Kind habe ich es immer geliebt ans Telefon zu gehen. Ich fand es spannend und schön kurz mit den Freund*innen meiner Eltern oder Geschwister zu sprechen und das Telefon dann an sie weiterzureichen. Deswegen war es in meiner Familie klar, dass ich zuerst ran gehen darf, wenn es klingelt, weil einfach kein anderes meiner Familienmitglieder so viel Freude dabei hatte. Ich war ca. 7 Jahre alt, als ich eines Nachmittags freudig zum klingelnden Telefon stürmte. Dort sagte mir ein Mann, er sei von der Polizei und ich müsse nun genau das tun, was er sagt, sonst würde ich schrecklichen Ärger bekommen. Ich war total verängstig und habe dem zugestimmt. Dann stellte er mir ein paar lapidare Fragen und wollte dann wissen, ob ich mich regelmäßig wasche. Vor allem, ob ich mich regelmäßig untenrum wasche, wie es dort aussieht und dass ich mich nun dort anfassen solle. Dann kam meine Mutter in den Flur (dort stand unser Telefon) und hat direkt gesehen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Sie hat mir dann den Hörer aus der Hand gerissen, den Menschen am Telefon „zur Sau gemacht“ und das selbige an der Wand zertrümmert. Diese Reaktion war für mich in diesem Augenblick total gut. Durch ihr „Ausrasten“ habe auch ich Wut fühlen können und mich zu keinem Zeitpunkt schuldig gefühlt. Ich fühlte mich zwar sehr unwohl, verängstigt, habe geweint und für eine kurze Zeit hat sich meine Freude, ans Telefon zu gehen in Angst umgewandelt. Aber auch das konnte ich recht schnell wieder ablegen. Meine Eltern haben dann auch Anzeige erstattet und der Mann wurde verurteilt. Wir waren nicht der einzige Haushalt, indem er seine perversen Machenschaften durchgezogen hat. Durch eure Erzählungen, dass ihr Angst habt, dass euren Kinder etwas zustößt, habe ich noch mal über die Reaktion meiner Mutter nachgedacht und bin nun wiederholt sehr berührt davon. Ich kann selbstverständlich nur für mich sprechen, aber ihre Wut hat mir sehr gut getan und mir unmissverständlich aufgezeigt, dieser Mann, derjenige ist, der sich falsch verhalten hat und ich nichts dafür kann/konnte.

    Antworten
  8. Nadja

    Hallo ihr zwei großartigen Frauen! Ich bin sooo froh, dass ich euch im Internet gefunden habe 🙂 Ich finde ihr bereichert mit eurem Blog und eurem Podcast die Gesellschaft, die Leser*innenn, mich … an dieser Stelle zuerst mal so kitschig es ist : Schön, dass es euch gibt <3 Eure Offenheit ist großartig und in so vielem – gerade bei dir Nike – finde ich mich. Ich bin mit den Drama Genen auch gut ausgestattet, allerdings sind es glaube ich nicht nur die Gene, sondern ich glaube schon, dass viele unserer Ängste damit zusammen hängen, wie wir aufgewachsen sind, Erlebnisse in der Kindheit. Meine Mutter war alleinerziehend und hatte quasi keinen Freudeskreis oder einen neuen Partner. Meine tief verwurzelte Angst, alleine zu sein (wenn sie weg ist) begleitet mich z.B bis heute. Ich persönlich finde schon, dass eine Psychotherapie auch total Sinn macht wenn es nicht so "akut" ist, sich selbst und seine eigenen Gefühle noch mehr kennen zu lernen – da spreche ich aus eigener Erfahrung – mir hat sie sehr weiter geholfen. Aber nun auch zu euren Fragen: meine größten Ängste sind schwere Krankheiten oder Behinderungen (also dass ich sie bekomme), dass ich früh sterbe, der Tod allgemein und dass meine Mutter mal schwer pflegebedürftig wird – und das Allein Sein – wobei das besser geworden ist 🙂 Meine #MeToo Erfahrung: Fahrschule, Fahrlehrer: Berührungen am Oberschenkel und an der Hand (z.B beim Schalten erklären), anzügliche Kommentare…knabbere heute noch dran und habe auch bis heute keinen Führerschein – den zu machen ruft bei mir auch Angst Gefühle hervor. Ich will ihn aber machen – diesmal in einer Frauenfahrschule, die es zum Glück gibt 🙂 Alles Liebe für euch, Nadja

    Antworten
  9. Amelie

    Viel Liebe für diesen Podcast, ihr seid unglaublich toll.
    Mein metoo-erlebnis und es tut wirklich gut, es zu teilen:
    Ich war mit zwei Jungs aus meinem engen Freundeskreis abends draußen und wir haben Wein getrunken. Wir beschlossen irgendwann in die WG von einem der beiden zu gehen um in der Küche weiter zu quatschen. Ich kannte beide sehr gut und habe schon etliche Abende so mit ihnen verbracht. Ich dachte, die Fronten seien geklärt und hatte wirklich keinerlei Ambitionen außer freundschaftliche… Irgendwann war ich müde, hab mich ins Bett gelegt und bin eingeschlafen. Nach einer Weile wachte ich auf, weil der Typ in dessen Bett ich lag, sich auf mich geworfen hat, seinen steifen Penis an mir rieb und versuchte mich zu küssen. Ich dachte sofort „das darf jetzt bitte nicht wahr sein“. Trotzdem hab ich mich nicht getraut ihn direkt wegzuschubsen und zu gehen, was eigentlich angebracht gewesen wäre. Da war der Gedanke, dass er doch ein Freund ist und dass ich ihn nicht so bloß stellen will…richtig doof von mir. Nach ein paar Sekunden habe ich mich aber so geekelt, dass ich ihn weggestoßen habe. Er hörte auf und schlief sofort wieder ein. Am Morgen bin ich ganz schnell gegangen als er noch schlief. Ich kam mir sooo schäbig vor. Drei Jahre lang hab ich nie jemandem davon erzählt und habe den Vorfall auch vor mir selbst verdrängt und bagatellisiert. Bis mich ein anderer Freund vor ein paar Wochen darauf angesprochen hat und sagte: „Hey, ich wusste gar nicht, dass zwischen dir xy mal was lief. Das hat er mir gestern erzählt.“ Das ist der Gipfel des Ganzen: Der Typ hat nicht nur versucht, mich im Schlaf zu überfallen, er hat es im Nachhinein auch noch so dargestellt, als ob in beiderseitigem Einvernehmen was zwischen uns lief. Die Wut die in mir aufsteigt, wenn ich an diesen Typen denke, ist unbeschreiblich.

    Antworten
  10. Pingback: Cherry Picks #40 - amazed

  11. Isa

    Geht ihr im nächsten Podcast noch weiter auf die #metoo Thematik ein? Es gab ja jetzt einen Artikel von der „Gegenseite“, der anscheinend wieder gelöscht wurde und der mich sehr erschrocken hat. Wie geht man damit weiter um? Geht ihr euch komplett aus dem Weg und wie reagieren andere, die jetzt davon wissen? Ich finde es erschreckend, wie viele Frauen ähnliche Situationen erlebt haben und wie viele sich danach etwas einreden, es verdrängen, und so weiter. Das Thema beschäftigt mich schon sehr.

    Antworten
  12. Isa

    Gegenartikel ist vielleicht ein blödes Wort, sorry. Ich meine den Artikel von dem Typen, über den du redest! Leider wurde der anscheinend gelöscht.

    Antworten
    1. Kathi

      Liebe Isa, liebe Nike – gibt es diesen Artikel denn nun irgendwo zu lesen? Interessiert wahrscheinlich alle hier. Danke!

      Antworten
  13. Virginia

    Großartiger Podcast <3 Schön wie offen ihr zu euren Ängsten steht!
    Liebe Nike, ich war teilweise aber etwas überrascht von deinen Ängsten, vor allem was Beziehungen angeht. Denn vor einiger Zeit habe ich mir durch dich inspiriert "Osho – Liebe, Freiheit, Alleinsein" gekauft und dieses Buch hat mir tatsächlich über viele Ängste hinweggeholfen. Was vor einigen Jahren, als ich auf Grund vieler Ängste und Probleme tatsächlich auch kurz eine Therapie angefangen habe, mein Leben verändert hat ist Power of Now von Eckhardt Tolle. Mittlerweile krampft sich bei mir alles zusammen bei dem Gedanken, dass ich mir und (was deine Ängste ja auch zeigen) viele andere auch, ihr Leben von Szenarien beeinflussen lassen, die mit großer Wahrscheinlichkeit nie eintreten werden, sondern nur in unseren Köpfen stattfinden werden. Heute ist es mir fast unbegreiflich, wie Angst meine Beziehung kaputt machen und mein Leben so im Griff haben konnte. Wichtig ist es glaube ich zu erkennen, dass dein Leben nicht gestern und morgen stattfindet. Sollte dein Partner dich irgendwann betrügen, kannst du das eh nicht ändern und du wirst dann mit dieser Situation umgehen müssen. Umso wichtiger ist es jetzt diese Gedanken zu vertreiben und die Zeit gemeinsam unbelastet zu genießen. Falls du es noch nicht kennst, kann ich dir Power of Now nur sehr ans Herz legen.

    Antworten
  14. NINI Swipe

    Wow… viel zu krass diese Story, DANKE das du das mit uns teilst!
    Geht es um Marcel Winatschek? (Amy & Pink) Würde ja mal wieder passen

    Antworten
    1. NINI Swipe

      Okay, ich weiß bescheid …
      Aber richtig heftig den Artikel jetzt plötzlich wieder zu löschen, das spricht ja wirklich Bände!!!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr von

Related