Kolumne // Kinderstress – obwohl noch gar keine da sind

8 Kommentare

  1. Annie

    Oh Julia, deinen Artikel drucke ich jetzt einfach mehrfach aus und verteile ihn an jeden, der mal wieder frägt, wann es denn soweit ist, wie viele Kinder ich mal haben möchte und ob ich denn nicht denke, dass es mit 32 langsam Zeit ist.

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  2. Neele

    Ich kann dich sehr gut verstehen… ich bin mittlerweile fast 33 und habe mich an die dummen und völlig grenzüberschreitenden Fragen gewöhnt. Was heißt, dass ich inzwischen, vielleicht manchmal etwas zu aggressiv, darauf reagiere. Ich denke dabei allerdings viel weniger an mich selbst, die einfach freiwillig gerade kein Kind möchte, sondern vielmehr an die vielen Frauen, die es vielleicht gerade versuchen, sich nichts sehnlicher wünschen oder, im schlimmsten Fall, sogar sehr früh ein Kind verloren haben. Diese Fragen sind für mich (außer von sehr engen Verwandten / Freunden) so dermaßen anmaßend, dass ich richtig wütend werde. Es geht einfach niemanden etwas an und schon gar keine Wildfremden im Blumenladen. Das Thema ist so privat und persönlich. Warum bleiben die Leute nicht einfach bei den üblichen, sinnlosen Small Talk Themen wie dem Wetter oder sonstigen Oberflächlichkeiten? Ich kann dich jedenfalls nur ermutigen in Zukunft schlagfertiger zu reagieren. Vielen Dank für deinen Text und alles Liebe, Neele

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  3. Mart

    Bin grad so n bissl am Kotzen und lächle dich dankbar virtuell an. Mich hat neulich ne Kollegin (ca 60, die ich quasi 4x im Jahr seh) zwischen Tür und Angel auf offener Straße mit der Frage nach Familienplanung gestellt. Ganzes Programm in 60 Sekunden gespielt.

    Sie: wie gehts?
    Ich: gut! Dir?
    Sie: ach, ich hab grad so Probleme mit den Bandscheiben, das zieht ins Bein runter.
    Ich: oh je. Na, ich muss los!
    Sie: und bei dir?
    Ich: hm?
    Sie: Familienplanung und so? Kommen da bald mal Kinder?
    Ich: öööh dann wenn, dann schon…?
    Sie: wie alt bist du jetzt?
    Ich: 32.
    sie: Ah ja. Ich kenne auch andere ältere Mütter.
    Ich: äh
    Sie: nicht, dass ich dir zu nahe trete. Aber du hast ja auch geheiratet!
    Ich: Ich muss los.
    Sie: ich mein nur, weil ich an die Nina denken musste.
    (=Kollegin, die in Elternzeit ist)
    Ich: äh?
    Sie: weil die so arg glücklich ist mit dem Baby.
    Ich: äh.

    Ich wär sooo gern schlagfertiger gewesen!!!! Aber: Es kommt ein nächstes Mal.

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    1. Esra

      Omg das ist eigentlich gar nicht lustig, aber ich musste grad trotzdem herzlich lachen, bei den ganzen „Ich: äh“ :DDD Ich kenn das! Man ist in manchen Situationen bei manchen Dreistigkeiten einfach super perplex!
      BTW ich bin 35 und das Thema Kinder spitzt sich langsam zu. Alleinstehend ist es auch schwer – und um jeden Preis will ich keins haben. Vielleicht soll es einfach nicht sein!
      lg
      Esra

      http://nachgesternistvormorgen.de/

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  4. Hanna

    Du sprichst mir aus der Seele… warum meinen nur so viele Menschen das Recht zu haben sich in so intime Entscheidungen einzumischen?? ob und wann man Kinder bekommt geht andere einfach nichts an! Irgendwie meinen viele es gibt ein „optimales zeitfenster“ in dem eine Frau Kinder kriegen „muss“ und alles unter 25 und über Mitte dreißig ist verkehrt und unnormal.
    ich habe meine Tochter mit 21 bekommen und mir wurde ständig gesagt, dass das doch sicher ein Unfall war… Nein, war es nicht! mein Mann und ich wollten das eben so und ich finde nicht, dass man sich für so eine persönliche Entscheidung vor irgendjemandem rechtfertigen muss!

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  5. Sabine

    Amen. Dieser Artikel trifft den Nagel sowas von auf den Kopf, großartig. Und vielen Dank!
    Ich muss tatsächlich sagen, dass mich Kommentare von Fremden kalt lassen. Vielleicht liegt es an meinem Wohnort, ich lebe in Berlin – da ist man einiges gewohnt 🙂
    Viel schlimmer treffen mich diese Fragen oder Kommentare von engen Freunden, die leider mit einer bemerkenswert hohen Frequenz auf mich einprasseln. Den Satz „Hey, ich hab Neuigkeiten“ hab ich zB schon komplett aus meinem Wortschatz gestrichen. Was schade ist, denn habe ich Neuigkeiten (Bin befördert worden, geiles Paar Schuhe 50% reduziert geschossen, Lieblingsbar hat zugemacht, Bekannte XY hat ihren Freund verlassen, etc.) weiß ich gar nicht mehr wie ich einsteigen soll, ohne diese fast schon enttäuschten „Achso, sie ist doch nicht schwanger“-Blicke zu vermeiden. Ein Teufelskreis, herrje.

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  6. Pingback: Cherry Picks #44 - amazed

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