Wie überstehen wir die Winterfrustration? – 10 Tipps für Sofort-Abhilfe

23.01.2018 Leben, box3

Wenn man den Hashtag #selflove auf Instagram sucht, findet man 12,4 Millionen Einträge, unzählige Selfies und Affirmationen. Trotzdem scheint für viele Menschen in der heutigen Zeit nichts so schwer zu sein, wie sich um sich selbst und seinen eigenen Körper zu kümmern. Ein Dilemma, denn meistens erreicht die Vernachlässigung unseres Selbst ihren Höhepunkt genau dann, wenn wir ohnehin schon frustriert sind. 

Während die eine Hälfte der Menschheit wahrscheinlich überhaupt nicht weiß, wie sie damit umgehen soll, steht der Rest vielleicht längst mit ihrem Riesenbecher Eiscreme, zwei Tafeln Schoki und einer Flasche Wein an der Kasse. Ich würde mich zu letzterem zählen und kann euch versichern: Das funktioniert nicht immer! Also habe ich mich rasch informiert und bin in die Edelsteinwasser-Welt eingetaucht um herauszufinden, was im Fall akuter Frustration wirklich hilft. 

Die Antwort war deutlich und wenig abwechslungsreich: Dankbarkeitslisten schreiben, tief ein- und ausatmen, meditieren, Affirmationen aufsagen. Fertig.

Nun, das ist ja alles gut und schön, und ich bin mir sicher, dass dies bei manch einem funktioniert, aber wenn ich frustriert bin, dann ist in mir ein Orkan an Gefühlen und Gedanken unterwegs, den kann ich nicht mit ein paar lieben Worten, á la „Liebe dich selbst“ aufhalten. Schöne Elefantenkacke! Also habe ich mich mal auf die Suche nach ein paar weltnäheren Beruhigungsstrategien gemacht- für Menschen die nicht täglich das „OM“ inhalieren. 

1. Eure Liebsten anrufen- vorausgesetzt sie sind keine hysterischere Version von euch selbst

Wir Menschen sind, egal wie allein wir manchmal sein wollen, Gesellschaftstiere – und den Mund aufmachen und die Gefühle einfach mal vor der Freundin, dem Freund, der Mama, dem Papa(…) in Worte zu fassen, wirkt oft Wunder. Darüber hinaus beruhigen andere Menschen einen meistens…vorausgesetzt sie sind keine hysterischere Version deiner Selbst, wie zum Beispiel meine Mutter, die ganz eindeutig dazu neigt, mich noch verrückter zu machen. Wie aber wäre es mit der Freundin, die viel zu weit weg wohnt und längst einen Anruf verdient hat? Tut es. Eher heute als morgen!

2. In die Sauna/Therme gehen, ja wirklich!

Ich gebe zu, dieser Tipp ist sehr konkret und ich hätte ihn auch „Mache einen Spa-Tag“ nennen können, aber da nicht jede*r in der Nähe eines Spas wohnt, Spas nicht jede*r bezahlen kann und sich das alles doch sehr etepetete anhört, habe ich mich für die Wahl zwischen einem kurzen Saunagang und dem ausgedehnten Besuch einer Therme entschieden, so eine Saune gibts nämlich auch in vielen öffentlichen Bädern. So, und wer Angst vor dem Nacktsein hat oder denkt, nur komische Leute würden sich nackend auf Holz fläzen, den bitte ich an dieser Stelle inständig, es doch noch (mal) zu versuchen, ganz ohne Vorurteile und Unwohlsein im Kopf (Scalamaris Erfahrungen möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten). Für mich ist das Herumliegen in der Sauna nämlich immer ein ganz besonderes Gefühl. Man ist selten so ruhig und mit sich und seinem Körper im Einklang (Handyverbot!!). Es ist die Mischung aus Hitze, dem Duft des Holzes und der Nacktheit ergo Freiheit, die hilft, Abstand vom sonst so angezogenen Alltag zu gewinnen. Auch dem Selbstbewusstsein tut so ein Ausflug gut, denn schämen muss sich niemand. In der Sauna merke ich immer: Eigentlich sind wir alle nur zweibeinige Körper mit Seelen. Sorgen wegatmen, Stress ausschwitzen. Los jetzt! Am besten mit eine Buch im Gepäck. Hier findet ihr Tipps!

 

Gut, und ganz alternativ klappts natürlich auch mit der eigenen Badewanne. Musik und Kerzen aber nicht vergessen. Es geht hier ja ums Flair!

3. Lies ein Magazin – aber bitte „Leichte Kost“!

Vielleicht bin ich die Einzige, die sich über längere Wartezeiten beim Arzt oder Friseur freut, denn wann sonst sollte ich schließlich den kompletten Lesezirkel durchzustöbern? Wirklich. Ich weiß, warum es die Yellow Press gibt. Sich in eine richtige Klatsch-und-Tratsch-Zeitschrift zu vertiefen, kann herrlich entspannend sein und ein gutes Balsam für die Seele – vor allem wenn man frustriert ist. Das eigene Leben wirkt dann so herrlich leicht, mit der „Bunten“ zum Beispiel, mit „Grazia“ oder „Living at home“. Oder, ein bisschen verrückter vielleicht, versucht es doch mal mit einer Fachzeitschrift wie der „Motorrad“ oder ‚Ökotest“. Hauptsache Hirn aus und weg mit dem Ego – Schämen muss sich an frustrierten Tagen nämlich niemand.

4.Bewege dich- Es muss nicht Yoga sein 

Jaja, man hört es immer wieder: „Bewegung hilft!“ – vorausgesetzt man zwingt sich nicht dazu spazieren zu gehen, obwohl man Spazierengehen hasst. Es muss auch niemand Yoga machen, dem es vor dem herabschauenden Hund graust. Bewegt euch doch einfach in irgendeiner euch lieben Form: Geht zum Supermarkt, fahrt mit dem Rad zum Blumenladen, tanzt durch eure Wohnung. Oder probiert Neues! Bouldern (da wächst man über sich hinaus, man muss sich vorher nirgends anmelden und kann sich vor Ort passende Schuhe leihen), Tennis, Boxen, Reiten, Laufen. Irgendetwas. Wer überhaupt nicht vor die Tür mag, darf sich auch vor den Laptop hängen

 

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5. Auf Youtube einen Song mit Lyrics anmachen und singen!!

Viva la vida! Mal so richtig schön melodramatisch eine Ballade in den Computer trällern und sich wortwörtlich die Seele raussingen hat erstaunliche Effekte auf Geist und Gesundheit. Das haben selbst Wissenschaftler schon längst bemerkt und untersucht: Singen…“regt die Selbstheilungskräfte an, löst Verspannungen, sorgt für Ausgeglichenheit, baut Aggressionen ab, vertreibt Ärger und Stresssymptome, hebt die Stimmung, weckt die Lebensgeister, hält das Gedächtnis in Schuss, fördert die Konzentrationsfähigkeit, macht kontaktfreudiger und selbstbewusster“. Das klingt doch mal nach einem guten Rezept gegen schlechte Laune!

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6. Zieh dich SCHÖN an – und lass die Jogginghose im Schrank

Die schönste Verführung an einem Frusttag ist wahrscheinlich die Jogginghose: bequem und der Stimmung angemessen. Die dazugehörigen Auswirkungungen können allerdings ganz schön unbequem werden – -jedenfalls bei mir. In Jogginghosen fühle ich mich immer noch ein bisschen unproduktiver und heruntergekommen. Vielleicht hatte Karl Lagerfeld damals ja doch recht? Skinny Jeans sind an solchen Tagen allerdings auch nicht meine erste Wahl, weshalb ich nur jedem wärmstens empfehlen, kann eine ultraschicke weite Flatterstoffhose ins Schranksortiment aufzunehmen. In der kneift nämlich nichts. Jetzt noch ein paar große Ohrringe dazu und abglitzern. Kann ausgesprochen hilfreich sein, genau wie der rote Lippenstift.

9.Ein Ich-verwöhn-mich-mal-zu-Hause-Beauty-Tag

Das ist die kostengünstigere Alternative zum Sauna/Therme-Gang. Wenn man es nur richtig anstellt, steht so ein Tag, bzw. Feierabend dem großen Saunen-Erlebnis aber beinahe in nichts nach. Dreht entweder melodramatische Frustmusik auf, oder das Gegenteil. Nike schwört auf „Urlaubsmusik“, wie etwa „Buena Vista Social Club“. Fangt an, eure Nägel zu lackieren, Masken anzurühren, Saft zu pressen, und so weiter und so fort. Während ihr auf die volle Badewanne wartetet (Schaumbomben-Tipp: LUSH!), könntet ihr euch außerdem in Unterhaltung sudeln, mit der Show „DIY mit Hazel Brugger“ zum Beispiel – vorausgesetzt ihr möchtet Julia Glöckner (CDU) beim Schneekugeln basteln, Karl Lauterbach beim „Anti-Karter-Drinks“ mixen, oder Dietmar Bartsch (die Linke) beim Lebkuchenhaus basteln, sehen. Köstlich ist das!

 

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10. Durch Plattenläden stöbern oder die New Releases untersuchen

Durch Plattenläden stöbern ist ein Bisschen wie durch Second-Hand-Läden zu bummeln: Manchmal landet man den Hauptgewinn, manchmal kauft man die Katze im Sack und manchmal geht man leer raus. Wenn man jedoch wirklich einen neuen Künstler oder eine Künstlerin entdeckt oder sich in ein neues Album verliebt, stellt sich ein ähnliches Hochgefühl ein wie in diesem glorreichen Moment, indem du ein Seidentop für 3 Euro ergatterst. Ihr wisst schon.  Ein guter Tipp aus dem vergangenen Jahr ist Mavi Phoenix, die gerade erst auf der Party des ZEITmagazins performte ich so wieder in mein Gedächtnis katapultierte – es ist allerhöchste Eisenbahn, sich das komplette Album „Young Prophet“ anzuhören! Allein mit Tee auf dem Sofa, oder eben mit einer Freundin/einem Freund, der/die auch ein bisschen im Frustloch festhängt. Zusammen ist man nämlich wirklich weniger allein. 

Ganz ganz frisch und neu hingegen ist die Musik von der zauberhaften Haley Heynderickx:

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So! Weitere Tipps in den Kommentaren sind natürlich sehr willkommen!

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18 Kommentare

  1. Lilli

    Ich halte es wie Scalamari und schmiere mich an solchen Tagen einfach mit nach Sonne und Meer duftender Sonnencreme ein 😉

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    1. Linda Luna Artikelautorin

      Auch eine gute Idee, vielleicht hat man ja auch noch irgendwo etwas Sand, (bewusst oder unbewusst) aus dem letzten Urlaub versteckt, den über den Körper gerieben und man liegt fast schon an der Riviera. :*

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  2. Anne

    Ich stehe, je nach Laune, auch auf Nikes Tipp mit Buena Vista Social Club! Manchmal muss ich dann aber auch die volle Dröhnung Melancholie haben, um mich in meinem Elend zu suhlen und dann am nächsten Tag, wie der Phoenix aus der Asche zu steigen und allen Frust und Winterblues abzustreifen.:)
    Ich mag deine Texte Linda Luna!:)

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  3. Josephine

    Was immer hilft ist einmal so richtig auf die Tränendrüse drückend Tagebuch schreiben, rumkotzen und mich selbst bemitleiden (am besten in Briefform a la „Liebe … „), dann Musik hören und falls der Schweinehund nicht so penetrant ist: Ab nach draußen! Spazieren! Nen Weinchen trinken gehen! Im Café lesen! Und auf dem Weg nach Hause Schokolade kaufen und dann verkriechen, am besten ohne Internet und Handy. Schöne Tipps und ein schöner Artikel, btw.

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  4. Karolin B.

    Der Artikel kommt exakt zur richtigen Zeit, um dem Winterblues entgegenzusteuern. Bewegung ist für mich Key, um die kalte Jahreszeit mit einem Lächeln zu überstehen. Der Salat nach einer Joggingrunde im Wald schmeckt besonders gut. Alleine dafür lohnt es sich. Und ein Beautytag im Wellnesshotel ist für nächstes Wochenende mit meiner besten Freundin geplant. 🙂

    Viele Grüße Karolin

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    1. Linda Luna Artikelautorin

      Liebe Karolin, du hast so Recht, genauso ist es! Ich habe auch gerade mit Joggen angefangen und liebe das befreiende Gefühl, dass es einem gibt.
      Ganz liebe Grüße zurück, Linda Luna

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  5. Laura Urban

    Im Winter bin ich oft niedergeschlagen und frustriert. Danke für den Tipp, dass ein Besuch in der Therme oder der Sauna die Stimmung heben kann. Ich werde bereits jetzt für den Winter nach einem Thermenhotel buchen und in jedem Fall wie empfohlen ein Buch einpacken, um richtig abschalten zu können.

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