Wir haben 5 Frauen gefragt: Wie schaffst du es, deinen Körper zu akzeptieren?

Das hier ist die erste Ausgabe unserer neuen Interview-Reihe 5 Frauen. Heute fragen wir: Wie schafft ihr es, euren Körper zu akzeptieren? Das gleiche wollen wir natürlich auch von euch wissen, denn zusammen ist man nicht nur weniger allein, sondern auch viel, viel stärker. Wie freuen uns auf eure Kommentare genau so wie auf potenzielle Fragen für die nächste Runde!

Nike Jane:

Ich habe im letzten Jahr, aus unterschiedlichen Gründen, etwa sieben Kilo zugenommen. Ich bin jetzt noch immer schlank, aber dennoch schimpfe ich natürlich darüber, dass mir meine Lieblingshosen nicht mehr passen. Oder darüber, dass viele Kleidungsstücke an mir jetzt ganz anders aussehen als vorher. Es geht nicht darum, dass ich ein minibisschen mehr wiege als vorher, sondern um die Veränderung des eigenen Körpers, an den man ja gewöhnt ist. Eine Zeit lang hatte ich trotzdem schlechte Laune, obwohl ich ja selbst ständig darüber schreibe, wie bescheuert dieser ganze Optimierungswahn ist. Ich glaube, Selbstzweifel sind menschlich, aber wir sollten nicht aufhören, darüber nachzudenken, woher sie überhaupt rühren. Meine waren auf jeden Fall ein bisschen Instagram-gemacht. Und auch in den Onlineshops sind eigentlich alle Frauen rappeldürr. Heilsam war deshalb ein Besuch in der Therme. Da sieht man viele unterschiedliche, echte Körper, die allesamt auf ihre ganz eigene Art und Weise schön sind. Ohnehin glaube ich, dass wir mit uns selbst viel strenger sind als mit anderen. Sich selbst durch die Augen einen Freundin sehen, das wäre mal was. Ich kann natürlich nicht behaupten, dass ich mich, allein aufgrund der Veränderung, nun pudelwohl in meinem Körper fühle, aber ich habe gelernt, was „Body Neutralism“ bedeutet: Nämlich, dass einem kleine Makel wirklich schnurzpiepegal sein dürfen oder sollten. Ich muss meinen heruntergefallenen Po oder die ausgenuckelten Brüste also nicht als bildschön empfinden, aber sie zu akzeptieren und sie einfach so sein zu lassen wie sie nunmal sind, das ist schon ein ordentlicher Schritt. Es „egal“ finden, dass nicht alles super knackig ist, meine ich. Das wirkt sich sehr befreiend auf das Wohlbefinden aus. Wie man das schafft? Indem man sich zum Beispiel andere Vorzüge vor Augen hält. Ich kann super Witze erzählen. Und ich liebe meine Freunde und Freundinnen ganz sicher nicht für ihre heißen Körper. Andere scheren sich außerdem auch nicht um mein Gewicht, warum also sollte ich mich also selbst so  schrecklich verrückt machen? Ich bin gesund. Das klingt banal. Aber: Was für ein Glück!

Anouk: 

Ich hasse es, wenn Leute mich „übergewichtig“ nennen. Ich bin nämlich fett. Sagt man das nicht einfach wie es ist, impliziert das für mich, dass es nicht „normal“ ist, oder etwas, dem man aus dem Weg gehen will. Auch nicht nett ist es, wenn mir irgendwer ein Kompliment machen möchte und dann sowas sagt wie: „Du hast aber trotzdem ein schönes Gesicht!“ Oder: „Hast du abgenommen, du siehst toll aus!“ Als hätte das Gewicht wirklich etwas mit Schönheit zu tun. Hat es zwar, in den Medien zum Beispiel, aber ich wünsche mir, dass damit bald Schluss ist. Ich finde mich nämlich wirklich hübsch. Nicht schlank, natürlich nicht. Wie ich schon sagte: Ich bin eine Kugel! Aber ich habe es satt, gehänselt zu werden. Was mir dabei geholfen hat, mich zu akzeptieren, war meine Liebe zur Mode. Jahrelang habe ich nur super weite Sachen getragen, weil ich dachte, dass meine Arme und Beine ja keiner sehen will. Das war sehr unvorteilhaft und ich war unsichtbar, trotz der stattlichen Masse. Eben nur „eine Dicke von vielen“. Seit ich mich in Farben werfe und körperbetonte Kleider trage, lächeln die Leute mich wieder an. Weil auch ich lächle. Das liegt daran, dass ich mich nicht länger über mein Gewicht definieren will. Ich will nicht mehr die „Schwere“ sein, sondern die Kluge. Oder die Dickköpfige. Die, die was erlebt. Und ich glaube: Wer stolz ist, der hat Ausstrahlung. Und die ist wertvoller als ein Model-Körper. Weil Geschmäcker ja auch verschieden sind. Was ich früher gehasst habe, mag ich jetzt. Dass ich mich weich anfühle! Dass ich einen runden Po habe! Es ist sehr wichtig, sich mit sich selbst anzufreunden, man kann ja nicht raus aus dem eigenen Körper. Solange man gesund ist, muss man das ja auch nicht. Bin ich schön? Keine Ahnung. Muss ich schön sein? Nein. Ich bin jedenfalls ich. Und wenn ich nicht irgendwann damit aufgehört hätte, jemand anders sein zu wollen, dann wäre ich jetzt ein sehr unglücklicher Mensch in sehr grauer Kleidung mit hängenden Mundwinkeln. Keine gute Alternative!

Rabea: 

Ich mag meinen Körper, weil er so viel kann. Ich kann ziemlich lange auf meinen Händen gehen und Spagat und außerdem bin ich eine gute Läuferin. Wenn mir also wieder jemand unterstellt, ich sei magersüchtig, dann versuche ich erst gar nicht mehr, mich zu verteidigen. Als Kind habe ich mal eine Woche lang jeden Tag heimlich eine ganze Packung Eis gegessen, weil ich gehofft habe, ich würde dann Brüste bekommen oder einen Hintern. Es passierte aber nichts. Das ist bis heute so. Ich bin flach wie ein Brett, trage nicht einmal ein A-Körbchen. Als ich mich neulich ein wenig verliebt hatte, da erzählte mir jemand, der Auserwählte hätte gesagt, ich sei ihm viel zu männlich, er bräuchte was zum „Anpacken“. Das tat natürlich weh, aber ich kann nichts daran ändern, dass ich bin wie ich bin. Und der Mann kann nichts für seinen Geschmack, also wird das wohl nichts mit uns. Richtig sauer werde ich eigentlich nur im Büro. Da wird man gern mal als „die Zarte, der man nichts zutrauen kann“ verbucht, wenn man sehr dünn ist. Ich muss mich gefühlt immer doppelt anstrengen, um ernst genommen zu werden. Eine Zeit lang habe ich Push Ups getragen und versucht, mir mit Gürteln eine Taille zu mogeln, aber damit habe ich mich irgendwie selbst verraten. Eines Tages hat es klick gemacht und seither versuche ich nicht mehr betont weiblich auszusehen, sondern einfach das zu tragen, was mir gefällt. Auch mal Herrenschuhe oder Bundfaltenhosen. Vermutlich habe ich mich einfach an all die Vorurteile gewöhnt. Oder verstanden, wie blöd manche Menschen sind und dass das nicht mein Problem ist, sondern ihres. Trotzdem habe ich viele Freundinnen, die oft Sachen sagen wie: „Ich wäre so gern so dünn wie du, da kann man alles tragen und sieht super aus!“ Ich verstehe, dass es aufgrund des Schönheitsideals bestimmt „leichter“ ist, zu dünn zu sein. Aber eben auch nicht immer superklassetoll. Viele Kleidungsstücke sehen an mir aus wie traurige Säcke und besonders viel hinterher geschaut wird mir auch nicht, auch wenn das das keine Rolle spielen sollte. Was ich sagen will: Das Gras scheint woanders immer grüner zu sein. In Wahrheit wären wir aber vermutlich immer ein bisschen unzufrieden, ganz egal welchen Körper wir hätten. Das liegt irgendwie in unserer Natur. Ich versuche ganz aktiv dagegen anzukommen und mich selbst zu finden, statt nach rechts und links zu schauen.

 

Léa:

Vielleicht habe ich es noch gar nicht schafft, mich so zu akzeptieren wie ich bin, aber ich arbeite jeden Tag daran. Das klappt mal besser und mal schlechter. Nach meiner Schwangerschaft wurde mein Körper ein anderer. Zwar habe ich viele Kilos wieder verloren, aber die überschüssige Haut werde ich nicht los und auch der Bauch ist sehr, sehr dellig. Deshalb kostet mich ein See-Besuch viel Überwindung, weil ich mich permanent vergleiche und denke: Würde mein Mann nicht gern mal wieder einen straffen Körper berühren? Ich denke, diese Sorgen kann mir niemand nehmen, aber ich kann lernen, mit ihnen umzugehen. Das schafft man, glaube ich, am besten durch Dankbarkeit. Mein Körper hat Zwillinge auf die Welt gebracht und schon so einiges erlebt. Er trägt mich jeden Tag, er ist gesund, ich kann mich bewegen und rennen und springen. Das scheint vielen von uns viel zu selbstverständlich zu sein. Aber immer wenn ich eine Grippe hatte oder so etwas Banales wie eine Blasenentzündung, wünsche ich mir nichts mehr als einen funktionierenden Körper. Hab ich den dann zurück, dauert es nur zwei Tage und ich meckere von vorn los. Ja, spinne ich denn? Auf jeden Fall. Ich weiß das, ich muss es nur noch besser in mir aufnehmen. Das Gefühl von „Das bin ich, danke dafür“. Sind vermeintlich makellose Menschen glücklicher? Nein, sie sind einfach Menschen, so wie wir alle. Jeder trägt ein Päckchen mit sich herum. Wenn meines nur dieser etwas wabbelige Körper ist – bittesehr. Sich selbst, zumindest oberflächlich betrachtet, nicht allzu ernst zu nehmen, klingt erstrebenswert, aber wenn man jeden Tag mit sich verbringt, wie soll das gehen? Ich bewundere alle, die das können. Ich kann es, wie gesagt, nur selten. Aber diese Phasen halten immer länger an. Glück im Leben, das hilft. Da erscheint einem alles andere auf eine gesunde Art und Weise sehr nichtig. Vielleicht sollten wir also aufhören, an unseren Körpern zu feilen und stattdessen viel mehr Fokus auf alles andere legen, das zu einem schönen Leben dazu gehört.

Kübra: 

Ich habe gelernt, mich zu akzeptieren, weil andere mich akzeptieren. Als Frau. Vor fünf Jahren habe ich mich gegen das Tragen eines Kopftuches entschieden und auch meine Arme und Beine zeige ich inzwischen. Ich bekam, auch aus anderen Gründen, psychologische Unterstützung bei diesem Weg, weil mich die Blicke anfangs überforderten. Ich werde zwar fast jeden Tag wie viele andere Frauen, Opfer von Sexismus oder blöden Sprüchen, aber meine Freiheit wiegt schwerer. Dafür ertrage ich den oft fehlenden Respekt so lange es sein muss. Wenn mich meine Schwester heute fragt, ob ich meinen Körper gern zeige, sage ich „ja“. Dabei habe ich einen durchschnittlichen Körper, der weder dick noch dünn ist. Ich mag nicht alles an ihm. Zum Beispiel die Winkearme. Aber wenn ich den Wind spüre, der beim Radfahren die Härchen nach oben stellt, erinnere mich immer an früher zurück, wo ich mir ein bisschen Wind und Sonne unter den langen Kleidern so sehr gewünscht habe. Was mir also hilft, ist mein Privileg anzuerkennen. Das stellt vieles in den Schatten. Ich freue mich dann einfach. Stelle ich mich nackt vor den Spiegel, sieht das schon ganz anders aus. Dann bemerke ich ja, dass ich nicht so aussehe wie die Frauen in den Magazinen. Aber will ich eine der Frauen in den Magazinen sein? Irgendwie ja auch nicht. Lieber bin ich ich und dazu gehört zum Beispiel auch eine lange Narbe an meinem Schienbein und ein Muttermal am Hals. Neulich habe ich gelernt, dass „normal“ ein blödes Wort ist, weil das bedeutet, dass andere Sachen „unnormal“ sind. Ich finde aber trotzdem, dass solche Makel stinknormal sind. Und irgendwie cool. Wie Wiedererkennungsmerkmale. Vielleicht ist normal ja doch falsch. Sagen wir lieber: Besonders. Ich bin besonders, weil niemand sonst auf der Welt so aussieht wie ich. 

33 Kommentare

  1. Nehle

    Toll! Toll! Toll! Danke, für die ehrlichen und hilfreichen Antworten. Jetzt wo es langsam Richtung Sommer geht, bin ich wahnsinnig genervt von den ganzen Beach-Body-Ansprüchen. Ein bisschen Gegenwind und viel Aktzeptanz kamen mir da gerade recht.

    Antworten
  2. Lena

    Das hat mich gerade mitten ins Herz getroffen. Genau zur richtigen Zeit, weil ich gerade in einer Lebensphase bin, in der ich wahnsinnig gegen mich und meinen Körper kämpfe. Seit Tagen war dieser Text, diese Gedanken, einer der wenigen Momente, in denen sich alles ein bisschen leichter – ja, fast ok angefühlt hat. Ich hoffe auf mehr davon, auch in den Kommentaren. Diese ehrliche Solidarität unter Frauen, dieses Zusammen-verletzlich-sein, Gedanken/Gefühle/Ängste teilen gibt mir so viel Kraft. Danke, wirklich.

    Antworten
  3. Sara

    Leider wurde mir gerade ein bisschen übel. Nike, 7kg zugenommen? Und du redest was von „rappeldürren“ Instagrammern? Bitte, bitte, bitte hört endlich auf mit diesem Thema. Nirgends, erscheint es mir schlechter platziert als hier. Ihr seid doch Teil des ganzen Wahnsinns und kurbelt ihn doch doch eure rappeldürren Instagram Bilder an.
    Mir würde es ganz ehrlich mittlerweile besser gefallen wenn ihr maximal ehrlich sein würdet: Ihr steht für Konsum, betreibt Konsum und braucht uns Konsumenten, damit ihr euren privaten Konsum wieder ankurbeln könnt.

    Und was für eine affige Frage, die man mit 300 Wörtern beantwortet…

    Antworten
  4. Sara

    Meine Mutter empfand dich, Nike, übrigens als magensüchtig als ich ihr mal ein Instagram Bild von dir gezeigt habe.
    Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber ich persönlich habe den Eindruck, dass du Hilfe benötigst.

    Antworten
    1. Katharina

      Liebe Sara, wie kann das nicht böse gemeint sein? „Nicht böse gemeint, aber meine Mutter findet, du siehst adipös aus und brauchst Hilfe“ – da würde doch ganz schön von allen Seiten geschimpft, oder? Darf man nicht mehr über seinen Körper reden, wenn man keinen BMI über 23 hat? Und darf man über Frauen schimpfen, die sehr schlank sind, aber nicht über solche, die dick sind? Was soll das ganze überhaupt? Wir wissen doch nicht, warum jemand dick oder dünn oder „normal“ (was auch immer das heißt) gebaut ist. Sieht man doch gut an Rabea, der vorgeworfen wird, magersüchtig zu sein, obwohl sie genug isst und es einfach nicht schafft, zuzunehmen. Warum interessieren sich Frauen überhaupt soviel für die Figuren ihrer „Mit Frauen“? Ich kenne das von Männern nicht, vor allem nicht dieses body-shaming. Wir sind Teil des Problems, nicht nur „die Modeindustrie“. Lasst uns einfach alle netter, vergebenden, nachsichtiger miteinander und zueinander sein! <3

      Antworten
    2. Sara

      ich glaube die Anzahl der Likes zeigt, dass viele hier so denken. Und der Titel liest sich in etwa so:
      Wir haben 5 Frauen gefragt: Wie schaffst du es BLOß, deinen Körper zu akzeptieren?

      Feminismus-light. Ihr müsstet viel mehr Kante zeigen. Aber der Blog, mit all seinen Schreiberinnen verkommt mittlerweile zu einem sehr weichen Brei.
      Mit mehr Kante meine ich nicht, dass jetzt hier wieder(!) ein bedeutungsschwangerer Text über Feminismus, Menstruation oder Nikes Liebesleben kommt – sondern ich würde gerne mal Artikel lesen und Fotos sehen wo ihr euren leeren Worten Taten folgen lasst. Mehr Aktion als eure langweile Reaktion in Form von Tagebucheinträgen.

      Antworten
      1. Luzi

        Liebe Sara, Leute wie du haben ihre Gründe und ich glaube, das weißt du selbst. Würde Nike eine 40 tragen, hättest du nichts zu pupsen. Wenn schon denn schon – gib doch konkrete Beispiele. Texte worüber denn? Ich bin immer wieder sprachlos über Weltverbesserinnen wie dich, die es im Leben nicht schaffen wurden, so einen wunderbaren und wichtigen Blog wie diesen hier zu füllen.

        Antworten
      2. Veronika

        Wtf did I just read? Mehr Kante? Wieviel Kante willst du denn? Schlag doch mal konkret vor, was für Texte/Taten du genau meinst? (N)Aktbilder auf IG à la Dove? Das Verbrennen diverser symbolträchtiger Dinge? Weite Schlabberklamotten tragen, damit sich nieman am vermeintlich „magersüchtigen“ Körper stört? Und die Anzahl von Likes zeigt vor allem mal wieder, wie schön man sich hinter anonymen Reaktionen verstecken kann und schön im Kielwasser eines einzigen Kommentars mitschwimmen kann, anstatt hier selbst einen konstruktiven Kommentar abzugeben. Es gibt nicht den perfekten Blog, aber TIJW kommt schon ziemlich nahe ran #closetoperfection um es mit einer meiner liebsten Formulierungen auszudrücken Moon Palace #paulauster !
        Ich gehöre übrigens auch zur „rappeldürren“ Sorte Frau, wobei ich meinen Körper als schlank und gesund empfinde, außerdem ist er unglaublich kräftig, da ich auf einem Hof aufgewachsen bin und er dank viel körperlicher Arbeit sehr zäh ist und einiges aushält. Meine ganze Familie ist im Übrigen so schlank/“dürr“, witzigerweise darf sich mein ebenso schlanker Bruder immer anhören wie groß er ist (auf Dauer auch nervig und auch hier wieder dieses Fixieren auf Größe/Gewicht) und ich bekomme die „ein bisschen mehr auf den Rippen würde dir aber schon gut tun“ Kommentare ab. Und tatsächlich viel mehr von Frauen, als von Männern, wie unglaublich traurig…
        Ansonsten: Ich liebe diesen Beitrag, so tolle Texte und bitte macht genau so weiter<3

        Antworten
  5. Marie

    Diese verschiedenen Berichte über den Umgang mit dem eigenen Körper zeigen (hoffentlich nicht nur mir) vor allem eines: es gibt nicht den perfekten, und dass das ständige Urteilen am eigenen einen wohl ein Leben lang begleitet, it’s a fact.
    Ich wurde neulich bei einem Date darauf angesprochen, dass mein Körper für den einer Frau viel zu muskulös sei. Obwohl mein Gegenüber wiederum auch nicht gerade meine Erwartungen erfüllte, hat mich seine direkte Kritik getroffen und verärgert. Warum bitte dürfen Frauen nicht stark und muskulös sein?
    In Analogie zu eurer Autorin Rabea kann ich sagen: auch ich mag meinen Körper, weil er viel kann. Typische „Männerübungen“ wie Liegestütze und Pull-ups zum Beispiel, aber auch meiner Mutter die Gießkannen durch den Garten tragen.
    Aber warum eigentlich sucht man immer nach einer Erklärung dafür, warum der eigene Körper so ist, wie er ist?

    Antworten
  6. Belinda

    Haters gonna hate and potatoes gonna potate 😀
    Ich finde eure Ausführungen ganz wunderbar und so wahr. Ich habe früher selbst viel mit mir und meinem Körper gehadert und auch heute denke ich noch oft, warum hat die so tolle Beine und ich ein schwaches Bindegewebe. But, that’s life… ich werde meine Gene so schnell nicht ändern können. Viel wichtiger ist es wirklich, wie ihr sagt, den Fokus auf die Dinge zu legen, die toll an uns sind und die unser Körper gut kann. Ein Rad schlagen zum Beispiel oder toll tanzen. Je älter ich werde, desto mehr bringe ich meinem Körper auch endlich die Akzeptanz entgegen, die er verdient und das ist großartig!

    Antworten
  7. Lisa-Sophie

    Wunderbare Idee! Die eben auch zeigt, dass jede*r mal unzufrieden mit seinem Körper ist, auch wenn er nach außen als super toll scheint! Und an den Kommentar der hier Nike als Magersüchtige betitelt: Wann wird den Leuten endlich mal bewusst, dass das eine verdammt besch** Krankheit ist über die man einfach keine Witze macht oder mit deren „Diagnose“ man im Internet umher wirft wie Konfetti?

    Und den Ansatz mit „Body Neutralismus“ finde ich fabelhaft! Es gibt einfach so viel wichtigeres als unsere Körper oder ob unsere Brüste und popos hängen oder straff sind oder sonst was ‍♀️

    Antworten
  8. K Line

    Ich habe gelernt meinen Körper zu mögen, seitdem ich begonnen habe selbst zu begehren- und nicht mehr nur begehrt werden zu wollen.
    Geholfen hat mir auch mein Kampfsporttraining, sich stark fühlen ist nämlich mindestens so gut wie sich schön fühlen.

    Antworten
  9. Constanze

    Toller Artikel, vielen Dank dafür.
    Ich habe mal so eine Frage in die Runde, über die ich schon seit Längerem nachdenke, und vielleicht ist die Antwort ja auch ganz einfach: Ist es trotz der ganzen Selbstliebe „ok“, wenn ich Sport treibe, damit mein Körper für mein Empfinden schöner aussieht? Ich mag meinen Körper mal mehr, mal weniger und treibe auch für meine seelische Gesundheit Sport, aber ich kann nicht abstreiten, dass ich die optischen Effekte genauso anstrebe. Und manchmal habe ich nicht so riesig Lust, aber eine gewisse Disziplin gehört doch auch irgendwie dazu? Und wenn ich trotzdem schlank bleiben würde, gäbe es jeden Tag Dinge mit meiner Lieblingszutat „Käseüberbacken“, aber so ist es nun mal nicht. Aber ich mag mich ja trotzdem. Meistens. Ich bin verwirrt!

    Antworten
    1. Marie

      Wenn man sich an den optischen Effekten, die durch den Sport entstehen, erfreuen kann (und es zusätzlich noch die seelische Gesundheit fördert) ist das doch Grund genug, zu trainieren! Auch, wenn man sich manchmal dazu zwingen muss. So ist es doch mit vielen Dingen im Leben. Auch unseren Job lieben wir (viele von uns), und trotzdem wollen wir morgens manchmal nicht hin. Und Selbstliebe heißt glaube ich auch nicht, dass man nichts mehr für sich tun muss, weil man sich perfekt findet, sondern vielleicht gerade, dass man proaktiv dieses und jenes tut, um sich selbst lieben zu können – und das klappt am einen Tag mehr, und am anderen weniger, nicht wahr?

      Antworten
    2. Corinna

      Ich würde sagen, dass Sporttreiben (oder auch sonst seinem Körper etwas Gutes zu tun) gerade Ausdruck von Selbstliebe ist. Wir sind nunmal nicht dazu gemacht uns gar nicht zu bewegen. Wo kämen wir denn bei der Annahme hin, dass sich Selbstliebe und Freude über gewisse Trainingsergebnisse ausschließen würden. Ich selbst sehe beim Sport den größten Nutzen für mein seelisches Heil, freue mich aber genauso wie du, wenn ich fitter werde. Das bedingt sich alles gegenseitig für mich. Also nicht zu sehr verwirren lassen 😉

      Antworten
  10. Anne

    Ich mag mich! Auch wenn mein Bauch ein bisschen straffer sein könnte..:D Von nichts kommt aber bekanntlich ja nichts!!;)
    Ich finde eure Texte toll!
    Mich stört es total, wenn man Menschen immer darauf reduziert ob sie klapperdürr, megafett oder… sind.
    Auch wenn mir das manchmal auffällt, dass ich selbst in diesen Mustern denke!
    <3

    Antworten
  11. Carla

    Interssanter Text und vor allem interessante Kommentare!
    Ich mag mich (momentan) gar nicht… liegt zum einen an den Kilos die dazugekommen sind, hat aber auch noch andere Gründe. Mein Freund (der die Kilos an mir superdupermegagut findet) möchte mich unbedingt davon überzeugen, dass mein momentanes Unwohlsein im eigenen Körper ein von der Modeindustrie anerzogenes ist. Er findet ich solle mich so lieben wie ich bin. Mag er Recht haben (und ja, mir ist bewusst wie großartig ich es mit ihm getroffen habe!<3).
    WILL ich aber nicht! Ich will mir weder von der Modeindustrie sagen lassen, dass mir die 38er Jeans zu passen hat, noch von meinem Traum-Prinzen, dass ich die Kilos mehr an mir zu mögen haben muss.
    Ist das Selbst-Liebe? Oder doch reiner Trotz? Ist es vielleicht wirklich so, dass die anderen Gründe in meinem Leben mich eig. so unglücklich machen und ich meinen "Hass" auf meinen Körper einfach als Ventil nutze um mich auf eine bekloppte Art zu bestrafen?
    Fragen über Fragen, die mir vermutlich keiner von Euch beantworten wird können- muss ich wohl nochmal mit mir selber drüber reden 😉
    Ich finde es auf jeden Fall irre wichtig, dass solche Texte geschrieben und veröffentlich werden- oder auch einfach mit der Mama, Schwester, Freundin etc drüber gesprochen wird. Wir denken immer wir wären mit unseren Problemen/Problemzonen alleine, bekanntermaßen ist dem nicht so und alleine festzustellen, dass da eine Gruppe an Frauen/Menschen ist, die einem zuhört UND EINEN VERSTEHEN KANN ist doch wirklich supergut!

    Antworten
  12. Milli

    Ich empfinde Nikes Bekenntnis über ihre 7kg auch wie einen Schlag ins Gesicht. Nicht wegen mir persönlich, aber für alle jungen Mädchen / Frauen die das hier aufsaugen und in den Blogbetreiberinnen feministische Leitbilder / Heldinnen sehen.
    Schlimmer als 13 Staffeln Heidi Klum ist das. Mir fehlen da einfach die Worte. Wenn sie nicht mal selbst sieht dass sie wahnsinnig schlank ist (genau wie Sara) dann tuts mir echt leid. Reflektiert ihr euch eig. noch irgendwie selbst?

    Antworten
    1. Mara

      Merken Leute wie ihr eigentlich, wie unsagbar unfeministisch ihr mir solchen Aussagen selbst handelt? Nike hat zugenommen, das habe ich beobachtet, Punkt. Ich persönlich bin froh darüber, aber auch das geht schon zu weit. Ich reflektiere mich aber. Man sieht wie blind vor was auch immer ihr seid, weil ihr den Text nicht Lest. Sie schreibt doch, sie sei schlank. Aber es ist nunmal Scheisse wenn man nicht mehr in die eigenen Hosen passt. Ich finde es sehr ehrlich, dass Nike offen zugibt auch zu zweifeln und dass eben nicht immer alles super ist. Ihr wollt Ehrlichkeit? Ist es nicht ehrlich, dass sie über diese Gefühle und die Kilos schreibt? Das ist genau so Bashing was ihr da macht und wäre Nike nicht passiert, wenn sie „dicker“ wäre. Pfui!!!! Gerade wegen der Diversität sind solche Texte so wichtig! Ich kann euch echt nicht fassen.

      Antworten
  13. Magda

    Mara, ich stimme dir voll zu. Finde es mega verrückt, dass hier jetzt auch darüber diskutiert wird, dass was an den Texten der fünf Frauen nicht passt, obwohl genau das doch das Thema war: Für sich selbst zu passen, auch wenns schwer ist. Meine Güte, wann hören wir endlich auf anderen Leuten reinzureden. Wenn Leute offen über ihre Gefühle zu ihrem eigenen Körper reden, finde ich das bewundernswert, und da oben sind Facetten zu lesen, Abstufungen und Reflektionen zu Körperbildern, die man eben in der Birne hat, auch wenn man eigentlich schlauer ist. Das kennt doch jede_r von uns?! Oder nicht? Ich denke seit ich denken kann als Frau über dieses Thema nach, hatte lange ziemlich große Probleme mit dem Konzept „Körper“, das bei uns existiert, und bin inzwischen sehr zufrieden. Aber trotzdem gibts Stimmchen im Kopf; ich kenne keine_n, der/die sie nicht hat und finde es mutig, dass Nike hier öffentlich davon schreibt. Dinge sind halt nicht eindimensional, auch wenn wirs uns vielleicht wünschen. Als Antwort darauf zu lesen, dass eine Mutter glaubt, man sei magersüchtig, beschwingt bestimmt nicht wirklich. Diese Hammer sollte man langsam endlich einpacken, solche Gedanken zerschlägt man sonst nur und kriegt sie gar nicht mehr zu hören.

    Antworten
    1. Jael

      Absolut! Am Absurdesten und Faszinierendsten zugleich finde ich, wie sehr Gedanken wie „Wenn man sehr dünn ist, MUSS man seinen Körper doch gut finden?!“ hier in diversen Kommentaren widergespiegelt werden und scheinbar keine Rezeptoren dafür vorhanden sind, dass man dann ebenso mit seiner Figur hadern kann und darf (!), auch wenn von außen dafür nicht unbedingt Gründe ersichtlich sind. Und – zack – geht es wieder nur darum, ein normiertes Bild von gesund/schlank/xyz von A nach B zu schieben und völlig destruktiv zu kritisieren, anstatt sich dem eigentlich Thema zu widmen, nämlich dem, dass es hin und wieder schwer ist eine (liebevolle/neutrale/grundlegend überhaupt mal) Beziehung zum eigenen Körper aufzubauen, aber dass man das schaffen kann – egal mit welcher Körperform!

      Antworten
  14. Jule

    Ich habe mich über Nikes ehrliche Gedanken gefreut. Bei mir ist es übrigens genau das Gleiche. Nach der Schwangerschaft vor 4 Jahren wurde ich viel dünner als ich vor der Schwangerschaft immer war. Seit einem Jahr verändert sich mein Körper nun wieder und ich habe einiges zugelegt. Meine ganzen Lieblingshosen passen nicht mehr und das stört mich.
    Gedanken über meinen Körper mache ich mir erst seit Instagram und Co. Die schlanken Körper habe ich erst durch diese Plattformen als Schönheitsideal wahrgenommen. Vorher habe mir da nie Gedanken drüber gemacht, weil die Models in den Magazinen wohl nicht nahbar genug waren.

    Antworten
  15. Flo

    So krass, wie hier ploetzlich auf Nike eingedroschen wird, aber gleichzeitig wirklich auch Sinnbild dafuer, wie viel Luft es in dem Bereich noch nach oben gibt, dahin, dass man vielleicht immer noch mit sich selbst zu ringen hat (denn das wird sich wohl erst aendern, wenn sich unsere Gesellschaft in diesem Bereich neu erfindet), aber zumindest nicht mehr von anderen angegriffen wird. Letzteres sollte doch wirklich nicht so schwer sein, meine Guete. Andere, egal wo sie sich nun auf dem Gewichts-Spektrum befinden zu akzeptieren, oder zumindest in Ruhe zu lassen. Dass Nike hier fuer pure Ehrlichkeit solche Kommentare unter der Guertellinie erfaehrt finde ich echt unglaublich.

    Und nur um meine eigenen zwei Pfennige noch hier zu lassen: ich trage Kleidergroesse 38, bin 170cm gross, habe einen aeusserst durchschnittlich proportionierten Koerper, und denke _jeden_ Tag ueber meinen Koerper nach. Was mir gefaellt, was mir nicht gefaellt, ob ich mich heute dick oder duenn fuehle, ob ich nicht vielleicht doch 5kg abnehmen koennte. Darueber rede ich aber nicht. Nach aussen habe ich ein „super entspanntes“ Verhaeltnis zu meinem Koerper, gehe nur ins Gym weil ich gern fit sein moechte und esse mit Innbrunst und ohne Hintergedanken. Body positivity, body neutralism my ass. Solange es aber Leute gibt wie hier in der Kommentarspalte sehe ich mich auch wirklich nicht mit solchen Gedanken aus der Anonymitaet heraustreten…

    Antworten
  16. Jule

    Wisst ihr was mir unglaublich geholfen hat, meinen Körper gut zu finden bzw. mir nicht mehr so viele Gedanken darüber zu machen? Aufhören mit Instagram und Co., keine Selfies mehr. Ein kurzer Blick in den Spiegel reicht. Dieser Vergleich und Optimierungswahn ist Mist. Ich kann es mittlerweile überhaupt nicht mehr nachvollziehen, warum man ständig Bilder von sich machen muss. Für mich völlig ungesund für ein gutes Selbstbild.

    Antworten
    1. Frau Auge

      Lustigerweise ist es bei mir eher umgekehrt. Ich folge auf Instagram vielen Plus-Size-Bloggerinnen (hab selber Größe 46) und diese Bubble voller BodyAcceptance u Modefreude macht mich froh – bin dann manchmal ganz geschockt, wenn ich höre wie sehr Frauen ihren Körper bekriegen und den anderer Frauen – ich hatte das irgendwie vergessen.

      Antworten
  17. Pingback: Girlpower News | KW 20 | Femtastics

  18. Laura

    Es macht mich sehr wütend Kommentare von anderen zu lesen nach dem Motto ‚die ist doch selber magersüchtig‘, denn klar, wer vielleicht ein bisschen dünner ist als der Durchschnitt kann ja nur magersüchtig sein!
    Ich habe vor kurzem ein paar Kilo abgenommen ohne es richtig zu merken, was mit Bewegung und Hormonen zu tun hatte, und plötzlich kamen viele Kollegen zu mir und meinten ich sei SO dünn geworden, schauten mich mit besorgten Blicken an und sagten sogar Dinge wie ‚du MUSST wieder zunehmen!‘ Und was soll ich sagen, ich sehe absolut durchschnittlich aus, esse so wie immer, und habe ich mir bis dahin überhaupt keine Gedanken darüber gemacht. Noch dazu kennen mich diese Personen gar nicht wirklich, da es nur ein Aushilfsjob ist. Diese Kommentare haben mich total aus der Bahn geworfen und an meiner Selbstwahrnehmung zweifeln lassen, zum Glück konnten meine Freunde mich da wieder auf den Boden der Tatsachen holen. Bitte verurteilt andere Menschen nicht, wenn ihr so gut wie nichts über sie wisst!
    Ich finde Artikel solcher Art super weil sie Leute jeglicher Körpergrößen ermutigen, das zu tragen, was sie möchten.
    Danke dafür ♡♡♡

    Antworten
  19. Carmen

    Mir persönlich hilft es das ich im Spital arbeite. Wo grösstenteils die Menschen akut oder chronisch krank sind. Ihre Körper werden aufgeschnitten, zugenäht, Organe entfernt und Implantate eingesetzt. Brustwarzen sowie die ganze Brust/ Brüste rausgeschnitten. Unsere Körper sollten wir nicht nur akzeptieren wenn sie gesund sind, sondern auch bei Krankheit. Das Thema meiner Abschlussarbeit hiess: „Körperbildstörung bei Stomaanlage“. Übrigens ist es in der Pflege eine (Pflege) Diagnose „Körperbildstörung“. Eine Stomaanlage heisst oft das der Stuhlgang unbewusst ausserhalb des Körpers stattfindet oder auch die komplette Blase nach aussen verlegt wird. Ich kenne Menschen/ Patienten die gelacht und geweint haben über diese sehr abstruse Veränderung des Körpers. Das hat mir die Augen geöffnet und öffnet sie mir jeden Tag aufs Neue. Ich weiss man hat seinen Alltag und seine (Mini) Probleme die auch absolut berechtigt und relevant sind.
    Trotzdem macht es mich manchmal wütend- worüber wir inkl. mir selbst uns den Kopf zerbrechen. Es zählt am Ende nicht. Nie. Ich habe viele Sterbebegleitungen gemacht und habe noch NIE jemanden sagen gehört das er doch besser schlänker oder voluminöser gewesen wäre.. .
    Ein spannendes Experiment fand ich auch als ich 4 Tage kein Spiegel hatte.
    Ich danke Euch allen für die ehrlichen, persönlichen Texte. Mich persönlich hätte das Feedback verletzt. Auch intressant das nur die Person die wir vermeindlich „kennen“ kritisiert wurde.
    Herzlich

    Antworten
    1. Veronika

      Unglaublich wertvoller Kommentar, den alle lesen sollten. Ich hoffe, es lesen ihn auch möglichst viele, er hätte eigentlich einen eigenen Artikel verdient<3

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr von

Related