Petition // #FAIRBYLAW – Warum wir ein Gesetz brauchen, das Unternehmen in die Pflicht nimmt

Heute vor sechs Jahren starben 1.138 Arbeiter*innen im eingestürzten Rana Plaza in Bangladesh, mehr als 2.000 weitere Menschen wurden verletzt. Inzwischen wissen wir: Bereits am Tag vor dem Unglück konnten Risse im Gebäude der Textilfabrik entdeckt werden, aber kaum jemand durfte sich in Sicherheit bringen. So etwas darf nie wieder geschehen. Bis heute hat sich an den grundsätzlichen wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten, die eine solche Katastrophe hätten verhindern können, jedoch noch immer so gut wie nichts geändert. Schon am 24.04.2018, als sich das Unglück zum fünften Mal jährte, startete Folkdays-Gründerin Lisa Japsers die Petition «Stoppen Sie Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen in Kauf nehmen!»

Binnen weniger Tage unterstützten bereits mehr als 100.000 Menschen die Forderung nach gesetzlich geregelten unternehmerischen Sorgfaltspflichten. 365 Tage sind seither ins Land gezogen – und trotzdem ist es nach wie vor nahezu unmöglich, deutsche Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen in ihren eigenen Lieferketten zur Verantwortung zu ziehen. Ein Gesetz zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten gibt es immer noch nicht. Daher geht die Petition jetzt in die zweite Auflage:

„Lisa Jaspers sowie zahlreiche Unterstützer*innen fordern die deutsche Bundesregierung erneut auf: Tragt Verantwortung! Begleitet wird die Forderung von dem Hashtag #fairbylaw. Die Petition ruft Angela Merkel und die zuständigen Ministerien dazu auf, endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Deutschland darf sich nicht länger hinter unverbindlichen Textilbündnissen und Aktionsplänen verstecken, sondern muss Gesetze schaffen. Deutsche Unternehmen müssen für Menschenrechtsverletzungen in ihren eigenen Lieferketten verantwortlich gemacht werden.“

Anlässlich der #FashionRevolutionWeek möchten wir unsere Freundinnen vom Berliner Label Folkdays dabei unterstützen, noch lauter zu werden. Und unübersehbar. Die Petition #FairByLaw braucht uns alle. 

 
 
 
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Vorbild Frankreich:

2017 verabschiedete Frankreich ein bahnbrechendes Gesetz, das Unternehmen haftbar für unverantwortliche Geschäftspraktiken im Ausland macht – als erstes Land in Europa. Das Gesetz über unternehmerische Sorgfaltspflichten, „Loi relative au devoir de vigilance des sociétés mères et des entreprises donneuses d’ordre“,“ verpflichtet große französische Unternehmen dazu, mit angemessenen Maßnahmen Menschenrechts- und Umweltrisiken zu identifizieren und diesen vorzubeugen sowie öffentlich Rechenschaft darüber abzulegen. Verletzungen dieser Pflicht können mit einem Bußgeld von bis zu zehn Millionen Euro geahndet werden.“

Nun muss Deutschland endlich nachziehen. Hier beschränkt man sich nämlich weiterhin auf „freiwilliges unternehmerisches Engagement im Rahmen von Corporate-Social-Responsibility-Instrumenten“. Bringt nur leider nicht viel.

Warum wir das Gesetz außerdem brauchen:

„Als Übel werden oft die ‘unethischen’ Konsument*innen oder die ‘bösen’ Unternehmen identifiziert. Auch wenn natürlich an beiden Perspektiven etwas dran ist, hat mir in den Diskussionen eine wichtige Dimension gefehlt: die politische.“ – Lisa Jaspers im Interview mit den Fashion Changers. Und: Noch ist es so, dass Marken bzw. Unternehmen, die auf faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Mode setzen, im Wettbewerb benachteiligt werden. Unternehmen, die weiterhin die Augen vor Menschenrechtsverletzungen verschließen, bzw. bewusst in Kauf nehmen, profitieren hingegen. Ein Missstand, der sich dringend ändern muss.

 
 
 
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Support von allen Seiten: Um im Rahmen der #FashionRevolutionWeek auf die anhaltenden Missstände innerhalb der Textilindustrie aufmerksam zu machen und an das Unglück zu erinnern, hat etwa auch Armed Angels wieder ein Shirt gelauncht, dessen Erlöse zu 100 Prozent an die National Garment Workers Federation in Bangladesch gehen – eine Organisation, die TextilarbeiterInnen juristisch unterstützt und sich aktiv für mehr Frauenrechte in Bangladesch einsetzt. Hier entlang geht es zum Shop

Außerdem vormerken: 

Demonstration „Fashion Revolution – The Move“
27. April 2019, 14 Uhr 

Worum geht es? Die Demonstration „Fashion Revolution – The Move“ möchte auf die Missstände der Modeindustrie aufmerksam machen und all jene positiven Beispiele feiern, die faire Mode und Transparenz längst zu ihrem Konzept gemacht haben.

Wo? Startpunkt ist der Neptunbrunnen beim Roten Rathaus. Dann geht es los Richtung Pariser Platz am Brandenburger Tor.  Vor dem Brandenburger Tor wird ab ca. 16 Uhr (Ankunftszeit des Demo-Zuges) die Frage gestellt: “ Who made my clothes?” 

Über eure Sozialen Kanäle könnt ihr euch auch selbst an Unternehmen und Labels richten: Fragt nach, wer eure Mode macht, etwa mit dem dazugehörigen Hashtag #WhoMadeMyClothes und unterstützt damit die Fashion Revolution.

 
 
 
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Danke an Lisa und das beste Folkdays-Team!
#FairByLaw – Sign here.

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