Weekend Reads // Über 50 Jahre Stonewall, Protestfotos von Dekolletés & darüber, wie es ist, intergeschlechtlich aufzuwachsen

28.06.2019 Leben

Eine kleine feine Leseleiste zum Wochenanfang, die gerne im Kommentarfeld ergänzt werden darf. Damit uns weder Lehrreiches und Amüsantes, noch Wichtiges entgeht:

Französinnen teilen Fotos ihrer Dekolletés – aus Protest

„Unter #JeKiffeMonDecollete (übersetzt: Ich liebe meine Dekolleté) wehren sich gerade Frauen, vor allem Französinnen, gegen Sexismus. Genauer: gegen Menschen, vornehmlich Männer, die ihnen vorschreiben wollen, was sie anzuziehen hätten. Ursprung des Hashtags ist der Post einer Französin, die vor einigen Tagen auf Twitter von einem Mann berichtete, der sich offenbar von ihrem Ausschnitt provoziert fühlte: „Nach Angaben eines Typen, dem ich gerade begegnet bin, ist das hier das ,Dekolleté einer dreckigen Hure‘… Meine Brüste und ich haben dich wohl ganz schön genervt“, schreibt sie. Und postete dazu ein Foto ihres Dekolletés.“ Weiterlesen.

Die Meisterin der Abwertung

„ProSieben hat am Mittwoch verkündet, dass Heidi Klum ab diesem Winter eine deutsche Dragqueen-Show präsentieren wird. Gesucht wird die talentierteste Dragqueen dieses Landes. Schon seit Wochen gab es Gerüchte, dass in Deutschland eine Version der amerikanischen Kult-Show „RuPaul’s Drag Race“ (RPDG) geplant und diese möglicherweise mit Klum besetzt wird. „Queen of Drags“ wird zwar kein offizieller Ableger, das Vorbild ist jedoch eindeutig. Amerika hat RuPaul, Deutschland bekommt Heidi Klum. Wie kommt ProSieben auf die absurde Idee, die Moderatorin der frauenfeindlichen Sendung „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) eine Drag-Show moderieren zu lassen?“ Weiterlesen

 

Men Share Their Abortion Stories: “That Kid Would Be 33 Now”

In den vergangenen Monaten teilten viele Frauen ihre persönlichen Geschichten, Gedanken und Erlebnisse rund um Abtreibungen und gerieten hier stets in den Vordergrund. Um ihnen die Last zu nehmen und gleichzeitig in einen ausgeglichenen Dialog zu treten, sprach Man Repeller mit insgesamt fünf Männern über ihre Erfahrungen mit dem Thema Abtreibugen. Hier geht’s zum letzten Teil.

Queer Elders Tell Us About the Stonewall Riots, and How Their Lives Changed After

2019 jähren sich die Stonewall-Aufstände zum 50. Mal − anlässlich des Jubiläums hat das amerikanische Online-Magazin them jetzt mit vier schwulen Männern im Alter von 63 bis 70 Jahren über das Leben vor, während und nach den Stonewall-Aufständen sowie über die Entwicklung der queeren Kultur gesprochen. Hier geht’s zum Artikel.

 

 
 
 
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„Die Menschen müssen sich verändern, nicht unsere Körper“

„Als andere Mädchen ihre Periode bekamen, wartete ich vergeblich darauf. Stattdessen hatte ich furchtbare Bauchkrämpfe und meine Stimme fiel plötzlich stark ab. Und es kamen noch weitere physische und emotionale Veränderungen hinzu – Veränderungen, die ich nicht begreifen konnte. Ich war verwirrt und beschämt, in mir wuchs ein unfassbarer Hass. Gegen mich und meinen Körper. Mit 14 brach ich dann zusammen. Unter der Last einen ‚unnormalen‘ Körper zu haben. Seit meiner Geburt identifizierte ich mich als weiblich. Ich sah aus wie ein Mädchen. Niemand wusste – inklusive mir –, dass ich intergeschlechtlich bin.“ Weiterlesen

 

„Wie aus Reflex fallen wir uns noch in der Tür in die Arme“

„Das Praktische an einer digitalen Trennung ist, dass man sich nicht nochmal sehen muss. Das Problem ist, dass Beziehungen ab einer gewissen Intensität danach verlangen. Obwohl man bereits alles gesagt, beziehungsweise geschrieben hat, will man es nicht einfach so stehen lassen. Man will den anderen noch einmal ansehen, noch einmal weinen, sich noch einmal umarmen, die letzten Hoffnungen an der Finalität des letzten Kusses zerschellen sehen. Vielleicht ein letzter Blick über die Schulter – obwohl man eine U-Bahn-Station voneinander entfernt wohnt und, wenn es blöd läuft, morgen schon wieder beim Bäcker nebeneinander steht.“ Ein Text über das erste Wiedersehen nach einer Trennung. Hier geht’s zum Artikel.

 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Mirna Funk (@mirnafunk) am

„Eine schwierige Frage. Eine schwierige Antwort“: Mirna Funk über das Ritual der Beschneidung

„Wir spazierten durch den Monbijoupark zur Spree. Ich war im dritten oder vierten Monat schwanger. Gerade hatten wir unser Kind auf einem Bildschirm gesehen. Eine Ansammlung von Pixeln. Meine Frauenärztin hatte versucht, diesem Pixelmenschen zwischen die Beine zu gucken, um das Geschlecht zu erkennen, war aber gescheitert. „Was ist, wenn es ein Junge wird?“, fragte der Vater meines Kindes. „Dann wird er beschnitten“, antwortete ich, wissend darum, worauf er hinauswollte. Ich hatte zu viel Zeit in Israel verbracht, um nicht zu wissen, dass vor allem junge Linke und progressive Familien die Brit Mila, also die jüdische Beschneidung, die am achten Tag nach der Geburt von einem Mohel durchgeführt wird, laut kritisierten und mitunter aktiv ablehnten.“ Weiterlesen

„Ich will keine bessere Hälfte“

„Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben in einer glücklichen Beziehung. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass es so etwas überhaupt gibt. Nachdem ich mich in der Vergangenheit mit Partnern so laut angeschrien habe, dass die Wände wackelten, und Passanten stehen blieben, um mich zu fragen, ob sie mir helfen könnten, war ich felsenfest davon überzeugt, dass Beziehungen nichts für mich seien und ich alleine besser dran wäre. Nun sitze ich in meiner Zweizimmerwohnung und erzähle von meinem letzten Spaziergang oder empfehle gemeinsam erfundene Pasta-Gerichte, wenn sich jemand nach meiner Beziehung erkundigt. Ekelhaft schön habe ich es. Es ist so, wie ich mir nie erträumen wollte und diese Erkenntnis zwang mich, meinen allumfassenden Beziehungshass über Bord zu werfen und ihm etwas abgewinnen zu müssen. Doch eins kann mir keiner (eins kann mir keiner!) nehmen und das ist die Überzeugung, dass alles ein Ende hat (…).“ Weiterlesen

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