CPH Fashion Week Diary // Unsere Schnappschüsse & schönsten Entdeckungen – Teil 2

13.08.2019 Mode

Der zweite Tag der Kopenhager Fashion Week war ordentlich vollgepackt, was sich nicht nur auf unserem Terminkalender bemerkbar machte. Durch die breit gefächerten Locations der Schauen und eine ordentliche Portion Stau verschoben sich die Termine teils um über eine Stunde, so richtig stressen wollte sich dann aber doch niemand. Immerhin, so merkten wir schnell, arbeitete man hier vielmehr zusammen, statt sich gegeneinander zu stemmen und so verpassten wir trotz jeder Menge Verspätung keine einzige Minute. Am Ende des Tages strotzte mein Herz vor Freude und Glück über all die Eindrücke, die von modischen Kreationen über nette Gespräche bis hin zur Stadt selbst reichten. Und irgendwie lässt es sich mit so einem glücklichen Herzen ja doch gleich viel besser schlafen.

Die Highlights unseres zweiten Tages haben wir natürlich auch heute wieder für euch zusammengefasst (den ersten Teil findet ihr hier).

– Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Mehr Infos dazu findet ihr hier –

lala Berlin

Am Donnerstagmittag lud Lala Berlin in die Außenanlagen des Schlosses von Christiansborg, um ihre Spring Summer 2020 Kreationen zu präsentieren. Für die Kollektion, die unter dem Titel „Lala Island“ steht, setzte Leyla Piedayesh vor allem auf Patchwork aus verschiedensten Musterungen und Farben, die sich letztlich wieder zu einem Ganzen fügen – ein Aspekt, mit dem die Designerin die Verschmelzung verschiedenster Kulturen symbolisieren möchte. Und trotz der schweren Thematik zieht sich eine Leichtigkeit durch die Kollektion, die durch die fließenden Stoffe und lockeren Schnitte der Maxikleider und langen Hosen getragen wird. Immer wieder werden auch Blazer in karierten, lilafarbenen und verzierten Ausführungen präsentiert. An den Füßen trugen die Models meist derbe, schwarze Sandalen, die den filigranen Entwürfen einen Bruch entgegenbrachten und einmal mehr bewiesen, dass vermeintlich Unterschiedliches doch ganz wunderbar zusammen passt.

Baum und Pferdgarten

Baum und Pferdgarten gehört mit Abstand zu einem meiner Highlights der diesjährigen Copenhagen Fashion Week und der Grund liegt auf der Hand: Es ist diese mühelose Leichtigkeit, auch im Alltag mit nur wenigen Zutaten ziemlich großartig auszusehen, sich treu zu bleiben und sich dabei dennoch ein Stück von der Masse abzugrenzen. Und das gelingt auch mit DANCE, der neuesten Kollektion der beiden Macherinnen Helle und Rikke, die die Liebe, die Freiheit und die Kreativität ganz besonders dick schreiben wollen und uns gerade in Zeiten wie diesen mit einer Extraportion davon wappnen wollen. 

Inspiriert von dem Film Bobbi Jene, einer Dokumentation, die amerikanische Tänzerinnen und ihren unabdinglichen Traum nach Unabhängigkeit in dieser harten Branche unabdinglich lebten, widmet sich Baum und Pferdgarten also nicht nur sportlichen Elementen, sondern schafft es auch noch mühelos einen Schritt weiter zu gehen:

Helle Hestehave, Creative Director

Bereits für diesen Herbst setzte Baum und Pferdgarten auf körperferne Transparenzen, starkes Lila, Rose und Schwarz und sorgte so im Handumdrehen für neue Silhouetten, die Layering auf eine neue Stufe hob. Grund genug, weiter daran festzuhalten und sogar Bucket Hats aus einem zarten Organza zu kreieren. 

Rikke Baumgarten, Creative Director

Was uns sonst noch erwartet? Radlerhosen, Westen und zarte Rüschen und Tunnelzüge, die rosefarbene Kreationen zieren. Auch das Thema Nachhaltigkeit soll bei Baum und Pferdgarten weiter ausgebaut werden: Über 40 Prozent der Materialien besteht aus nachhaltigen und recycelten Textilien wie Baumwolle und Polyester (aus alten Plastikflaschen). Auch das Denim wurde schonender behandelt und verbrauchte 85 Prozent weniger Wasser als andere Jeansmaterialien. (Sarah)

Street Style in Kopenhagen

Inmitten der Schauen lassen sich auch immer wieder jede Menge großartige Outfits entdecken, von denen ich, trotz mangelnder Zeit, einige wenige festhalten konnte. Mit dabei, wie sollte es auch anders sein, sind natürlich vor allem jene Personen, die mein kleines Fangirl-Herz höherschlagen ließen:

Stine Goya

Bereits die aufgebaute Kulisse in der Turnhalle ließ vermuten, dass die Show von Stine Goya flamboyant werden würde – und tatsächlich glichen die kommenden Minuten vielmehr einer Zelebrierung von Mode und Diversität, als einer gängigen Modenschau. Inspiriert von der Ballroom Kultur steht die Spring Summer 2020 Kollektion unter dem Motto „House of Goya“ und zeigt sich in einer extravaganten Ästhetik, die in den bunten Entwürfen, aber auch im Cast Platz findet. So wurden die Designs eher von Persönlichkeiten als bloßen Models präsentiert, die in einer koketten Attitüde über den Turnhallenboden schritten und für ihren Auftritt jede Menge Jubelrufe erhielten. Für den Cast selbst arbeitete Stine Goya mit Mitgliedern aus lokalen und internationalen Ballroom und Kiki Häusern zusammen, um sich nicht einfach einer Kultur zu bedienen, sondern diese vielmehr direkt zu integrieren.

Die Kollektion selbst zeigte sich laut, von modischer Zurückhaltung keine Spur. Stattdessen setzte das dänische Label noch einen drauf, zog Polka Dots in übergroße Dimensionen, versprühte Knall- und Bonbonfarben in Grün, Pink und Orange und setzte alledem mit Herzchenprints und Blumenmuster ein Schleifchen auf. Geht es nach Stine Goya darf es im kommenden Frühlung und Sommer also möglichst extravagant, möglichst bunt werden, vor allem aber darf es dabei mindestens genauso viel Spaß machen, wie ihre Modenschau in Kopenhagen.

Wer mehr über die Ballroom Kultur lernen möchte, sollte sich vor allem die Dokumentation Paris is Burning anschauen.

 

Ganni „Double Love“

Zum 10jährigen Ganni-Jubiläum nimmt uns Ditte an den Ort zurück, wo alles begann: Der Tennis Court des Mercur Hotels im Herzen von Kopenhagen – der Ort, der wie kein anderer für den kometenhaften Aufstieg des Kopenhagener Ready-to-Wear-Labels steht. Der Titel DOUBLE LOVE manifestiert damit gleich zwei Meilensteine: Einmal das 10jährige Jubiläum von Ditte und Nicolaj Reffstrup bei GANNI und das fünfjährige Runway-Debüt des Kopenhagener Kultlabels. 

Mehr über die neuesten Ganni Kollektion erfahrt ihr hier natürlich noch mal ausführlich und ganz gesondert, ist doch klar! (Sarah)

 

Saks Potts

Saks Potts wusste bereits mit der Location zu beeindrucken: Der Konzertraum der Royal Danish Academy of Music war in schummeriges Licht gehüllt, auf der Bühne waren die Sitzplätze für ein kleines Orchester bereitgestellt. Irgendwann dann, als auch die letzte Person verstummt war, erklangen die Töne der Interstellar-Filmmusik von Hans Zimmer und hinterließen mal eben so (zumindest bei mir) jede Menge Gänsehaut. Mit einem musikalischen Umschwung schritten schließlich auch die ersten Models über die Bühne, führten ihren Weg durch die Gänge, bis hoch auf den Balkon fort. Die rüschenden Maxiröcke, Cowboy Boots und Westerngürtel ließen die Inspiration durch spanische und hispanische Frauen, allen voran durch die ikonische Sängerin Selena Quintanilla-Pérez, schnell erkennen.

Mit der Spring Summer 2020 Kollektion zelebriert Saks Potts einmal mehr den weiblichen Körper, setzt auf hochgeschnittene Hosen, schulterfreie Oberteile, kurze Bikerjacken und weite, übergroße Mäntel, durchzogen von Rüschen, Strassverzierungen und ledernen Elementen und schafft sich damit seinen ganz eigenen Platz im Modekosmos.

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