Unsere Outfits der Woche // Von Musik-Schätzen, Organisationstalenten & Gedanken zum Rassismusproblem in Deutschland

26.02.2020 Mode, Outfit, box2

In unserer Serie „Unsere Woche in Outfits“ präsentieren wir euch nicht nur ein paar Looks, in denen wir die Woche bestritten haben, sondern erzählen euch auch, was uns in den vergangenen Tagen so durch den Kopf ging.

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Nike

So eine verrückte und schöne Woche hätte das sein können, mit ganz viel Familienbesuch, Spiele-Abenden (die ich ja heimlich so sehr liebe), langen Spaziergängen und endlich: neuer Musik, weil ich es tatsächlich geschafft habe, meinen Hintern mal wieder gen Plattenladen zu schieben. Über allem hing aber trotzdem: Hanau. Was wichtig und richtig ist, denn es kann ja nicht einfach alles weitergehen wie immer, so als hätte Deutschland kein schwerwiegendes Rassismusproblem und noch viel mehr. Ich überlege die ganze Zeit, was wir tun können. Habe mit etlichen Freund*innen telefoniert, nachgefragt, zugehört und auch mit meiner Familie lange Gespräche geführt, über den Scheißehaufen, in dem wir hocken, an dem wir uns sogar mitschuldig gemacht haben, weil wir nicht laut genug waren. Jetzt geistert mir eigentlich vor allem ein Wort im Hirn herum; Margarete Stokowski hat es mit ihrer aktuellen Kolumne wieder in mein Bewusstsein zurück geholt: Entnazifizierung. Die haben wir in den letzten Jahren verschlafen. Menschenfeindliche Menschen müssen raus aus der Politik, weg von öffentlichen Ämtern. Wir müssen aufhören, weiter „nett sein zu wollen“ zu Rechten. Zu Nazis. Schluss damit. Ich meine das wirklich so. Hat ja nicht funktioniert. Aber dazu an anderer Stelle mehr, bevor ich jetzt weiter abschweife, folgt jetzt erstmal unsere Woche in Fotos:

Mantel: & other stories, Schal: Ganni, Tasche: Mango

Blazer: & other stories, T-Shirt: Marni (älter, ähnliche hier), Hose: Paloma Wool

Cap (älter): 2605eu, Jacke: G-Star 

Pullover: Acne Studios, T-Shirt: Acne Studios, Gürtel: Saint Laurent, Jeans: 2nd Hand

Sarah

Privat und gesamtgesellschaftlich betrachtet könnte meine Woche nicht unterschiedlicher gewesen sein, denn während ich seit Samstag nahezu ausnahmslos daheim hocke und mir mit einem kleinen Magen-Darm-Baby die Nächte um die Ohren schlage (kurzum: Es passiert rein gar nichts!), könnte es in unserer Gesellschaft gerade nicht lauter zugehen. Ja verdammt, wir haben ein Problem mit Rechtsradikalismus! Erst verloren wir die Nerven durch die Wahl in Thüringen und schließlich befanden auch wir uns nach den rechtsradikal motivierten Mordanschlägen in Hanau in Schockstarre. In einer, die nicht lange anhalten durfte, denn schließlich gilt es jetzt, den Mund auf zu machen, Solidarität zu zeigen und das Problem beim Namen zu nennen. 

Die Ausrede, man sei ’nicht politisch‘, zieht nicht länger, da jeder Mensch, der Teil einer Gesellschaft ist, eine politische Verpflichtung besitzt.“

Also redet in eurem Freundeskreis, in eurer Familie über Hanau, über Rassismus und darüber, wie man betroffenen Menschen am besten helfen kann. Es gilt, das Thema jetzt nicht wieder in unserem Alltag untergehen zu lassen, sondern weit oben zu halten, damit so etwas nie wieder vorkommen wird und sich alle Menschen wieder sicher und verstanden fühlen. Checkt eure Privilegien, wie es Wana fordern würde. Jeden Tag, unermüdlich.

Mantel: Ganni, Mütze: Prada, Jeans: Closed, Schuhe: Gucci via Vestiaire Collective, Socken: COS, Babytrage: Marsupi

Pulli: & Other Stories, Jeans: Levi’s Balloon, Socken: Happy Socks, Schuhe: & Other Stories (alt)

Jeans: Closed, Pullover: COS (alt)

Ourania 

Ich hatte diese Woche zwei große Fotoshootings und war eigentlich nur am Schleppen. Kleidung von A nach B zu bringen ist ein großer Teil meiner Arbeit als Stylistin. Und ehrlich gesagt, komme ich da manchmal an meine körperlichen Grenzen. Ich wohne im dritten Stock ohne Aufzug und zwei große Koffer mit je 20 Kilo hochzuschleppen ist für mich superanstrengend. Ich bin aber auch selber schuld, denn ich habe mich schlecht organisiert. Unser Büro ist ebenerdig und ich sollte den Umweg morgens vor dem Shooting in Kauf nehmen und hier alles lagern. Das habe ich mir fest vorgenommen. Und direkt eine Kleiderstange und Kleiderbügel für das Büro gekauft. Bei der ganzen Vorbereitung trage ich öfter Leggings. Ist bequem und unter einem Mantel kaum sichtbar. Und Leggings haben, wie schon gesagt, ein großes Comeback. Haha! Aber abgesehen von Leggings habe ich eine neue Levi’s 501 Hose aus weißem Denim. Ich habe lange nach einer neu-alten Hosen in Weiß gesucht und bin so happy über meinen Fund, dass ich mich, tagein tagaus, komplett in Weiß kleide. Nicht ganz passend zum fiesen Regenwetter in Berlin, aber egal!

Pullover: Gildan, Hose: Levi’s 501 Vintage ähnliche hier, Schuhe (alt) ähnliche hier

Pullover: Gildan, Hose: Levi’s 501 Vintage ähnliche hier, Schal: Acne Studios, Daunenjacke: Uniqlo

Pullover: Gildan, Hose: Levi’s 501 Vintage ähnliche hier, Stiefel: Wandler

Mantel: Vintage ähnlicher hier, Leggings: Calzedonia, Sneaker: Asics

Kleid: H&M ähnliches hier, Stiefel: Aeyde, Tasche: Musier Paris

Kleid: H&M ähnliches hierCreolen: Jukserei

Julia 

Ehrlicherweise herrscht in meinem Kopf gleichermaßen völlige Leere, als auch großes Chaos und weil ich diese Gedanken nicht zu ordnen weiß, erzähle ich euch einfach von einer vermeintlichen Banalität meines vergangenen Wochenendes: Neulich, da stieß ich zufällig auf einen Musik-Diamanten, den ich völlig vergessen hatte und fand mich urplötzlich im Youtube-Sog wieder. Was mit einer kurzen Live-Performance von Van Halens „Ain’t talking bout love“ begann, endete in einem nächtlichen Exzess, in dem ich mir sämtliche Hair Metal Bands anschaute. Das Ergebnis war, neben viel zu wenig Schlaf, diese Playlist, die seither ununterbrochen läuft. 

Links: Hemd aus veganem Leder: Pixiemarket, kariertes Hemd: 3.1 Phillip Lim via The Outnet, Kleid: Filippa K, Schuhe: Dr. Martens 

Rechts: Trenchcoat: Pushbutton (alt), Hose: Samsøe Samsøe (alt, ähnlich hier), Schuhe: Dr. Martens, Tasche: Loeil via Vestiaire Collective

Unsere Outfits der Woche // Von Musik-Schätzen, Organisationstalenten & Gedanken zum Rassismusproblem in Deutschland

  1. Meike

    Hallo liebe Jane Waynes,
    ich lese eure Texte erst seit Kurzem, aber unglaublich gerne. Danke für eure offenen, deutlichen und reflektierten Worte. Danke für Inspiration und Inhalt, für Schönes, Wichtiges, Trauriges, Lebendiges. Bitte macht weiter so!

    Antworten

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