Outfits der Woche — Von Gummibooten, Gartenhäuschen & gescheiterten Haar-Experimenten

13.05.2020 Mode, Outfit

In unserer Serie „Unsere Woche in Outfits“ präsentieren wir euch nicht nur ein paar Looks, in denen wir die Woche bestritten haben, sondern erzählen euch auch, was uns in den vergangenen Tagen so durch den Kopf ging.

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Sarah

Ich weiß gar nicht genau, ob ich angesichts der vermehrten Corona-Lockerungen weinen oder lachen soll. Ob ich die Wiederaufnahme der Bundesliga oder Wiedereröffnungen von Restaurants, Schwimmbädern oder Kinos überhaupt mit den schwachen Initiativen für unsere Kids und die Familien vergleichen darf. Ob ich die Situation richtig deute, und Menschen mit Kindern einfach weiter unten auf der Prioritätenliste stehen oder ob ich einfach pampig und neidisch bin, während ich auf andere schaue. In unserem Elfenbeintürmchen funktioniert alles irgendwie. Klar. Und trotzdem setzt mir das nicht vorhandene Licht am Ende des Tunnels langsam zu. Nun musste ich also lernen, ausschließlich an heute und morgen zu denken. Was übermorgen ist? Das liegt im Nebel – und damit will und kann ich mich nicht beschäftigen. Die eigenen Ansprüche müssen also runtergeschraubt werden – und gerade diese Tatsache hat mich lange fertig gemacht. Ich kann in meinen vier Stunden Arbeitszeit einfach nicht das schaffen, was andere in der doppelten Zeit hinkriegen – so gern ich auch möchte. Zwar sitze ich auch hin und wieder abends vor dem Laptop, so richtig will das mit der Produktivität aber nicht immer funktionieren. Und genau das gilt es zu akzeptieren. Ich glaube, das ist die ernüchternde, gleichzeitig aber auch beruhigende Erkenntnis: Wir geben alle unser Bestes, aber wir müssen Abstriche machen, bevor wir noch komplett durchdrehen. Es geht vorbei, da bin ich mir ganz sicher. Ganz sicher sogar. 

Bluse: No Name (ähnlich hier), Latzhose: Levi’s Vintage (alt), Stiefel: Ganni

Schirmmütze: Prada, Longsleeve: Baum + Pferdgarten, Hose: Henrik Vibskov, Schuhe: Comme des Garçons Play, Socken: Hysteria by Happy Socks

Shirt: Monki, Hose: Closed, Schlappen: Monki, Kette: Wald Berlin

Schlappen: Monki

Cardigans & Latzhose von Otto: KDG x Journelles / Wilmas Rock: Bobo Choses

Shirt: Schiesser, Hose: Filippa K

Blazer: & Other Stories, Hose: Closed, Scrunchie: KDG x Jane Wayne

Trage: Artipoppe, Hemd: La Veste, Hose: Closed

Nike

Ich weiß überhaupt nicht, wo mir vergangene Woche der Kopf stand, ein Auf und Ab war das, ständig bin ich zwischen himmelhochjauchzend und hundemüde hin und her gebimmelt wie die Kugeln einer Newton-Wiege. Dabei bin ich außerdem zum Klebreis meiner kleinen Familie mutiert, ständig wollte ich kuscheln und Küsse verteilen und schon gar nichts ohne die beiden Jungs machen, obwohl mir eigentlich längst schwant, dass es bei all der Quarantäne sicher keine schlechte Idee wäre, den ein oder anderen Spaziergang mal nur mit mir allein zu verrichten. Mache ich dann irgendwann, aber jetzt war ja erstmal Sommer angesagt. Wir haben an der maroden Segelyacht eines lieben Freundes gewerkelt, die Gummibootsaison eröffnet und uns hauptsächlich von Pfannkuchen ernährt, einen Piratentag eingelegt (Lio darf dann so gut wie alles bestimmten), nach einem neuen Fahrrad Ausschau gehalten und keines gefunden (zu tief sitzt nämlich der Schmerz ob dieses saugemeinen Diebstahls), wir haben gestritten („ich bin schon fünf, wieso darf ich keine Spiele auf dem iPad spielen?“) und uns wieder vertragen, auf neue Kita-Pläne gewartet und uns gefragt, ob die 4-Stunden-Regelung uns überhaupt weiter hilft.

Am Ende konnte ich die Frage zumindest für mich selbst beantworten: Langsam gehen mir die Gehirnzellen aus und auch die Energie, also her mit diesem Tropfen auf den heißen Stein. Ich kann diesen Homeoffice-Bauklötze-Spagat nämlich nicht mehr länger stemmen, vor allem, weil ich mich nicht zweiteilen kann. Hab’s versucht. Hat geklappt. Nacht für Nacht und so. Aber jetzt ist der Akku leer. Was zwar beunruhigend, aber irgendwie auch schön ist. Denn während ich das Loslassen lerne, verbringe ich ja auch so viel Zeit mit meinen Lieblingsmenschen wie nie zuvor. Ich sag’s euch: Wenn das alles vorbei ist, werde ich noch wehmütig an den Corona-Sommer 2020 zurückdenken. Und weil ich dann einmal mehr meine geistige Flexibilität herausforderst und mich innerlich wachsen lässt. Da kommt zumindest keine Langeweile auf. Hurra.

Ketten: Jane Kønig & Maximova, Top: & other stories,
Shorts: Edited the Label, Gürtel: Saint Laurent

Kleid: Mia Moretti für & Other Stories, Ballerinas: Alexa Chung

Kerze: Areaware, Vase: Marsano Vintage

Top: Ganni, Jeans: Arket

Bluse: Paloma Wool
Ying Yang Ohrringe: Hola Amor Estudios

Ourania 

Die letzte Woche verging, wie alle vorherigen Wochen auch, wie im Flug für mich. Vielleicht ist es jetzt so weit! Ich bin offiziell alt geworden. Je älter man ist, desto schneller vergeht die Zeit. Gefühlt bin ich gerade 87 Jahre alt, denn wie sonst erklärt man sich das Hinwegfegen der Tage? Mein 87-jähriges Ich ist dennoch guter Dinge. Am Wochenende war ich meine Seniorenfreunde in der Nähe von Potsdam besuchen (sie finden, die Zeit vergeht auch schnell). Dort haben sie ein Grundstück mit Gartenhäuschen am See. Wir haben Erdbeeren und Nudelsalat gegessen, Eiskaffee getrunken und über Pizza geredet. Kulinarisch ein sehr ausgewogenes Treffen würde ich sagen. Das war mein Highlight der Woche, ansonsten war meine Woche relativ unspektakulär. Ich habe gearbeitet und mit Jogginghose auf dem Balkon gelesen. War mit Cowboystiefeln und Radlerhose im Supermarkt und hatte mal wieder dasselbe alte Ralph Lauren Hemd an, wie gefühlt die letzten drei bis sechzehn Wochenoutfits Artikel zuvor. 

 

Hut: Jacquemus alt ähnlich hier, Hemd: Ralph Lauren

Strickpullover: H&M alt ähnlich hier, Radlerhose: &otherstories, Cowboystiefel: Vintage ähnliche hier, Creolen: Jukserei

T-Shirt: Weekday, Fischerhut: Flohmarkt ähnlich hier, Jogginghose: Gildan, Sonnenbrille: Ace & Tate

Julia 

Vergangene Woche glaubte ich ja noch, zwei blonde Strähnen würden das Beste, zumindest aber eine andere Seite, aus mir herausholen. Natürlich war bereits der bloße Gedanke naiv, wie das nun einmal so oft ist, wenn man Frisuren und Haarfarben an anderen Menschen sieht und der festen Überzeugung ist, sie würden auch an einem selbst mindestens ganz genauso aussehen. Im tiefsten Inneren wusste ich natürlich bereits, dass es nie so ist und wohl auch nie so sein wird, was mich aber nicht davon abhielt, den Freitag mit reichlich viel Haarfarbe zu verbringen, bloß, um dann erschrocken festzustellen, dass es ganz und gar keine gute Idee war. Mich nämlich machte der neue blonde Rahmen um mein Gesicht nicht nur furchtbar blass, sondern erinnerte mich auch noch ein wenig an jene, ehemalige Freundinnen, die mich auf dem Schulweg voller Inbrunst beleidigten, weil wir uns „auseinandergelebt hatten“. Kurzum: Meine Haare sind (wieder) braun, womit ich mich nach dem kurzen Ausflug ins Ungewisse erstaunlich gut anfreunden kann — zumindest, bis ich über die nächste Frisur stolpere, von der ich glaube, sie jetzt ganz unbedingt ausprobieren zu müssen.

Hemd: Rejina Pyo

Hemd: Rejina Pyo, Hose: Alexander McQueen via The Outnet

Tasche: By Far, Ring: La Manso

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