Outfits der Woche: Von schrägen Vögeln, tauben Ohren, durchkreuzten Plänen & einem Tag zwischen Kirschbäumen

08.07.2020 Mode, Outfit

In unserer Serie „Unsere Woche in Outfits“ präsentieren wir euch nicht nur ein paar Looks, in denen wir die Woche bestritten haben, sondern erzählen euch auch, was uns in den vergangenen Tagen so durch den Kopf ging.

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Julia 

Zuweilen nehme ich mir richtig viele Dinge für das Wochenende vor, schaffe dann aber nur die Hälfte oder aber gar nichts, weil mir die Psyche durch die Pläne kreuzt. Am Samstag verbrachte ich den Tag aber dennoch im Schlosspark Babelsberg (was natürlich wahnsinnig schön, wenn auch schrecklich schwül war), schaute „Disclosure“ auf Netflix (und empfehle es euch hiermit wärmstens), weihte zwei unserer drei Beistelltische ein (für die wir, trotz zweier Modelle des Designers Peter Ghyzsy, insgesamt 155 Euro bezahlten — all meine Tipps rund um Secondhand Interior findet ihr hier), hörte eine großartige Version von „Eyes without a face“, auch, wenn natürlich niemals etwas an das Original von Billy Idol herankommt, und träumte von Kroatien. Ich nahm, obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte, weder einen Pinsel, noch ein einziges Buch in die Hand, blätterte dafür in der aktuellen Ausgabe von „Apartamento“, trank viel selbst gemachten Eiskaffee, schaute dieses großartige Hemd-Styling-Video der Tibi Styling Direktorin Dione Davis und, ehe ich mich versah, war irgendwie auch schon wieder Montag (PS: über den 30-tägigen, von Rachel Cargle für The Great Unlearn kuratierten, Kurs stolperte ich zwar erst gestern, möchte ihn aber noch mit euch teilen. Hier ist der Link).

Lederblazer: Vintage, Sonnenbrille: Prada (älter), Ring: La Manso

Blazer: Maison Margiela via The Outnet (älter), Hose: MM6 Maison Margiela via The Outnet, Schuhe: Dr. Martens (älter)

Ring: La Manso

Hemd: 3.1 Phillip Lim (alt), Rock: MM6 Maison Margiela

Sarah

Huch, Hoppla, Hörsturz. Was wie eine witzige Alliteration klingt, zwang mich vor zwei Wochen leider selbst ziemlich überraschend in die Knie. Auf einmal wachte ich auf und hörte auf dem linken Ohr nichts mehr. Ein kleiner Arztmarathon folgte und die schlichte Gewissheit, dass Stress, in welchen Ausmaßen und aus welchen Gründen auch immer, körperlich werden kann, wurde somit quittiert. Stress haben wir alle in den unterschiedlichsten Ausprägungen, davon brauche ich euch also kein Liedchen zu singen, bloß schien er sich bei mir nicht nur ganz unbemerkt aufzustauen, am Ende konnte ich ihn auch nicht mehr abbauen, noch zur Seite zu schieben. Es ist mein leidiges Thema der nicht vorhandenen „Abgrenzung“ , das mich, gepaart mit Schlafmangel und dem ständigen Versuch, alles gleichzeitig und mit Sternchen machen zu wollen, speziell vor zwei Wochen vielleicht in die Knie zwang und das ich, wie ich seither noch mal genauer weiß, wohl auch nicht ganz allein angehen kann. Hilfe suchen und einen Schritt langsamer gehen, nicht so streng mit sich und seinem Umfeld sein, stehen bleiben und ehrlich zu sich bleiben – alles Dinge, die ich weiß, die ich aber in manchen Situationen offensichtlich nicht abrufen kann. Und genau aus dem Grund war es Zeit, mich zu sammeln, herauszufinden, was ich will, was ich nicht und zu verstehen, dass ich mein angeschlagenes Seelchen vielleicht auch mal wieder etwas pampern muss. Zwei Wochen Auszeit helfen da ganz sicher nicht, machen die Dinge aber klarer. Und so versuche ich vor der kleinen Sommerpause wieder in den Alltag zu finden und ganz behutsam mit mir zu sein, um einfach alles ein wenig umzukrempeln. Klappt dank liebstem Partner und großartigem Team schon mal ganz gut (wie ich euch dafür danke!). Jetzt aber liegt’s an mir. 

Bluse: La Veste, Hose: Levi’s Ribcage, Schuhe: Veja Venturi

Leinenshirt: Baum + Pferdgarten, Hose: & Other Stories, Schuhe: Edited (leider alt), Scrunchie: Stine Goya, Sonnenbrille: Ray-Ban Wayfarer, Fußkettchen: Margova for Edited

Bluse: Monki (leider alt), Body: & Other Stories (leider alt), Hose: Closed

Shirt: Baum + Pferdgarten (älter), Weste: Baum + Pferdgarten (in beige hier), Jeans: Kings of Indigo (älter, ähnlich hier), Schuhe: Chucks, Tasche: Louis Vuitton via Vestiaire Collective

Bluse: Paloma Wool (leider alt, ähnliche hier), Jeans: Closed x Stop the Water (leider alt), Schuhe: Veja Venturi, Tasche: Louis Vuitton via Vestiaire Collective

Shirt: Second Hand, Jeans: Kings of Indigo (leider alt, ähnliche hier), Schuhe: Monki

Shirtkleid: lala Berlin, Strandtuch: Urbanara

Ourania

Ich war am Wochenende bei meinen Eltern und hab mich so richtig verwöhnen lassen. Eigentlich waren wir die meiste Zeit im Garten und haben versucht, die Tonnen an Kirschen zu ernten. Mir war gar nicht bewusst, was so ein Baum alles an Früchten abwirft. Ich habe so viele Kirschen und Marmeladen nach Berlin gebracht, wie ich tragen konnte. Und esse bis heute noch jeden Tag eine Schale Kirschen. Hmmmm. Gestern kam es mir vor, als hätte der Herbst sich schon angekündigt, windig, grau und kühl, das hat in mir eine leichte Sorge ausgelöst, denn ich liebe den Sommer und möchte nicht, dass es schon wieder vorbei ist. Es ging ja noch nicht mal richtig los!! Ich weiß, für die Natur ist es super, denn wir haben viel zu wenig Niederschlag in den letzten Jahren gehabt. Aber kann es nicht heiß sein und dann in der Nacht, wenn wir alle schlafen, ordentlich regnen?! Das wäre doch optimal. Ich bin gespannt, wie es weitergeht diesen Sommer, spätestens im August, wenn ich dann hoffentlich bei uns zuhause in Griechenland bin, werde ich den Geschmack von Sommer auf der Haut spüren. Ich träume jetzt schon von Eiskaffee, salziger Haut und Wassermelone. Ach ja und natürlich von dem Wiedersehen mit meiner Familie vor Ort! Haha!

Hemd:h&m, Top: Filippa K, Radlershorts: Arket, Schuhe: Nike

Jacke: Levi’s, Kapuzenjacke: American Apparel, Hemd: h&m, Hose: Levi’s Vintage, Schuhe: Asics

Nike

Am Wochenende habe ich zum ersten Mal in diesem Sommer mit ein paar Freundinnen in einem waschechten Biergarten gesessen, pitschnass und mit einem Kilo Tsatsiki aus der Schüssel auf dem Tisch, sogar das Brot konnte man ohne Limit nachbestellen. Richtig schön war das und auch wichtig. Der Regen hatte uns nämlich inmitten einer Fahrradtour überrascht, die wir im Grunde nur durchziehen wollten, um uns mal wieder gepflegt die Wut aus den Bäuchen zu strampeln – bis uns besagte graue Wolke auflauerte und alsbald das hölzerne Schild gen Bierbankgarnitur nach uns rief. Glück im Unglück sagt man da wohl, denn wahrscheinlich hätten wir am Ende vor lauter Erschöpfung nicht mal mehr den kleinsten Piep gemacht. So aber schon. Und so ging das dann stundenlang. Ohnehin finde ich, dass wir niemals aufhören sollten, unsere Liebsten auszuquetschen, im besten aller Sinne, auch wenn wir annehmen, längst alles zu wissen. Man glaubt ja gar nicht, was da alles erlebt wird, wie viele Alltags-Sexismuserfahrungen beim genaueren Hinsehen zutage treten, vor allem im Arbeitsumfeld. Eine meiner längsten und engsten Freundinnen zum Beispiel arbeitet an Künstlicher Intelligenz, mit Codes und allerhand Statistik. Ihre männlichen Kollegen treten, und das findet sie toll, so gut wie immer in zwei verschiedenen Socken und Marvel-T-Shirts zur Arbeit an. Sie selbst hingegen trägt stets Blazer, aber eine wilde Frisur. Und jetzt ratet mal, wer neulich zur Stil-Beratung zitiert wurde? Aha, genau, achso. Als Frau müsse man nunmal „seriös“ auftreten, um ernstgenommen zu werden, in dieser Branche. Ich glaub‘, mein Schwein pfeift. Das Jahr 2020 ist und bleibt wohl ein ziemlich schräger Vogel.

T-Shirt: Kauf Dich Glücklich, Haarspange: Valet Studio, Strick: Baum und Pferdgarten, Hose: Baum und Pferdgarten, Sandalen: Charles & Keith

Bluse: Arket, Weste: Arket, Jeansshorts: A Golde

Haarspange: Beck Söndergaard, Kleid: Nandi Berlin, Sandalen: Charles & Keith

2 Kommentare

  1. Sarah

    Liebe Julia, du schreibst immer so viel von deinem leckeren selbstgemachten Eiskaffee. Ich selbst finde es aber gar nicht so einfach die perfekte Machart und Rezeptur zu finden. Wärst du bereit, dein Rezept zu teilen? Ich würde mich freuen 🙂

    Antworten
    1. Julia Carevic

      Hallo liebe Sarah, aber na klaro (auf die Gefahr hin, dass nur ich ihn lecker finde): Ich mache am Abend vorher einen French Press Cold Brew wie in diesem Video (ich nehme die gleichen Anteile an Wasser und Kaffee): https://www.youtube.com/watch?v=jRkkOeASNvE . Pro Glas fülle ich 1/3 mit Kaffee und 2/3 mit Milch auf, zum Schluss gibt es noch 1-2 Eiswürfel und danach süße ich je nach Belieben mit selbst gemachtem Simple Syrup (ich benutze die Variante, bei der man die Mischung auf der Herdplatte erhitzt). Am allerliebsten mag ich Eiskaffee ja eigentlich mit einem Espresso, habe derzeit aber leider keinen Espressokocher. Falls du einen hast, kannst du natürlich auch den statt der French Press nutzen und den fertigen Espresso für 1-2 Stunden kalt stellen. Die Anteile an Kaffee und Milch bleiben gleich, wobei der Kaffeegeschmack hier etwa stärker ist. Ich hoffe, es schmeckt 🙂

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