Unbequeme Wahrheiten: Ist „Zeit Verbrechen“ noch zu retten?

Worauf wartet die deutsche Medienlandschaft eigentlich seit über zwei Jahren? Auf die absolute Grenzüberschreitung und/oder die verbale Entgleisung des Duos Infernale, die Sterne am deutschen Podcast Himmel? 

Da haben Sabine Rückert und Andreas Sentker den erfolgreichsten Podcast Deutschlands und im gAnzEn IntErNet sind, was den mehr als fragwürdigen Modus Operandi, die erschreckend verrohte Rhetorik von Zeit Verbrechen angeht, bis auf wenige Ausnahmen kaum kritische Stimmen zu finden. Zugegeben, ich habe mich lange Zeit auch nicht getraut, habe stets wieder eingeschaltet und gebannt die Ohren gespitzt. Die letzte Folge allerdings, die kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Bei ihr und den vergangenen 64 gab es mehr als einen bitteren Beigeschmack.

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Ein Beitrag geteilt von ZEIT Verbrechen (@zeit_verbrechen) am

Warum ich so besessen von True Crime Podcasts bin, vermag ich nicht zu ergründen. Was ich weiß ist aber, dass ich jeden zweiten Dienstag zum Nachmittag an meinem Schreibtisch herumrutsche und auf die nächste Folge warte, wohlwissend, dass der Hörgenuss in der Regel von Empörungen und Entrüstungen unterbrochen wird, die mich nicht selten mit der Faust auf dem Tisch, dem Finger auf dem Pauseknopf oder der Stirn in der Hand zurückließen, so außer mir, dass ich laut fluchend eine Zigarette rauchen musste. Sabine und Andreas, zwei renommierte, deutsche Jorunalist*innen, schaffen es nämlich jedes Mal, nicht nur wieder einen spannenden Kriminalfall auszukramen und nett wiederzugeben, sie sind dabei auch so undifferenziert, sexistisch, rassistisch und klassistisch, dass man meinen könnte, sie hätten sich den letzten gesellschaftspolitischen Debatten vollends verweigert.

Regelmäßig geht es hier um Frauen aus Gewaltbeziehungen, die sich „nicht alles gefallen lassen sollen“, wie etwa in Folge 15 „Wenn Schweigen tödlich wird“. Es geht um die sehr attraktive und extrem intelligente Hausfrau, die viel mehr drauf hätte als „nur Mutter“ zu sein, und darum, wie diese nach dem Tod ihres Kindes zusammensackt und nicht mehr halb so pummelig aussieht wie einst zu bessern Zeiten (Folge 8). Um undifferenzierte Unterhaltungen über psychische Krankheiten (Folge 22-25), problematische Bemerkungen über Länder des globalen Südens (Folge 38) oder eine immer einseitigere Verhandlung von Rassismus (z.B.. Folge 17 und Folge 63). Die Liste ist lang. Zurück bleibt die Frage, womit wir es hier zu tun haben: Mit einem Generationenkonflikt, bei dem das alte Journalismus-Eisen sich beinhart gegen wichtige und richtige Debatten im Kontext

Sprachgebrauch und Politisierung wehrt? Oder mit einem Mangel an Wissen und/oder Sensibilität, was komplexe, gesellschaftsrelevante Inhalte angeht? Wie aber kann man so etwas entschuldigen, gerade wenn Menschen eine derartige Reichweite und mediale Macht obliegt?

In der letzten Folge nimmt der Feuilletonist und Architekturkritiker Hanno Rautenberg die pädophilen Straftaten des Architekten Adolf Loos auseinander und beantwortet anschließend mehr oder weniger durch die Blume die Frage, ob sich Werk und Künstler in der letzten Konsequenz trennen lassen (Spoiler, Hanno findet ja) − nicht aber ohne sich dabei offen über eine befürchtete Verdachtskultur gegenüber Männern auszulassen, die sexuellen Übergriffe von Stars der Kunst- und Kulturgeschichte zu relativieren und am Ende Pädophilie innerhalb des Kunst- und Kulturbetriebs als eine Art Stilmittel erscheinen zu lassen. Sabines Gegenwind: Mehr als ernüchternd und fast konfliktscheu werden alle Reibungen der Unterhaltung nahezu im zweiten Anlauf erstickt.

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Es wird einem ganz anders, wenn man bedenkt, dass Publikationen wie Zeit oder zuletzt Radio Eins mit Schröder und Somuncu immer wieder mit mehr als fragwürdigem Content große Erfolge einholen oder es, wie im letzten Fall, zumindest versuchen wollen. Zu mächtig sind die Medienschaffenden am Hebel, zu kleinlaut scheinen kritische Stimmen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Institutionen. Kann und darf man 2020 noch ignorieren, wenn rassistische und sexistische Stereotype ohne Weiteres reproduziert werden? Die Antwort sollte doch klar sein. Vielleicht aber geht es hierbei um die absolute Verweigerung gegen alle Strömungen, die sich einer gewaltfreien Sprache und somit einem gewaltfreien Miteinander nähern wollen.

Ich wünsche mir eine verantwortungsbewusste Unterhaltungs- und Medienbranche. Eine, in der sich Menschen nicht mehr über den Zwang zur genderneutralen Sprache aufregen oder verweigern sich die Begriffe, mit denen man keine Verletzung dritter provoziert, anzueignen. Eine, in der wir nicht mehr über die Körperform, die Hautfarbe oder vermeintliche Herkunft anderer reden, wenn sie nicht Teil der Besprechung sein müssen und nicht von Diskriminierung handeln und eine, in der es gang und gäbe wird, für begangene Fehler respektvoll um Entschuldigung zu bitten, und bereit ist, dazuzulernen. Vielleicht machen die Großen mal den Anfang, beziehungsweise ziehen endlich nach, und zwar schon bevor sie irgendwann das Fass zum Überlaufen bringen. Am Ball bleiben kann man schließlich auch ohne dass es Kritik hagelt. Wenn man erst einmal den ersten Backlash ausgehalten hat, geht der Rest wie von selbst. Zunächst fährt man als Betroffene*r aber gut damit, eigene Grenzen zu ziehen, sich des Konsums zu entziehen und, wenn noch etwas Energie übrig geblieben ist, Feedback zu geben. Auch wenn es sich zeitweise so anfühlt, ist man mit seinen Gefühlen häufig nicht alleine.

27 Kommentare

  1. Nele

    Toller und wichtiger Inhalt! Ich war auch ein richtig großer Fan vom Zeit Verbrechen Podcast bis mir die zunehmend sexistischen und rassistischen Aussagen immer mehr unangenehm aufgestoßen sind und ich irgendwann die Lust auf den Podcast komplett verloren habe. Seitdem habe ich deabonniert und höre es mir nicht mehr an. Es muss sich dringend was in der Medienlandschaft ändern. Danke Fabienne, für deinen Artikel!

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  2. Laura

    Spannend, das gerade heute dieser Artikel veröffentlicht wird. Habe mir gestern auch die neue Folge angehört und habe mich richtig über Sabine Rückert geärgert, als sie sich so herablassend über das Gendern geäussert hat. Auch in anderen Episoden sind mir schon sehr problematische und unsorgfältige Formulierungen aufgefallen. Schade, dass da kein Wille zur Verbesserung sichtbar ist.

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  3. Sophia

    Vielen Dank für diesen Artikel! Es wird wirklich Zeit, dass sich etwas in der Mainstream Medien- und Unterhaltungslandschaft verändert. Mega gut, dass es so Menschen gibt wie dich, die den Mund aufmachen!

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  4. Steffi

    Ich sehe es nicht ganz so, obwohl ich Dein Unbehagen verstehe. Geht mir mitunter auch so beim Hören.
    Ich würde es allerdings nicht mit Somuncu/ Schroeder vergleichen, denn ich finde das verharmlost ehrlich gesagt, was letztere getan haben.
    Ich finde die ZV-Folge über Adolf Loos bildet eine Diskussion ab, die so im öffentlichen Raum möglich sein muss. Es wird ja schlussendlich auch keine Lösung präsentiert. Sabine Rückert bleibt auf ihrer Position, die sich ganz klar auch von Loos‘ Werk distanziert und zwar aufgrund seiner Taten.
    Den gesamten Kunst/Kulturkanon betrachtend ist es schwierig einen endgültigen Umgang zu finden (dies ist meiner Meinung nach auch die Aussage der Folge).
    Vielleicht geht es tatsächlich einfach darum öffentlich zu machen, wem wir diese Kunst zu verdanken haben. Eben zum Beispiel Adolf Loos dem Vergewaltiger kleiner Mädchen und nicht Adolf Loos dem genialischen Architekten mit sozialer Ader. Das verändert den Blick auf Künstler (und Werk) dann wohl sowieso nachhaltig.

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  5. Franzi

    Danke für diesen Artikel Fabienne! Du sprichst mir aus der Seele. Ich war lange großer Fan von Zeit Verbrechen und habe sehnsüchtig auf neue Folgen gewartet und wurde mehr und mehr enttäuscht. Und irgendwann schlug die Enttäuschung in Wut und Unverständnis um. Ich konnte lange schlecht in Worte fassen, was mich so stört und nun trifft deine Beschreibung es auf den Punkt.
    Sabine Rückert hat auch diese unsägliche Art ständig ihre Kolleg:innen zu unterbrechen und Pointen vorweg zu nehmen. Das macht mich wahnsinnig.

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  6. Frau Auge

    Danke! Ich hab auch schon so lang ein ungutes Gefühl beim Zuhören. Mir fiel v.a. der Klassismus auf – und wie das Urteil über Gut & Böse bei Sabine Rückert so ungebrochen und imho die eigene Position nicht reflektierend gefällt wird.
    Ich bin sehr froh, dass das mal in dieses Netz geschrieben wird.

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  7. Maxi

    Ich bin so froh gerade diesen Text gefunden zu haben! Mein Umfeld feiert den Podcast schon lange, also habe ich diese Woche auch angefangen, ihn anzuhören und dachte zunächst: na Mensch, sehr spannend, angenehme Stimmen. Da könnte ich ewig zuhören. Und dann ging es los. Mir sind immer mehr Dinge aufgefallen. In einer der ersten Folgen heißt es „ein Schwarzer Arzt, also einem afrikanischen Arzt, ist dann aufgefallen, dass…“. Die Hautfarbe hatte 0,0 Relevanz für die Geschichte. Weiter ging es mit Tätern, die sich Frauen aus anderen Ländern „mitgebracht“ hätten. Manche Taten überraschen die Sprechenden, da es
    ja gut bürgerliche Menschen waren „ganz normal, Vater, Mutter, Kind. Menschen wie Sie und ich, liebe Zuhörer“. Und die Bezeichnung von sexualisierter Gewalt als „nicht einvernehmlicher Geschlechtsverkehr“, joa. Eine Folge über Rassismus muss natürlich mit einem Fall beginnen, in dem der PoC dann doch gelogen hat. Als roter Faden dienen das generische Maskulinum und irrelevante, seltsame Körperbeschreibungen. Man merkt vielleicht, die Wut ist noch frisch! Das nutze ich heute für eine Beschwerdemail.

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  8. Beatrix

    Danke liebe Fabienne!! Genauso habe ich es auch empfunden. Die Äußerungen von Sabine Rückert habe ich als sehr überheblich und undifferenziert wahrgenommen. Nach zwei Folgen hatte ich keine Lust mehr darauf bzw hat es mich einfach zu wütend gemacht, um dabei zu bleiben. Ich kann wirklich nicht verstehen, dass der Podcast so viele, scheinbar begeisterte, Hörer*innen hat.

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  9. Pingback: Cherry Picks: Von Beauty-Standards, Podcast-Ärger und Stadtflucht - amazed

  10. Renska

    Ist vielleicht das Problem – also zumindest geht es mir so -, dass man seine Meinung zu diesem Podcast eben nicht so einfach in die Kommentarspalte drunter schreiben kann? Man hört meistens auf irgendeiner Plattform, die diese Möglichkeit eben nicht bietet. Und eine Mail an die Redaktion zu schreiben, ist dann schon wieder ein Schritt, den man sich drei Mal überlegt. Trotzdem wird dieser Podcast von unheimlich vielen Menschen gehört und sogar mit Preisen ausgezeichnet – aber das ist vielleicht eine Erklärung, warum es bislang so gar keine Kritik nirgendwo dazu gibt?

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    1. Laura

      Auf der Webseite der Zeit gibt es eine Rubrik für die einzelnen Podcasts, wo man auch für jede Folge Kommentare abgeben kann. Ob diese gelesen werden, ist jedoch eine andere Frage…

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  11. lia

    endlich!! habe vor einem jahr auch 2,3 folgen gehört, weil das irgendwie alle in meinem umfeld tun & habe mich so aufgeregt darüber.. das hatte aber irgendwie nie wer verstanden… ich werde jetzt allen diesen beitrag hier schicken!! danke!

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  12. Agnes

    Hallo! Danke für Deine Rezension zum Podcast – ich habe Zeit Verbrechen sehr geliebt und mit Hingabe gehört, bis mir eben Stück für Stück immer mehr aufgestoßen ist, wie rassistisch, sexistisch, klassistisch mit manchen Themen umgegangen wird. Zur Folge „Der Albtraum des Geigers“ habe ich dann einen Leserbrief geschrieben, weil ich mich daran gestört habe, wie offen achtlos mit der LGBTQ+ Täterin (eine*r Crossdresser*in, wie sich auf Nachfrage herausstellen sollte) umgegangen wird – man nannte die Person einen „Transvestiten“ und fertig war die Laube. Das habe ich im Leserbrief angeprangert und als Antwort kam vom Gast der Folge, Fr. Lemke-Matwey, dass sie ja schließlich nicht „mit einem Wörterbuch in der Hand durch die Welt gehen wolle“ – aha. Anscheinend kann man also von einer Journalistin nicht verlangen, dass sie sich politisch korrekt ausdrückt; danke für nichts. Das war jedenfalls das Ende meines Fan-tums von Zeit Verbrechen, und ich finde es mehr als richtig und wichtig, dass Du dieses Verhalten auch öffentlich anprangerst!

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  13. Sebastian

    Danke!! Seit Jahren bekomme ich Beklemmungen bis Gefühle von Abscheu wenn ich, weil ich nicht dazulerne, diesen Podcast immer Mal wieder einschalte. Das ist so ein widerlicher Chauvinismus und irgendwie juckt es niemanden, auch nicht die Leute die sich sonst über literally alles echauffieren können.

    Ich bin nicht mehr allein!

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  14. Leonie

    Es sind nicht nur (aber vor allem auch!) die sexistischen und rassistischen Kommentare, die mich nerven. Der gesamte Stil des Podcasts ist so reißerisch und übertrieben.. Täglich die BILD Zeitung lesen oder gar zugeben, wenn man es tut, macht kaum jemand. Der ZEIT Verbrechen Podcast ist aber in aller Munde und auch intelligente, gebildete, aufgeklärte, sonst politisch korrekte Personen tauschen sich darüber aus, als wäre es etwas journalistisch wertvolles. Letztlich ist der gesamte Stil, die verwendete Sprache und Art und Weise zu sprechen aber keinen Deut besser als die ach so verhasste BILD Zeitung. Übertrieben, ausgrenzend, vorführend, für den einfachen Menschen gemacht. Fehler, die Psychologen, Juristen, Polizebeamten passieren, werden von Frau Rückert als vermeintlich letzte Instanz auseinander genommen und auf eine Art und Weise bewertet, die ich fürchterlich finde. Sie maßt sich ein Wissen an, dass sie schlicht nicht hat. Und präsentiert dieses so, dass möglichst viele ähnlich unwissende Menschen denken „Danke Frau Rückert, dass uns endlich mal jemand aufklärt.“

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  15. Ono

    Hallo liebe Fabienne,
    mich hat die Radikalität Deines Textes bei fehlender Konkretisierung doch sehr überrascht. Da ich einen Bachelor in Soziologie und Politikwissenschaft habe, sind mir politisch korrekte Sprache und rassistische/sexistische Haltungen definitiv kein Novum. So verwunderte es mich doch sehr, wie ein Podcast von ZEIT als komplett rassistisch und sexistisch dargestellt wurde. Natürlich sind die beiden aus einer anderen Generation, doch was sie in Zeit Verbrechen versuchen, ist den*die Täter*in darzustellen und zu verstehen. Das geschieht auch über Sprache. Vielleicht stimmt es sogar, dass sie bestehenden Rassismus und Sexismus reproduzieren – aber Entschuldigung im Titel dieses Podcasts steht das Wort „Verbrechen“ und in diesem Kontext werden diese bestehenden gesellschaftlichen Phänomene aufgearbeitet. Wenn Du es nicht aushältst, dass es 50 jährige links-liberale gibt, welche noch das Wort „Transvestit“ verwenden, würde ich Dir einen Diskurs auf Augenhöhe mit ihnen empfehlen und keine Abgrenzung derer vom moralisch richtigen Leben.
    Menschen sind scheisse. Wäre dem nicht so gäb es keine True Crime Podcasts.
    PS: Wenn man jetzt sogar Zeit Verbrechen als rassistisch bezeichnet, was bedeutet das Wort dann eigentlich noch?

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  16. Thomas

    Ich bin bei einer Suche nach dem Podcast „Zeit Verbrechen“ durch Zufall auf dieser Seite gelandet. Schon nach dem dritten Absatz des Artikels habe ich nur noch ein lautes „Mimimimimi“ wahrnehmen können.
    Ich habe mich immer schon gefragt wo die ganzen Hirnis*innen herkommen, die regelmäßig auf Twitter die hysterische Inquisitionsmaschinerie anwerfen, um wieder jemanden medial hinzurichten.
    Und hier bin ich sogar in einem woken Nest gelandet! Lauter Schneeflöckchen mit politisch korrektem Sendungsbewusstsein. Robespierres und die Jakobiner hätten sicherlich große Freude an Euch gehabt. Aber ich bin mir 100%ig sicher:
    Außerhalb des Internets interessiert sich kein Schwein für das Gelaber. Wenn nach dem Lockdown die Wirtschaftskrise kommt und der Medienhype endet, werdet Ihr wieder irrelevant sein. Dann bleibt Euch nur noch die Blase in der Ihr Euch gegenseitig bedauern könnt.

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  17. Katharina

    Danke für diese Rezension, diese bringt das Problem auf den Punkt! Was soll man auch von einer Frau erwarten, die die Reform des Sexualstrafrechts 2016 für gefährlich erklärt hat und diese für unnötig und verhängnisvoll hält. Neben dem Podcast gibt es ja nun seit längerem auch das Magazin und hier finde ich, neben einigen sehr gut recherchierten und geschriebenen Artikeln, auch immer wieder rassistische, homophobe, frauenfeindliche Einstreuungen. Falls es für Sie interessant ist, können Sie sich gerne beispielsweise den Artikel in der aktuellen Ausgabe (9) „Wir waren Kinder. Aber wir hatten keine Kindheit.“ und insbesondere den Abschnitt der letzten Spalte auf S. 67 angucken – hier heißt es völlig aus dem Kontext des eigentlichen Interviews gerissen: „Aber mir ist noch ein anderer Punkt wichtig: Auch wenn heute offen mit Gleichgeschlechtlichkeit umgegangen wird, bin ich dafür, dass Pflegekinder immer Mutter und Vater haben sollten. Wenn es noch diese zweite Person gegeben hätte, dann wäre das [Kindesmissbrauch durch den alleinerziehenden Pflegevater] vielleicht nicht passiert. Dann hätte es eine gegenseitige Kontrolle gegeben.“ Und diese Alltags-Homophobie und Herabstufung gleichgeschlechtlicher Elternschaft des Interviewten wird von Seiten der ZEIT Verbrechen Redaktion weder im weiterführenden Interview aufgegriffen noch in irgendeiner Art und Weise kommentiert – ein journalistisches Unding! Ich habe eine Leserbrief verfasst und werde künftig alles mit dem Titel ZEIT Verbrechen meiden.

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  18. Lena

    Hallo liebe Fabienne,
    Dankeschön für Deinen Artikel.
    So spannend und mitreissend ich Zeit Verbrechen finde, so sehr regt es mich auf, dass ständig frauenverachtend, rassistisch und klassistisch gesprochen wird und offensichtliche Femizide als Familiendramen oder Eifersuchtsdramen dargestellt werden.
    Was ich auch ganz schlimm fand, dass sie in einer älteren Folge ganz viel über sogenannte „Jungfräulichkeit“ gesprochen haben.
    Und weil ein Mädchen laut eines Frauenarzt (oder Ärztin? die gendern ja nie) „noch Jungfrau“ war und demnach nicht wie sie vorgab vergewaltigt worden sein konnte, als Lügnerin entlarvt wurde.
    Und die Grundlage dieser Lüge war die „Jungfräulichkeit“ des jungen Mädchen.

    War jetzt echt erstaunt wie wenig Kritik es online zum Podcast gibt, weil er ja diese krasse Reichweite hat…

    Danke Dir

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  19. Anouky

    Ja,ja,ja! So sehe ich das auch und mein Gefühl ist, dass es immer schlimmer wird. Ich kann auf jeden Fall auch nicht mehr drüber hinweghören und werde nicht mehr einschalten!

    Antworten
  20. Viktoria

    Vielen Dank für diesen kritischen Beitrag! Er spricht mir aus der Seele. Nach fünf Folgen von „ZEIT Verbrechen“ möchte ich eine Mail an die Redaktion schreiben. Im Kontext berührender und schockierender Kriminalfälle empfinde ich besonders Frau Rückert als unerträglich stereotypisierend auf allen erdenklichen Ebenen. Ich traute wirklich mehrfach meinen Ohren kaum.

    Antworten
  21. Zoe

    Danke für diesen Beitrag!!! Nachdem viele aus meinem Umfeld den Podcast lobten, habe ich mich letztens zum ersten Mal überwunden eine Folge zu hören. Die Folge „Die Bluthochzeit“ hat mich erschüttert. Die Art und Weise wie Sabine Rückert Fragen gestellt hat, war für mich erschreckend. Ohne Begründung hat sie Annahmen zu Bildungsniveau, Berufstätigkeit und Sozialverhalten der Personen getroffen. In ihren Fragen schien ganz klar ihre voreingenommene rassistische Meinung durch.
    Das der Podcast trotz allem so gelobt wird, finde ich traurig. Ich habe von der ZEIT einfach mehr erwartet.
    Mit deinem Beitrag sprichst du mir aus der Seele. Danke dafür.

    Antworten
  22. Manuela Meier

    Uiuiuiuiiii…..man kann aber auch hinter jedem Baum einen Geist vermuten. Dieser Podcast is schön anzuhören und ich höre ihn um den Inhalt zu hören und nicht um das Haar in der Suppe zu finden. Jeder hat seinen eigenen Stil zu sprechen und zu schreiben und wenn der Schreiber oder Sprecher durch seine Botschaft nicht wissentlich jemanden diskriminiert dürfen wir es auch mal gut sein lassen mit der Diskriminierungssuche. Das wird ja langsam zum Volkssport. Ich persönlich bin mit Jägerschnitzel, Negerküssen und “wer hat Angst vorm schwarzen Mann“ in meiner Kindheit aufgewachsen und niemand hätte dabei an Rassismus oder Diskriminierung gedacht. Der Dicke, die Rothaarige oder der bleiche teigige Mann, die Frau mit sehr großen Brüsten und die Frau die sich altmodisch kleidet sind doch ganz normale Beschreibungen einer Person…genauso wie der Latino, der südländische Typ, der Afrikaner ….ja…manche sagen noch Neger ohne das verwerflich zu finden…oder ein schwedischer Typ. Der Ungepflegte….Typ natürlich… Typin sagt man ja noch nicht oder? Der Unatraktive, der Schöne…
    Der Ängstliche der Resolute…
    Egal ob Frau oder Mann…
    Wenn keine solchen Bewertungen mehr erwünscht sind ist der nächste Podcast nach dem Satz “ Person A hat Person B vermutlich aus Habgier getötet zu Ende.
    Also Er Sie Es bitte mal die Kirche im Dorf lassen und die Pandemie bedingt übrige Zeit sinnvoll nutzen. Viele soziale Einrichtungen suchen händeringend freiwillige Helfer.

    Antworten
    1. Judith

      Tag der Arbeit nutzen um hier dein rassistisches Gedanken’gut’ abzulassen – einfach why, Manuela? Was bringt es dir auf all das zu beharren? Bitte nimm dir die Zeit und setze dich mit deiner Position und deinen Privilegien auseinander.

      Antworten
    2. Franziska

      Hallo Manuela, dein Kommentar ist einfach nur ekelhaft. Nicht nur dass du bewusst mehrfach das N-Wort verwendet hast, was unglaublich beleidigend und verstörend ist, sondern du nutzt zusätzlich noch andere rassistische Sprache und Beleidigungen und forderst zudem dass sich die Opfer von Rassismus davon nicht angegriffen fühlen sollen denn es wäre ja nicht beleidigend gemeint. Deinen gewaltvollen Kommentar einzeln aufzudröseln würde hier den Rahmen sprengen, aber du solltest dich dringend mit Rassismus auseinander setzen und aufhören solch schreckliche Kommentare zu verbreiten.

      Antworten
    3. Carla

      Hallo Manuela,

      ich kann mich den anderen Antworten auf deinen Kommentar, der voller rassistischer Sprache ist, nur anschließen. Dass du nach dem Lesen eines solchen Artikels, der explizit auf rassistische Sprache hinweist und diese völlig zurecht anprangert, das N-Wort und weitere rassistische Ausdrücke verwendest, macht mich ehrlich gesagt sprachlos. Abgesehen davon, dass solche Ausdrücke in keinem Kontext akzeptabel sind. Rassistische oder sexistische Sprache ist außerdem kein „Stil zu sprechen“.
      Rassismus, Sexismus und Diskriminierung können stattfinden, auch „wenn es nicht so gemeint war“ und es sollte das Mindeste sein, Betroffenen zuzuhören, Erfahrungen nicht abzusprechen und sich selbst, seine Privilegien und Verhaltensweisen zu reflektieren.

      Antworten
  23. Rike

    Uiuiuiuiiii….Mensch Manuela Meier, nutz du die pandemiebedingte Zeit doch mal sinnvoll und setzte dich intensiv mit Rassismus auseinander. Dein Kommentar ist voll von rassistischer und weiterer diskriminierender Sprache. Aber das weißt du bereits, nicht wahr?! Rassismus zu reproduzieren und mit Phrasen wie „niemand hat daran gedacht“ oder „nicht wissentlich“ zu relativieren, ist eine sehr durchschaubare Strategie. Das, was du hier von dir gibst, ist nicht einmal „nur“ ignorant, sondern kalkuliert. Du kommst hier Monate nach dem der Artikel einer von Rassismus betroffenen Autorin erschienen ist her, um deinen menschenverachtenden Kommentar loszuwerden. Übel, Manuela, ganz übel!

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