Outfits der Woche: Von Hausarbeit, aufgescheuchten Hühnern & einem Karussell der Gefühle

03.02.2021 Mode, Outfit

In unserer Serie „Unsere Woche in Outfits“ präsentieren wir euch nicht nur ein paar Looks, in denen wir die Woche bestritten haben, sondern erzählen euch auch, was uns in den vergangenen Tagen so durch den Kopf ging.

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Nike: 

Gerade habe ich bei Fabienne gespickt, die etwas weiter unten schon lange vor mir ihren Text zu den heutigen Outfits eingepflegt hatte, ums Saubermachen geht es da etwa, woraufhin ich schnell mein Handy zückte und einen Buchtipp ins Chatfenster tippte: Die schlechteste Hausfrau der Welt von Jacinta Nandi: „Mit Hausarbeit kann man als Frau nie gewinnen. Macht man sie nicht, ist man eine Schlampe. Macht man sie doch, ist man eine dumme Schlampe, die sich ausbeuten lässt.“ Meine Güte, I feel you, Fabi. Weil ich diese Woche aber auch aus anderen Gründen als recht anstrengend empfinde (es ist eine pandemische Dauerwurst) und ständig wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Wohnung renne, bin ich schließlich dem Rat einer meiner geliebtesten Freundinnen gefolgt: Ich versuche mich mal wieder in Meditation, diesmal mithilfe von Headspace auf Netflix (die dazugehörige App besaß ich einst, aber der Schweinehund war größer als die Muße). Irre schön anzusehen. Und es wirkt sogar. Ich bleibe jedenfalls dran und werde beizeiten berichten, wie es so läuft, auch mit meiner Hirnstruktur, die sich angeblich ja schon nach acht Wochen des Trainings verändern soll.

Ansonsten bin ich inzwischen zum Hot Wheels Profi mutiert und baue die krassesten Rennstrecken, ich kann mittlerweile mit einem Auge Hausaufgaben kontrollieren und mit dem anderen Überweisungen prüfen, ich liebe die Sonne und die entspannte Zeit zwischen dem Ende der Periode und Eisprung, ich habe am Wochenende sogar frische Luft geschnappt und im Park heißen Tee geschlürft, ich habe eine Beschwerde an den WDR verfasst (wegen dieses unsagbaren #DieLetzteInstanz Debakels), Zitronenpasta gegessen, Fotos entwicklen lassen, meiner Oma durchs Telefon alles Liebe zum 88. Geburtstag gewünscht und meinem Freund danke gesagt. Für einfach alles. 

Schal: Acne Studios, Cardigan: Henrik Vibskov, Kleid: Sézane

Shirt: Ganni, Hose: Closed, Weste: Monki (ausverkauft, ähnliche hier)

Ohrringe: Romantico Romantico, Star Ring: Jane Kønig, Kleid: Paloma Wool

Bluse: Love Kidswear, Hose: La Veste, Tasche: Manjerica, Ohrringe: Wald Berlin, Baskenmütze: & other stories

Fabienne

Diese Woche ist vor allem von der Frage geprägt, wie zur Hölle man eigentlich einen richtigen Frühjahrsputz angeht. Ich bin kein besonders schmutziger Mensch und auch nicht extrem chaotisch, aber mir gehen alle Sachen rund ums Saugen und Aufräumen auch einfach nicht so leicht von der Hand, wie ich es mir wünschen würde. Ich habe seit einem Jahr das Gefühl, konstant von etwas Grund Mock umgeben zu sein und bin dabei kurz davor, dies einfach als meine Lebensbedingung zu akzeptieren. Neben Homeoffice und Date Nights spielt sich jede einzelne Szene meines Lebens zu Hause ab und soll doch in Zukunft aber bitte glänzen, während ich vom Schlafanzug in die Leggins und wieder zurück wechsle. Ich würde gerne wissen, wo man anfängt zu schrubben, was man nicht vergessen sollte und wie viel Zeit man insgesamt braucht. Ich meine es bierernst. Die erste eigene Wohnung stellt mich vor andere Herausforderungen als die letzten 10 m“ WG-Zimmer und ich brauche dringend Hilfe. Bis dahin flüchte ich in den Wald oder den Park.

Tasche: Rebecca Minkoff (älter) Mantel: Weekday (ausverkauft) Schuhe: New Balance 530

Stiefel: Zara via Vinted („Chunky Boots“ Suche) Leggings: Arket Puffer: The North Face Sonnebrille: H&M Trend via Vinted

Julia

Am Wochenende hörte ich die Piano-Version von Rammsteins „Sonne“ in Dauerschleife und reckte mein Gesicht gen blauen Himmel, was sich inmitten all der sonst so grauen Umgebung fast ein wenig erleichternd anfühlte. Ich ging spazieren, aß spontan eine vegane Currywurst mit Pommes und dachte an die Zukunft. Derweil schickte mein Vater mir Fotos von meinem Onkel, der in Kroatien fleißig an unseren Weinreben arbeitete und mich einmal mehr sehnsüchtig machte: nach gutem Wein und nach Kroatien. Ich holte Kleider hervor, die ich seit einer Ewigkeit nicht mehr getragen hatte, malte mir die Augenlider mit türkisfarbenem Eyeliner an und tupfte roten Lippenstift auf meine Winterlippen — im Hintergrund sangen die Ramones „Baby, I love you“.

Blazer: Ganni (älter / ausverkauft)

Hut: Pardohats

Mantel: Martine Rose 

Sarah

Ich versuche die Redundanz der Woche am Wochenende meistens zu durchbrechen, um den eigenen Kopf frei zu pusten und die Köpfe meiner Kinder gleich mit. Raus aufs Land, in den Wald oder an abgelegenere Orte der Stadt soll es dann gehen. In meiner Vorstellung klingt das pünktlich zum Freitagnachmittag, wenn die Sache mit dem Pläne schmieden startet, auch immer ganz fantastisch, voller Harmonie und nach dem perfekten Ausgleich. Aber wisst ihr was? Pustekuchen. Irgendeiner heult im Moment einfach immer (und ich schließe mich aktuell sogar mit ein). Ganz gleich, ob es der Kleinste ist, der offensichtlich so gar keine Lust hat, durch den Schnee zu stampfen und lieber durchschreit, oder die Tochter, die spätestens nach einer Stunde ununterbrochen rummeckert, weil ihre Beine einschlafen und sie keine Lust mehr hat zu laufen. Oder ich, weil ich auf dem Heimweg kapituliere und mein Fass spätestens stadteinwärts angesichts von Reichsflaggen auf Datschen vor lauter Wut und Unverständnis überläuft. Manchmal habe ich dann das Gefühl, dass das nur bei uns so ablaufen kann und meine Familie die Einzige ist, bei der solche Wochenendpläne regelmäßig nach hinten losgehen. Ist natürlich Quatsch, aber kann mir jemand sagen, wann das wieder aufhört?

Wenn ich dann auch noch mit dem Kopf gegen den Schrank knalle und mir eine waschechte Beule zulege, ist einfach Zeit, um den Kopf unter die Bettdecke zu stecken und zu hoffen, dass alles nur eine Phase ist und Corona bald geht. Nächstes Wochenende mache ICH jedenfalls gar nichts. Das ist das feste Vorhaben, jawohl!

Kleid: Edited, Strumpfhose: Kunert, Kette: Closed x Maximova,
Haarreifen: Kauf dich glücklich x Jane Wayne

Mantel: & Other Stories, Jeans: Closed, Stiefel: Stutterheim,
Tasche: Ganni (alt), Mütze: Ganni (alt)

Rollkragen: Max Mara, Jeans: Closed, Tuch: Tara Jarmon

Shirt: & Other Stories, Jeans: Closed, Armband: Romantico Romantico

Ourania

Diese Woche war ein Karussell der Gefühle und ich hatte schon als Kind ein nicht besonders gutes Gefühl bei diesen Kettenkarussells. Währen die Zentrifugalkraft einen nach außen drückt, soll man sich mit seinen kleinen Händen in seinem kleinen Metallsitz festklammern. Nein, danke! Ohne mich. Ähnlich waren meine Tage. Für ein Shooting blieben die Hälfte der Sachen im Zoll hängen. Der nette Mann vom Zoll erklärte mir, dass sich die Verzollung seit dem Brexit in Leipzig verfünffacht hat und sie einfach nicht mehr hinterherkommen. Ich habe alles getan, um die Pakete aus London zu befreien − ohne Erfolg. Irgendwann wurde die Nummer abgestellt, wahrscheinlich wegen Leuten wie mir, die ständig anrufen. Das nächste war ein Sturz im Treppenhaus, übermüdet und unaufmerksam, mit einem großen Paket und einer Kleiderstange. Das tat weh. Ich habe ein paar Tränchen geweint und dann gelacht, bin umgedreht und einfach ins Bett gegangen. Homeoffice stinkt mir gerade gewaltig,  mein Wohnzimmer ist kein Wohnzimmer mehr, sondern eine Abstellkammer, überall türmen sich Pakete und Staubmäuse. Gerade kam die Nachricht rein, dass mein Shooting morgen gecancelt wurde. Jetzt stehe ich hier inmitten der acht Pakete und Kleiderhaufen und muss alles wieder zurückschicken..uff!

Mantel: Vintage, Pullover: Benetton, Tuch: Secondhand ähnlich hier, Brille: Ace&Tate ähnlich hier

Longsleeve: Marine Serre, Hose: Arena

Pullover: Benetton, Strumpfhose: Falke, Stiefel: Gucci, Tuch: Secondhand ähnlich hier

16 Kommentare

  1. @henriette.suffragette

    Am Hausfrauen Dasein scheitere ich auch schon mein halbes Leben lang. Jacinta Nandis Buch war daher für mich eine echte Offenbarung und außerdem ungeheuer Unterhaltsam. Leider hat sich im Gegensatz zur Bodypositivity Bewegung #Dirtacceptance noch nicht durchgesetzt. Im Gegenteil, wenn ich mal die Schlagwörter „Schmutz“ oder „Unordung“ in die Suchleiste eingebe, bekomme ich satt beruhigende Einblicke in andere Rumpelkammern, nur gut gemeinte Ratschläge, wie ich mein Chaos endlich unter Kontrolle bekomme. Dabei hat es durchaus Vorteile eine schlechte Hausfrau zu sein. Sieben davon habe ich vor ein paar Tagen auf meinem Instagram zusammen getragen.
    Liebe übrigens das „Outfits der Woche“ Format. Wie immer ganz bezaubernd.

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  2. ina

    ich bin so ein großer fan von dieser kategorie und am allermeisten von ourania <3 sie sieht immer so unangestrengt lässig aus, hätte am liebsten 1:1 ihren kleiderschrank. ganz liebe grüße aus wien an euch alle

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    1. Anti

      Mehr Mode Beiträge von Ourania fände ich auch ganz toll, denn mit ihren Erfahrungen als Stylistin und aus dem Modedesign hat sie sicher neben dem Beauty Content auch ein paar spannende Ideen für uns.

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  3. Ann

    Auch hier ein großer Ourania-Fan! Wie kann ein Outfit, das nur aus Strumpfhose und Pollover besteht, so schick aussehen? Begeisterung pur hier in Hamburg <3

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  4. Nina

    Hi Fabienne. Habe drei Söhne und hatte trotz Putzens immer das Gefühl „Schon wieder so ne olle Staubmulle, hab doch erst gestern sauber gemacht!“ Aber was jetzt im Homeschoolingwahn echt gut tut: das Weihnachtsgeschenk meiner Mama: Ein elektrischer Saugroboter! Unser ehemaliger Normalostaubsauger, 10 Jahre alt, ein günstiges Modell, hat eher nur noch gekehrt seit Jahren ;-). Und jetzt saugt der neue schön brav, während ich beim Homeschooling von Zimmer zu Zimmer geige. Einer muss ja was für den Haushalt tun. Mein neuer bester Freund! Meine Kinder haben ihn sogar ein bisschen ins Herz geschlossen und nannten ihn „Staubi“. Und wenn drei Jungs mal bei einem elektronischen Gerät NICHT den Schraubenzieher zücken, um es in seine Einzelteile zerlegen und das Innenleben erforschen, kann das nur vollsten Respekt dafür bedeuten. Yessss.

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  5. Julie

    toll toll toll! ich bin immer ganz entzückt und kann mich nur anschließen: ich liebe diese outfits der woche und eure geschichten! <3 sarah, diese strumpfhose hats mir angetan. gibts die zufällig aktuell zu kaufen? liebe grüße an euch!

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    1. Sarah Jane

      Liebe Julie, die ist aus der Zusammenarbeit von Kunert & Claudia Schiffer entstanden und lag eine halbe Ewigkeit verpackt in meiner Schublade. Ich konnte sie online daher leider bisher nirgends finden :/ Tut mehr sehr leid!

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      1. Julie

        Trotzdem danke <3 Zumindest weiß ich nun wonach ich suche! Ein helles Strickkleid im Winter zu tragen schien unmöglich… bei dir nun aber wunderschön!

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  6. Kikusz

    Liebe Julia,
    jetzt frag‘ ich doch, obwohl ich es mir irgendwie verkneifen wollte, aber: Wie heißt denn deine Haarfarbe? Oder hast du sie irgendwo gemischt/ mischen lassen? ULTRAschön, ich würde mich arg freuen, meine Haare ähnlich funkeln zu sehen, hab‘ aber Sorge vor meinem erlebten Trauma des Rosskastanienlooks 1997! 🙂
    Danke dir für eine eventuelle Antwort & Hilfe!

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    1. Julia Carevic

      Hey du Liebe, meine Haarfarbe ist ein Ergebnis aus furchtlosen Experimenten (ein Kupferrot aus der Drogerie + zuvor ein Bleach Wash). Ich bin recht entspannt, was meine Haare betrifft, würde bei größerer Sorge um eventuelle Haarunfälle aber lieber zum Friseur gehen. Allerliebste Grüße an dich & viel Erfolg 🙂

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      1. Kikusz

        Ach, danke! Dann google ich jetzt mal „bleach wash“ und hoffe auf dilettantisches Färbeglück. Hab‘ Dank für die Antwort!

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  7. Ourania

    Ihr wisst gar nicht, wie sehr eure lieben Kommentare mir einen grauen Regentag versüßt haben. Danke ❤️

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  8. Ludmillacecilia

    Liebe Nike.
    Du hast die Tage ein – in meinen Augen – mutiges Experiment erwähnt. Der Vater deines Sohnes wollte mit euch leben (wohl nicht auf Dauer, aber vorübergehend). Mich würde sehr interessieren, wie das ist. Ist es dir zu intim, darüber zu schreiben? Wenn nicht, wäre ich sooooo seeeehr glücklich von deinen Erfahrungen zu hören.
    Alles Liebe, Ludmillacecilia

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  9. Anna

    Liebe Fabienne,
    du könntest zunächst einmal mit Zettel und Stift durch jeden einzelnen Raum gehen und dir putzaufgaben notieren (und, wenn du willst, die minutenzahl, die du für jede Aufgabe ungefähr brauchen wirst) und dir dann einen Termin setzen, wann du anfängst und dir einen timer von (vlt) 1 Stunde stellen und gucken, wie weit du kommst. zuvor würde ich mir alle ‚Utensilien‘ bereit stellen, da es sonst nervt ständig noch irgendwas zu suchen, wenn man grad in Schwung ist. Außerdem würde ich sagen, dass erst aufräumen wichtig ist bevor man putzt und von oben nach unten putzen (also zum Bsp. erst staubwischen von oben nach unten und dann zum Schluss den Boden). und wenn du dann einmal durch bist kannst du dir die tatsächliche zeit notieren und dir einen genauen plan machen, wann und wie oft du was machst (z.B. wischen und Handtücher wechseln 1x wöchentlich am Sonntag) und wie lange du dafür brauchst (wenn dir so ein genauer Plan hilft). Ach und der richtige Soundtrack zum putzen hilft auch ungemein!

    Ich finde diese Kategorie übrigens auch total schön und eure unterschiedlichen Stile sehr interessant, wobei ich mich irgendwo zwischen Nike und Sarah bewege.

    GlG Anna

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