Single Stories // App-Chaos und das verrückte Projektmanagement eines Singles

Was bisher geschah… (hier spiele ich im Kopf eine verzückte, aber in Teilen dramatische Melodie und stelle mir vor, Hauptfigur einer coolen Serie zu sein) 

Hallo, ich bin Anna, 32 Jahre alt und ledig. 

Im Supermarkt habe ich noch nie nach einem Apfel gegriffen, um mich gleichzeitig vor Mr. oder Ms. Right wiederzufinden. Also versuche ich es (mal wieder) auf dem deutlich erfolgreicheren Weg und greife zum Smartphone, um im App Store die altbekannten Plattformen aufzusuchen und ganz vielleicht neue Tools zu finden.

Ganz selbstbewusst würde ich mich als Onlinedating-Pro bezeichnen, so lange, wie ich mich mit dem Thema bereits beschäftige. Während meiner Studienzeit arbeitete ich sogar für so eine Plattform, eine Partnerbörse. Einen Spaß habe ich mir daraus gemacht, allen auf die Frage nach meinem Nebenjob augenzwinkernd „Ich mache Liebe“ zu antworten. Und da Bilder und Profiltexte hier nur nach einem manuellen Check freigegeben und hochgeladen wurden, brachte dieser Job mir nicht nur Expertise in jeglicher Art der Selbstbeschreibung, sondern auch eine astronomische Menge ungefragter Dick Pics ein. Eine Zahl, die wohlgemerkt idealerweise bei 0 liegen sollte. Nichtsdestotrotz haben es mir Datingportale seitdem angetan und tatsächlich wurden alle meine Beziehungen seit 2013 im Digital Space geboren.

Zurück ins Jahr 2021. „This shit again“ –  so habe ich den mit einer Auswahl an für mich im Moment passenden Dating-Apps gefüllten Ordner auf dem Display meines Smartphones getauft. Denn obwohl ich auf die Art und Weise des Kennenlernens ja nun schon seit fast zehn Jahren baue, gab es bisher kein Happy End (#shit). Und so klicke ich nach einer Weile doch immer wieder aufs Neue auf die kleine Cloud mit dem Download-Pfeil und fange ein jedes Mal von vorne an (#again).

Wer hat es dieses Mal in meine Auswahl geschafft?

Tinder – der Klassiker 

Pro: So viele Leute! In einem Radius von einem Kilometer! Praktisch, denn der ÖPNV ist derzeit noch schlimmer, als er es eh schon war. Und Fahrradfahren? Wenn man* in einer Stadt wie Berlin wohnt, in der der Winter rund acht Monate anhält? Da bin ich raus.

Kontra: Ist der Ruf erst ruiniert … aber nein, so Fuckboy&girl-ig geht es meiner Meinung nach gar nicht zu auf der App. Trotzdem kann man natürlich häufiger in eine One-Night-Stand-Falle tappen. Aber natürlich nur dann, wenn man* nicht gerade selbst auf der Suche nach einem ONS ist …

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Bumble Germany (@bumble_germany)

Bumble – First move? Kein Problem.

Pro: „Etwas Unverbindliches“, „Beziehung“, „Heirat“, „Weiß ich noch nicht“ – wenigstens sieht man* hier meist gleich, was Sache ist. Erfahrungsgemäß konnte ich jedoch zwei Dinge feststellen: „Heirat“ (wie ich in meinem Profil angegeben habe) ist äußerst selten und meist nicht ernst gemeint. „Weiß ich noch nicht“ sollte hingegen unbedingt ernst genommen werden – und zwar als erste Red Flag

Kontra: „First move“ schön und gut, das sollte meiner bescheidenen Meinung nach jedoch nicht am Geschlecht festgemacht werden, sondern daran, wer von beiden als Zweites matcht – und dementsprechend zuerst die Möglichkeit hat, eine persönliche Nachricht abzuschicken. Easy peasy, warum ist DAS bitte noch keinem Start-Up eingefallen?

Hinge – der Hipster unter den Apps 

Pro: Millennial-Humor at its best, was wohl an all den Meme-Lovern liegt, die den halben Tag auf Instagram verbringen – und deswegen auch diese App kennen.

Kontra: Dank meiner langjährigen Berufserfahrung im Medienbereich bin ich mir als Verbraucherin über Message, Claim & Storytelling einer Marke bewusst. Im Fall von Hinge ist es „The dating app designed to be deleted“. Auch wenn ich es besser hätte wissen müssen, vertraute ich also darauf, dass das mit dem „Nicht mehr Daten & was Festes finden wollen“ auch bei den anderen Nutzer*innen der Fall ist. Spoiler: Ist es nicht.

OKCupid – Matching in %

Die App, bei der man gefühlt Tausende von Fragen beantworten kann und dadurch direkt sieht, wie das Gegenüber so tickt, ohne auch nur eine Nachricht ausgetauscht zu haben −  die Pro- & Kontraeinteilung sei hier jedem selbst überlassen. 

 

 
 
 
 
 
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Ein von @gus_bombs geteilter Beitrag

Natürlich gibt es noch viel mehr, aber auch wenn Multitasking ein mir durchaus zugesprochenes Talent ist, wollte ich es nicht übertreiben. 

Gehen wir pro App von sechs guten Matches und drei aktiven Konversationen aus. Dazu kommt alles Mittelmäßige, das bei abendlicher Corona Curfew-Langeweile eingesammelt und aus Höflichkeit beantwortet wird. Heißt unterm Strich: Hier sind ordentlich Projektmanagement-Skills gefragt. Während Tinder seine „Prime Time“ von 19 bis 21 Uhr mit Push-Nachrichten ankündigt, zu der die Matches hochschnellen und die Chats heiß laufen, sind Bumble Nutzer*innen aus meiner Erfahrung die Early Birds unter den App-Datern und schon beim ersten Kaffee vor der Arbeit im Gesprächsmodus unterwegs. Beim Neuling Hinge ist hingegen die Mitteilungsoption noch nicht ausgereift und es erfordert eigenständige Check-ins, um auf dem Laufenden zu bleiben. 

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Tinder Germany (@tindergermany)

Ich empfehle also eine Art Plan, der nicht stresst und sich bequem in den Alltag einbauen lässt. In Zeiten von Lockdown, unendlichen Wintertagen in Berlin und langen Arbeitstagen hieß das zuletzt: ab 20 Uhr ab auf die Couch, mit einem Glas Wein in der Hand und 90er-Jahre Serien im Hintergrund, das Swipen UND Switchen zwischen den Apps nicht vergessen. Was gabs auch anderes zu tun? 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Chats with my solitude. (@my___solitude)

Und was mich da so erwartet(ete), von Profil-Highlights, den besten Conversation-Startern & einer Texting-Etikette, das verrate ich euch beim nächsten Mal!

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