Video // „Alexander Wang x H&M – Fair Trade Fashion“ by Dandy Diary

06.11.2014 Gesellschaft

Dandy-Diary-Alexander-Wang-H-and-M-HM-child-labour-india-carl-jakob-haupt-david-kurt-karl-roth-1600x1066Gewiss trifft Alexander Wang mit seinen Boxsport-Kreationen den Geschmack etlicher Sportskanonen, dass wir Janes selbst aber keine großen Fans der aktuellen Designer-Kollaboration aus dem Hause H&M sind, ist kein Geheimnis. Bisher bezog sich unsere Kritik allerdings ausschließlich auf subjektive optische Mecker-Makel. Seit die beiden Blogger, Künstler und Querschläger David und Jakob von Dandy Diary heute morgen aber ihren ganz persönlichen Beitrag zum Launch dieser Zusammenarbeit veröffentlichten, nämlich einen kurzen Clip aus dem Herzen Mumbais, reicht kein leises Ignorieren des Wang-Tammtamms mehr aus.

Jeder, der ernsthaft behauptet, er wisse nicht, dass ungefähr 99% unserer Kleidung unter Schweinsdrecksbedingungen produziert wird, lügt sich natürlich die Hucke voll. Dass wir, die Konsumenten, Fakten wie diese seit jeher gern ignorieren und beiseite schieben  – geschenkt. Dandy Diarys  „Alexander Wang x H&M – Fair Trade Fashion“ macht das Scheuklappentragen jetzt ein weiteres Mal unmöglich und zwingt uns dazu, hinzuschauen. Und nachzudenken. Aber auch zu handeln? Die Frage geht auch raus an euch: Wie reagieren?

 

Dandy-Diary-Alexander-Wang-H-and-M-HM-child-labour-india-carl-jakob-haupt-david-kurt-karl-roth-II-1600x900Ich bin ehrlich gesagt entsetzt. Dass die Produktionsbedingungen wirklich aller großen Player so mies wie unverständlich sind, ist selbstverständlich klar. Hunderte Male haben wir dieses Thema hier bereits diskutiert und immer wieder sind wir zu dem Schluss gekommen, dass jeder von uns einen ganz eigenen Weg finden muss, mit diesem Fakt umzugehen. Für Sarah und mich heißt es deshalb unter anderem seit Jahren: Alle Inditex-Unternehmen, darunter auch Zara, werden komplett gemieden. Nicht, weil Inditex per se der Buh-Mann sein soll, sondern vielmehr um unseren eigenen Konsum einzuschränken, um überhaupt irgendwo anzufangen. An H&M hielten wir allerdings stets fest. In vielen Gesprächen und einem lagen Interview versicherte man uns einst, dass sich hinsichtlich der Produktionsstätten und -Bedingungen wirklich etwas tun würde. Übersetzt sollte das in etwa heißen: Vieles läuft noch immer richtig scheiße, aber ein Wandel passiert nicht über Nacht, sondern ist ein langer Prozess. Wir arbeiten daran. Wir versuchen, gemeinsam mit den Fabrik-Chefs Lösungen zu finden. Wir werden tätig. Es ist uns nicht egal. Wir wollen, dass sich etwas ändert und setzen uns jeden Tag dafür ein.

Und jetzt sowas? Waschechte Kinderarbeit? Oder ist das Video gar Fake? Eine „alternative Werbung“? Scheinbar schon. H&M, eine Erklärung ist jetzt trotzdem dringend nötig. 

Mehr lest ihr auf Dandy Diary
Ein Interview mit David hat Journelles geführt.

++++++++ EDIT +++++++++

 

Statement zu Video von Dandy Diary

 

 Gegen das heute veröffentlichte Video von Dandy Diary geht H&M juristisch vor.

 

Die nach eigenen Angaben der Autoren in Indien aufgenommenen Videoaufnahmen zeigen nicht die Produktion von Teilen der Alexander Wang x HM Kollektion. Diese  Kollektion wurde nicht in Indien produziert.

 

 Zudem duldet H&M ausweislich seines im Internet unter

 

http://about.hm.com/filearea/corporate/fileobjects/pdf/en/RM_DOWNLOAD_CODEOFCONDUCT_PDF_GERMAN_1165868712113.pdf

 

abrufbaren Verhaltenskodex  ausdrücklich keine Kinderarbeit und bezieht sich dabei auf die UNO-Konvention über die Rechte des Kindes und die Konventionen 138 und 182 der ILO (International Labour Organization).

 

Alle unsere Lieferanten verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, den Verhaltenskodex von H&M zu befolgen. Unter anderem bedeutet dies, der Forderung von H&M nachzukommen, unter keinen Umständen Kinderarbeit einzusetzen. Unsere H&M Auditoren führen regelmäßige Kontrollen durch, um sicherzustellen, dass keine Kinder in den Fabriken der Lieferanten arbeiten. //

30 Kommentare

  1. Ann-Katrin

    Das Video wurde in Mumbai, Indien aufgenommen, nicht in Bangladesch. Das ändern aber natürlich nichts an den Tatsachen, außer vielleicht, dass es in Bangladesch vermutlich leider noch schlimmer aussieht, da das Lohnniveau dort noch niedriger ist!

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  2. Caro

    Wenn wir in uns rein hören, dann wissen wir alle, dass auch H&M, die weiterhin wöchentlich wechselnde Kollektionen zu kleinen Preisen anbieten, diese gewiss nicht unter guten Bedingungen herstellen lassen. Offensichtlich funktionieren ihre greenwashing Kampagnen bestens und überdecken geschickt mit gezielten Marketing & PR-Aktionen, was wir alle längst wissen: Unser Luxus geht auf Kosten anderer – nicht nur in der Mode, sondern auch in vielen anderen Bereichen. aber ich will hier keine Moralpredigt schwingen – wie schon gesagt, jeder muss sein Handeln selbst verantworten… meine Anregung, auch bezüglich der von Dir, liebe NIke, letztens gestellten Frage nach neuen Themen: Zeigt die Alternativen – es gibt sie und vieles (natürlich nicht alles) davon sieht keineswegs nach Öko aus. Wie wäre es, wenn ihr demnächst statt dem neuen Designer -Teilchen mal aufzeigt, was fairfashion kann. Nur als kleine Anregung: hier ist der Pulli, auf den ich spare 🙂
    http://www.armedangels.de/frauenbekleidung-strickpullover-cara-black-2062.html
    liebst, Caro

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    1. Chael

      Sehr schöner Pulli. Ich kaufe gerne bei Zerum ein: http://www.zerum.at/ Das Label produziert ausschließlich unter fairen und nachhaltigen Bedingungen. Inzwischen werden die Textilien in Österreich produziert. Auch bei der Fabrik selbst zählt der Nachhaltigkeitsgedanke – sie wird mit Sonnen- und Wasserenergie betrieben.

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  3. sarah

    Also ich will jetzt nicht beleidigend rüberkommen, ich mag eure Seite trotzdem noch. Aber zu behaupten man würde Zara und die dazugehörigen Marken von Inditex seit Jahren meiden, dafür aber immer wieder Werbung für H&M und Konsorten machen, finde ich nun wirklich extrem heuchlerisch. Entweder ganz oder garnicht. Wer bei H&M einkauft, auch Cheap Monday und Co zählen hier dazu… der braucht wirklich nicht mit erhobenen Zeigefinger auf Inditex zeigen. Schön dass ihr es in diesem Artikel wenigstens halbwegs einseht, aber ich schätze mal bei der nächsten Weekday-Kollektion wird das ganze schnell wieder vergessen sein…

    (Ich muss mich hier outen, ich kaufe trotzdem bei Zara, H&M, Weekday etc. gelegentlich ein, da ich mir 200Euro Shirts nicht leisten kann und nur SecondHand bei meiner Kleidergröße und meinem Wohnort (wenig secondhandläden, Kleidergröße xs sofort vergriffen) nunmal nicht funktioniert. Aber ich würde niemals auf die Idee kommen zu sagen „inditex pfui, alles andere toll!“ )

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  4. Marieke

    Liebe Sarah, dein Verhalten finde ich wiederum „heuchlerisch“. Du hast nicht genug Geld? Wenn du etwas besser machen wollen würdest, würdest du dann einfach weniger kaufen. Es gibt bei dir keine second hand läden? kauf online bei etsy oder kleiderkreisel ein.
    inditex ist in sofern eine ganz andere nummer als H&M, als dass von da nicht ein einziges statement kommt, weil es schlichtweg egal ist. inditex ist trotzdem marktführer, auch ohne conscious collection und co. H&M zeigte zumindest immer wieder den willen, etwas ändern zu wollen udn hat maßgeblich zum grünen trend in der mode beigetragen.
    du sagst ja selber, dass du einfach allles kaufst. da gelobe ich mir die janes, die zwar kaufen, aber trotzdem sehr viele leute auf diese missstände aufmerksam machen – damit wir selbst entscheiden können, was wir noch vertreten und kaufen können.

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    1. sarah

      wieso heuchlerisch? indem ich mich geoutet habe dass ich den scheiß trotzdem kaufe bin ich dochwohl ehrlich.. hab kinderarbeit auch nicht angeprangert o.ä. .. lediglich diese doppelmoral.

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  5. henna

    Ein Vorschlag von mir, der sicher schwer umzusetzen ist, den ich euch aber durchaus zutrauen würde: Einen Großteil der deutschen Blogs zusammenbringen und zum einheitlichen Boykott aufrufen, der auch in den Blogs sichtbar wird. Beispielsweise in dem man 30 Tage all diese Marken, die ihre Produktionsbedingungen nicht transparent machen, in keinem Artikel erwähnt – auch wenn das heißt, dass es keine Outfitposts gibt.

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    1. jen

      I second that! Sowas wär mal ne feine Sache, die ne echte Resonanz brächte. Zeitlich begrenzt ok, aber geschlossen und mit deutlichen Worten. Vielleicht auch mal der Outfitpost-freie Monat oder so, und stattdessen immer ein Hintergrundbericht.

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    2. Sabine

      finde ich eine super idee! fashion-blogger haben mittlerweile so einen großen einfluss, das würde doch auf beiden seiten was bewegen können: bei den lesern, die sich vielleicht nicht mehr ohne nachzudenken kurz den sechsten H&M-Rock für 4,99 in die tüte stecken und eben auch die der produzenten, weil sie sehen, dass das den käufern eben nicht egal ist, wie die klamotten hergestellt werden.

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  6. Nori

    Liebe Nike,

    vielen Dank für diesen Artikel und deine Ehrlichkeit: es ist immer schwierig, wenn man wie ihr als erfolgreiche Blogger in der Öffentlichkeit steht und nun mal zum Teil damit euer Geld verdient, tolle, zum Verlieben schöne Outfits zu posten – diese aber eben oft aus Artikeln bestehen, deren Hersteller sich Fair Fashion nicht auf die Fahne schreiben können.

    Somit hast du absolut Recht, dass es jedem selbst überlassen ist, wie er mit dem Wissen (was wir ja tatsächlich ALLE haben) um die schlechten Produktionsbedingungen, Ausbeuterei etc. umgeht und wie viel davon in ihr/sein Shoppingverhalten fließt. Ist es uns wichtiger, für 20€ das nächste Billig-Shirt im Schrank hängen zu haben oder wollen wir für faire Arbeitsbedingungen und ein gutes Gefühl auf unserer Haut sorgen?

    Da ihr euch ja bisher von Inditex ferngehalten habt, dafür aber H&M und Töchter unterstützt habt, ich aber deine Bestürzung in diesem Post sehr wohl merke, würde mich interessieren, wie du/ihr in Zukunft mit dem Thema umgehen wollt?
    Denn dass H&M in naher Zukunft seine Produktionsbedingungen komplett umschmeißen wird, ist ja doch leider utopisches Wunschdenken. 🙁

    Alles Liebe aus Hamburg
    Nori

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  7. maja

    Ein weiterer „Skandal“ an dem sich alle Blogs aufreiben werden, nur um dann ein paar Tage/Wochen/Monate später wieder die neusten Errungenschaften zu preisen. Ich glaube jeder weiß, dass die Produktionsbedingungen bei Zara, H&M, aber eben auch bei Acne, WoodWood bis zu Marant, usw. vergleichbar sind. WEr das nicht sieht, mach sich etwas vor. Natürlich verdient ein Modeblog sein Geld eben mit dieser Ware, aber ich würde mir wirklich mehr Ehrlichkeit wünschen. Immer nur auf die einen Schimpfen und es bei den anderen nicht ansprechen oder ignorieren ist doch nicht wirklich der wahre Weg, oder?
    Egal was wir konsumieren, es ist in den wenigsten Fällen fair und menschenwürdig produziert worden. So funktioniert der Kapitalismus. Ich würde mir weniger Konsum wünschen, denn man braucht nicht jede Woche etwas Neues, man braucht auch nicht 20 Mäntel oder 15 Handtaschen usw. Und auch eine ehrliche Aussage wie z.B.“ Ich weiß, dass das Unternehmen XY nicht wirklich empfehlensewert ist, aber dennoch konnte ich nicht widerstehen“ halte ich für besser und menschlicher, als diese ständige Scheinheiligkeit, indem die eine Seite verteufelt wird und die andere nicht. Ebenso wie das Hinweisen auf Missstände und die regelmäßige Abkehr von eben diesen.

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      1. Ariane

        Danke Maja,
        es geht mir ähnlich. Alle schimpfen auf Primark, H&M, Zara etc., aber keiner spricht über die Bedingungen bei COS, &other stories, Acne und all die anderen so beliebten und begehrten Labels.

        Wenn wir schon nicht viel an den Bedingungen ändern können, so sollten wir überlegen, wie viel wir konsumieren. Ich betreibe seit vier Jahren einen Direktankauf für Second Hand Bekleidung, zuerst in Hamburg und seit 2 Jahren in Berlin. Es ist unglaublich, aber unsere monatlichen Termin sind rasend schnell ausgebucht und uns werden Ikea Tüten voll mit unzähligen neuen oder kaum getragenen Kleidungsstücken vorgelegt. Wir können gar nicht so viel verkaufen, wie uns angeboten wird. Wir müssen unser schlichtweg Konsumverhalten ändern.

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  8. Ann-Sophie

    der konsumwahn lässt uns alle vergesslich werden. damit muss schluss sein!
    wenn wir nicht nach noch mehr und noch billiger nachfragen, müssen die unternehmen reagieren.
    sich mit einem kleinen monatsbudget herauszureden ist schon lange nicht mehr akzeptabel. ich bin studentin für bekleidungstechnik und beschäftige mich sehr viel mit dem thema nachhaltigkeit, was sowohl ökologie, ökonomie als auch sozialstandards mit einbezieht. es ist fast schon erschreckend leicht sich im world wide web schlau zu machen und zu informieren, dass ich mich frage wie es heutzutage noch an so vielen leuten vorbeirauschen kann.
    es gibt tausende ideen da draußen. second hand läden, flohmärkte, tauschplattformen im internet, tauschparties, upcycling diy’s…vielleicht nur 1 tshirt im halbjahr kaufen statt 5.
    amen.

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    1. Mila

      Schon richtig. Aber das Sich-informieren setzt ja erst mal ein gewisses Bewusstsein und ein Wollen voraus. Und genau da hapert’s ja schon bei vielen. Frei nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

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      1. Ariane

        Es wird leider immer genügend Menschen geben für die es einfach unwichtig ist. Wer will sich schon mit den Problemen anderen auseinandersetzen, wenn man doch vermeintlich selbst genug Probleme hat. Gegen Frust werden ein paar Euros am Wochenende zu einen der ganz Übertäter gebracht und Entspannung und Freude macht sich breit beim Raustragen der großen Einkaufstüte.

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  9. Katharina

    Ich stimme mit allem was ihr sagt überein, ich würde nur gerne noch einen wichtigen Punkt zur Diskussion hinzufügen. Und zwar ist es nun oft so, dass die Familien in den Produktionsländern auf das Einkommen von unter anderem auch der Arbeit ihrer Kinder angewiesen sind. Das ist nun mal nicht mit Westeuropa zu vergleichen. Und diese Bedingungen werden sich auch nicht sooo schnell ändern. Ich würde es daher wichtiger finden, dass die Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter (auch wenn es eben Kinder sind) gut sind. Das heißt regelmässige Pausen, adequate Bezahlung, gute Lüftung, vielleicht eine Mahlzeit etc. Ich denke das würde auch kurzfristig schon vieles ethischer machen.

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  10. Catharina

    Also so wie ich das verstehe,wurde eine Fabrik ausgesucht, um dort dieses Video zu drehen, die aber NICHT tatsächlich für H&M produziert? Das Video ist doch reine Behauptung. Glaubt ihr wirklich, dass man in diese Fabriken einfach so reinkommt und da dann 15 glückliche vergnügte Kinder sitzen sieht, die ZUFÄLLIG gerade das H&M Label reinnähen??

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    1. ira

      Das finde ich auch etwas strange. Da er in Jessies Interview ja nicht bestätigen möchte, für wen in dieser Fabrik produziert wird, erschliesst sich mir nicht ganz, was das ganze eigentlich darstellen soll. Aufrütteln, ja, ok, kann man aus dieser Sicht sehen. Wäre eine fundiert recherchierte Reportage hinter diesem Clip, sähe das etwas anders aus. Ich frage mich ausserdem, ob man mit solchen Dingen sich nicht auch rechtlich auf unsicherem Boden bewegt. Wie Nike das auch in ihrem Text kurz anreist, bin ich immer etwas hin- und hergerissen, wenn Modeblogger sich über Produktionsbedingungen echauffieren. Einerseits finde ich es gut, weil es Öffentlichkeit schafft und finde die Vorwürfe, man dürfe davon nicht schockiert sein, weil man es selbst trage, nicht gerechtfertigt. Andererseits muss ich sagen, dass es für mich trotzdem etwas Anderes ist, wenn ein Journalist, der sich intensiv mit der Thematik beschäftigt, eine Reportage über Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie macht und dann seine Vorwürfe gegenüber gewissen Firmen dementsprechend auch begründen kann. Bei zwei Bloggern, die noch unter einen Text, in dem sie unter anderem die Lebensbedingungen in den Slums von Mumbai thematisieren, schreiben von welcher Marke die Klamotten sind, die sie tragen (Weekday z.B.) bleibt bei mir irgendwie doch ein fahler Nachgeschmack.

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      1. Catharina

        Sehe ich genau so!
        Für mich sieht die ganze Fabrik sehr gefakt aus und die Aussagen in dem Interview finde ich arg überheblich. Ich bin mal gespannt, ob H&M rechtliche Konsequenzen ziehen wird.

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  11. Catharina

    Für mich sieht die ganze Fabrik sehr gefakt aus und die Aussagen in dem Interview finde ich arg überheblich. Ich bin mal gespannt, ob H&M rechtliche Konsequenzen ziehen wird.

    Antworten
  12. Minab

    Wie mir diese Heuchelei auf den Keks geht! Der Mantel von Monki ist natürlich von einer älteren Dame im Berliner Seniorenheim um die Ecke, die sich damit freiwillig etwas zur Rente dazuverdient, handgenäht oder was?

    Ihr könnt nicht erhobenen Hauptes sagen „Ich meide Inditex“ und dann zu Monki, COS, &otherstories und Co. rennen. Ich finde, damit sägt man am eigenen Glaubwürdigkeitsast.

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  13. Mike

    Ich hoffe, dass H&M endlich diesen hässlichen Dandy-Diary-Blog für immer vernichtet! Schließlich tragen die beiden Möchtegern-Skandal-Blogger genug vom schwedischen Großkonzern! Die beiden sind einfach nur widerlich. Sorry! Aber das ist meine persönliche Meinung. PS: Und lieber David und Jakob macht Euch weiterhin über Ebola-Opfer auf Eurem Blog lustig. Die Kommentare dürft ihr dann auch wieder alle löschen.

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  14. Karlie

    Nike und adidas produzieren auch nicht unter besseren Bedingungen und für die rührt ihr ebenfalls kräftig die Werbetrommel. Es gab dutzende Reportagen zu diesem Thema die ihr modeintereesierten Blogger scheinbar nicht gesehen habt oder sehen wolltet. Oder was überrascht euch jetzt an diesem Video? Und ja H&M und Co leugnen das Problem immer oder schieben die Verantwortung an sogenannte Subunternehmen ab.
    „Wir halten uns an die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Produktionslandes.“
    Das antworten Marketingmanager von H&M wenn sie von Journalisten mit belastendem Videomaterial zum Thema Kinderarbeit konfrontiert werden. Damit ist für H&M das Thema anscheinend vom Tisch.

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  15. anne

    Was ist schon billig, was ist teuer? Von den einen kriegt man n bösen Blick, weil man ein T-Shirt für 10 Euro kauft, weil es so „teuer“ ist, von anderen wird man schief angeguckt, weil diese Ware einfach nicht ethisch vertretbar sein kann. Fakt ist, auch hier in unserem Breitengrad sind die Relationen schon sehr verschoben. So viele haben so geringe Einkommen, dass sie einfach nicht sparen können, um sich ein Shirt für 60 Euro kaufen zu können (auch nicht in 2 Monaten, weil Wohnung und essen UND Kleidung bezahlt werden muß… und dann wars das mitten im Monat für den Monat). Sie sind froh, dass sie was kaufen können und sie sind froh, dass es primark, h&m usw gibt. Für viele ist Z.B.: Zara schon zu teuer. ich finde es nicht gerecht, diesen Leuten fälschlicherweise derart ins Gewissen zu reden.
    Denn fälschlicherweise begründe ich damit, dass eben viele preisintensivere Labels nicht anderswo und nicht besser produzieren lassen. Sie lassen vielleicht nicht so auf Masse fabrizieren, was in der Herstellung zwar teurer seine wird, die Leute dort werden deswegen nicht besser arbeiten und nicht mehr verdienen. Der einzige, der daran mehr verdient, ist das Label selbst und wir als Kunden, weil wir ja so individuell sein müssen und wir dadurch die Gewissheit haben, dass es nicht 1000e tragen, sondern nur 100e.
    Und selbst wenn drauf steht, es wurde in Europa hergestellt, können wir uns dann wirklich sicher sein, dass es dann besser ist, dass wir wirklich die Menschen belohnen, die an der u.a. an der Nähmaschine sitzen?
    (einen Artikel dazu hier: http://www.zeit.de/2014/30/chinesen-italien-textil-industrie)
    Und wenn ihr eure Outfits präsentiert und ihr die Labels anpreist, dann schreibt doch gleich mal dazu, wo sie hergestellt werden. Mal gucken, wie viele davon nicht aus China, Bangladesch oder Indien kommen.

    Aber klar, letztlich ist es jedem selbst überlassen, sowohl euch, als auch den anderen. Und es ist immer wieder gut, auf diese Misslage aufmerksam zu machen.
    Ich persönlich bin dafür, einfach nicht jeden tag, jede Woche, jeden Monat neue Sachen zu kaufen, auch mal zu tauschen, zu verschenken u in Secondhandläden zu gucken.
    Aber dann kommt Katharina zu wort: würden wir nicht mehr in masse kaufen, würden viele ihre Arbeit verlieren und ihr wenigverdientes geld dazu. aber he! bis das passiert, …! Mensch!, ich find das alles sehr kompliziert….

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  16. Katja

    Warum setzt man nicht bei der Einfuhr der Waren an? Warum gibt es kein Gesetz, das die Einfuhr und den Verkauf der Waren nach Europa, die mit Kinderarbeit produziert wurden, verbietet? Und warum schicken die Eltern in Bangladesh und Indien ihre Kinder in die Fabriken, anstatt sich schützend vor sie zu stellen? Entschuldigt Armut alles, auch die eigenen Kinder zu opfern? Das ist sicher ungerecht, ich verstehe es trotzdem nicht. Eltern haben überall auf der Welt die Pflicht, das nicht zuzulassen. Warum machen die Regierungen in Indien und Bangladesh nichts? Von den Firmen rede ich gar nicht erst, auch sie sind verantwortlich und sollten sich verdammt noch mal auch nicht mit den Verweis auf ihren Kodex rausreden, das ist lächerlich.

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    1. Mila

      „Und warum schicken die Eltern in Bangladesh und Indien ihre Kinder in die Fabriken, anstatt sich schützend vor sie zu stellen?“ Vielleicht weil sie nicht wollen, dass ihre Kinder am Hunger krepieren oder auf der Straße schlafen müssen? Ich denke, dass man sich hier das Ausmaß an existenzbedrohender Armut, das dort noch herrscht, nicht wirklich vorstellen kann. Die Leute sind größtenteils bettelarm. Die Schuld für Kinderarbeit bei den Eltern der arbeitenden Kinder zu suchen ist echt ziemlich verquer – und schiebt das Problem bequem von uns allen ganz weit weg.

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  17. Mila

    Schwierige Kiste – das Thema allgemein sowieso und das Video erst recht. Ich denke, dass ziemlich klar ist, dass der“Alternative Advertising“-Clip der Dandys in die Kategorie „künstlerische Freiheit“ gehört und sicher nicht eine reale Situation zeigt (was nicht heißt, dass es eben genau diese Situationen, also zu Hungerlöhnen an Nähmaschinen arbeitende Kinder in Indien nicht gibt, die gibt’s natürlich!). Und genau da wird’s schwierig für mich: Einerseits lässt sich argumentieren, dass es gut ist , Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken, egal, wie und aus welchem Grund, andererseits riecht dieses Filmchen echt stark nach Provo-Aktion der selbsternannten Enfants terrible zum Selbstzweck – um selbst im Gespräch zu bleiben, für den eigenen traffic. Damit würde man das Schicksal anderer instrumentalisieren zum Erreichen eigener Ziele. Und das finde ich persönlich schon problematisch. Aber ich geb’s zu: Ich mag die Jungs von Dandy Diary nicht (die sind für mich letztlich einfach nur sich selbst feiernde Hedonisten) drum hab ich da jetzt vielleicht zu Unrecht die Negativbrille auf.

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