Chanel Haute Couture // Karls Muse Lily-Rose Depp & Details, die wir uns merken sollten

26.01.2017 Mode

chanel haute couture ss17 „Ist das da Haute Couture?“ fragte mich jüngst eine Freundin, als vor einem Schaufenster standen, das vollgepackt mit Opulenzen war. Sie war sich ganz sicher. Und fast ein bisschen traurig, als ich schließlich widersprechen musste. Natürlich, wenn man besagten Begriff wörtlich übersetzt, ist damit nichts anderes als „gehobene Schneiderei“ gemeint. Vielleicht wird er deshalb sooft verwendet, meist allerdings zu Unrecht. Im Schnitt sind es nämlich nur insgesamt 20 Designhäuser weltweit, die das in Frankreich geschützte Attribut ihr Eigen nennen dürfen und damit zum exquisiten Zirkel der „Chambre Syndicale de la Couture Parisienne“ zählen. Ebenjene Schneiderinnung entscheidet tatsächlich jedes Jahr aufs Neue, wer dabei sein darf und wer nicht. Um die hohe Schneiderkunst zu wahren, wird nach strengen Kriterien ausgewählt. Jede HC Kollektion muss etwa aus mindestens 35 Unikaten bestehen, für die ausschließlich die hochwertigsten und exklusivsten Materialien verarbeitet werden dürfen – per Handarbeit. Maschinen verboten. Für ein einziges Abendkleid muss demnach mit bis zu 1000 Arbeiststunden gerechnet werden. Es kommt also längst nicht mehr darauf an, wer die optisch üppigsten Kreationen präsentiert, ganz im Gegenteil, Haute Couture kann mitunter beinahe tragbar wirken. Dazu passte auch Karls neue Zurückhaltung hinsichtlich der sonst gern überkonstruierten Locations, man denke etwa an der Supermarkt oder den Flughafen zurück. Diesmal wirkte das Spektakel in Erinnerung an die kleinen Salonschauen von damals beinahe, als hätte sich eine neue Ruhe in der Haute Couture etabliert. Vielleicht ein Statement gegen das Lautsein der Welt, das sich durch Trump ganz aktuell nur noch weiter zu manifestieren scheint. “I wanted something impeccable, clean. I wanted the girls to look like walking fashion drawings,” beschrieb Karl Lagerfeld selbst sein Defilee.

 

#HC17 #ChanelHauteCouture

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Mit einer Mischung aus zaghaften Referenzen zur Abendgarderobe der 80er Jahre, klassischen Kostümen in moderner Farbgebung und Schößchenen, Ballerina-Träumen, tief am Hinterkopf getragenen Mikrozylindern wie sie schon Coco liebte und dem offensichtlich persönlichen Gefallen des Designers an Feder-Finessen und Fußketten aus echten Perlen, steht das Brand aber vor allem für eins: Für Chanel selbst. Keine weiteren Vergleiche nötig.

Und natürlich können wir wieder einen Hauch Inspiration mit vom Laufsteg nehmen. Auf Instagram ließ es sich bereits schnell ablesen:

Der Sommer wird vermutlich ganz im Zeichen der eleganten Knöchelschmucks stehen: fessel perle fußkette chanel Schuppenblusen werden durch dünne, seidene Halstücher ersetzt, die als Schleifen locker um den hals gebunden werden:chanel Mehr Mitte, bitte – wieso nicht auch in Metallic-Tönen.Breite Gürtel als formgebendes Element über Mänteln, Jacken, Kleidern und Pullovern am besten im Kontrast zu schweren, erdenden Materialien einsetzen:chanel guertelUnd dann wäre da noch der Mut zum Hut. Jetzt aber wirklich. Ganz locker auf dem Kopf platziert: chanel hut Als Muse von Karl Lagerfeld durfte die 16-Jährige Schauspielerin Lily-Rose Depp (Tochter von Johnny Depp und Vanessa Paradies) schließlich ein rosafarbenes Hochzeitskleid präsentieren:

Und Kendall Jenner war auch dabei:

 

@kendalljenner @vittoceretti #HC17 #ChanelHauteCouture Ein von CHANEL (@chanelofficial) gepostetes Foto am

Die gesamte Show seht ihr hier.

2 Kommentare

  1. Neele

    Wie schön!!! Da werden Mädchenträume wach – einmal Prinzessin sein. Oder Frauenträume bestätigt – einmal dabei sein, wenn Chanel seine Haute-Couture präsentiert, ach, das wäre soooo schön 🙂

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  2. Farbenfreundin

    Oh ja, in Wiesbaden gibt es eine dieser feiner Adressen: Elise Topell. Wohl eines der wenigen Haute Couture Schneiderinnen in Deutschland. Die Arbeiten sind unbeschreiblich…

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