Warum ich wieder Haarspangen (mit Perlen!) trage.

08.03.2018 Beauty, Accessoire, box2

Neulich habe ich mich gefragt, was denn wohl der nächste richtige Mikro-Trend sein wird, ob es vielleicht längst alles gibt und nun endlich Ruhe im Kauf-Karton sein könnte, oder ob da tatsächlich doch noch was möglich ist, irgendetwas, bei dem ich wirklich mitmachen und nicht bloß zusehen möchte. Plastiktaschen? Darüber sinnieren wir später, ist ja durchaus diskussionswürdig und ein bisschen irre. Face-Accessoires, in alter Matisse-Manier? Fast schon Schnee von gestern. Und dann kam der Tag, an dem ich von meinem eigenen Antlitz gelangweilt durch das Internet düste, um endlich wieder Schwung in meine eigene Motivations-Bude zu bringen. Ich wollte keine neuen Klamotten, weil eh schon viel zu viel vorhanden und ahnte, dass die Tristesse woanders her wehte. Dass mit einfach ein kleiner Twist fehlte. Und was sah ich da? Pandora! 

Diese sauschlaue und stilsichere Knospe der Hoffnung hatte längst, woran es mir mangelte: Ein Haar-Accessoire, so Klischee-beladen wie zauberhaft! Nämlich die perlenbesetzte Haarspange von Simone Rocha, die für den nahenden Sommer über den Laufsteg jener Designerin geschickt wurde, die nicht aufhört, an die Romantik zu glauben.

Ehrlich gesagt schnallte ich ein bisschen ab vor lauter Euphorie. Es kann ja so einfach sein. Und wie um alles in der Welt bin ich eigentlich so erbärmlich lange ohne dieses fesche kleine Spange ausgekommen, die noch dazu in der Lage ist, den morgens verrückt abstehenden Pony zu bändigen? Keine Ahnung. Oder doch?

Nunja. Es ist ja nicht so als hätte ich nicht gewusst, dass es so etwas gibt. Bloß hat mich die Wirkung solch royaler Kinkerlitzchen meist abgeschreckt – die Niedlichkeits-Falle, ihr wisst schon. Versucht mal, in einem Meeting ernstgenommen werden, wenn ein Kollege „Guten Morgen, Prinzessin“ witzelt. Ist mir schon passiert, vor Jahren. An dem Tag, an dem ich mir schwor, nie mehr Haarspange zu tragen. Und schon gar nicht zwei! Wie Pernille etwa:

 

Aber jetzt, jetzt reicht es mir. Der Weltfrauentag ist kein Grund zum Jubeln, aber immerhin eine Aufforderung, das Hirn anzuschmeißen. Das sollte im Großen passieren, kann aber auch im Kleinen nicht schaden, denn sogar die allerkleinsten Belege von Alltagssexismus sind wichtig, damit auch der oder die Letzte kapiert: Nein, Gleichberechtigung ist nicht hier, sondern Zukunftsmusik. Schade ist das. Aber Grund genug, einfach das zu tun, wonach uns der Sinn der steht. Und ja, dazu gehören auch Oberflächlichkeiten wie das Tragen eines Haarreifens (in diesem Fall stammt er von Aquazurra).

Reyina Pyo Fall 2018:

Simone Rocha Spring 2018:

Noch mehr Haarspangen:

P.S.: Meine Haarspangen stammen allesamt von Karstadt und aus dem KaDeWe
– es muss ja nicht gleich Rocha sein:

3 Kommentare

  1. Lenna

    Wir haben gestern im ganzen Freundeskreis nach alten Haarspangen gesucht und sind fündig geworden! Wieso habe ich eigentlich jemals aufgehört, Klammern zu tragen??? Jetzt weiß ich, wie ich meinen Pony rauswachsen lassen und bei einer Kollegin ein bisschen Salz in die Wunde streuen kann – die kann nicht fassen, dass ich meine Arbeit gut mache, obwohl ich auf bunte Kleidung stehe. Maschinenbauerinnen mit Perlenhaarspange forever!

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  2. Cate

    Und alle so: Yeah! 😉

    Es wird immer jemanden geben, der glaubt, dass er einen im beruflichen Kontext „Engelchen“ nennen darf, in meinem Fall im Rahmen einer Vorstandssitzung, auf der ich ein erfolgreiches Großprojekt unter meiner Leitung präsentiert habe (im absolut seriösen Business Look)…

    Aber diese Leute sind die Vergangenheit und wir sind die Zukunft und können dafür sorgen, nicht alleine natürlich, dass es besser wird. Indem wir den Mund aufmachen, jede auf ihre Weise. 🙂

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  3. Sarah

    Hi Nike,
    ich habe mir Ende Dezember die Haare relativ kurz schneiden lassen. Schon bald war ich jedoch von der vermeintlichen Einfachheit und Eingeschränktheit der Frisur gelangweilt und schaute mich deshalb nach Haaraccessoires um, die meinem Look die gewisse Prise 20er-Jahre-Glamour verleihen konnten. Fündig wurde ich in einem kleinen Geschäft, das mellierte Haarspangen, wie du sie oben zeigst, anbietet. Ich war sofort verliebt und trage dieses Fundstück seitdem regelmäßig im Alltag. Dafür als „Prinzesschen“ bezeichnet werde ich übrigens nicht, was daran liegen könnte, dass ich als Au pair mit drei kleinen Mädchen arbeite, die dieses Accessoire eher cool finden 😉
    Liebe Grüße,
    Sarah

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