2 historische Filme, auf die wir uns freuen können, selbst wenn wir keine historischen Filme mögen

21.12.2018 Film, box2

„Historische Filme“, das klingt irgendwie nach semi viel Spaß, jedenfalls in den Ohren vieler, aber Obacht, diese beiden Neuerscheinungen hier könnten selbst jenen unter euch gefallen, die für gewöhnlich oder zumindest in filmischer Hinsicht viel lieber im Jetzt schwimmen: 

COLETTE

Diese Frau braucht keinen Vornamen: Als Sidonie-Gabrielle Claudine Colette wird „Colette“, so ihr Künstlerinnenname, 1873 im französischen Burgund geboren. Mit 16 Jahren lernt sie in Paris den 30-jährigen Henry Gauthier-Villars kennen, ein bekannter bon vivant und Literat. Die beiden heiraten 1893, Henry entdeckt das Schreibtalent seiner Frau und bringt diese dazu, unter seinem Pseudonym „Willy“ die berühmten „Claudine“-Romane zu verfassen, die sich, autobiografisch angereichert, mit dem Werdegang einer jungen Frau beschäftigen. Claudine kommt wie Colette vom Land – das Publikum liebt sie, die Bücher werden Bestseller. Dass sich hinter „Willy“ mitnichten Henry verbirgt, sondern Colette, darf die Öffentlichkeit nicht wissen. Colette hat keine Rechte an ihrem eigenen Werk, vom Ruhm ihres literarischen Schaffens profitiert einzig und allein ihr Mann.

Heute ist Colette so etwas wie eine französische Nationalheilige: Als erste Frau bekam sie ein nach ihrem Tod 1954 ein Staatsbegräbnis. Von der Ghostwriterin ihres Mannes wandelte Colette sich zur anerkannten Schriftstellerin, Journalistin und Varieté-Künstlerin. Colette war glamourös, wild, bisexuell, frei – eine Frau, die ihr Leben nach eigenen Regeln lebte und sich dafür niemals entschuldigte. Wash Westmorelands Film Colette mit Keira Knightley in der Hauptrolle (Dominic West gibt ihren ruhmsüchtigen Gatten) erzählt die Anfänge der jungen Sidonie-Gabrielle in Paris, zeigt, wie diese sich nach und nach aus dem Schatten ihres Ehemanns löste. Dass eine Britin eine der bekanntesten Französinnen überhaupt spielt, stieß in Frankreich nicht unbedingt auf Begeisterung, bien sûr. Immerhin wird der Schriftstellerin nach zahlreichen Verfilmungen ihrer Romane (u.a. die Claudine-Reihe 1977 sowie Chéri 2009) endlich ein eigener, international vertriebener Film gewidmet.

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Start: 03. Januar 2019

Maria Stuart, Königin von Schottland

Es ist kein Spoiler zu verraten, wer den Machtkampf zwischen der schottischen Königin Maria Stuart und der englischen Königin Elisabeth I. gewann: Elisabeth ließ ihre Cousine und Konkurrentin um den englischen Thron 1587 enthaupten. Maria Stuart, Königin von Schottland (Regie: Josie Rourke) erzählt die Geschichte Marias, beginnend mit ihrer Rückkehr nach Schottland: Zuvor war ihr französischer Ehemann Franz II. mit gerade einmal 16 Jahren gestorben, nun ist Maria entschlossen, Frankreich zu verlassen und den schottischen Thron zu besteigen. Doch nicht nur Elisabeth hat etwas gegen die 18-jährige Königin, auch diverse Männer versuchen, diese zu manipulieren und zu sabotieren – darunter Marias Halbbruder James sowie der protestantische Kleriker Jon Knox.

Saoirse Ronan und Margot Robbie spielen Maria und Elisabeth: Katholikin gegen Protestantin, Schottin gegen Engländerin, verheiratete Mutter gegen kinderlose und selbsternannte „Jungfrau“. Es geht um Macht, Intrigen, Verrat – und wer würde sich da besser auskennen als Beau Willimon, Showrunner der ersten vier Staffeln von House of Cards? Er lieferte das Drehbuch zum Film. Der Trailer verspricht beeindruckende Kostüme und herrliche Landschaften. Bei den historischen Details hat man sich, so scheint es, ein paar dramatische Freiheiten genommen: Die im Trailer angedeutete Begegnung zwischen Elisabeth und Maria hat es so nie gegeben.

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Start: 17. Januar 2019

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