Outfits der Woche: Von einer Soziologie negativer Beziehungen, Fieber, Olivenbäumen & einem guten Plan

11.11.2020 Mode, Outfit

In unserer Serie „Unsere Woche in Outfits“ präsentieren wir euch nicht nur ein paar Looks, in denen wir die Woche bestritten haben, sondern erzählen euch auch, was uns in den vergangenen Tagen so durch den Kopf ging.

– Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links & wurde teilweise durch Produkt Samples unterstützt. Mehr Infos dazu findet ihr hier –

Julia 

Die Abenden der letzten Woche sowie das vergangene Wochenende verbrachte ich ununterbrochen vor dem CNN-Wahl-Livestream, bis dann irgendwann die erlösenden Worte aus meinen schlechten Laptop-Boxen erklangen: „Joe Biden is President-Elect, Kamala Harris the first female and Black Vice President“ — endlich. Die Dauerbeschallung durch meinen PC führte schließlich auch dazu, dass ich mal wieder zu einem Buch griff (Three Women), eine Playlist voller New Romance hörte und mir die Bilder der Olivenernte meines Onkels via WhatsApp anschaute: Über 60 Liter Olivenöl kamen dabei heraus und ließen mich bereits von meinem nächsten Sommer in Kroatien träumen. Nun aber erst einmal: Winter. Und die Frage nach einem Mantel, der weit genug ist, damit auch meine Blazer samt Schulterpolster darunter passen. Zwei Jahre lang suche ich nun schon und wünsche mir manchmal die 80er zurück.

Blazer: Acne Studios (Sale, ausverkauft), Kleid: Raey (alt), Tasche: Medea via Vestiaire Collective, Schuhe: Dr. Martens

Blazer und Hose: The Frankie Shop, Hemd: Filippa K, Ketten: Jane K∅nig & Geschenk meines Vaters

Ourania

Ich war die letzte Woche bei meinen Eltern − oder war es die Woche davor? Ich bin schon ganz durcheinander. Na ja, es war eben kurz vor den neuen Corona-Regelungen. Und ich war ziemlich unsicher, wie ich mich in dieser Situation verhalten soll, denn ist es okay, noch zu bleiben, obwohl man weiß, dass in ein paar Tagen schon neue Regeln gelten? Es wurde klar gesagt, dass man private Reisen vermeiden soll, aber ich war ja eh schon da. Macht es einen Unterschied, ob ich dann früher abreise? Schwierig. Da ich meine Familie dieses Jahr so wenig wie noch nie besucht habe, habe ich mich dazu entschlossen, zu bleiben und erst wie geplant abzureisen. Ob das okay ist und mein Gewissen rein, weiß ich bis heute nicht. Die Bahn war tutti kompletto leer und so bin ich relativ entspannt wieder in Berlin angekommen. Hier drücken mir jedoch der nahende Winter und Homeoffice auf die Laune. Um dem entgegenzuwirken, habe ich mir einen Plan gemacht, in dem ich mir jeden Tag etwas Gutes tue. Etwas, auf das ich mich schon morgens freuen kann. Ein Spaziergang mit einem Kaffee in der Hand, ein neues Rezept kochen, Yoga, in der Badewanne lesen, ein überteuertes Kuchenstück (manchmal sogar zwei) verdürcken, Pläne für den Sommer schmieden, ein online vintage Kauf bei eBay oder Vestiaire Collective. Es sind die kleinen Dinge im Leben, versuche ich mir immer wieder zu sagen. 

Scrunchy: Hondos Center (Griechenland) 

Blazer: Vintage, Hemd: Ralph Lauren, Hose: H&M (alt) ähnlich hier, Sneaker: Nike, Socken: Arket

Blazer: Vintage, Hose: Jil Sander, Sneaker: Asics, Brille: Ace&Tate

Nike

Das Leben ist gerade gut zu mir, das kann man gar nicht anders sagen. Weil das Kind gerade in Quarantäne steckt, lerne ich umso mehr, anderen etwas beizubringen und geduldig zu bleiben, was manchmal schlecht für die Nerven aber vielleicht ganz gut für den Charakter ist. Nur weiß ich noch immer nicht, wie man Homeoffice mit Homeschooling vereinbaren soll, weshalb ich derzeit eher zum Menschenschlag Nachteule gehöre und tagsüber nur halbäugig durch die Wohnung schlurfe. Nein, meckern will ich wirklich nicht, komme, was wolle, weil ich sehr wohl weiß, wie viel Glück wir haben. 

Ich begeistere mich derzeit jedenfalls für die deutsche Philosphin Eva von Redecker und ihr Werk „Revolution für das Leben„, habe dank der Schaubühne einen Abend vor dem Bildschirm verbracht und lese außerdem ganz aufmerksam eine Soziologie negativer Beziehungen von Eva Illouz, ein Buch darüber, weshalb Liebe endet und Kapitalismus an (fast) allem Schuld ist.

Top: Paloma Wool, Hose: Paloma Wool, Boots: 2nd Hand,
Brille: Miu Miu, Ohrringe: Old Céline, Kette: et toi Paris, Scrunchie: James Castle

Strick-Top: Esprit
Rock: Esprit
Lippenstift: Kess
Stiefel: Monki
Haarspange: Margova für Edited

Schlafanzug, 100% kompostierbar: Calida x Viktor und Rolf

Sarah

Gestern noch betete ich, dass meine Familie in den anstehenden Tage bitte fein gesund bleiben möge, schon fiebert der Jüngste und ich winke der Krippengruppe nur noch aus der Ferne zu. Also alles wieder umdisponieren – und die meisten To-Dos in die Nacht hinein verlegen. Ich mache es aus diesem Grund heute kurz, winke euch fix, widme mich ganz bald allen Kommentatorinnen unter meinem Interior-Update und versuche, nicht verrückt zu werden. Adios!

Willkommen im Umzugschaos: In Esprit & Ganni.

Shirt: Ganni, Pullunder: Ganni, Hose: & Other Stories, Socken: Happy Socks, Schuhe: Ottod’ame

Jacke: Esprit, Pullover, Stine Goya, Hose: 7 for all Mankind, Schuhe: Aeyde

15 Kommentare

  1. Ruth

    Nike, ich teile deine Begeisterung für Eva von Redecker und Eva Illouz so sehr! Wichtige und bereichernde Lektüren von tollen Frauen!
    Vielen Dank für diese wunderbaren Outfits übrigens, ihr tollen Frauen! <3

    Antworten
    1. Nike Jane

      Liebe Ruth, ich bin auch SO begeistert. Jung & Naiv hatte von Redecker neulich zum Interview da und es gibt sogar eine Folge, in der Eva Illouz ausführlich besprochen wird. Ganz viele liebe Grüße <3

      Antworten
        1. Fine

          auch von mir: DANKE für die Tipps. Gerade für Illouz hilft mir persönlich ein wenig einordnung SEHR, finde ich sie doch etwas schwer zu sehen.

          Antworten
  2. Mila

    O bitte mehr Outfits in Kombination mit Brille!! Seit ich selbst Brillenträgerin bin, stelle ich nämlich fest, wie sehr das die Wirkung eines Styles veränden kann und manchmal sehen bestimmte Kombis dann einfach … na ja anders aus. Aber nicht auf ne gute Weise, find ich Aber dein Mit-Brille-Outfit sieht grandios aus!!

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  3. Suzie

    80er Schulterpolster – ich war dabei! 🙂 Erst der Blazer mit den Schulterpolstern und dann den Swinger-Mantel mit Schulterpolstern drüber. Ich sah aus wie ein Türsteher! Zweimal so breit wie hoch…

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  4. Sarah

    Guten Morgen!
    Mich würde mal interessieren, welche Produkte ihr privat gekauft und so getragen habt ( what we wore) und welche ihr zugeschickt bekommen habt und Geld fürs promoten bekommt (what we had to wear because of a deal). Ein Schlafanzug für 170€ und die Esprit Sachen sehen für mich eher nach einer Anzeige aus?
    So untergejubelt kommt es einem vor, die Leser*innen als dümmlich verkaufend…

    Antworten
    1. Sarah

      Also die Rubrik soll suggerieren, dass ihr das so gekauft und getragen habt. Weil euch danach war-was bei vor allem Nike leider total erlogen scheint und plumpe Werbung ist mit ner fancy Überschrift ist:(

      Antworten
      1. Nike Jane

        Liebe Sarah,
        du scheinst ja vor allem ein Problem mit den Preisen zu haben, was ich natürlich verstehe.
        Du kannst dich gern auf der Seite von Calida umsehen – so werden die Preise vielleicht ein bisschen verständlicher.

        Ganz zu Beginn des Artikels steht jedoch die Antwort auf deine eigentliche Frage:
        „Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links & wurde teilweise durch Produkt Samples unterstützt.“

        Das heißt, es ist keine Bezahlung für eine Integration in diesem speziellen Artikel hier im Spiel.
        Ich hätte vielleicht auch ein wenig ausführlicher geantwortet, aber ich finde, das muss ich gar nicht.
        „Total erlogen und plumpe Werbung“ klingt für mich nämlich eher nach Anschuldigung als ehrlichem Interesse.
        Alles Liebe.

        Antworten
        1. Rike

          Ton & Formulierung des vorangegangenen Kommentars empfinde ich auch als daneben. Aber ich kann zumindest in Ansätzen nachvollziehen, dass auf Seite mancher Lesenden Fragezeichen entstehen können.

          In den „Outfits der Woche“ Posts finden sich oftmals Outfits wieder, die zuvor auf Instagram in Werbeposts präsentiert wurden. Diese werden dort auch entsprechend deklariert. Die Kennzeichnung hier hingegen, könnte für meinen Geschmack auch noch deutlicher und transparenter ausfallen.

          Die Datenschutz Seite zu der der „Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links …“ Verweis führt, empfinde ich persönlich nicht als hilfreich. Anstatt der Unmenge an rechtlichen Informationen, würde ich eine Kennzeichnung im Post a la „ESPRIT (*Werbepartner)“ transparenter lesen.

          Durch die oftmals undurchsichtige Durchmischung von privat&business lese und bewerte ich an Orten wie Diesem inzwischen nahezu alles als Werbung. Ob gekennzeichnet oder nicht. Das hilft mir persönlich dabei Abstand zu wahren und dabei, mich nicht mit den Protagonisten in den ungesunden Vergleich zu setzen.

          Denn die private Anmutung des Geschäftsmodells – und mein geringes Wissen über das Geschäftsmodell als solches – ließ mich oft genau das vergessen:
          Es handelt sich um ein Geschäftsmodell, einen Beruf mit Entlohnung. Und eben nicht um die (digitale) Freundin, die mir ihren Kleiderschrank öffnet oder mir ihr neuestes Outfit zeigt. <3

          Antworten
          1. Nike Jane

            Liebe Rike, ich glaube, deine Herangehensweise ist eine sehr gesunde! So würde ich das, andersherum, ehrlich gesagt auch machen. Mache ich sogar, bei anderen Menschen, denen ich selbst als Privatperson folge.

            Und wahrscheinlich würde ich hier auch nicht mehr durchblicken. Deshalb halten wir es, dem Gesetz entsprechend, so, dass auf dem Blog wirklich nur als ANZEIGE gekennzeichnet wird, was entlohnt wurde, monetär, also mit Geld.
            Alles andere kennzeichnen wir mit dieser besagten Klausel da oben.

            Dein Kommentar hat mir aber geholfen, das Problem nochmal deutlicher zu sehen – wir nehmen uns das alles zu Herzen und denken zeitnah über eine „logischere“ Kennzeichnung nach. Ideen willkommen!

            Im Fall Calida handelte es sich um eine bezahlte Instagram-Kooperation (ist bei IG auch so gekennzeichnet).
            Weil ich im Homeschooling Office stecke, habe ich das Bild aus dieser Kooperation aber auch hier rein gepackt (was gar nicht so unehrlich ist, ich hatte nämlich tagelang echt nix anderes an).
            Dafür gab es jedoch keine extra Bezahlung, das passierte freiwillig.
            Es gibt aber auch Outfit-Kooperationen, die sind dann aber, als solche gekennzeichnet.
            Für mich machte das so immer Sinn, weil ich hier tatsächlich nichts reinpacken/tragen würde, was ich scheiße finde.

            Bei Esprit handelt es sich um Produkt-Samples. Das heiß, wir durften uns Kleidungsstücke aussuchen.

            Danke für deinen ausführlichen und konstruktiven Kommentar <3
            Nike

          2. Maria

            DANKE Rike, genau so geht es mir auch und genau das ist auch meine „Strategie“, um mich abzugrenzen und nicht zu sehr in den ungesunden Vergleich zu verfallen. Danke auch dir, Nike, für die ausführliche und differenzierte Antwort. Ich finde es toll, wie ihr hier auf dem Block auf (konstruktive) Kommentare, Fragen und Kritik eingeht.

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