FW Notizen: Malaikaraiss F/W 2017 //
Rote Strümpfe, pinke Akzente & die schönste Fronwrow

18.01.2017 Mode

malaikaraiss aw 17Notizen und Gedanken zu der gerade gezeigten Herbst/Winter Kollektion von MALAIKARAISS, die den Namen NO. 13 trägt.

Die Designerin:

Es war das Jahr 2010, als wir Malaika, das rothaarige Energiebündel hinter dem deutschen Label „MALAIKARAISS„, zum ersten Mal trafen. Seither verfolgen wir ihre modischen Machenschaften auf Schritt und Tritt, fiebern mit, wenn die nächste Deadline ruft und sind genau deshalb auch immer ein bisschen emotional, wenn die Modewoche in Startlöchern steht:

Foto: Christoph Neumann

Foto: Christoph Neumann

Die Musik:  

Trackliste by dr.ATMO:
1- IN THE MOOD FOR LOVE (atmo edit) – O.S.T.
2- I CANT TELL – BAROTTI
3- BODY CODES – LULU ROUGE
4- SIGN ME OUT – LULU ROUGE

Finale:
5- WHAT ELSE IS THERE? – RÖYKSOPP

Die Location:

Das neue Stadtschloss, ausgestattet mit einer Spiegel-Installation von Amir Abadi.
Industriell kühl, beeindruckend weitläufig und gleichzeitig zurückhaltend genug, um der gezeigten Mode die perfekte Bühne zu sein:

Ein von Pragpr (@pragpr) gepostetes Foto am

 

 

Die Show selbst wirkte durch die Choreographie wie eine gigantische Kunstinstallation, ausstaffiert mit wippenden Stoffen und pinkroten Farbklecksen:

 Erster Eindruck:

Seit Jahren verfolgen wir Malaikas Reise jetzt schon und kaum eine deutsche Designerin ist auch in kommerzieller Hinsicht so erfolgreich. Man denke bloß an diesen Pullover oder all die wunderbaren Schmuckstücke, die dafür sorgen, die Marke greif- und tragbar zu machen. Immer wieder ist auch das Styling der Show stilprägend und so kam es, dass ich vor ein paar Saisons etwa ganz vernarrt in Cowboystiefel zurückblieb. Diesmal waren es die Knallbonbon-Strumpfhosen wie wir sie jüngst auch bei Balenciaga entdeckten, die ich mir gleich im Gedächtnis abspeicherte. Ein bisschen erschrocken war ich allerdings auch. Ein roter Blumensprint zu einem Pink auf das selbst Barbie neidisch gewesen wäre? Na, ich weiß nicht. Doch, doch, applaudierte eine meiner Sitznachbarinnen, während ich auf den großen Wow-Moment wartete, darauf, einen Look zu sehen, den ich am liebsten gleich nach Haus getragen hätte. Er kam nicht. Ab jetzt war Objektivität gefragt, schließlich habe ich den Stil selbst nicht mit Löffeln gefressen und es gibt womöglich nur wenige, die meinen eigenen Kleiderschrank gern plündern würden. Gedanklich riss ich das Gezeigte also aus dem Kontext und versuchte bereits, ein paar der Stücke ganz anders zu kombinieren. Könnte funktionieren. Muss es aber gar nicht. Malaika will trotz all der Farbpracht niemals laut sein. Sie will auch das Rad nicht neu erfinden. Sondern Kleidung für Frauen machen, die der Sentimentalität ebenso verfallen sind wie der Sehnsucht danach, sich von allen Konventionen frei zu machen. Aber eben nicht durch aufmüpfiges Ramtamtam. „Einfach machen und bloß nicht ablenken lassen“, passt da als Credo schon viel eher.

Die Frontrow:

Foto: Christoph Neumann

Fotos: Christoph Neumann

Mehr als 200 Gäste besuchten die Show, darunter Topmodel Eva Padberg, Schauspielerinnen wie Fritzi Haberlandt, Lavinia Wilson, Violetta und Lea van Acken, ebenso wie Style Heroine Bloggerin Evangelie Smyrniotaki:

 

Wir in Malaikaraiss:

Zwei Lieblingsstücke auf einmal: Ein cremefarbenes Strickkleid plus Wolljacke – beides stammt aus der aktuellen Kollektion. Viele der Malaikaraiss Mäntel sind gerade übrigens im Sale erhältlich.

Sarah Jane hingegen trug einen Hosenanzug – sollte sie viel häufiger wagen, wenn man mich fragt:


Highlights:

Schwarze Kniestrümpfe zu nussbraunen Peep Toes:
_42A9748Rote Socken, egal wann und wozu:_42A9480Ein Herz für Daydream Believers:_42A9569Sei pink und wild und wunderbar:_42A9456 _42A9378_42A9870Schulterfrei damenhaft und trotzdem ein Rebell:
_42A9654

Die gesamte Kollektion:

Die Idee dahinter:

Non· kon· for· mis· mus, Substantiv [der] – eine Einstellung oder Haltung, die von der vorherrschenden Meinung unabhängig oder frei ist.

„The time is now – Frauen lösen sich von dem gesellschaftlich wie modisch auferlegten Korsett, machen sich frei jeglicher einengenden Etikette unserer Zeit. Stattdessen leben sie ihre Weiblichkeit, scheuen keine Emotionen, sondern zelebrieren ihre Gefühle, trauen sich, verletzlich zu sein, ohne der Sentimentalität zu verfallen. Dieses Prinzip hat sich die Designerin Malaika Raiss im Kreativprozess ihrer neuen FW17-Kollektion zu Eigen gemacht.

MALAIKARAISS bricht entsprechend der Konnotation der Zahl Dreizehn in ihrer dreizehnten Kollektion gewollt mit der Symbolik von Ganzheit, Harmonie, Reinheit und präsentiert dekonstruierte, feminin selbstbewusste Entwürfe. Somit markiert die Designerin einen Wendepunkt für Frauen, die aus der propagierten Vollkommenheit ausbrechen und Mode als Statement, gleich einer Rüstung, verstehen.“

Fazit:

Mir fehlt ein bisschen Biss, mehr Finesse und Einzigartigkeit. Ein junges Label muss schließlich immer gegen die großen, fiesen Ketten ankommen, deshalb ist eine spezielle Frage aus Designer-Perspektive meiner Erachtens essenziell: „Warum sollte man meine Kreationen kaufen, statt mit COS oder & other stories Vorlieb zu nehmen, was an ihnen triggert den berüchtigten Haben-Wollen-Faktor?“ Ebenjener war für mich ehrlich gesagt nicht immer klar ersichtbar. Und das sage ich nicht, weil ich es mag, gemein zu sein. Sondern weil ich an die deutsche Mode glaube. Und weil ich ich mir ganz grundsätzlich ein bisschen mehr Mut und Attitüde erhoffe.

P.S.: Vom nahenden Sommer war ich übrigens ganz angetan. „Beaches“ heißt die Kollektion, die bald erhältlich sein wird.

4 Kommentare

    1. Nike Jane Artikelautor

      Die ist es genauso wenig wie Heike 😀 Mir ist der Name der prominenten Person entfallen, die ich meinte. So helfe mir doch jemand 😀

      Antworten
  1. Malaika

    Liebste Nike, schade, dass ich dich diesmal so gar nicht überzeugen konnte. Für mich selber gehörte ganz schön viel Mut dazu, mal so richtig mit Farbe zu knallen. Ich hoffe dich in der Zukunft wieder zuversichtlicher stimmen zu können <3

    Antworten

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