Outfits der Woche // Keine Vorsätze, viel Familie, Freiheit für die Jogginghose & ein Spagat

09.01.2020 Mode, Outfit

In unserer Serie „Unsere Woche in Outfits“ präsentieren wir euch nicht nur ein paar Looks, in denen wir die Woche bestritten haben, sondern erzählen euch auch, was uns in den vergangenen Tagen so durch den Kopf ging. So bewegten wir uns in der letzten Woche zwischen

– Dieser Beitrag enthält affiliate Links & wurde teilweise durch Produkt Samples unterstützt. Mehr Infos dazu findet ihr hier

Julia

Kleid von Cos (alt), Bluse von Aeryne (alt), Schuhe von MM6 Maison Margiela, Haarreif von Henriette von Gruenberg

Pünktlich zum neuen Jahr stöberte ich in meinem eigenen Kleiderschrank, um ein wenig jener Kleidung hervorzuziehen, die ich seit einigen Monaten nicht mehr getragen hatte — obenauf das hellgelbe Kleid von COS, das vergangenen Sommer ein stetiger Begleiter war und zur kälteren Jahreszeit eben gemeinsam mit einer Organza-Bluse herhalten muss. Layering ist ohnehin so eine Sache, der ich mich in der kommenden Zeit unbedingt widmen möchte, was vielleicht (noch immer) an Personen wie Reese Blutstein, aber eben auch Labels wie Lemaire und Charlotte Knowles liegen mag. Apropos vornehmen: Wirkliche Vorsätze habe ich für dieses Jahr nicht, bloß, dass ich mir ganz sicher keinen Pony mehr schneiden werde, auch wenn ich ihn stets schrecklich vermisse, sobald er denn endlich mal rausgewachsen ist. Die Vergangenheit mit all meinen spontanen Aktionen hat mich jedoch gelehrt, dass es mal ganz gut ist, die Schere in der Schublade zu lassen und mich mit dem zufriedenzugeben, was ich gerade habe — in diesem Sinne: Happy 2020.

Mantel von Weekday (alt), Schuhe von MM6 Maison Margiela, Sonnenbrille von AlexaChung (alt, ähnlich hier)

Sarah

Die Tage zwischen den Jahren waren tatsächlich so gemütlich, dass ich die Zeitvertrödelei mit meiner kleinen Familie schon jetzt ein wenig vermisse. Und trotzdem ist in diesem Januar alles anders als in den Jahren zuvor: ich verspüre keinen bedrückenden „Bring it on“-Drang, sondern fühle einen ganz natürlichen Elan. Ein klein wenig Respekt habe ich vor der doppelten Herausforderung zwischen Jane Wayne und einem Säugling natürlich, aber ab Februar wird auch schon wieder alles 50/50 mit meinem Freund geteilt und dann werden wir sehen, wie es so mit der neuen Vereinbarkeit klappt. Bis dahin groove ich mich also langsam wieder ein – und das funktioniert (in meiner Wahrnehmung) gerade erstaunlich gut. Das könnte aber auch daran liegen, dass der Januar ein klein wenig verschlafener als sonst startet und die Berliner Fashion Week schon kommende Woche in den Startlöchern steht. Und die ist bekanntlich so gemütlich, wie ein verlängerter Urlaub mit Freund*innen. Hach, ist das schön!

Blazer & Jeans: & Other Stories, Loafer: alt, ähnlich hier

Haarspange: KDG x Jane Wayne, Cardigan: & Other Stories, Rollkragen: Kauf dich glücklich (alt), Hose: Closed, Loafer: & Other Stories (alt, ähnlich hier)

Mantel: Ganni, Rollkragen: Arket (alt, ähnlich hier), Hose: Baum und Pferdgarten, Schuhe: Aeyde, Stirnband: & Other Stories

Pulli: Hien Le (alt), Jeans von & Other Stories, 

Hose: Baum und Pferdgarten, Shirt: Baum und Pferdgarten, Pullunder: 2nd Hand via Ebay, Schuhe: Aeyde

Fabienne

Mein Jahresanfang war leider etwas anders als erwartet. Statt einem energetischen Start in die neue Dekade habe ich seit dem 1.1. mit einem fiesen Infekt zu kämpfen der mich für die ersten Tage des Jahres an Bett und Wärmflasche kettet. Ich versuche derweil diese Zwangspause zu genießen und nur das nötigste aus dem Bett heraus zu arbeiten. Hierbei ist mir neben zwei Büchern, die ich bald an dieser Stelle vorstellen werde, zwei Miniserien schon die ganze „Hungergames Trilogie“ zum Opfer gefallen. Da ich denkbar wenig vor die Tür gegangen bin, kommt hier ein bisschen Footage aus der Weihnachtszeit an der Ostsee als die Welt noch in Ordnung war.

Mantel von Arket, Mütze von H&M, Turtleneck von Weekday (ausverkauft),
Schuhe von Topshop (ausverkauft)

Vintage Rolli von Mexx

Wichteltasche von William Fan x Bikini Berlin

Ourania

Ich hatte knapp zwei Wochen frei, verbrachte viel Zeit bei meinen Eltern und habe mich so richtig erholt. Die Tage waren gefüllt mit Essen, Familie, Kaffee und Plätzchen und ich hatte ganz viel Zeit zum Lesen und Nickerchen halten. Und natürlich habe ich die meiste Zeit davon in Jogginghose verbracht. Während ich diesen Text hier schreibe, muss ich schmunzeln, schließlich gab es vor kurzem zwei Artikel im Zeit Magazin dazu: Der eine befürwortete das Tragen von Jogginghosen und der andere war strikt dagegen. Die Gegnerin bezog ganz klar Position: Eine Jogginghose zu tragen sei würdelos. Natürlich wollte sie mit ihrer Meinung polarisieren und hat die ganze Sache überspitzt dargestellt, dennoch ist mir dieser Artikel tatsächlich aufgestoßen. Warum geben wir anderen Menschen aufgrund ihrer Kleiderwahl eigentlich ständig ein schlechtes Gefühl? Als ob wir nicht schon genug Selbstzweifel hätten. Wenn ich unsere wöchentlichen Outfitposts so betrachte, denke ich eher, wie wunderbar die Kleidung unsere Charaktere oder unsere derzeitige Stimmung widerspiegelt oder aber Ausdruck einer vorübergehenden Schwärmerei für eine bestimmte Epoche ist. Oder wir sehen es gleich: Das Outfit war nur hektisch am Morgen aus dem Schrank gezerrt – und ohne wirkliches Konzept zusammengestellt. Marc Jacobs sagte dazu einmal: „Kleider bedeuten nichts, bis jemand in ihnen lebt.“ Und ich sage euch eines: In meiner Jogginghose lebt es sich verdammt gut. 

Bluse: Vintage, ähnlich hierHose: Levis 501, vintage ähnliche hier
Boots: alt, ähnliche hier  oder hier.

Nike

Gerade fühle ich mich, als hätte man mir einen Fuß im Allgäu festgetackert und dem anderen das wilde Leben in Berlin versprochen. Mein Hirn hängt also nicht zwischen den Jahren fest, sondern zwischen zwei Orten, die ich so lieb gewonnen habe, dass ich zum ersten Mal eine Art Zerrissenheit zwischen zwei Zukunftsvisionen verspüre und doch zu keinem Ergebnis gelange. Außer eben: 1:1. Beides so schön. Und so verschieden. Kaum etwas hat mir in letzter Zeit so gut getan wie die Auszeit in der Heimat meines Partners. Aus der Entfernung kam mir vieles in der Großstadt und einiges von dem, was zu meinem Beruf nahezu seltsam und und auch ein bisschen fremd vor. Sarah sagte: „Das ist normal. Das hast du doch immer mal wieder und gerade an diesen Zweifeln wächst du jedes einzelne Mal.“ Und es stimmt, ich erinnere mich langsam wieder. Tue mich aber dennoch wahnsinnig schwer mit dem Zurückkommen, frage mich, was 2020 bringen wird, wovon ich euch in diesem Jahr erzählen kann, auf welche Reise ich euch mitnehmen werde. Gibt es etwas, das euch besonders interessiert? Patchwork-Leben, Stadt vs. Land-Gedanken, die Sache mit dem zweiten Kind, Bore-Out vs. Burnout, Scheitern und wieder Aufstehen, oder etwas ganz anderes? Ich glaube, ich brauche ein bisschen Hilfe und Inspiration dieser Tage. Und zähle dabei auch auf euch – weil ihr hier ja quasi die Wichtigsten seid. <3 

Im Allgäu:
Pullover: Ganni, Schal: Ganni, Hose: Stine Goya

Meine Omis:

Bluse: Tara Jarmon

Rock: (coming soon) Ganni 

Warten auf das Christkind in meinem Elternhaus:

Cardigan: Ganni, Jeans: Mango, Haarreif: Beck Sondergaard,
Schuhe: Ugg x Eckhaus Latta

Berlin:

Pullover: Ganni, Hose: KaufDichGlücklich,
Apfel-Ohrringe: Jane Wayne x KDG

12 Kommentare

  1. lisa

    Liebe Nike,

    „Patchwork-Leben“ = Januar; „Stadt vs. Land-Gedanken“ = Feburar; „die Sache mit dem zweiten Kind“ = März; „Bore-Out vs. Burnout“ = April; „Scheitern und wieder Aufstehen“ = Mai. Die Themen sind alle sehr gut und ich möchte das alles lesen. Den Rest des Jahres kann man sich dann einer Synthese widmen oder einfach feststellen, dass das dauerhafte sich selbst befragen eben auch eine ermüdende Technologie ist. Aber am allermeisten interessiert mich die Sache mit dem Roman schreiben und die Schwierigkeit damit.

    Antworten
  2. Marie

    Könntet ihr nochmal den Link zu Sarahs roter Strickjacke bearbeiten? Er funktioniert leider nicht – oder es gibt den cardigan nicht mehr ..
    Liebe Grüße <3

    Antworten
    1. Sarah Jane

      Liebe Marie,
      merkwürdig. Er ist vom Erdboden verschluckt, ich habe alles durchgesehen. Ich lasse den Link aber erst einmal, vielleicht taucht er ja wieder auf :/

      Antworten
  3. Sandra

    Liebe Nike,

    ich wäre für: 1. die Sache mit dem zweiten Kind, 2. Patchwork-Leben und 3. Bore-Out vs. Burnout

    Ganz liebe Grüße und einen tollen Start ins neue Jahr euch allen 🙂

    Antworten
  4. Alina

    Liebe Nike,
    was ich wirklich unwahrscheinlich gerne lesen würde, ist deine Position / Meinung zu dem Spannungsfeld, in dem Ihr Euch bewegt: Das Mode/Konsumrad dreht sich wild weiter, während Fakten zur Schädlichkeit von (Kleidungs)Konsum lauter werden und eine Umweltkrise die nächste jagt. Ist es der Gedanke, dass nur wer an der Spitze mitmischt, auch etwas verändern kann? (Das ist eine sehr persönliche Fragestellung; ich träume eigentlich seit kleinauf davon, mit Mode zu arbeiten, vielleicht sogar journalistisch, wie ihr hier und finde mich immer wieder ratlos, ob und wie ich die genannten Punkte vereinbaren kann.)
    Liebste Grüße!

    Antworten
    1. Claudia Maria

      Da würde ich mich gerne anschließen. Wie kauft ihr ein (wenn ihr kauft)?! Nach dem Motto: „Haben wollen“ oder „brauchen“ weil kaputt oder zu klein? Muss es dann immer neu sein? Ich weiß, ihr alle tragt viel Vintage und/oder Secondhand und zudem lebt ihr ja auch u.a. von der Mode und bestimmten Marken… Stil ist keine Frage des Geldes. Oft wird das aber so suggeriert. Damit meine ich gar nicht euch (ihr Tollen) sondern wirklich andere Blogger. Diese Ebay Funde von euch oder eure Vintage Schätze interessieren mich zum Beispiel oft. Und dann noch individuelle Outfit Kombis a lá Nike *.* das wäre auch mal wieder was. Besondere Stücke auf vielen Arten zu tragen. Das schätzen was man hat, anstatt immer was neues zu wollen…finde ich für die Zukunft in der Modebranche echt wichtig. Fühlt euch gedrückt und ein wundervolles Jahr für euch!! Auch gerne mehr Outfit Post von Ourania <3

      Antworten
  5. Momo

    Liebe Nike,
    bei den Bildern mit deinen Omis kam mir der Gedanke, dass es schön wäre mehr Stimmen älterer Generationen zu lesen.
    Wie blicken sie auf die Welt, auf Klimawandel, Kapitalismus? Auf das was ‚junge‘ Menschen machen? Wie ist es die Enkel dabei zu begleiten wie sie ihr Leben leben? Was beschäftigt sie?

    Liebste Grüße

    Antworten
    1. Momo

      Und das meine ich weniger um ein „wir“- „sie“ Denken zu bedienen, sondern im Sinne der Diversität

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr von

Related